Ratgeber – Korian Deutschland https://www.korian.de Bei Korian sind Sie bestens umsorgt Tue, 06 Oct 2026 08:23:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.7 /favicon-96x96.ico Ratgeber – Korian Deutschland https://www.korian.de 32 32 Flexible Leistung: Gesamtbudget für Urlaubs- & Kurzzeitpflege https://www.korian.de/ratgeber-magazin/pflegeleistungen-2025-jahresbetrag-verhinderung-kurzzeitpflege/ Tue, 22 Jul 2025 13:18:14 +0000 https://www.korian.de/ratgeber-magazin/pflegekosten-steuerlich-absetzen-2/

Mit dem 1. Juli 2025 trat eine wichtige Neuerung in der Pflegeversicherung in Kraft: Verhinderungs- und Kurzzeitpflege wurden in einem gemeinsamen Jahresbetrag zusammengefasst. Ziel war eine flexiblere und bürokratiefreie Entlastung pflegender Angehöriger sowie mehr Transparenz in der Leistungserbringung.

Der neue gemeinsame Jahresbetrag im Überblick

Seit Juli 2025 haben Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 Anspruch auf einen einheitlichen Gesamtbetrag in Höhe von bis zu 3.539 € pro Kalenderjahr, der für beide Pflegeformen genutzt werden kann.

Vorteile:

  • Flexibler Einsatz – Budget kann frei zwischen Kurzzeit- und Verhinderungspflege aufgeteilt werden

  • Abschaffung komplizierter Übertragungsregelungen

  • (Anrechnung bereits genutzter Leistungen aus dem 1. Halbjahr 2025)

„Mit dem Gemeinsamen Jahresbetrag vereinfachen wir den Zugang und ermöglichen pflegebedürftigen Menschen und ihren Pflegenden, flexibel zwischen Leistungen der Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege zu wählen.“

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken

Harmonisierung der Anspruchsbedingungen

Das hat sich geändert:

Bisher:

  • Unterschiedliche Übertragungsregeln
  • 6 Monate Vorpflegezeit für Verhinderungspflege

Jetzt:

  • Einheitlicher Gesamtbetrag
  • Vorpflegezeit entfällt

Hintergrund zur Reform – Warum diese Änderung

Kurzzeitpflege wird bei temporären stationären Pflegebedarfen genutzt, zum Beispiel nach Klinikaufenthalten. Verhinderungspflege hingegen greift, wenn pflegende Angehörige eine Auszeit benötigen.

Bislang mussten beide Leistungen getrennt beantragt und abgerechnet werden – mit bürokratischen Hürden. Die neue Regelung schafft Klarheit und stärkt die Entlastung im Pflegealltag.

Gemeinsamer Jahresbetrag für Verhinderungspflege & Kurzzeitpflege

Mehr Transparenz durch digitale Information

Künftig müssen Leistungserbringer Pflegebedürftigen regelmäßig Informationen zur Höhe der abgerechneten Leistungen zur Verfügung stellen. So behalten Betroffene jederzeit den Überblick über ihren verbleibenden Jahresbetrag.

Pflege 2025: Das ändert sich

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu den Änderungen in der Pflege ab dem 1. Juli 2025

Die Einführung des Gemeinsamen Jahresbetrags zum 1. Juli 2025 markiert einen bedeutenden Schritt hin zu einer alltagstauglichen, entlastenden Pflegeinfrastruktur in Deutschland. Nutzen Sie die neuen Möglichkeiten bewusst – und informieren Sie sich frühzeitig bei Ihrer Pflegekasse oder über unseren Online-Ratgeber, wie Sie die Leistungen optimal für Ihre individuelle Pflegesituation einsetzen können.

Ab dem 1. Juli 2025 ersetzt ein einheitlicher Betrag von bis zu 3.539 € pro Jahr die getrennten Budgets für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.

Alle Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 2 bis 5. Für Pflegegrad 1 gelten weiterhin die bisherigen Regelungen.

Nein. Die Vorpflegezeit entfällt vollständig. Ein Anspruch besteht sofort mit Anerkennung von Pflegegrad 2.

Ab 1. Juli 2025 bis zu acht Wochen pro Kalenderjahr, analog zur Kurzzeitpflege.

