Es ist die am häufigsten in Anspruch genommene Pflegeleistung: das Pflegegeld. Nachdem es in den letzten zwei Jahren angehoben wurde, bleibt das Pflegegeld 2026 konstant. Warum ist das so?
Was ist das Pflegegeld?
Die meisten pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden zu Hause versorgt. Bei vier von fünf Pflegebedürftigen ist das der Fall. Um sie finanziell zu unterstützen, gibt es das Pflegegeld.
Pflegegeld
Menschen mit einem Pflegegrad von 2 und mehr haben Anspruch auf Pflegegeld, wenn sie zu Hause unentgeltlich, etwa von einem oder einer Angehörigen, gepflegt werden. Die Höhe des monatlichen Betrages richtet sich nach dem Pflegegrad:
| Pflegegrad 2 | 347 Euro |
| Pflegegrad 3 | 599 Euro |
| Pflegegrad 4 | 800 Euro |
| Pflegegrad 5 | 990 Euro |
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Wie kann man das Pflegegeld verwenden?
Pflegebedürftige Menschen können das Pflegegeld nach ihren eigenen Vorstellungen verwenden, ohne darüber Nachweise führen zu müssen. Häufig wird es als Anerkennung an die pflegenden Personen weitergegeben.
Pflegegeld steigt 2026 nicht
In den vergangenen Jahren wurde das Pflegegeld kontinuierlich angehoben. Lag es beispielsweise für einen Menschen mit Pflegegrad 2 im Jahr 2023 bei 316 Euro, stieg es 2024 auf 332 Euro und 2025 auf 347 Euro. Auf diesem Niveau wird es auch 2026 bleiben.
Warum das Pflegegeld 2026 nicht erhöht wird
Unterschiedliche Gründe dürften geführt haben, dass das Pflegegeld 2026 nicht angehoben wurde. Zum einen könnten es organisatorische sein: Noch in diesem Jahr wird eine große Pflegereform erwartet, die auf dem Konzept des sogenannten Zukunftspakts Pflege beruht.
Was ändert sich in der Pflege 2026?
In deren Rahmen soll auch die Finanzierung der Pflege neu aufgestellt werden. Und bevor diese große Reform verabschiedet ist, wollte der Gesetzgeber wohl nicht erneut die Leistungen der Pflegekasse anheben. Zumal zahlreiche Leistungsbeträge zum Anfang des Jahres 2025 um 4,5 Prozent erhöht worden waren.
Hauptsächlich finanzielle Gründe
Der entscheidende Grund ist sicher die finanzielle Belastung der Pflegekassen. Der Bundesrechnungshof schätzt, dass die Finanzierungslücke in der Pflegeversicherung bis zum Jahr 2029 bei zwölf Milliarden Euro 1 liegen könnte.
Das liegt hauptsächlich an der steigenden Zahl der Pflegebedürftigen. Aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft gibt es mehr und mehr pflegebedürftige Menschen 2:
| 2016 | 2,75 Millionen |
| 2024 | 5,6 Millionen |
| 2055 (geschätzt) | 6,8 Millionen |
Und je höher die Zahl der Pflegebedürftigen, desto höher die Zahl derer, die Leistungen beziehen und damit auch die finanzielle Belastung der Pflegekassen.
Längere Weiterzahlung
Eine kleine Erleichterung beim Pflegegeld gibt es 2026: Wenn Bezieher vorübergehend ins Krankenhaus oder in eine Reha-Einrichtung müssen, wird das Pflegegeld ab sofort für acht Wochen weitergezahlt. Bisher waren das nur vier Wochen.
Nächste Anpassung des Pflegegeldes
Es ist davon auszugehen, dass auch 2027 das Pflegegeld unverändert bleiben wird. Die nächste reguläre Anpassung der Pflegeleistungen ist gesetzlich erst wieder für den 1. Januar 2028 vorgesehen.
FAQs zur ausbleibenden Pflegegeld-Erhöhung
Nein, nach Anpassungen in den beiden vorhergehenden Jahren wird das Pflegegeld 2026 nicht angehoben werden.
Das hat hauptsächlich finanzielle Gründe. Durch die wachsende Alterung der Gesellschaft steigen die Ausgaben der Pflegeversicherungen und es droht ihnen ein Milliardenloch.
Nach der derzeitigen Gesetzeslage ist eine Anpassung des Pflegegeldes erst wieder für 2028 vorgesehen.
Quellen
- Ärzteblatt (2025): „Rechnungshof sieht Zwölf-Milliarden-Defizit in der Pflegeversicherung“, online abgerufen unter https://www.aerzteblatt.de/news/rechnungshof-sieht-zwolf-milliarden-defizit-in-der-pflegeversicherung-542b26b4-51b3-45b2-9269-ef13e36d49d0
↑ - AOK (2025): „Zahlen und Fakten zur Pflegeversicherung“, Online abgerufen unter https://www.aok.de/pp/hintergrund/pflege/zahlen-fakten-pflegeversicherung/
↑
https://web.de/magazine/gesundheit/pflegegeld-2026-erhoehung-rechnen-41697954
https://www.dmrz.de/wissen/ratgeber/pflegegeld
https://pflegewaechter.de/pflege-2026/
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/pflegegeld.html
https://forum.wegweiser-demenz.de/forum/index.php?thread/3317-%C3%A4nderungen-in-der-pflege-ab-2026/