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Pflege 2030

Vom Modellvorhaben zur Praxis

Dreieinhalb Jahre lief das Forschungsprojekt im Korian Haus Karlsfeld, das neue Technologien und Arbeitsorganisation unter realen Alltagsbedingungen erprobte. Nach einem Abschluss kommt aber nicht das Ende: Bis 2028 sollen die praxisbewährten Lösungen im gesamten Korian-Netzwerk ausgerollt werden.

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Was ist Pflege 2030?

Pflege 2030 ist ein Modellprojekt zur Zukunft der Pflege. Ausgangspunkt war eine zentrale Frage: Wie kann stationäre Pflege angesichts des demografischen Wandels, steigender Pflegebedarfe und des Fachkräftemangels zukunftsfähig gestaltet werden?

Von Ende 2022 bis Juli 2026 wurden im Korian Haus Karlsfeld im laufenden Betrieb, unter Alltagsbedingungen einer Pflegeeinrichtung neue Organisationskonzepte, digitale Anwendungen sowie zusätzliche Personalressourcen auf Grundlage des Personalbemessungsverfahrens (PeBeM) eingeführt und wissenschaftlich untersucht. Im Fokus standen der praxisnahe Einsatz von KI-gestützten Assistenzsystemen sowie eine neu gestaltete Arbeitsorganisation nach KubA (kompetenz- und bewohnendenorientierte Arbeitsorganisation), mit dem Ziel Pflegekräfte zu entlasten und die Versorgungsqualität für Bewohner:innen nachhaltig zu verbessern.

Initiiert wurde das Projekt von der Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern gemeinsam mit der Korian Deutschland GmbH. Die Universität Bremen unter Leitung von Prof. Rothgang und das Fraunhofer IIS begleiteten die Umsetzung von der wissenschaftlichen Seite. Das Forschungsprojekt verfügte über ein Gesamtbudget von mehr als 4 Millionen Euro, wovon das Bayerische Gesundheits- und Pflegeministerium 3,1 Millionen Euro förderte.

Was in Karlsfeld aufgebaut wurde, hat Bedeutung, die weit über Deutschland hinausreicht.  Die Erkenntnisse aus Pflege 2030 – zu digitaler Infrastruktur, zur Arbeitsorganisation, zu dem, was sich in der Pflegepraxis tatsächlich bewährt – werden die Innovationsstrategie von Clariane in allen sechs Ländern mitgestalten. Deutschland, und insbesondere Karlsfeld, ist zu einem Referenzpunkt für die Pflegeeinrichtung der Zukunft auf europäischer Ebene geworden.

Die Projektpartner

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Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern

Die 2020 gegründete gemeinnützige Stiftung fördert die Entwicklung der Altenpflege und des Gesundheitswesens, Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Wissenschaft und Forschung in Pflege und Medizin. Im Fokus stehen alle in der Pflege tätigen Personen – nach dem ganzheitlichen Motto: Würde, Anerkennung und Respekt für alle Seiten.

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Korian Deutschland GmbH

Korian ist Mitglied der europäischen Clariane Familie, dem führenden europäischen Anbieter für Pflege, medizinische Versorgung und Betreuung zu Hause. 70.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten Menschen in Zeiten der Verletzlichkeit mit Respekt und Wertschätzung. In der Korian Modelleinrichtung in Karlsfeld wurden die Lösungen von Pflege 2030 unter realen Bedingungen erprobt.

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Universität Bremen

Das Team um Prof. Dr. Heinz Rothgang begleitete das Modellvorhaben wissenschaftlich und evaluierte die neuen Rollen- und Prozessmodelle, die sich an den Anforderungen des Personalbemessungsverfahrens (PeBeM) orientieren und eine kompetenzgerechte Aufgabenverteilung ermöglichen.

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Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Erlangen

Das Fraunhofer IIS verantwortete die nutzerzentrierte Auswahl, Einführung und Wirkungsprüfung digitaler Technologien im Projekt – von digitalen Assistenzsystemen bis zur sprachgestützten Pflegedokumentation – und ermöglichte so den Transfer von Forschung in die Pflegepraxis.

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Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention

Das Bayerische Gesundheits- und Pflegeministerium förderte das Modellvorhaben mit 3,1 Millionen Euro und unterstützte damit die Entwicklung konkreter, praxistauglicher Lösungen für die stationäre Langzeitpflege.

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Was wurde getestet – und was hat sich bewährt?

Im Korian Haus Karlsfeld bei München wurden neue Technologien und Arbeitsformen im echten Pflegealltag gemeinsam mit Mitarbeitenden und Bewohner:innen auf ihre Praxistauglichkeit hin erprobt. Kritisch und transparent wurde Fazit gezogen. Viele – aber nicht alle – neuen Innovationen sind bereits reif für die Praxis.

Einige haben sich jedoch bewährt und sollen langfristig flächendeckend über das gesamte Korian-Netzwerk eingesetzt werden:

Sprachgestützte Pflegedokumentation und eine mobile Dokumentationsplattform – 30 Minuten Zeitgewinn pro Pflegekraft täglich plus bessere Dokumentationsqualität

KI-gestützte Sturzerkennung – erkennt Stürze diskret per Sensortechnologie und stärkt so Sicherheit und Autonomie der Bewohner:innen, ohne den Alltag einzuschränken

Digitale Tagesplanung und VR-gestützte Biografiearbeit – strukturieren den Alltag und eröffnen neue Wege in der Aktivitätsgestaltung mit Bewohner:innen

Reinigungsroboter – übernehmen die routinemäßige Bodenreinigung und schaffen Freiräume im Pflegealltag

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Praxishandbuch Pflege 2030

Alle Erkenntnisse aus dreieinhalb Jahren Modellprojekt gebündelt in einem Dokument: Das modulare Praxishandbuch fasst zusammen, was sich im Korian Haus Karlsfeld in den Bereichen Digitalisierung, Personalbemessung und Organisationsentwicklung bewährt hat – und was nicht. Es richtet sich an Pflegeeinrichtungen aller Trägerformen und bietet konkrete, praxisnahe Orientierung für die eigene Umsetzung, unabhängig vom Träger.

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Pflege 2030_Erfahrungsberichte_Mitarbeiterstimmen_Korian

Erfahrungsberichte der Belegschaft

Ein Projekt. Viele Veränderungen. Und die Menschen, die sie jeden Tag erleben.

Mitarbeitende des Korian Haus Karlsfeld berichten von ihren persönlichen Erfahrungen.

Christian Gharieb_CEO Korian Deutschland_Zitat_Pflege 2030

Wirkliche Entlastung entsteht, wenn Arbeitsorganisation, Kompetenzverteilung und Technologie konsequent zusammengedacht werden – und wenn die Menschen, die täglich pflegen, von Anfang an mitentscheiden.

Christian Gharieb, CEO

Der Fahrplan – was passiert jetzt im Korian-Netzwerk

Bereits jetzt

KI-Sturzerkennung buchbar in allen Einrichtungen, Reinigungsroboter im schrittweisen Rollout.

Q4 2026

Start eines zentralen Pflegemanagementsystems an acht Pilotstandorten.

1. Halbjahr 2027

Netzwerkweiter Rollout, sprachgestützte Dokumentation folgt schrittweise.

Bis 2028

Implementierung aller in Karlsfeld validierten Lösungen im gesamten deutschen Netzwerk.

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Kontakte und Ansprechpartner:innen

Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern

Korian Deutschland GmbH

Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Erlangen

Universität Bremen