Pflegebedürftige erhalten künftig regelmäßige Informationen über verbrauchte und verbleibende Leistungen direkt von den Pflegekassen oder Dienstleistern.

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Demenz: Prävention https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-praevention/ Wed, 06 Aug 2025 11:01:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=63018

Das Älterwerden bringt viele Veränderungen mit sich, die sowohl für den älterwerdenden Menschen als auch für die Angehörigen herausfordernd sein können. Demenz lässt sich nicht sicher verhindern. Das persönliche Risiko kann jedoch durch die Beeinflussung bestimmter Risikofaktoren reduziert werden. Dazu gehören unter anderem regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung,
die Behandlung von Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes, der Verzicht auf Rauchen sowie soziale und geistige Aktivität. [1]

Risikofaktoren für Demenz

Der größte Risikofaktor für Demenz ist das Alter. Gegen diesen Faktor kann man nichts tun. Auch genetische Faktoren und bestimmte Vorerkrankungen lassen sich nicht oder nur begrenzt beeinflussen. Die weiteren Risikofaktoren bieten hingegen durchaus Stellschrauben. Zu den bekannten beeinflussbaren Risikofaktoren gehören:[2]

  • Schwerhörigkeit
  • hoher bzw. schädlicher Alkoholkonsum
  • Kopfverletzungen
  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • geringe geistige Aktivität
  • wenig soziale Aktivität
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • Luftverschmutzung

Auch erhöhte Cholesterinwerte und bestimmte Sehbeeinträchtigungen werden als mögliche beeinflussbare Risikofaktoren diskutiert.

Wer mit einem gesunden Lebenswandel dazu beiträgt, beeinflussbare Risikofaktoren zu reduzieren, kann sein persönliches Demenzrisiko möglicherweise senken. Eine einzelne Maßnahme kann eine Demenz jedoch nicht sicher verhindern. Nach aktuellen Einschätzungen können mehrere beeinflussbare Risikofaktoren zusammen einen relevanten Anteil des Demenzrisikos erklären. Die Prävention ist deshalb nicht nur im hohen Alter, sondern bereits in den mittleren Lebensjahren relevant.[3]

Demenz: Diagnose, Therapien, Verlauf

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Demenz vorbeugen durch gesundheitliche Versorgung

Unbehandelter Bluthochdruck, Depressionen und Diabetes mellitus, landläufig Zuckerkrankheit genannt, sind mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden. Zur Vorbeugung ist es deshalb sinnvoll, regelmäßig ärztliche Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, um solche Krankheiten erkennen und behandeln zu lassen. Besonders die Kontrolle des Blutdrucks sowie die Behandlung von Diabetes und erhöhten Cholesterinwerten gehören zu den Maßnahmen, die zur Verringerung des Demenzrisikos beitragen können.

Auch Kopfverletzungen stellen einen Risikofaktor dar und sollten ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Wer beispielsweise für seine körperliche Fitness Fahrrad fährt, sollte deshalb einen Helm tragen.

Eine besondere Bedeutung hat auch die Schwerhörigkeit: Sie wird als Risikofaktor für Demenz beschrieben und kann außerdem dazu führen, dass sich Menschen aus sozialen Situationen zurückziehen. Demenzprävention bedeutet deshalb auch, bei nachlassendem Hörvermögen eine fachärztliche Untersuchung durchführen zu lassen und einen Hörverlust gegebenenfalls mit einer Hörhilfe auszugleichen.[3]

Demenzprävention durch Bewegung

Bewegung hält das Gehirn gesund. Körperliche Aktivität verbessert die Durchblutung des Gehirns, sie regt Hormone an, die Verbindungen zwischen den Nervenzellen aufzubauen, und stimuliert das Zellwachstum im Lernzentrum des Hirns.[2] Bewegung ist deshalb ein entscheidender Faktor der Demenzprävention.

