Senioren in Deutschland trotzen Corona-Krise mit Neugierde, Vertrauen und Lust aufs Leben IPSOS-Umfrage im Auftrag der Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern

München, 30. Oktober 2020

Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und den Auswirkungen des Klimawandels erlebt die überwiegende Mehrheit der Senioren in Deutschland ihr Alter positiv und blickt optimistisch in die Zukunft. Gleichzeitig beurteilen ältere Menschen in Deutschland die Anpassung ihrer Lebensräume an ihre Bedürfnisse und Wünsche aber sehr kritisch. Das sind nur zwei Ergebnisse des aktuellen „European Barometer – Senioren heute in Europa“. Für die Umfrage wurden 8.000 Menschen in vier europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien) von Ende Juni bis Ende Juli dieses Jahres befragt. Auftraggeber ist die 2013 von der Korian-Gruppe gegründete Korian Foundation. Die Studie wird alle zwei Jahre durchgeführt, 2020 bereits zum fünften Mal. Sie bietet vor allem einen Einblick in den Alltag von Senioren über 65 Jahre in Europa.

„Mit dem European Barometer erfassen wir die Bedürfnisse und Wünsche der Senioren in Europa. Damit liefert uns die Studie wichtige Erkenntnisse zum altersgerechten Leben: So nutzen Senioren beispielsweise digitale Tools häufiger und breiter als oftmals angenommen. Daher entwickeln wir bei Korian auch unser digitales Angebot stetig weiter. Eine wichtige Rolle spielen hierbei unsere Kooperationen mit innovativen Start-ups, darunter die digitale Anti-Sturz-App Lindera. Digitale Tools unterstützen und entlasten zudem unsere Mitarbeiter, etwa bei der Koordinierung der Besuche über unsere Besucher-App.“ Darüber hinaus bestätigen die Studienergebnisse den Ansatz von Korian, Einrichtungen noch aktiver in die Städte und Gemeinden zu integrieren, indem die Dienstleistungen auch Pflegebedürftigen außerhalb der Korian-Pflegeheime angeboten werden. „So tragen wir dazu bei, dass Senioren von uns genau die Hilfe und Unterstützung erhalten, die sie individuell benötigen – sei es in einer unserer Einrichtungen oder eben auch in den eigenen vier Wänden“, kommentiert Arno Schwalie, CEO Korian Deutschland.

Senioren nehmen Solidaritätswelle während Corona-Pandemie unterschiedlich wahr

Laut Umfrage hatten mehr als die Hälfte der deutschen Senioren (57%) das Gefühl, dass die allgemeine Hilfsbereitschaft der Jüngeren gegenüber Älteren während der Corona-Pandemie zugenommen hat – ein Rekordwert im europäischen Vergleich (42% im Durchschnitt). Gleichzeitig gab aber nur knapp ein Drittel (36%) von ihnen an, in diesem Zeitraum auch tatsächlich Unterstützung von Menschen in ihrer Umgebung oder über das Internet erhalten zu haben. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede in der Bewertung zwischen den verschiedenen Altersgruppen: Während bei den 65-69-Jährigen nicht einmal jeder Dritte (32%) angab, Unterstützung erhalten zu haben, waren es bei den über 80-Jährigen bereits deutlich mehr als die Hälfte (56%).

Senioren fühlen sich im Alter zunehmend wohl und sehen sich selber nicht als „alt“ an

Obwohl das Jahr 2020 vor allem von der COVID-19-Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen im öffentlichen und sozialen Leben geprägt ist, geben vier von fünf Senioren (79%) in Deutschland an, sich im Alter wohlzufühlen. Dieser Wert steigt hierzulande stetig an (+4 Punkte seit 2018) und erreicht in diesem Jahr ein Rekordniveau. Eine ähnliche Entwicklung ist in Ländern zu beobachten, die in diesem Jahr besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen sind, zum Beispiel Italien (80%, +7 Punkte) oder Frankreich (78%, +9% Punkte).

Gleichzeitig nimmt aber die Lebensfreude der Senioren in Deutschland ab
(-5 Punkte auf 79% in Deutschland im Vergleich zu 2018). Dennoch legen vor allem deutsche Senioren weiter großen Wert darauf, Spaß zu haben (84% im Vergleich zu 67% im europäischen Durchschnitt). Zudem haben deutsche Senioren im europäischen Vergleich mehr Vertrauen in die Zukunft (70% im Vergleich zu 55%). Auch körperlich und geistig fühlen sie sich vergleichsweise ausgeglichen (81% im Vergleich zu 67% insgesamt). Zudem fühlt sich fast die Hälfte (46%) der deutschen Senioren jünger als sie tatsächlich sind. Diese Einschätzung spiegelt sich ebenso in der Wahrnehmung des eigenen Lebensabschnitts wider. Ein Großteil der deutschen Senioren nimmt sich selbst nämlich nicht als „ältere(n) Menschen“ war.

