Pflege bei Oberschenkelhalsbruch – schnell wieder auf die Beine kommen

20.03.2026

16 Minuten Lesedauer

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Die richtige Behandlung und Pflege bei Oberschenkelhalsbruch ist entscheidend, damit Betroffene schnell wieder mobil werden und aktiv am Leben teilnehmen können. Ein Oberschenkelhalsbruch ist eine typische Verletzung älterer Menschen, oft ausgelöst durch einen einfachen Sturz. Es reicht schon das Stolpern über eine übersehene Teppichkante für die Fraktur des Oberschenkelhalses (Collum femoris).

Jährlich werden laut Deutscher Gesellschaft für Chirurgie bei den über 65-Jährigen etwa 966 Oberschenkelhalsbrüche pro 100.000 Menschen diagnostiziert (Stand 2023).1 Für die Betroffenen bedeuten die Frakturen häufig eine dramatische Verschlechterung ihrer allgemeinen gesundheitlichen Lage. Viele verlieren ihre Selbstständigkeit. Schenkelhalsbrüche sind nicht selten der Einstieg in die Pflegebedürftigkeit. Die richtige Nachsorge und Pflege bei Oberschenkelhalsbruch ist also von großer Bedeutung.

Proximale Femurfraktur auf einen Blick

Oberschenkelhalsbrüche, medizinisch proximale Femurfrakturen genannt, gehören zu den häufigsten Frakturtypen älterer Menschen. Die Inzidenz steigt die letzten Jahre stetig und nimmt abhängig von der Demographie perspektivisch weiter zu.2 Femurfrakturen sind oft ein prognostisch einschneidendes Ereignis und gehen einher mit erheblicher Morbidität, Mortalität und Pflegebedürftigkeit. Nach Lokalisation des Bruchs unterscheidet man Femurkopf-, Oberschenkelhals- und pertrochantäre Frakturen.3

Dieser Artikel gibt Einblicke in die Auswirkungen dieser Verletzung und zeigt auf, wie Sie Betroffene bei Pflege und Genesung unterstützen können. Denn eine sorgfältige Behandlung und Nachsorge steigern die Chancen auf eine erfolgreiche Rückkehr in den Alltag erheblich.

Was ist ein Oberschenkelhalsbruch?

Der Oberschenkelknochen ist der längste und stärkste Knochen im Körper. Bei einem Oberschenkelhalsbruch bricht der Knochen im Bereich zwischen dem Oberschenkelschaft und dem Hüftkopf (siehe Grafik). In den meisten Fällen müssen Betroffene operiert werden.

Hauptursache für einen Oberschenkelhalsbruch sind Stürze. Diese können durch Stolperfallen in der Wohnung, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Vorerkrankungen (z. B. Osteoporose) ausgelöst werden.

(Quelle: nach https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/koerper/oberschenkelhalsbruch.html)

(Quelle: nach https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/koerper/oberschenkelhalsbruch.html)

Tipp: Wohnung barrierefrei machen

Viele Wohnungen sind nicht barrierefrei, durch Stolperfallen wie Türschwellen, Treppen oder nicht-ebenerdige Duschwannen. Zur Sturzprophylaxe und für längere Selbstständigkeit können sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen dazu beitragen, Wohnräume barrierefrei zu gestalten. Darunter versteht man sämtliche Umbaumaßnahmen, die das Leben mobilitätseingeschränkter Menschen in den eigenen Wohnräumen verbessern. Beispiele wären Vergrößerung der Zimmertüren, Anbringen von Haltegriffen oder der Einbau einer barrierefreien Dusche. Welche finanzielle Unterstützung Sie bei wohnumfeldverbessernden Maßnahmen erhalten, lesen Sie hier.

Typische Symptome eines Oberschenkelhalsbruchs sind starke Schmerzen in Hüfte und Leiste, die ins Bein oder Becken strahlen können. Das Bein lässt sich nicht schmerzfrei bewegen und kann nicht belastet werden. Optisch sieht es manchmal kürzer aus als das andere. Auch Blutergüsse und Schwellungen können auftreten.

