Arno Schwalie: Teststrategie und Pflegeaufwand in Einklang bringen – Pflegekräfte adäquat schulen und nicht über ihre Kräfte hinaus belasten

München, 06. November 2020

Korian Deutschland begrüßt ausdrücklich die nationale Teststrategie der Bundesregierung und die Einführung der Antigen-Schnelltests in Senioreneinrichtungen. Die Umsetzung dieser Maßnahme stellt Pflegeeinrichtungen und Mitarbeiter jedoch vor drei große Herausforderungen: Die rasche Durchführung der dafür nötigen Schulungen des Pflegepersonals, die zeitnahe Konzeptgenehmigung durch die Gesundheitsämter und die eigentliche zeitliche Umsetzung der Maßnahmen vor Ort.

„Die nationale Teststrategie schreibt vor, dass Pflegekräfte durch Ärzte oder Mitarbeiter der Gesundheitsämter geschult werden müssen. Darüber hinaus können Antigen-Schnelltests erst nach Genehmigung eines entsprechenden Testkonzeptes durch die Gesundheitsämter durchgeführt werden. Diese haben aber teilweise schon jetzt ihre Kapazitätsgrenze erreicht und können die o.g. Schritte zum Ausrollen der Tests in den Heimen nicht durchführen“, so Arno Schwalie, CEO von Korian Deutschland. „Ohne entsprechende Schulungen und Genehmigungen lässt sich die Strategie in den Pflegeheimen jedoch nicht umsetzen“, so Schwalie weiter. Hierfür brauchen die Betreiber von Pflegeeinrichtungen dringend eine Lösung.

Je nach Testkonzept erhalten Bewohner, Besucher und Mitarbeiter bis zu 20 Tests pro Monat. Dabei nimmt laut Bundesgesundheitsministerium – mit Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung – jeder einzelne Test rund 20 Minuten Arbeitszeit in Anspruch. Dies wird zu längeren Wartezeiten bis hin zu Einschränkungen bei den Besuchszeiten führen. Dieser erhebliche Mehraufwand bedeutet eine zusätzliche Belastung für die ohnehin schon überlasteten Pflegekräfte: Im Tagesgeschäft selbst fehlt weitere Zeit für die eigentliche Pflege.

„Der Schutz, das Wohlergehen und die Gesundheit der uns anvertrauten Menschen stehen für uns stets an oberster Stelle. Täglich geben unsere Mitarbeiter ihr Bestes, um trotz der pandemiebedingten Einschränkungen die Lebensqualität der Bewohner aufrechtzuerhalten“, so Arno Schwalie. „Als Unternehmen tragen wir die Verantwortung dafür, weiterhin gleichzeitig größtmögliche Pflegequalität und Sicherheit zu gewährleisten. Daher weisen wir nachdrücklich darauf hin, dass die aktuelle Teststrategie einen erheblichen Mehraufwand für unsere Pflegekräfte bedeutet. Wir appellieren an die Bundesregierung mit uns gemeinsam an pragmatischen Wegen zu arbeiten, um Pflegekräfte an anderer Stelle zu entlasten und ihnen die notwendige Zeit für die Versorgung und Pflege der Bewohner zu ermöglichen.“

Der Fachkräftemangel in der Pflege ist seit Langem bekannt. Durch die Corona-Pandemie kamen mit der Einhaltung der Hygiene-, Schutz- und Besuchskonzepte bereits zahlreiche zusätzliche Aufgaben zum umfassenden Tagesgeschäft auf die Pflegekräfte zu. Daher arbeiten viele Pflegekräfte bereits seit Monaten an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Die Teststrategie der Bundesregierung sieht nun vor, dass künftig Pflegekräfte diese Tests als weitere Aufgabe durchführen. Der aktuelle Pflegeschlüssel sieht den signifikanten Corona-bedingten Mehraufwand zeitlich nicht vor.

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Tanja Kurz

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