Jeder darf sich dabei aussuchen, was einem am meisten Spaß macht. Wichtig ist: die Motivation! Auch ein Spaziergang nach dem Essen hilft schon. Empfohlen sind mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche. Wer das durchzieht, profitiert von weiteren positiven Effekten, etwa gegen Bluthochdruck und Übergewicht.[8]

Vorbeugung durch Ernährung

Auch eine gesunde Ernährung hilft, Demenz vorzubeugen. Empfehlenswert sind Gemüse, zuckerarmes Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse. Meiden sollte man rotes Fleisch und Wurst sowie Alkohol und Rauchen. Eine gute Ernährung hat doppelten Nutzen: Sie schützt nicht nur das Gehirn und hält es fit. Sie reduziert zugleich Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und einen zu hohen Cholesterinspiegel.

Prävention durch geistige Fitness

Wer sein Gehirn bis ins Alter geistig aktiv hält, kann möglicherweise dazu beitragen, seine kognitiven Fähigkeiten länger zu erhalten und sein Demenzrisiko zu reduzieren. Studien und Fachinformationen weisen darauf hin, dass geistige Aktivität, Lernen und neue Erfahrungen zur kognitiven Reserve beitragen können.

Bücher oder Zeitung zu lesen, Spiele oder Puzzles zu machen oder etwas Neues zu lernen, beispielsweise eine Fremdsprache oder eine Sportart, sind Möglichkeiten, geistig aktiv zu bleiben. Wichtig ist vor allem, dass die Aktivitäten abwechslungsreich sind und Freude bereiten.

Auch Musik kann geistig aktivieren. Dabei kann sowohl Musikhören als auch das eigene Musizieren eine Möglichkeit sein, sich geistig zu beschäftigen. Abwechslung und neue Erfahrungen können dabei zusätzliche Anregungen bieten. [6]

Auch sich im Alltag ein bisschen zu fordern und mit Routinen zu brechen, ist sinnvoll. Wer ungewohnte Wege geht, neue Orte aufsucht, sich den Einkaufszettel einprägt oder die Zähne mit der ungewohnten Hand putzt, kann sein Gehirn auf ungewohnte Weise fordern. Solche Übungen können geistige Aktivität fördern; sie sind jedoch nicht als einzelne, wissenschaftlich nachgewiesene Methode zur Verhinderung einer Demenz zu verstehen.[6]

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Vorbeugung durch sozialen Austausch

Soziale Kontakte und gesellschaftliche Teilhabe gehören ebenfalls zu den Faktoren, die mit der geistigen Gesundheit und dem Demenzrisiko in Verbindung stehen. Wenig soziale Aktivität bzw. soziale Isolation werden als beeinflussbare Risikofaktoren beschrieben. Die wissenschaftliche Evidenz für einzelne Maßnahmen zur sozialen Aktivierung ist allerdings weniger eindeutig als beispielsweise für körperliche Aktivität.[4]

Gerade ältere Menschen, die vielleicht schon ihren Partner verloren haben oder deren Kinder stark eingespannt sind, können Gefahr laufen zu vereinsamen. Andere Menschen anzusprechen, ihnen Hilfe anzubieten, einem Sportverein oder Chor beizutreten oder an Gruppenaktivitäten teilzunehmen – das alles sind Möglichkeiten, mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben und damit soziale Aktivität und geistige Anregung zu fördern.

Fazit

Demenz lässt sich zwar nicht vollständig verhindern, aber das persönliche Risiko kann durch einen gesunden Lebensstil und die Behandlung beeinflussbarer Risikofaktoren möglicherweise gesenkt werden. Regelmäßige medizinische Vorsorge, ausreichend Bewegung, ausgewogene Ernährung, geistige Aktivität und soziale Kontakte sind wichtige Bestandteile der Prävention. Empfehlenswert ist es, bereits in der Lebensmitte auf die eigene körperliche und geistige Gesundheit zu achten.

Wenn Sie unsicher sind, ob bei Ihnen bestimmte Risikofaktoren vorliegen, können Sie diese mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt besprechen. Insbesondere bestehender Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte, Hörverlust oder depressive Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden.

Quellen

[1]Bundesministerium für Gesundheit (BMG) (o. D.): Ausprägungen, Ursachen und Prävention. Online verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ [abgerufen am 25.09.2026].

[2]Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) (o. D.): Was können Sie tun, um Demenz vorzubeugen? Online verfügbar unter: https://www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/ [abgerufen am 25.09.2026].

