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Wie gut sind Menschen in Deutschland im Pflegefall versorgt? Und können sie sich notwendige Pflege im Alter leisten? Eine aktuelle europäische Studie zeigt, dass diese Fragen für viele Deutsche mit Unsicherheit verbunden sind. Gleichzeitig blicken viele grundsätzlich positiv auf das Älterwerden und wünschen sich ein langes, gesundes Leben.

Pflege im Alter: Fast die Hälfte zweifelt an ausreichender Versorgung

Eine aktuelle Befragung des Meinungsforschungsinstituts OpinionWay im Auftrag von Clariane zeigt, wie die Menschen in Deutschland auf das Älterwerden, Pflege und Vorsorge blicken. Für die Studie wurden 12.078 Erwachsene in sechs europäischen Ländern befragt, darunter 2.015 Menschen in Deutschland.

Beim Thema Pflegeversorgung im Alter zeigt sich eine deutliche Unsicherheit: 44 Prozent der Befragten in Deutschland sind zuversichtlich, im Pflegefall die notwendige Betreuung zu erhalten. Dazu zählen beispielsweise die Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst oder die Versorgung in einer Pflegeeinrichtung. 48 Prozent sind dagegen nicht zuversichtlich.

Auch die Finanzierung von Langzeitpflege bereitet vielen Menschen Sorgen. 61 Prozent der Befragten in Deutschland befürchten, die Kosten einer Langzeitpflege nicht tragen zu können.

Damit zeigt die Studie eine zentrale Herausforderung: Der Wunsch nach einem langen Leben ist vorhanden – gleichzeitig besteht Unsicherheit darüber, ob im Pflegefall eine gute und bezahlbare Versorgung gewährleistet ist.

Pflegekosten im Alter: Die Finanzierung ist eine zentrale Sorge

Die Frage nach den Kosten gehört zu den größten Unsicherheiten rund um die Pflege im Alter. Mehr als sechs von zehn Befragten in Deutschland sorgen sich darum, eine notwendige Langzeitpflege finanziell nicht bewältigen zu können.

Auch das Vertrauen in das Gesundheitssystem fällt im europäischen Vergleich zurückhaltend aus. Nur 42 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass eine hochwertige Pflege für ältere Menschen gewährleistet ist. Im Durchschnitt der sechs untersuchten europäischen Länder liegt dieser Anteil bei 52 Prozent.

Für Menschen, die sich mit der eigenen Altersvorsorge beschäftigen, ist deshalb nicht nur die Frage relevant, wie viel Geld für das Alter zur Verfügung steht. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Unterstützung im Pflegefall zur Verfügung steht und wie die Kosten einer längerfristigen Versorgung getragen werden können.

Unterstützung durch die Familie ist in Deutschland weniger selbstverständlich

Bei der Frage, auf wen Menschen im Alter zählen können, zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Deutschland und den anderen untersuchten Ländern.

65 Prozent der Befragten in Deutschland gehen davon aus, im Alter Unterstützung durch ihre Familie zu erhalten. Das ist der niedrigste Wert der sechs untersuchten Länder. In Spanien rechnen beispielsweise 79 Prozent mit familiärer Unterstützung, in Belgien 72 Prozent und in Italien 70 Prozent.

Auch Unterstützung durch Staat, Kommunen oder Vereine erwarten die Deutschen im europäischen Vergleich besonders selten.

Gleichzeitig machen sich 58 Prozent der Deutschen Sorgen, ihren Angehörigen im Alter zur Last zu fallen. Im europäischen Durchschnitt sind es 66 Prozent.

Die Ergebnisse verdeutlichen damit, dass die Organisation der Versorgung im Alter für viele Menschen eine Frage ist, die über die Familie hinausgeht. Ambulante Pflege, stationäre Pflege und andere professionelle Unterstützungsangebote können deshalb eine wichtige Rolle spielen, wenn Angehörige die Versorgung nicht allein übernehmen können oder sollen.

Entlastungsbetrag bei der Pflege

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Älterwerden wird überwiegend positiv gesehen

Trotz der Sorgen rund um Pflege und Finanzierung verbinden viele Menschen in Deutschland das Älterwerden nicht grundsätzlich mit negativen Erwartungen.

59 Prozent sehen ihrem eigenen Alter gelassen entgegen. Damit liegt Deutschland über dem Durchschnitt der sechs untersuchten Länder von 56 Prozent.

70 Prozent der Deutschen wünschen sich außerdem, so lange wie möglich zu leben. Gleichzeitig ist für die große Mehrheit die eigene Gesundheit eine wichtige Voraussetzung: 86 Prozent verbinden den Wunsch nach einem langen Leben damit, gesund zu bleiben.

Dass sie tatsächlich bei guter Gesundheit alt werden, erwarten allerdings deutlich weniger Menschen. Nur 47 Prozent der Befragten in Deutschland gehen davon aus, im Alter bei guter Gesundheit zu sein.

Altersvorsorge und Prävention: Anspruch und Wirklichkeit liegen auseinander

Die Studie zeigt außerdem eine Diskrepanz zwischen den Vorstellungen der Deutschen über frühzeitige Vorsorge und ihrem tatsächlichen Verhalten.