Diagnose Oberschenkelhalsbruch auf einen Blick

Die Diagnose eines Oberschenkelhalsbruchs erfolgt gemäß der aktuellen medizinischen Leitlinie „Schenkelhalsfraktur des Erwachsenen“ durch drei aufeinander aufbauende Schritte: Anamnese, körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren. Im Anamnesegespräch klärt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt zunächst den genauen Unfallhergang sowie relevante Vorerkrankungen und die aktuelle Medikation, insbesondere die Einnahme von Gerinnungshemmern wie ASS oder Clopidogrel. Bei der körperlichen Untersuchung werden typische Anzeichen wie eine sichtbare Beinverkürzung, Druck- und Bewegungsschmerz im Bereich der Hüfte sowie die Durchblutung, Sensibilität und Motorik von Bein und Fuß systematisch geprüft und dokumentiert. Zur bildgebenden Diagnostik gehören standardmäßig eine tiefe Beckenübersichtsaufnahme sowie eine axiale Röntgenaufnahme des Oberschenkels. Nur wenn diese Aufnahmen keine eindeutige Beurteilung ermöglichen, wird ergänzend eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Bei Verdacht auf eine Einblutung in die Gelenkkapsel kann zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Hüftgelenks eingesetzt werden4.

Haben Sie Verdacht auf einen Oberschenkelhalsbruch, bei Ihnen oder anderen? Dann sollten Sie schnell einen Krankenwagen rufen, damit sich ein Notarzt oder -ärztin die Sache ansehen kann. Diese stellen die Diagnose nach einer körperlichen Untersuchung und Röntgen. Ein Oberschenkelhalsbruch sollte möglichst rasch behandelt werden.

Welche Therapie hilft bei Oberschenkelhalsbruch?

Die Behandlung eines Oberschenkelhalsbruchs erfolgt in der Regel operativ, normalerweise innerhalb von 24 Stunden nach dem Unfall. Hierbei werden verschiedene Methoden angewandt. Häufig wird ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt (Endoprothese), was bei den meisten Patient:innen erfolgversprechend ist. Nach der OP wird der oder die Patient:in schnell wieder mobilisiert – das Bein kann je nach OP-Verfahren teil- oder vollbelastet werden.

Auf die OP wird nur verzichtet (konservative Behandlung), wenn sie nicht möglich ist; zum Beispiel, wenn die betroffene Person zu krank oder schwach für eine Operation inklusive Narkose ist. Die Heilungsdauer bei einem Oberschenkelhalsbruch ist stark abhängig von der Art der Therapie. Konservative Behandlungsmöglichkeiten umfassen Schmerztherapie, Thromboseprophylaxe und eine sorgfältig abgestimmte Mobilisation. Bei dieser Methode dauert der Heilungsprozess in der Regel etwa vier bis sechs Monate. Während dieser Zeit wird das gebrochene Bein stabilisiert und ruhiggestellt. Frühestens nach fünf Wochen beginnen Mobilisationsübungen in Zusammenarbeit mit Physiotherapeut:innen.

Oberschenkelhalsbruch Pflege Mai 2022

Therapie Oberschenkelhalsbruch auf einen Blick

Die Behandlung eines Oberschenkelhalsbruchs richtet sich nach Art und Schwere der Fraktur sowie dem individuellen Gesundheitszustand der betroffenen Person. Entsprechend der DGU-Leitlinie5 wird den meisten Fällen wird eine operative Versorgung angestrebt, da sie gegenüber der konservativen Behandlung eine bessere Stabilität, kürzere Immobilisation und eine deutlich geringere Komplikationsrate bietet.

Konservative Behandlung kommt nur in Ausnahmefällen zum Einsatz – etwa bei schwerer Herzinsuffizienz, allgemeinen Operationskontraindikationen, stabilen Frakturen mit geringer Fehlstellung oder bei bettlägerigen Patientinnen und Patienten mit Demenz. Sie umfasst eine adäquate Schmerztherapie sowie eine Entlastung für mindestens fünf Wochen, gefolgt von physiotherapeutisch begleiteter Mobilisation. Besonders wichtig ist in jedem Fall eine medikamentöse Thromboseprophylaxe.

Operative Behandlung ist bei instabilen Frakturen nahezu immer indiziert. Je nach Alter, Aktivitätsniveau, Knochenqualität, Begleiterkrankungen und Frakturtyp wird zwischen zwei Verfahren gewählt: Bei jüngeren, aktiven Patient:innen unter 65–70 Jahren mit guter Knochenqualität und frischer Fraktur wird bevorzugt eine hüftkopferhaltende Osteosynthese durchgeführt – idealerweise innerhalb von 6–24 Stunden, da eine frühzeitige Operation das Risiko einer Hüftkopfnekrose halbiert. Bei älteren Betroffenen mit niedrigem Aktivitätsniveau, fortgeschrittener Osteoporose oder ausgeprägter Coxarthrose ist hingegen die Implantation einer Endoprothese die bevorzugte Methode – sie sollte innerhalb von 24 bis maximal 48 Stunden nach dem Bruch erfolgen.

