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Kundenorientierung, Digitalisierung und ein Plädoyer gegen Leiharbeit – CEO Arno Schwalie im Interview


Im Interview in der aktuellen Ausgabe des Pflege-Fachmagazins CARE Invest nimmt er Stellung zu den aktuellen Herausforderungen der Branche und erläutert seine Ziele und Strategien für Korian. Hohes Augenmerk legt Schwalie auf ein umfassendes Kundenverständnis. Es sei wichtig zu verstehen, dass unser „Kunde nicht nur der Bewohner“ eines Pflegeheims sei, sondern auch die „gesamte Familie (…) sowie alle lokalen Akteure im Gesundheitsbereich, die Krankenhäuser, Betreuer, Beratungsstellen und Kommunen.“

Denn nur wer die Kundenbedürfnisse wirklich verstehe, könne Qualität gewährleisten und „zugeschnittene neue Angebote und Services für die vielen verschiedene Zielgruppen und Bedürfnisse“ entwickeln.

Großes Potential sieht Schwalie dabei unter anderem in der Digitalisierung und Datenanalyse: So würde zum Beispiel die Automatisierung bisher papierbasierter Dokumentationsprozesse „den Mitarbeitern vor Ort unglaublich helfen, Abläufe zu entbürokratisieren und vereinfachen.“ Zudem seien „digitale Informationen auch Grundlage für Strategien sowie pflegerische und unternehmerische Weiterentwicklung.“ In beiden Bereichen – Kundenorientierung und Digitalisierung – könne der Pflegebereich auch von Erfahrungen anderer Branchen profitieren, wie beispielswiese der Hotellerie, in der Arno Schwalie zuvor lange Jahre beschäftigt war.

Zur Stärkung des Unternehmens will er Korian zu einer „echten Marke“ ausbauen: Während die jeweiligen Häuser weiterhin lokal verwurzelt blieben, könne „Korian Inside“ ein starkes übergreifendes Label sein. Vor allem „das Thema Qualitätsführerschaft und Mitarbeiterattraktivität“ will Schwalie „ganz weit nach vorne bringen.“

Eine wichtige Voraussetzung, um „`der´ Arbeitgeber in der Pflege“ zu werden, sei deshalb ein „einheitliches Vergütungssystem für Korian Deutschland“ zu etablieren. Heutige „Tarifverträge oder Tarifmodelle“ seien teils „antiquiert.“ Nötige Neuerungen dürften dem Unternehmen jedoch „nicht von Kirchen oder dem öffentlichen Dienst übergestülpt“ werden. Um die eigene Zukunft, müsse Korian stattdessen „auf Basis unserer Werte und Ziele“ ein realistisches und leistungsbezogenes System „selbst gestalten“, das dann von „externen Experten geprüft (und) empirisch erarbeitet“ werde.

In diesem Zusammenhang sei vor allem das Thema „Leiharbeit Gift“: So würden in der Pflege „Kleinunternehmen Tür und Tor geöffnet“, ehemalige Stammmitarbeiter zunächst abzuwerben, um diese dann zu höheren Kosten und weniger Firmenidentifikation an die Branche zurück zu verkaufen. Dies sei auch eine psychosoziale Belastung für die Kollegen. Daher wolle Korian Deutschland „ein Zeichen setzen“ und bis Ende des Jahres „keine Leiharbeiter“ mehr beschäftigen. Schwalie betonte gleichzeitig, dass die verhandelten Schlüssel und die Versorgung aller Bewohner selbstverständlich jederzeit gewährleistet sein werden. Es würden derzeit auf allen Ebenen Initiativen gefördert, unterstützt und priorisiert, die der Gewinnung von festangestellten Fachkräften dienten.

Das gesamte Interview lesen Sie in der aktuellen CARE Invest (Ausgabe 12).