Pflege 2030 ist ein Modellprojekt zur Zukunft der Pflege. Ausgangspunkt war eine zentrale Frage: Wie kann stationäre Pflege angesichts des demografischen Wandels, steigender Pflegebedarfe und des Fachkräftemangels zukunftsfähig gestaltet werden?
Von Ende 2022 bis Juli 2026 wurden im Korian Haus Karlsfeld im laufenden Betrieb, unter Alltagsbedingungen einer Pflegeeinrichtung neue Organisationskonzepte, digitale Anwendungen sowie zusätzliche Personalressourcen auf Grundlage des Personalbemessungsverfahrens (PeBeM) eingeführt und wissenschaftlich untersucht. Im Fokus standen der praxisnahe Einsatz von KI-gestützten Assistenzsystemen sowie eine neu gestaltete Arbeitsorganisation nach KubA (kompetenz- und bewohnendenorientierte Arbeitsorganisation), mit dem Ziel Pflegekräfte zu entlasten und die Versorgungsqualität für Bewohner:innen nachhaltig zu verbessern.
Initiiert wurde das Projekt von der Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern gemeinsam mit der Korian Deutschland GmbH. Die Universität Bremen unter Leitung von Prof. Rothgang und das Fraunhofer IIS begleiteten die Umsetzung von der wissenschaftlichen Seite. Das Forschungsprojekt verfügte über ein Gesamtbudget von mehr als 4 Millionen Euro, wovon das Bayerische Gesundheits- und Pflegeministerium 3,1 Millionen Euro förderte.
Was in Karlsfeld aufgebaut wurde, hat Bedeutung, die weit über Deutschland hinausreicht. Die Erkenntnisse aus Pflege 2030 – zu digitaler Infrastruktur, zur Arbeitsorganisation, zu dem, was sich in der Pflegepraxis tatsächlich bewährt – werden die Innovationsstrategie von Clariane in allen sechs Ländern mitgestalten. Deutschland, und insbesondere Karlsfeld, ist zu einem Referenzpunkt für die Pflegeeinrichtung der Zukunft auf europäischer Ebene geworden.