So schön der Sommer ist, übersteigen die Temperaturen eine gewisse Grenze, kann es nicht nur unangenehm werden, sondern sogar gefährlich. Extreme Hitze stellt eine besondere Herausforderung vor allem für ältere Menschen dar. Pflegeheime haben dafür spezielle Hitzeschutzpläne, um ihre Bewohner:innen während der heißen Sommertage schützen. Einige einfache Maßnahmen sind besonders effektiv.

Warum Hitzewellen eine Gefahr darstellen

Hitzewellen können besonders für ältere Menschen ein Gesundheitsrisiko darstellem. Ihr Körper hat Schwierigkeiten, sich an hohe Temperaturen anzupassen und sie neigen dazu, weniger zu trinken, was zu Dehydration führen kann. Darüber hinaus können bestehende gesundheitliche Probleme, wie Herz- oder Nierenerkrankungen, durch die Hitze verschärft werden. Zudem sind ältere Menschen häufig weniger mobil und können kühlere Plätze nicht selbstständig aufsuchen.

Es ist daher wichtig während Hitzeperioden besonders achtsam zu sein und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Durch eine gute Vorbereitung können viele dieser Risiken minimiert werden.

Bundesweite Empfehlung zum Einsatz von Hitzeschutzplänen

Aufgrund des Klimawandels gewinnt der Schutz vulnerabler Gruppen vor Hitzeereignissen zunehmend an Bedeutung. Der Qualitätsausschuss Pflege hat auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) eine bundeseinheitliche Empfehlung zum Einsatz von Hitzeschutzplänen in Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten erarbeitet. Die Empfehlung soll Einrichtungen helfen, Schutzmaßnahmen zu planen und umzusetzen.

Warum frühzeitige Planung und eine gute Vorbereitung auf Hitzeereignisse sinnvoll ist

Auf Basis dessen besteht bei Korian ein für jede Einrichtung angepasster und umfassender Hitzemanagementplan, der allen Mitarbeiter:innen in der Pflege bekannt ist und entsprechende Anwendung findet. Dieser Plan umfasst verschiedene organisatorische, medizinische und soziale Maßnahmen, um den Bewohner:innen den bestmöglichen Schutz zu bieten.
Durch gezielte Schulungen wird Personal zudem auf die Auswirkungen von Hitze auf die Gesundheit sowie Maßnahmen zur Prävention vor.

Pflegeeinrichtungen erhalten Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die dabei helfen, zeitnah auf ein drohendes Hitzeereignis zu reagieren. Auch Privatpersonen können sich für den Newsletter des Deutschen Wetterdienstes anmelden.

Idealerweise erfolgt im Vorfeld zunächst eine gründliche Erfassung des hitzerelevanten Ist-Bauzustands der Einrichtung, einschließlich der Funktionsprüfung von Jalousien und anderen Sonnenschutzvorrichtungen. Zusätzlich wird die konzeptionelle Planung von kühlen Zonen und Erholungsbereichen, wie speziell gestalteten „Kälte-Inseln“, angestrebt. Außerdem wird die ärztliche Überprüfung der Medikation der Bewohner:innen initiiert, die gegebenenfalls bei wärmeren Temperaturen angepasst werden muss, sowie die Lagerungsbedingungen, insbesondere hitzeempfindlicher Arzneimittel überprüft.
Darüber hinaus erfolgt eine sorgfältige Bestandsprüfung und Bevorratung mit Trinkwasser, notwendiger Wäsche etc.. Es müssen auch Bedarfsartikel und Hilfsmittel wie Waschschüsseln, Fächer, Kühlpacks und Ventilatoren in ausreichendem Maße verfügbar sein.

Infobox

Der DWD warnt immer für den aktuellen Tag und den Folgetag in zwei Warnstufen.

Warnstufe 1 signalisiert eine starke Wärmebelastung, wenn die gefühlte Temperatur an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens 32°C erreicht. Gleichzeitig ist keine ausreichende nächtliche Abkühlung der Wohnräume mehr gegeben. Bei Warnstufe 2 handelt es sich um eine extreme Wärmebelastung, bei der die gefühlte Temperatur 38°C überschreitet.