[3]Stiftung Gesundheitswissen (o. D.): Lässt sich Demenz vorbeugen? Online verfügbar unter: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/ [abgerufen am 25.09.2026].

[4]Ärzte Zeitung (o. D.): 20 Empfehlungen zur Demenz-Prävention. Online verfügbar unter: https://www.aerztezeitung.de/ [abgerufen am 25.09.2026].

[5]Weltgesundheitsorganisation (WHO) (2019): Risk reduction of cognitive decline and dementia: WHO guidelines. Online verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789241550543 [abgerufen am 25.09.2026].

[6]Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI) (o. D.): Demenz & Alzheimer vorbeugen: Hirngesundheit stärken. Online verfügbar unter: https://www.alzheimer-forschung.de/ [abgerufen am 25.09.2026].

[7]Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI) (o. D.): Geistige Fitness im Alter: Demenz vorbeugen mit Übungen. Online verfügbar unter: https://www.alzheimer-forschung.de/ [abgerufen am 25.09.2026].

[8]Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI) (o. D.): Geistige Fitness im Alter: Bewegung und Demenz: Wie Sport das Gehirn schützt. Online verfügbar unter: https://www.alzheimer-forschung.de [abgerufen am 25.09.2026].

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Pflege bei Demenz https://www.korian.de/ratgeber-magazin/pflege-bei-demenz/ Fri, 08 Aug 2025 10:05:18 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=61844

Die Pflege und Betreuung Demenzkranker stellt erhebliche Anforderungen. Während man versucht, die Lebensqualität der Erkrankten zu erhalten und sie in ihrer Selbstbestimmung zu fördern, wird der Unterstützungsbedarf immer größer, je weiter die Krankheit fortschreitet. Gleichzeitig können auch belastende Symptome wie Orientierungslosigkeit oder sogar Aggressionen auftreten. Pflegepersonen werden dadurch stark herausgefordert.

Die Pflege sollte individuell auf die jeweilige Phase der Demenzerkrankung abgestimmt sein. Mit fortschreitender Demenz kann auch eine höhere Einstufung in Pflegegrade erreicht werden. Je höher der Pflegegrad, desto höher die Leistungen, die von den Pflegekassen in Anspruch genommen werden können – eine wertvolle Unterstützung für pflegende Angehörige.

Kurz gesagt: Eine gute Pflege bei Demenz orientiert sich an den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen des Menschen. Besonders wichtig sind eine vertraute Umgebung, feste Routinen, eine einfache und einfühlsame Kommunikation sowie die Förderung der Selbstständigkeit. Gleichzeitig sollten Angehörige die eigenen Kräfte im Blick behalten und frühzeitig Unterstützung nutzen.

Demenz: Hilfsangebote für Angehörige

Statistisch gesehen leben die meisten Menschen mit Demenz in Privathaushalten und werden von ihren Angehörigen gepflegt. Einerseits ist es angenehm und auch hilfreich für Demenzkranke, in ihrer gewohnten Umgebung zu leben. Andererseits kann die Situation für die Familienmitglieder sehr herausfordernd sein. Pflegende Angehörige sollten dabei immer auch die eigenen Kräfte im Blick behalten.

Für pflegende Angehörige gibt es verschiedene Unterstützungsangebote. Dazu gehören beispielsweise Pflegeberatung, Pflegegeld und weitere Leistungen der Pflegeversicherung sowie Tagespflege, Kurzzeitpflege und Selbsthilfeangebote. Welche Leistungen infrage kommen, hängt unter anderem vom Pflegegrad und der individuellen Versorgungssituation ab.

Wichtig: Wenn die Pflege zuhause zunehmend belastend wird, die Versorgung regelmäßig an die eigenen Grenzen stößt oder die Sicherheit des Menschen mit Demenz gefährdet ist, sollten Angehörige frühzeitig Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen.

Demenz: Hilfsangebote für Angehörige

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Umgang mit Menschen mit Demenz

Demenzerkrankte verändern ihr Verhalten und reagieren anders als gewohnt auf ihre Umgebung. Beispielsweise kann eine vorher freundliche Persönlichkeit plötzlich aggressiv auftreten. Aggressives, leicht reizbares Verhalten ist eine typische Erscheinungsform von Demenz. Hier heißt es: Ruhe bewahren und das Verhalten nicht persönlich nehmen – auch wenn es schwerfällt.

