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High-Tech Kugel zaubert ein Lächeln – Interaktive Kugel Ichó leistet therapeutischen Beitrag bei Demenzerkrankung


Manfred Gerling* sieht Ellen Reuter, Leitung der Sozialen Betreuung aus dem Haus Breyell am Lambertiturm, aufmerksam an, als sie ihm eine weiße Kugel reicht. Schon öfter hat der 92-Jährige den High-Tech Ball Ichó in seinen Händen gehalten, es aufgrund seiner Demenz aber wieder vergessen.

Seine Reaktion auf den interaktiven Ball ist daher immer gleich. „Wow….unfassbar!“, entfährt es ihm und ein breites Lächeln umspielt seine Lippen. Manfred Gerling versteht durch seine Erkrankung nicht immer, was um ihn herum geschieht, aber er musiziert gerne. Immer wenn er mit seiner Hand über die Kugel streicht, ertönen altbekannte Lieder und er singt inbrünstig mit. Seine Begeisterung, wenn er die Kugel im Takt der Musik mitschwingt, motiviert auch die Mitbewohner. In diesen Momenten ist nichts mehr von seiner Unsicherheit zu spüren. Ein kleines Stück „Normalität“ hält Einzug.

Das Haus Breyell am Lambertiturm testet die interaktive Kugel Ichó im Alltagsbetrieb. Ichó soll die Sinne von an Demenz erkrankten Bewohnern ansprechen und kognitive und motorische Fähigkeiten stärken. Von außen sieht die Kugel schlicht aus, doch im Inneren ist sie ein wahres High-Tech-Gerät. Die empfindlichen Sensoren nehmen Bewegungen wahr und erkennen, ob diese geworfen, gedrückt, gestreichelt oder hochgehoben wird.  Daraufhin reagiert die Kugel. Sie vibriert, leuchtet in verschiedenen Farben oder spielt Musik ab.

Ichós Pilot im Haus begleitet Ellen Reuter persönlich: „Die Resonanz ist durchwegs positiv“, erklärt die gelernte Krankenschwester. “Die Kugel ist individuell programmierbar. Sobald ein Bewohner sie in der Hand hält, tut sich etwas. Dadurch werden die Senioren angeregt, die Kugel zu bewegen und somit auch ihre Motorik zu stärken.“

Auch Christiane Schück, Mitarbeiterin des Zentralen Qualitätsmanagements bei KORIAN und Projektleitung für das Ichó-Pilotprojekt, ist sehr zufrieden mit dem Einsatz der Kugel. „Wir sind immer auf der Suche nach Neuerungen, die sowohl die Motorik als auch das Erinnerungsvermögen der Bewohner stärken. Ichó verbindet beides, indem die Bewohner angeregt werden, durch sanftes Drücken ihre Lieblingsmusik abzuspielen. Die Kugelform ist den meisten schon seit der Kindheit bekannt, da ist die Hemmschwelle, diese zu berühren oder in die Hand zu nehmen, sehr gering.

Im Nachgang der Pilotphase werden die Ergebnisse und der Einsatz im bundesweiten Netzwerk evaluiert und geprüft; insbesondere die Nutzung im Rahmen unserer Philosophie „Positive Care“ – als Bestandteil der nichtmedikamentösen Therapieverfahren, die KORIAN in mittlerweile über 120 Einrichtungen in Deutschland eingeführt hat.

KORIAN Deutschland hat im vergangenen Jahr bereits gezeigt, dass es agilen und kundenfokussierten jungen Unternehmern offen gegenüber gemeinsamen digitalen innovativen Projekten steht, und mit dem „Innovation-Café – Austausch zwischen Profis aus der Praxis und den Start-ups“ ein Signal in der Gründerszene gesetzt. Mittlerweile testet das Unternehmen neben Ichó noch weitere Innovationen wie „Korianfit“, „DemenzTablet“, „Lindera“ und „AssistMe“.

*Bewohnername fiktiv