Messgrundlage ist die Gefühlte Temperatur, der ein Berechnungsmodell zu Grund liegt, das auch Faktoren, wie Wind, Sonneneinstrahlung oder Luftfeuchte miteinbezieht.

Welche Maßnahmen helfen bei starker bzw. extremer Wärmebelastung im Pflegeheim?

Steigen die Temperaturen, gibt es einige empfohlene Strategien, um sicherzustellen, dass alle gut durch die heißen Tage kommen.

Flüssigkeitszufuhr fördern

Bei Hitze ist das Wichtigste, dass die Bewohner:innen ausreichend trinken. Getränke stehen jederzeit in allen öffentlichen Räumen sowie in den Bewohnerzimmern bereit und bei jedem Kontakt wird das Trinken angeboten oder angereicht. Hilfsmittel wie Strohhalme oder Trinkbecher mit Griffen erleichtern das eigenständige Trinken. Bevorzugte Getränke der Bewohner:innen werden hierbei vermehrt angeboten.

Anpassung der Ernährung

Der Speiseplan wird den hohen Temperaturen angepasst. Leicht verdauliche, wasserreiche Kost wie kalte Suppen, Gemüse und Obst stehen dann auf dem Speiseplan.

Sonnenschutz im Garten

Bewohner:innen, die bei Hitze in den Garten gehen möchten, wird empfohlen, sich ausreichend vor der Sonne zu schützen, wie etwa einer Kopfbedeckung. Die Pflegekräfte achten zudem darauf, dass sich die Bewohner:innen im Schatten aufhalten. Sonnenschutz wird während der pflegerischen Versorgung und bei Bedarf aufgetragen.
Klimatisierte Gemeinschaftsräume nutzen
Die Bewohner:innen halten sich möglichst im klimatisierten Gemeinschaftsraum auf und körperlich anstrengende Sportaktivitäten werden nicht angeboten. Stattdessen wird auf Angebote, wie Gedächtnistrainings oder Rätselgruppen ausgewichen.

Leichte Kleidung

Es werden luftige Kleidung und leichte Bettdecken oder ausschließlich Laken zum Zudecken angeboten.

Lüften

Es wird darauf geachtet, dass die öffentlichen Räume und die Bewohnerzimmer abgedunkelt sind sowie lediglich morgens und abends die Fenster weit geöffnet werden.

Einbinden von Bezugspersonen

Bezugspersonen der Bewohner:innen können ebenso eingebunden und dazu animiert werden, während der Hitzewelle zu unterstützen. Dies betrifft beispielsweise das Anbieten wasserreicher Früchte, das Motivieren zum Trinken oder das Bereitstellen leichter Kleidung.
Informationen und Flyer des Deutschen Wetterdienstes werden verteilt, um über Risiken und Maßnahmen bei Hitze zu informieren.

Diese Korian-weiten Maßnahmen werden von den Einrichtungen nach Bedarf durch weitere individuelle Maßnahmen ergänzt.

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Hitzeschutz in der Pflege: Vorsorge schützt Leben

Hitzewellen können eine ernsthafte Gefahr für ältere Menschen darstellen. Um die Sicherheit und das Wohlbefinden der Bewohner:innen in heißen Phasen zu gewährleisten, ist die proaktive und vorausschauende Planung entscheidend. Durch die standardmäßige Implementierung von Maßnahmen, z. B. über Schulungen, schafft man ein Umfeld, das nicht nur schnell reagiert, sondern auch vorsorglich agiert. Dadurch lassen sich Gesundheitsrisiken minimieren.

Quellen

Pflegenetzwerk Deutschland (2026): Pflege und Hitzeschutz. Online verfügbar unter: https://pflegenetzwerk-deutschland.de/thema-hitzeschutz [abgerufen am 20.05.2026]

Qualitätsausschuss Pflege (2024): Bundeseinheitliche Empfehlung zum Einsatz von Hitzeschutzplänen in Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten gemäß § 113b Abs. 4 Satz 3 SGB XI. Online verfügbar unter: https://www.gs-qsa-pflege.de/wp-content/uploads/2025/01/20241211_Bundeseinheitliche-Empfehlung-Hitzeschutzplaene-gem.-%C2%A7113b-Abs.-4-Satz-3-SGB-XI.pdf [abgerufen am 20.05.2026]

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Erstellt am: 22.06.2026

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