Senioren entdecken zunehmend die digitale Welt für sich

Die generelle Lust der deutschen Senioren auf Neues, aber auch die Auswirkungen des Lockdowns spiegeln sich im steigenden Einsatz digitaler Mittel wider. Zu den Tools, die Senioren am häufigsten benutzen, gehören E-Mails und soziale Netzwerke. Über die Hälfte (53%) der Senioren in Europa nutzt heute mindestens einmal pro Woche soziale Netzwerke, vor vier Jahren waren es nur rund ein Drittel (35%). Darüber hinaus verwendet knapp die Hälfte der Senioren (49%) vermehrt digitale Tools für die Verwaltung der Finanzen, mehr als ein Drittel von ihnen (38%) greift auf digitale Tools für die Suche nach Informationen beziehungsweise für die aktive Teilnahme an Online-Foren zurück.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind unbestritten

Für drei von vier Senioren in Deutschland (73%) lassen sich die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit älterer Menschen nicht bestreiten. Insbesondere Hitzewellen stellen für viele von ihnen ein Problem dar: Für fast zwei Drittel (61%) erschweren sich dadurch ihre alltäglichen Wege, mehr als jeder Zweite (55%) berichtet von einer Verschlimmerung seiner Gesundheitsprobleme. Für jeden dritten Senior in Deutschland (35%) nehmen mit den steigenden Temperaturen die Isolation beziehungsweise Momente der Einsamkeit zu. Zur Bekämpfung der Folgen, die sich aus dem Klimawandel für ältere Menschen ergeben, sprechen sich knapp die Hälfte der Senioren aus. Im Mittelpunkt steht dabei die Gewährleistung einer angemessenen häuslichen Pflege (49%) sowie eine bessere Gestaltung der Städte für ältere Menschen (51%).

Die Nachbarschaft der Senioren ist nur bedingt an Ihre Bedürfnisse angepasst

Auch wenn das Wohlbefinden älterer Menschen in Deutschland kontinuierlich steigt, beurteilen viele die Anpassung ihrer Stadt an die individuellen Bedürfnisse und Herausforderungen kritisch. Während die befragten Senioren in Deutschland den Zugang zu Gesundheitsdiensten und öffentlichen Gebäuden noch eher positiv bewerten (5,5 von 10 Punkten), ziehen sie eine kritischere Bilanz hinsichtlich der Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse und Wünsche (4,5 von 10), der Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln (4,3 von 10) und der Maßnahmen der Stadt zum Schutz von älteren Menschen (3,9 von 10). Diese Umstände sind bei vielen Senioren der Grund für abnehmende Lebensfreude.

Es gibt Lösungen: Mobile Strukturen und Dienstleistungen, die von Seniorenheimen angeboten werden

Eine große Mehrheit der deutschen Senioren betrachtet die Bereitstellung von mobilen öffentlichen Diensten (85%), telefonischen Notruf- und Notfalldiensten (79%) sowie (mobilen) Einkaufsmöglichkeiten (76%) als lebenswichtig beziehungsweise als hilfreich für sich. Gleichzeitig äußert aber rund ein Viertel von ihnen das Gefühl, dass solche Mobilitätshilfen (27%) oder der Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen (22%) in der Nähe ihres Wohnortes fehlen.

Eine zentrale Rolle bei der allgemeinen Bereitstellung dieser Dienstleistungen könnte künftig Pflegeheimen zukommen. Denn sieben von zehn deutschen Senioren geben an, dass sie weniger als fünf Kilometer von einem Pflegeheim entfernt wohnen. Sollten Pflegeheime ihre Angebote und Dienstleistungen für Außenstehende öffnen, würden sich Senioren insbesondere für öffentliche Dienstleistungen wie beispielsweise Postamt und Sozialdienste (64%), die medizinische Betreuung durch Ärzte (63%), Einkaufsmöglichkeiten (59%), Restaurants und Cafés (54%) sowie für die Unterstützung für Pflegende (51%) interessieren. In Gegenden, in denen solche Dienstleistungen nicht durch andere Anbieter abgedeckt werden, ist das Interesse an einer Öffnung der Pflegeheim-Angebote teils sogar noch deutlich stärker.

Pressekontakt

Tanja Kurz

Presse – Public Affairs

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