Nachsorge: Unmittelbar nach der Operation werden Thromboseprophylaxe und Schmerztherapie für vier bis fünf Wochen fortgeführt. Regelmäßige Wundkontrollen, Röntgenkontrollen und eine (wenn möglich) konsequente Frühmobilisation sind ebenso Standard wie physiotherapeutische Anleitung zu isometrischen Übungen und Atemtherapie zur Pneumonieprophylaxe.

Die richtige Pflege bei Oberschenkelhalsbruch

Nach einem Oberschenkelhalsbruch ist das vorrangige Ziel die Wiederherstellung der Gehfähigkeit und alltäglichen Bewegungen wie Treppensteigen.

Die unmittelbare Nachbehandlung einer OP erstreckt sich über etwa zwei Wochen im Krankenhaus, gefolgt von einer stationären Reha. Besonders empfohlen ist eine geriatrische Reha, die speziell auf die Bedürfnisse von Senior:innen zugeschnitten ist.

Warum eine Reha sinnvoll ist nach Oberschenkelhalsbruch

  • In der Reha sollen Betroffene wieder zu ihrer vorherigen körperlichen Verfassung zurückfinden
  • Pflegekräfte bieten praktische Unterstützung beim Waschen, Anziehen und anderen alltäglichen Aktivitäten
  • Schritt für Schritt sollen Betroffene diese Aufgaben wieder selbst übernehmen – und so ihre Selbstständigkeit zurückgewinnen

Die wichtigsten Pflegemaßnahmen bei Oberschenkelhalsbruch

Ein Oberschenkelhalsbruch bringt einige pflegerische und therapeutische Herausforderungen mit sich. Die richtige Nachsorge und Prophylaxe sind entscheidend.

  1. Besonders wichtig in der Nachsorge ist die Physiotherapie. Auch wenn versucht wird, die Betroffenen so schnell wie möglich zu mobilisieren, kann es beispielsweise durch Schonhaltung und Bettruhe zu eingeschränkter Beweglichkeit und Muskelabbau kommen. Dies erfordert kontinuierliches Gegentraining. Indem die Oberschenkelmuskulatur erhalten und aufgebaut wird, kann vermieden werden, dass Betroffene nach einem Oberschenkelhalsbruch langfristig zum Pflegefall werden.
  2. Thromboseprophylaxe ist sowohl nach einer OP als auch im konservativen Behandlungsverlauf sehr wichtig. Neben Blutgerinnseln können Probleme wie Wundliegen (Dekubitus) und Lungenentzündungen auftreten. Angehörige und Pflegekräfte sollten den körperlichen Zustand der Betroffenen immer im Auge haben, um auf Veränderungen sofort reagieren zu können.

Finanzierung der Pflege nach Oberschenkelhalsbruch

Wenn Betroffene nach einem Oberschenkelhalsbruch pflegebedürftig sind, haben sie Anspruch auf Pflegegeld. Welchen Pflegegrad erhalten Betroffene nach einem Oberschenkelhalsbruch?

  • Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten.
  • Der Grad der Einschränkung bestimmt die Zuordnung zu einem der fünf gesetzlich festgelegten Pflegegrade.
  • Gutachter:innen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MD oder MDK) entscheiden nach einem Hausbesuch über den Pflegegrad.
  • Bei positiver Bewertung stehen Pflegeleistungen
  • Ein anerkannter ambulanter Pflegedienst kann diese Leistungen direkt mit der Pflegekasse abrechnen.

Falls eine Person nach einem Oberschenkelhalsbruch zum Pflegefall geworden ist und Angehörige die Pflege nicht übernehmen können oder wollen, kann ein Umzug in ein Pflegeheim eine sinnvolle Option sein. Besonders wenn zusätzlich Erkrankungen wie Demenz vorliegen, bietet ein Pflegeheim die notwendige Unterstützung und Betreuung.