Aus Sicht der Befragten wäre es ideal, bereits mit durchschnittlich 32 Jahren mit dem Zurücklegen von Geld für das Alter zu beginnen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen halten sie ab einem Alter von 44 Jahren für sinnvoll.

Tatsächlich nutzen jedoch nur 45 Prozent der über 35-Jährigen in Deutschland bislang Vorsorgemaßnahmen. Im Durchschnitt der sechs untersuchten Länder sind es 54 Prozent.

Auch beim Sparen für das Alter zeigt sich ein ähnliches Bild: 57 Prozent der Deutschen legen Geld für das Alter zurück. Im Durchschnitt der untersuchten Länder sind es 61 Prozent.

Vorsorge für das Alter umfasst dabei mehr als finanzielle Rücklagen. Auch die frühzeitige Auseinandersetzung mit der eigenen gesundheitlichen Situation, möglichen Unterstützungsangeboten und den persönlichen Vorstellungen für das Leben im Alter kann dazu beitragen, sich auf unterschiedliche Lebenssituationen vorzubereiten.

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Gutes Altern wird als gesellschaftliche Aufgabe gesehen

Die Ergebnisse zeigen nicht nur individuelle Sorgen, sondern auch eine gesellschaftliche Erwartung: 84 Prozent der Befragten in Deutschland sind der Meinung, dass es eine nationale Priorität sein sollte, allen Menschen ein gutes Altern zu ermöglichen.

Gleichzeitig nehmen 64 Prozent der Befragten wahr, dass ältere Menschen in der Gesellschaft zu wenig Wertschätzung erfahren.

Die Studie zeichnet damit ein differenziertes Bild: Viele Menschen in Deutschland wünschen sich ein langes und gesundes Leben. Gleichzeitig bestehen erhebliche Fragen zur Pflege im Alter, zur Finanzierung der Pflege und zur Verfügbarkeit von Unterstützung, wenn die eigene Selbstständigkeit nachlässt.

Was bedeutet das für die persönliche Vorsorge?

Wer sich frühzeitig mit dem eigenen Alter beschäftigt, kann sich nicht nur mit finanzieller Vorsorge auseinandersetzen. Ebenso sinnvoll kann es sein, sich Fragen zur späteren Versorgung zu stellen:

  • Welche Unterstützung wäre im Pflegefall gewünscht?
  • Welche Möglichkeiten der ambulanten Pflege gibt es?
  • Wann kommt eine stationäre Pflegeeinrichtung infrage?
  • Welche Angehörigen könnten unterstützen – und welche Unterstützung wäre realistisch?
  • Welche finanziellen Belastungen können im Pflegefall entstehen?
  • Welche Wünsche und Vorstellungen bestehen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter?

Eine frühzeitige Beschäftigung mit diesen Fragen ersetzt keine individuelle Beratung. Sie kann jedoch dabei helfen, die eigenen Vorstellungen zu konkretisieren und gemeinsam mit Angehörigen rechtzeitig über mögliche Versorgungssituationen zu sprechen.

Zur Studie

Im Auftrag von Clariane wurde vom 21. April bis 7. Mai 2026 eine europäische OpinionWay-Studie als Online-Befragung (CAWI) durchgeführt. Befragt wurden 12.078 Personen ab 18 Jahren in Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Spanien. Davon nahmen 2.015 Personen in Deutschland teil. Die Stichprobe ist nach dem Quotenverfahren repräsentativ für die jeweilige Bevölkerung ab 18 Jahren.

Hier geht es zur Zusammenfassung der Studie.

FAQ: Pflege im Alter, Kosten und Vorsorge

Laut der OpinionWay-Studie im Auftrag von Clariane sind 44 Prozent der Befragten in Deutschland zuversichtlich, im Pflegefall die notwendige Betreuung zu erhalten. 48 Prozent sind dagegen nicht zuversichtlich, dass sie die benötigte Unterstützung bekommen.

Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit möglichen Versorgungssituationen kann helfen. Dazu gehört, sich über ambulante und stationäre Pflegeangebote zu informieren, die eigenen Wünsche mit Angehörigen zu besprechen und auch die möglichen finanziellen Folgen einer Pflegebedürftigkeit in die Altersvorsorge einzubeziehen.

Neben Angehörigen können je nach individuellem Pflegebedarf professionelle Unterstützungsangebote eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören beispielsweise ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen. Welche Versorgung infrage kommt, hängt von der persönlichen Situation und dem jeweiligen Unterstützungsbedarf ab.

Die Befragten in Deutschland halten es für ideal, bereits mit durchschnittlich 32 Jahren Geld für das Alter zurückzulegen. Tatsächlich legen 57 Prozent der Befragten Geld für das Alter zurück.

65 Prozent der Befragten in Deutschland glauben, im Alter auf Unterstützung durch ihre Familie zählen zu können. Das ist der niedrigste Wert der sechs untersuchten Länder. In Spanien rechnen beispielsweise 79 Prozent mit familiärer Unterstützung, in Belgien 72 Prozent und in Italien 70 Prozent.

Zur Vorbereitung gehören neben finanzieller Vorsorge auch gesundheitliche Prävention und die frühzeitige Auseinandersetzung mit möglichen Pflege- und Unterstützungsangeboten. Ebenso kann es sinnvoll sein, persönliche Wünsche für das Alter zu klären und mit Angehörigen über mögliche Versorgungssituationen zu sprechen.

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