Welche Grippeimpfstoffe eingesetzt werden, hängt von der Person ab: Einige eignen sich besonders für ältere Menschen, andere sind für Menschen mit Hühnereiweiß-Allergie ohne Hühnereiweiß hergestellt. Die Grippeimpfstoffe (Vakzine) unterscheiden sich in der Zusammensetzung und der Zielgruppe. Bestimmte Personengruppen sollten sich zu jeder Grippesaison impfen lassen. Dazu zählen unter anderem Menschen ab 60 Jahren, Personen mit verschiedenen chronischen Grunderkrankungen, Bewohner und Bewohnerinnen von Pflegeheimen sowie alle, die mit diesen Menschen regelmäßig beruflich Kontakt haben. In der Grippesaison 2024/2025 waren laut Robert Koch Institut in Deutschland 34,5 % der Personen ab 60 Jahren gegen Influenza geimpft (Frauen: 34,8 %; Männer: 34,0 %). Bei den über 80-Jährigen (46,6 %) sowie den 70- bis 79-Jährigen (39,1 %) lagen die Impfquoten deutlich höher als bei den 60- bis 69-Jährigen (25,3 %)1.
Welche Impfstoffe für wen infrage kommen, lesen Sie in diesem Artikel.
Grippeimpfstoffe im Überblick
Das Paul-Ehrlich-Institut hat zahlreiche Impfstoffe verschiedener Hersteller für die Grippeimpfung freigegeben. Die gängigsten Produkte der Grippesaison 2025/2026 heißen Influsplit, Fluad, Elfluelda, Flucelvax und Fluenz. Sie enthalten üblicherweise die für die jeweilige Grippesaison von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Antigene.
Es gibt drei verschiedene Virus-Typen: Influenza A, B und C. Die C-Viren verursachen nur milde Einzelfälle und werden deshalb nicht berücksichtigt. Die beiden anderen können hingegen zu Epidemien führen. Dass sich jährlich so viele Menschen mit Grippe anstecken, liegt auch an der hohen Veränderlichkeit der Viren. Wenn sich die Viren vermehren, kommt es häufig zu Mutationen. Die Viren verändern sich dadurch teilweise so, dass die Abwehrzellen eines Menschen sie nicht mehr so gut erkennen, selbst wenn er schon einmal eine Grippeinfektion durchgemacht hat.
Influenza A-Viren haben zwei besonders wichtige sogenannte Oberflächeneiweiße (mit H und N bezeichnet), die in verschiedenen Typen vorkommen. In der Saison 2025/26 war zum Beispiel das Virus A (H3N2) stark verbreitet.
Bei den B-Viren gibt es hingegen keine Subtypen, sondern nur zwei Linien, die weltweit zirkulieren, die sogenannte Yamagata- und die Victoria-Linie2.
Wenn Impfstoffe Antigene von zwei A-Subtypen und zwei B-Linien enthalten, also von vier Virenstämmen, nennt man sie tetravalent (tetra = griechisch: vier). Bei zwei A-Subtypen und einer B-Linie spricht man von trivalent (tri = griechisch: drei). Seit September 2023 empfiehlt die STIKO trivalente Impfstoffe ohne die B/Yamagata-Linie, weil diese nicht mehr weltweit zirkuliere3.
Antigene sind jene Substanzen, die das Immunsystem dazu veranlassen, Antikörper gegen die Viren zu erzeugen. Diese Reaktion des Körpers nennt sich Immunantwort.
Grundsätzlich lassen sich fünf Gruppen von Grippeimpfstoffen unterscheiden, die für verschiedene Zielgruppen empfohlen sind4
Totimpfstoffe
Totimpfstoffe sind die Standardimpfstoffe in Deutschland. Bei einer Impfung damit werden inaktive Viren oder Bestandteile von Viren unter die Haut oder in den Muskel gespritzt. Diese wirken als Antigene, die das Immunsystem veranlassen, Antikörper gegen das Virus zu bilden. Diesen Schutz gegen Grippeviren entwickelt der Körper in der Regel zehn bis 14 Tage nach der Impfung. Der Produktname des in Deutschland zugelassenen Totimpfstoffs lautet „Influsplit“.
Mythen-Check: Löst eine Grippeimpfung Grippe aus?
Der Mythos, dass eine Grippeimpfung eine Grippe auslösen kann, ist auf jeden Fall falsch. Bei einem Totimpfstoff sind die Viren genau das: tot – und sie können keine Krankheit auslösen.
