08. Juli 2026

Pflege 2030 in Karlsfeld: Eine Blaupause für die Pflegeeinrichtung der Zukunft – jetzt geht sie ins Netzwerk

Pflege steht vor einer strukturellen Neuordnung – nicht vor einer Phase der Optimierung. Mit dieser Überzeugung ist Korian vor dreieinhalb Jahren in das Modellvorhaben „Pflege 2030″ gestartet. Innovation zählt zu den zentralen strategischen Verpflichtungen der Clariane Gruppe, zu der Korian gehört. Karlsfeld war der Ort, an dem das keine Absichtserklärung blieb, sondern in einer laufenden Einrichtung mit 156 Bewohnerinnen und Bewohnern unter realen Bedingungen erprobt wurde – gefördert mit 3,1 Mio. Euro vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention und wissenschaftlich begleitet von der Universität Bremen und dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS.

Mit dem Abschluss des Modellvorhabens steht fest: Die in Karlsfeld gewonnenen Erkenntnisse fließen bereits jetzt Schritt für Schritt in das gesamte deutsche Netzwerk ein. „Pflege 2030 ist das beste Beispiel dafür, was möglich ist, wenn ein Träger bereit ist, mehr zu tun als das Notwendige. Unser Dank gilt dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, das dieses Vorhaben von Beginn an mitgetragen hat, sowie der Korian Stiftung, der Universität Bremen, dem Fraunhofer IIS und dem Team vor Ort in Karlsfeld – gemeinsam wurde hier etwas geschaffen, das über Deutschland hinaus Bedeutung hat“, so Rémi Boyer, stv. CEO der Clariane Gruppe, bei der Abschlussveranstaltung in Karlsfeld. „Wir wollten nicht zeigen, was theoretisch möglich ist, sondern was im Alltag wirklich trägt. Genau deshalb ist Pflege 2030 für uns kein abgeschlossenes Projekt, sondern der Startpunkt für die Skalierung im gesamten Netzwerk“, ergänzt Christian Gharieb, CEO Korian Deutschland GmbH.

Konkrete Ergebnisse aus vier Jahren Praxistests

Das wertvollste Ergebnis des Projekts ist nicht eine Liste von Technologien – es ist die Gewissheit darüber, was funktioniert, was nicht funktioniert und warum. Zu den herausragenden Ergebnissen zählt die sprachgestützte Pflegedokumentation: Sie spart pro Pflegekraft und Tag rund 30 Minuten ein und verbessert gleichzeitig die Qualität der Dokumentation – ein gemessenes Ergebnis, keine Schätzung, und einer der bedeutendsten Effizienzgewinne in der Pflegepraxis der letzten Jahre.

KI-gestützte Sturzerkennung nutzt Sensortechnologie, um Bewohner:innen in ihren Zimmern diskret zu überwachen, wodurch Sicherheit und Autonomie gestärkt werden, ohne in den Alltag einzugreifen. Reinigungsroboter automatisieren routinemäßige Bodenreinigungsaufgaben und schaffen so Freiräume für die Mitarbeitenden. Digitale Tools zur Tagesplanung und Aktivitätsgestaltung helfen, den Alltag der Bewohner:innen zu strukturieren und entlasten gleichzeitig die Pflegeteams organisatorisch.

Einige Techniken haben in der Praxis nicht überzeugt: etwa eine Mobilitätsanalyse-App, ein EKG-Toilettensitz, Betten mit automatischer Lagerungsumstellung und Smartwatches. Die praktische Eignung und die Akzeptanz durch das Team sind wichtiger als die technische Raffinesse allein. Ein klares „noch nicht“ ist das verantwortungsvolle Ergebnis strenger Tests.

Wichtigste Erkenntnisse: Technologie und Arbeitsorganisation

Aus knapp vier Jahren praktischer Erprobung ergeben sich zwei strukturelle Schlussfolgerungen. Auf der technologischen Seite hat das Projekt bestätigt, dass Infrastruktur und Interoperabilität unverzichtbare Voraussetzungen sind: Digitale Lösungen entfalten ihr volles Potenzial nur dann, wenn sie nahtlos miteinander und mit bestehenden Systemen kommunizieren und wenn die Mitarbeitenden aktiv in deren Auswahl eingebunden und im Umgang damit geschult werden. Der Leitgedanke dabei ist einfach: Technologie unterstützt die Pflege, sie ersetzt sie nicht.

Auf der organisatorischen Seite hat Pflege 2030 das Modell KubA (Kompetenz- und Bewohnerorientierte Arbeitsorganisation) validiert – ein Ansatz, bei dem Pflegeprozess, Bezugspflege, Arbeitsorganisation und Mitarbeiterkompetenzen gemeinsam statt isoliert voneinander weiterentwickelt werden. Die Einführung von KubA ist mit jeder Teamzusammensetzung möglich; entscheidend für den nachhaltigen Erfolg sind die gezielte Weiterentwicklung von Pflegehilfskräften, ein dauerhaftes Engagement der Führungsebene und kontinuierliche Investitionen in die Personalentwicklung. Ein Wandel dieser Tiefe ist kein einmaliges Projekt, sondern ein mehrjähriger Prozess.

Vom Pilotprojekt in die Fläche – die nächsten Schritte

KI-gestützte Sturzerkennung steht schon heute als buchbare Zusatzleistung in allen Korian-Einrichtungen zur Verfügung, und Reinigungsroboter werden schrittweise an weiteren Standorten eingeführt. Im vierten Quartal 2026 startet an acht Pilotstandorten ein neues zentrales Pflegemanagementsystem – das Pflegedokumentation, Abrechnung sowie Dienst- und Tourenplanung integriert – und bildet damit die Grundlage für die

langfristige digitale Weiterentwicklung des Unternehmens; der netzwerkweite Rollout beginnt in der ersten Jahreshälfte 2027. Die sprachgestützte Pflegedokumentation wird ab 2027 schrittweise im gesamten Netzwerk eingeführt.

Bis 2028 wird Korian alle in Karlsfeld validierten Lösungen auf das gesamte deutsche Netzwerk übertragen haben – vier Jahre praktischer Erprobung kommen damit Bewohner:innen und Pflegeteams bundesweit zugute.

Was in Karlsfeld aufgebaut wurde, hat Bedeutung, die weit über Deutschland hinausreicht. Die Erkenntnisse aus Pflege 2030 – zu digitaler Infrastruktur, zur Arbeitsorganisation, zu dem, was sich in der Pflegepraxis tatsächlich bewährt – werden die Innovationsstrategie von Clariane in allen sechs Ländern mitgestalten. Deutschland, und insbesondere Karlsfeld, ist zu einem Referenzpunkt für die Pflegeeinrichtung der Zukunft auf europäischer Ebene geworden.

Das modulare Praxishandbuch zu Pflege 2030 steht ab sofort kostenfrei unter https://www.korian.de/pflege2030/ und www.korian-stiftung.de/pflege2030 zum Download bereit. Fotos der Abschlussveranstaltung sind ebenfalls unter dem Link https://www.korian.de/pflege2030/ abrufbar.

Korian_Pflege2030_Abschlussveranstaltung

Pressekontakt

Tanja Kurz

stv. Pressesprecherin,
Presse – Public Affairs

+49 172 7534389 tanja.kurz@korian.de

Monika Steilen

Unternehmenssprecherin,
Chief Communications Officer

+49 89 2420650 presse@korian.de
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