Abschlussveranstaltung in Karlsfeld: Wie kann stationäre Pflege angesichts des demografischen Wandels, steigender Pflegebedarfe und des Fachkräftemangels zukunftsfähig gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Modellprojekt Pflege 2030 in den vergangenen dreieinhalb Jahren.
Bei der feierlichen Abschlussveranstaltung am 8. Juli im Korian Haus Karlsfeld blickten die Projektpartner – die Korian Deutschland GmbH, die Korian Stiftung für würdevolles Altern sowie die Universität Bremen und das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS – gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Praxis auf diese bundesweit einmalige Initiative zurück. Zugleich wurde deutlich: Die im Modellvorhaben in Karlsfeld gewonnenen Erkenntnisse werden bereits schrittweise in das gesamte deutsche Korian-Netzwerk übertragen.
Praxishandbuch bündelt Erfahrungen aus dreieinhalb Jahren Modellprojekt
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch nicht nur der Abschluss des Projekts. Vorgestellt wurde außerdem ein modulares Praxishandbuch, das die Erfahrungen aus dreieinhalb Jahren Modellprojekt bündelt und Pflegeeinrichtungen aller Trägerformen eine praxisnahe Orientierung für die Umsetzung von Digitalisierung, Personalbemessung und Organisationsentwicklung bietet.
Innovation braucht Zusammenarbeit
Die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, würdigte Pflege 2030 als wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der stationären Langzeitpflege. Das vom Bayerischen Staatsministerium mit 3,1 Millionen Euro geförderte Projekt habe eindrucksvoll gezeigt, wie sich Wissenschaft, Praxis und Technologie erfolgreich miteinander verbinden lassen, um praxistaugliche Lösungen für die Pflege zu entwickeln.
Stimmen aus der Unternehmensführung
Rémi Boyer, Group Deputy CEO von Clariane und ehemaliger CEO von Korian Deutschland, unterstrich die europäische Bedeutung des Projekts: Demografischer Wandel und Fachkräftemangel stellten alle Gesundheitssysteme vor ähnliche Herausforderungen. Umso wichtiger sei es, in Forschung, Innovation und wissenschaftlich begleitete Praxis zu investieren.
Für Christian Gharieb, CEO der Korian Deutschland GmbH, zeigt Pflege 2030, dass die Zukunft der Pflege nur im Zusammenspiel von moderner Arbeitsorganisation, kompetenzgerechter Aufgabenverteilung und passgenauer technologischer Unterstützung gestaltet werden kann. Ziel sei es nicht gewesen, theoretische Konzepte zu entwickeln, sondern Lösungen zu finden, die sich im Pflegealltag tatsächlich bewähren und den Mitarbeitenden sowie den Bewohnerinnen und Bewohnern einen spürbaren Mehrwert bieten.
Ergebnisse, die über das Projekt hinauswirken
Die wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts zeigt: Digitale Lösungen entfalten ihren größten Nutzen, wenn sie sich an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden orientieren, sich nahtlos in bestehende Arbeitsabläufe integrieren und im Pflegealltag praxistauglich sind. So spart beispielsweise eine sprachgestützte Pflegedokumentation pro Pflegekraft täglich rund 30 Minuten Dokumentationszeit – bei gleichzeitig verbesserter Dokumentationsqualität. Digitale Technologien entlasten jedoch nicht nur die Pflegekräfte, sondern stärken zugleich die Sicherheit, die soziale Teilhabe sowie die Würde und Selbstbestimmung der Bewohnerinnen und Bewohner.
Digitale Entlastung im Pflegealltag: 30 Minuten mehr Zeit für Menschen
Mit dem Abschluss des Projekts beginnt deshalb der nächste Schritt. Die in Karlsfeld erfolgreich erprobten Lösungen werden nun schrittweise auf das gesamte deutsche Korian Netzwerk übertragen. Dazu gehören unter anderem die Einführung einer sprachgestützten Pflegedokumentation ab 2027, der Ausbau digitaler Assistenzsysteme sowie die Einführung eines neuen zentralen Care-Management-Systems für Pflegedokumentation, Abrechnung sowie Dienst- und Tourenplanung, das bereits ab dem vierten Quartal 2026 an acht Pilotstandorten getestet und ab 2027 ausgerollt werden soll.
Das modulare Praxishandbuch und die Pressemeldung finden Sie hier: https://korian-stiftung.de/pflege2030 oder unter https://www.korian.de/pflege2030