MF59-adjuvantierte Impfstoffe
MF59-adjuvantierten Impfstoffe kommen vor allem für ältere Menschen infrage. Die STIKO empfiehlt für Personen ab 60 Jahren eine Grippfeimpfung mit einem MF59-adjuvantierten oder Hochdosisimpfstoff. Der Hintergrund: Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems ab (Immunseneszenz). Bei MF59-adjuvantierten Impfstoffen ist das Adjuvans MF59 zugesetzt. Ein Adjuvans ist ein Hilfsstoff, der die Wirksamkeit des Impfstoffs verbessern soll. MF59 soll also dafür sorgen, dass die Antikörperbildung des geimpften Menschen verstärkt wird. Es gibt MF59-adjuvantierte Impfstoffe , die bereits ab 50 Jahren zugelassen sind. Das Produkt in Deutschland heißt „Fluad“.
Hochdosisimpfstoffe
Hochdosisimpfstoffe werden ebenfalls bei älteren Menschen genutzt – die STIKO empfiehlt sie als Alternative zu adjuvantierten Grippeimpfstoffen ab 60 Jahren. „Elfluelda“ heißt das in Deutschland zugelassene Produkt.
Impfstoffe ohne Hühnereiweiß
Grippeimpfstoffe werden üblicherweise unter Verwendung von Hühnereiern hergestellt und können Spuren von Hühnereiweiß enthalten. Für Menschen mit einer starken Allergie gegen Hühnereiweiß wird ein alternativer Impfstoff unter Verwendung von Zellkulturen hergestellt. Der Produktname lautet „Flucelvax“.
Lebendimpfstoffe
Für Kinder im Alter von zwei bis 17 Jahren steht außerdem ein Lebendimpfstoff zur Verfügung, der als Nasenspray verabreicht wird (Produktname: „Fluenz“). Für junge Menschen mit einer Impfempfehlung kann sowohl dieser wie auch ein Totimpfstoff verwendet werden. Unter besonderen Voraussetzungen, wie einer Spritzenphobie oder einer Blutgerinnungsstörung, empfiehlt sich das Nasenspray.
Achtung: Anders als beim Totimpfstoff besteht hier die Gefahr der Virusübertragung, deshalb sollten damit Geimpfte ein bis zwei Wochen nach der Impfung den Kontakt zu immungeschwächten Personen meiden. Auch darf der Impfstoff aus diesen Gründen Personengruppen mit bestimmten Grunderkrankungen, etwa einer Immunschwäche, nicht verabreicht werden.
Welcher Grippeimpfstoff ist der richtige für mich?
Welcher Impfstoff für eine Grippeimpfung in Frage kommt, entscheidet natürlich letztlich der impfende Arzt oder die impfende Ärztin.
| Name | Art | Applikation | Altersgruppe |
| Efluelda | Hochdosis-Impfstoff (Spaltimpfstoff) | intramuskulär oder subkutan |
ab 60 Jahren |
| Fluad | Adjuvantierter Impfstoff (inaktivierter Untereinheiten-Impfstoff aus Oberflächenantigen) | intramuskulär | ab 50 Jahren |
| Flucelvax | Normaldosis-Impfstoff (inaktivierter Untereinheiten-Impfstoff aus Oberflächenantigen) | intramuskulär | ab sechs Monate |
| Fluenz | Attenuierter Lebendimpfstoff | nasal | zwei bis einschließlich 17 Jahre |
| Influsplit | Normaldosis-Impfstoff (inaktivierter Spaltimpfstoff) | intramuskulär | ab sechs Monate |
Auswahl Grippeimpfstoffe mit Stammanpassung 2025/2026, Quelle: Paul-Ehrlich-Institut4
Wissenswertes zum Thema Impfen
Als erste Orientierung gilt:
- Wenn eine Person 60 Jahre oder älter ist, dann werden besonders wirksame Impfstoffe empfohlen wie Hochdosis- oder die sogenannten MF59-adjuvantierten Impfstoffe.
- Wenn eine starke Allergie gegen Hühnereiweiß vorliegt, dann gibt es einen besonderen hühnereiweißfreien Impfstoff. Produktname: „Flucelvax“.
Vor allem gibt aber:
- Wenn ich zu einer der Risikogruppen gehöre, dann sollte ich daran denken, meinen Impfschutz gegen Grippe zu Beginn der Saison im Oktober oder November auffrischen zu lassen! Wenn Sie alleine leben, holen Sie sich ggf. Unterstützung bei Familie oder Bekannten.
Als nächsten Schritt einen Termin in der hausärztlichen Praxis machen, um sich über die Möglichkeiten einer Grippeimpfung und die verschiedenen Impfstoffe beraten zu lassen.
Mehr über die Risikogruppen und die Grippeimpfung allgemein erfahren Sie hier.
FAQ zu Grippeimpfstoffen
Es gibt verschiedene in Deutschland zugelassene Grippeimpfstoffe. Einige eignen sich besonders für ältere Menschen, andere sind für Menschen mit Hühnereiweiß-Allergie ohne Hühnereiweiß hergestellt. Die gängigsten Grippeimpfstoffe 2025/2026 heißen Influsplit, Fluad, Elfluelda, Flucelvax und Fluenz. Die beste Anlaufstelle zur Beratung ist die hausärztliche Praxis.