Wann ist ein Pflegeheim nach einem Oberschenkelhalsbruch sinnvoll?

Wenn eine Rückkehr in die eigene Wohnung nach einem Oberschenkelhalsbruch nicht möglich ist – etwa weil der Pflegebedarf zu hoch ist oder Angehörige die Versorgung nicht leisten können – bietet eine stationäre Pflegeeinrichtung eine verlässliche Alternative.

Pflegeeinrichtungen versorgen Menschen unterschiedlicher Pflegegrade und Bedarfssituationen. Das Angebot vom Pflege-Anbieter Korian Deutschland umfasst:

  • Vollstationäre Pflege – für dauerhaften, umfassenden Pflegebedarf
  • Kurzzeitpflege – als Übergangslösung direkt nach Krankenhausaufenthalt oder Reha
  • Verhinderungspflege – wenn pflegende Angehörige vorübergehend ausfallen
  • Demenzpflege – bei gleichzeitig bestehender demenzieller Erkrankung
  • Tagespflege – als teilstationäre Ergänzung zur häuslichen Versorgung

Die Versorgung erfolgt rund um die Uhr durch geschultes Pflegepersonal. Zur Grundausstattung gehören wohnlich eingerichtete Zimmer, eine ausgewogene Verpflegung sowie Aktivitäts- und Beschäftigungsangebote.

Wichtig für Angehörige: Die Kosten einer stationären Pflegeeinrichtung können je nach anerkanntem Pflegegrad teilweise von der Pflegekasse übernommen werden. Ein Antrag auf Pflegegrad sollte daher frühzeitig – idealerweise noch während des Krankenhausaufenthalts – gestellt werden.

So funktioniert die Einstufung in Pflegegrade

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Leben mit Oberschenkelhalsbruch – Selbstständigkeit wiedererlangen

Ein Oberschenkelhalsbruch schränkt die Mobilität und Eigenständigkeit erheblich ein, weil in der Regel operiert und erst langsam wieder mobilisiert wird. Ziel der gesamten Therapie ist die Rückkehr ins aktive Leben.

Einerseits sind physiotherapeutische Unterstützung und gezieltes Mobilitätstraining entscheidend. Andererseits spielt die mentale Einstellung eine wichtige Rolle: Oft haben Betroffene Sturzangst, was zu sozialer Isolation und Inaktivität führen kann.

Als Angehörige sollten Sie die betroffene Person nicht allein lassen, sondern unterstützend zur Seite stehen. Zum Beispiel können Sie gemeinsam Situationen analysieren, die Angst auslösen, um gezielte Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Regelmäßige Sporteinheiten können das Selbstvertrauen stärken.

Langfristig ist außerdem die Behandlung von Begleiterkrankungen wie Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen essenziell.

Ein weiterer Punkt, den Sie beachten müssen: Infektionsschutz bei künstlichen Gelenken. Bakterielle Entzündungen können noch Jahre nach der OP auftreten. Vor geplanten medizinischen Eingriffen sollten Patient:innen ihre Ärzt:innen deshalb auf die künstlichen Gelenke hinweisen und nach individueller Absprache mit dem behandelnden Arzt oder Ärztin präventiv Antibiotika einnehmen. Dies gilt beispielsweise für Zahnbehandlungen oder Darmspiegelungen.

Einige praktische Tipps zur Unterstützung im Alltag:

Nach einem Oberschenkelhalsbruch ist die Vermeidung eines erneuten Sturzes oberste Priorität. Die folgenden Maßnahmen helfen, das Sturzrisiko gezielt zu reduzieren – geordnet nach dem richtigen Zeitpunkt der Umsetzung:

Noch vor der Rückkehr nach Hause:

  • Stolperfallen wie Teppiche, Kabel und Schwellen entfernen oder sichern
  • Anti-Rutschmatten im Bad anbringen und nasse Schuhe direkt beim Eintreten ausziehen
  • Mobilen Toilettenstuhl neben das Bett stellen – nächtliche Toilettengänge gehören zu den häufigsten Sturzsituationen

Während der Rehabilitationsphase:

  • Hüftschutzhose tragen – sie federt Stürze ab und reduziert das Risiko einer erneuten Hüftfraktur, besonders bei Osteoporose

Für dauerhaft mehr Sicherheit:

  • Mobiles Notrufsystem einrichten – es gibt Sicherheit auch außerhalb der Wohnung und ermutigt zu mehr Bewegung. Bei anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse einen Teil der Kosten.