Für die Altersgruppe 60+ sind die besonders wirksamen Hochdosis- beziehungsweise MF59-adjuvantierten Impfstoffe zugelassen. Die Produktnamen lauten „Efluelda“ bzw. „Fluad“.
Das sind Impfstoffe, die keine lebenden Viren enthalten. Diese können keine Infektion auslösen, sehr wohl aber das Immunsystem dazu bringen, die entsprechenden Antikörper zu entwickeln.
Tetra ist das griechische Wort für „vier“. Tetravalente Impfstoffe enthalten Antigene von vier Virenstämmen. Die inzwischen empfohlene Variante mit drei Virenstämmen bei Grippeimpfstoffen heißt trivalent.
Durch Mutationen verändern sich die weltweit im Umlauf befindlichen Grippeviren. Um die aktuelle Zusammensetzung bestmöglich abzudecken, wird jedes Jahr die passende Mischung aus Antigenen zusammengestellt – es gibt also praktisch zu jeder Saison neue Grippeimpfstoffe.
Grippeimpfung – Wann, für wen und was Sie über Nebenwirkungen wissen sollten
Quellen:
-
- RKI (2025): „Influenza: Impfquote (ab 60 Jahre)“, online unter https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/GesundheitsfoerderungPraeventionUndVersorgung/GesundheitsfoerderungundPraevention/VorsorgeUndFrueherkennung/Influenzaimpfung/influenzaimpfung_node.html?darstellung=0&kennzahl=1&zeit=2024&geschlecht=0&standardisierung=0 [Abgerufen am: 13.04.2024]
↑ - Internisten im Netz (2017): „Influenzaviren: die großen Verwandlungskünstler“, online unter https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/grippe/influenzaviren-die-grossen-verwandlungskuenstler.html [Abgerufen am: 13.04.2024]
↑ - Deutsches Ärzteblatt (2024): „STIKO empfiehlt Wechsel von quadrivalenten zu trivalenten Influenza-Impfstoffen“, online unter https://www.aerzteblatt.de/news/stiko-empfiehlt-wechsel-von-quadrivalenten-zu-trivalenten-influenza-impfstoffen-8eb3c1a0-7f91-4821-bb02-d75d4e6f9bbf [Abgerufen am: 13.04.2024]
↑ - Paul-Ehrlich-Institut (2026): „Saisonale Influenza-Impfstoffe“, online unter https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoffe/influenza-grippe/influenza-node.html [Abgerufen am: 13.04.2024]
↑
- RKI (2025): „Influenza: Impfquote (ab 60 Jahre)“, online unter https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/GesundheitsfoerderungPraeventionUndVersorgung/GesundheitsfoerderungundPraevention/VorsorgeUndFrueherkennung/Influenzaimpfung/influenzaimpfung_node.html?darstellung=0&kennzahl=1&zeit=2024&geschlecht=0&standardisierung=0 [Abgerufen am: 13.04.2024]
Weitere Quellen:
-
- Robert Koch-Institut (2025): Schutzimpfung gegen Influenza – Antworten auf häufig gestellte Fragen. Online verfügbar unter: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/Influenza/FAQ-Liste_gesamt.html#entry_16870892 [Abgerufen am: 13.04.2024].
- Paul-Ehrlich-Institut (2026): Influenza-Impfstoffe. Online verfügbar unter: https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoffe/influenza-grippe/influenza-node.html [Abgerufen am: 13.04.2024].
- Ärzte Zeitung (2025): Grippeimpfung 2025/26: Warum Umstellung auf trivalente Form? Online verfügbar unter: https://www.aerztezeitung.de/Kooperationen/Umstellung-auf-trivalente-Influenzaimpfstoffe-459876.html [Abgerufen am: 13.04.2024].
- Gelbe Liste (o. D.): Impfung gegen Influenza (Grippe). Online verfügbar unter: https://www.gelbe-liste.de/impfung/influenza-grippe-impfung [Abgerufen am: 13.04.2024].
- Deutsches Ärzteblatt (2024): STIKO empfiehlt Wechsel von quadrivalenten zu trivalenten Influenza-Impfstoffen. Online verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/news/stiko-empfiehlt-wechsel-von-quadrivalenten-zu-trivalenten-influenza-impfstoffen-8eb3c1a0-7f91-4821-bb02-d75d4e6f9bbf [Abgerufen am: 13.04.2024].
- Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) (2024): Influenzaimpfung – Inanspruchnahme der Influenza-Schutzimpfung in Deutschland. Online verfügbar unter: https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/GesundheitsfoerderungPraeventionUndVersorgung/GesundheitsfoerderungundPraevention/VorsorgeUndFrueherkennung/Influenzaimpfung/influenzaimpfung_node.html?darstellung=0&kennzahl=1&zeit=2024&geschlecht=0&standardisierung=0 [Abgerufen am: 13.04.2024].