Tipp für Angehörige: Nutzen Sie den Krankenhausaufenthalt, um die Wohnung sturzgesichert vorzubereiten. Pflegekassen bieten häufig kostenlose Wohnberatungen an.

Hinweis: Die genannten Empfehlungen basieren auf den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) sowie den Empfehlungen des GKV-Spitzenverbandes zur Sturzprophylaxe6.

Welche Unterstützung steht Angehörigen zu – und wie beantragen Sie diese?

Bei der Betreuung und Nachsorge sind Angehörige nicht auf sich allein gestellt. Je nach Pflegebedarf kann ein Pflegegrad beantragt werden. Dabei gibt es Unterstützung von der Pflegekasse, z. B. für Pflegesachleistungen wie ambulante Pflege. Für ein mobiles Notrufsystem übernimmt die Pflegekasse bei einem Pflegegrad ebenso einen gewissen Teil.

Auch bei Umbaumaßnahmen in der Wohnung, um Stolperfallen zu beseitigen, oder einem Umzug kann ein Zuschuss für „Wohnraumanpassung“ beantragt werden.
Angehörige müssen die Pflege nach einem Oberschenkelhalsbruch nicht alleine stemmen. Je nach Pflegesituation stehen folgende Leistungen zur Verfügung:

Wenn ein dauerhafter Pflegebedarf besteht: Pflegegrad beantragen beim Medizinischen Dienst (MD). Der anerkannte Pflegegrad ermöglicht den Zugang zu weiteren Leistungen der Pflegekasse, z. B. für Pflegesachleistungen oder ein mobiles Notrufsystem.

Wenn die Wohnung sturzgesichert werden muss: Zuschuss für Wohnraumanpassung bei der Pflegekasse beantragen (bis 4.180 € pro Person bei anerkanntem Pflegegrad, Stand: 2026). Dieser kann für den Abbau von Stolperfallen, den Einbau von Haltegriffen oder andere bauliche Anpassungen genutzt werden7.

Wenn ein Umzug in eine Pflegeeinrichtung notwendig wird: Frühzeitig Beratung bei der Pflegekasse oder einem unabhängigen Pflegestützpunkt einholen – dieser Schritt sollte idealerweise noch während des Krankenhausaufenthalts eingeleitet werden.

Erster Schritt für Angehörige: Wenden Sie sich an die Pflegekasse der betroffenen Person – sie ist die zentrale Anlaufstelle für alle genannten Leistungen und benennt auf Wunsch einen kostenlosen Pflegeberater.

Pflege bei Oberschenkelhalsbruch – ein Fazit

Die Pflege bei einem Oberschenkelhalsbruch soll Betroffenen ein selbstständiges Leben wieder ermöglichen. Dazu sind gezielte Reha, Mobilisation und mentales Training wichtig. Anpassungen in der Wohnung und im Alltag können die weitere Sturzgefahr reduzieren. Die liebevolle Pflege und Unterstützung durch Angehörige können einen großen Unterschied im Genesungsprozess und in der Lebensqualität machen.

Oberschenkelhalsbruch Pflege Übung

Häufig gestellte Fragen zu Pflege bei Oberschenkelhalsbruch

Welche Pflege nach Oberschenkelhalsbruch?

Therapie- und Pflegeziel nach einem Oberschenkelhalsbruch sind, dass Betroffene wieder gehen und sich im Alltag selbstständig bewegen können (z. B. Treppensteigen). Dazu ist eine frühzeitige und regelmäßige Mobilisierung wichtig, zum Beispiel durch Bewegungsübungen für Muskelaufbau und -erhalt und Verbesserung der Koordination. Je nach Einschränkung der betroffenen Person ist pflegerische Unterstützung bei Alltagsaufgaben nötig. Auch Thromboseprophylaxe spielt ggf. eine wichtige Rolle.

Wann Mobilisation nach Oberschenkelhalsbruch?

Wann die Mobilisation nach einem Oberschenkelhalsbruch erfolgt, ist abhängig von der Therapie. Nach einer Operation wird der oder die Patient:in schnell wieder mobilisiert – das Bein kann je nach OP-Verfahren teil- oder vollbelastet werden.

Ist die betroffene Person zu krank oder schwach für eine Operation inklusive Narkose, gibt es eine konservative Behandlung. Bei dieser Methode dauert der Heilungsprozess in der Regel etwa vier bis sechs Monate. Während dieser Zeit wird das gebrochene Bein stabilisiert und ruhiggestellt. Frühestens nach sechs beginnen Mobilisationsübungen in Zusammenarbeit mit Physiotherapeut:innen.

Wie schlafen nach Oberschenkelhalsbruch?

Wenn Sie nach einem Oberschenkelhalsbruch operiert wurden, sollten Sie nicht auf der operierten Seite schlafen. Auch mit dem Liegen auf dieser Seite sollten Sie bis zur ersten Nachkontrolle warten und mit Arzt oder Ärztin besprechen, welche Liegeposition möglich ist.

Welche Übungen soll ich nach einem Oberschenkelhalsbruch machen?

Wenn Sie nach einem Oberschenkelhalsbruch operiert wurden, startet Ihre Physiotherapie kurze Zeit nach der OP. Von Ihren Ärzt:innen und Physiotherapeut:innen erfahren Sie, welche Übungen sich eignen, um Ihre Oberschenkelmuskulatur zu kräftigen. Die Bewegungsübungen sind nicht nur wichtig für die Mobilisation, sondern senken auch das Risiko für einen erneuten Sturz.

Wie lange Bettruhe nach Oberschenkelhalsbruch?

Nach der Operation eines Oberschenkelhalsbruchs ist keine Bettruhe nötig: Direkt nach der OP kann das Bein wieder voll- oder teilbelastet werden. Wenn nicht operiert wird, zum Beispiel, weil der oder die Patient:in zu schwach für die Narkose ist, dauert der Heilungsprozess etwa vier bis sechs Monate. Die ersten 10 bis 14 Tage davon wird eine Bettruhe verordnet. Das gebrochene Bein wird stabilisiert und ruhiggestellt.

Quellen

    1. Thieme – Zeitschrift für Orthopädie und Unfallchirurgie (2023): „Minimalinvasive Implantation einer Duokopfprothese bei Schenkelhalsfraktur“, online abgerufen unter https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-1957-5837
    2. Die Unfallchirurgie (Ausgabe 5/2024): „Proximale Femurfrakturen“ (Verfasst von: Univ.-Prof. Dr. med. Tina Histing
      Prof. (apl.) Dr. med. Benedikt J. Braun, MBA), online abgerufen unter https://www.springermedizin.de/femurfrakturen/pseudarthrosen/proximale-femurfrakturen/27034344
    3. Amboss (2026): „Proximale Femurfrakturen“, online abgerufen unter https://www.amboss.com/de/wissen/proximale-femurfrakturen/
    4. AWMF online (2015): „Schenkelhalsfraktur des Erwachsenen“ (Verfasst von: Felix Bonnaire, Andreas Weber), online abgerufen unter https://www.iakh.de/files/iakh/public/richtlinien/012-001l_S2e_Schenkelhalsfraktur_2015-10_01.pdf
    5. AWMF online (2015): „Schenkelhalsfraktur des Erwachsenen“ (Verfasst von: Felix Bonnaire, Andreas Weber), online abgerufen unter https://www.iakh.de/files/iakh/public/richtlinien/012-001l_S2e_Schenkelhalsfraktur_2015-10_01.pdf
    6. gkv-90Prozent (2021): „Sturzprophylaxe – ein wichtiger Aspekt der Patientensicherheit“, online abgerufen unter https://www.gkv-90prozent.de/ausgabe/25/gut-informiert/25_sturzprophylaxe/25_sturzprophylaxe.html
    7. Bundesministerium für Gesundheit (2026): „Zuschüsse zur Wohnungsanpassung“, online abgerufen unter https://www.bundesgesundheitsministerium.de/pflege-zu-hause/zuschuesse-zur-wohnungsanpassung

Zusätzliche Quellen:

https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/gelenks-und-knochenerkrankungen/oberschenkelhalsbruch-schenkelhalsfraktur-748873.html

https://www.pflege.de/krankheiten/oberschenkelhalsbruch/

https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/gelenks-und-knochenerkrankungen/oberschenkelhalsbruch-zurueck-ins-leben-827867.html

https://flexikon.doccheck.com/de/Schenkelhalsfraktur

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/bevoelkerung-altersgruppen-deutschland.html

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-1957-5837

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Zuletzt Aktualisiert am: 20.03.2026

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