Einen großen Unterschied im Umgang machen hier Wissen und Verständnis: Je mehr sich pflegende Angehörige über die Krankheit informieren, desto besser können sie bestimmte Verhaltensweisen einschätzen.

Mit voranschreitender Erkrankung haben Demenzkranke Schwierigkeit, einem Gespräch zu folgen. Angehörige sollten deshalb langsam, einfühlsam und in einfacher Sprache mit ihnen kommunizieren. Blick- und Körperkontakt können helfen, das Verständnis zu fördern.

Feste Routinen wie Aufstehen, Anziehen oder ein täglicher Spaziergang am Nachmittag helfen Demenzkranken sich zu orientieren. Da die Erkrankten zunehmend das Zeitgefühl verlieren, sollte besonders auf den Tag-Nacht-Rhythmus geachtet werden. Also: tagsüber Licht in die Wohnung lassen, ins Freie gehen und zum Zubettgehen das Licht allmählich herunterdimmen.

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Beschäftigung von Menschen mit Demenz

Um die noch vorhandenen Fähigkeiten zu stärken und auch für Abwechslung und Lebensfreude zu sorgen, sollten Demenzkranke unbedingt beschäftigt werden. Das kann etwa durch Kochen, Gartenarbeit, Basteln, Malen, Musik, Lesen oder Vorlesen, Spaziergänge oder Spiele sein. Im Idealfall werden solche Aktivitäten ein Teil der wertvollen Tagesroutine.

Neben den persönlichen Vorlieben sollte dabei unbedingt das jeweilige Stadium der Krankheit beachtet werden. Die Kranken sollten auf keinen Fall überfordert werden und keine frustrierenden, sondern positive, selbstbestätigende Erfahrungen machen. Wer mit ihnen bastelt, kocht etc. sollte deshalb etwaige „Fehler“ tolerieren. Und wenn Erkrankte nicht aktiv werden wollen, sollte dies ebenfalls akzeptiert werden.

Grundregel: Die Beschäftigung sollte sich an den vorhandenen Fähigkeiten und Interessen orientieren. Wenn eine Aktivität zu Frustration oder Überforderung führt, sollte sie vereinfacht, angepasst oder beendet werden.

Demenz: Beschäftigungen und Spiele für Demenzkranke im Alltag

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Gestaltung des Umfelds

Eine Demenzerkrankung schränkt die Fähigkeit der Betroffenen ein, sich in ihrem Umfeld zu orientieren. Deshalb sollte das Wohnumfeld sehr bewusst gestaltet werden. Vertraute Gegenstände und die gewohnte Ordnung helfen beim Zurechtfinden. Unvermeidliche Änderungen sollten behutsam und schrittweise eingeführt werden. Also: Ein neuer Herd sollte dem alten im Idealfall ähnlich sein. Ist eine Unterbringung im Heim notwendig, hilft es, das neue Zimmer mit den vertrauten Möbeln und der gewohnten Ordnung einzurichten. Eine helle, schattenfreie Beleuchtung und klare, ruhige Strukturen etwa bei Teppichen unterstützen bei der Orientierung.

Bei der Pflege zuhause ist auch Sicherheit ein Thema: Normale Einrichtungsgegenstände können schnell zu Hindernissen werden und vermeintlich harmlose Elektrogeräte stellen plötzlich ein Risiko dar. Um das Umfeld möglichst sicher zu gestalten, gibt es einige einige Maßnahmen:

  • Stolperfallen, zum Beispiel lose Teppiche, beseitigen
  • Haltegriffe im Bad anbringen
  • elektrische Geräte gegebenenfalls mit Abschaltvorrichtungen sichern
  • Fenster bei Bedarf sichern
  • Medikamente und Haushaltschemikalien gegebenenfalls unter Verschluss halten
  • die Temperatur des Warmwassers überprüfen, wenn eine Verbrühungsgefahr besteht

Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes können unter bestimmten Voraussetzungen finanziell gefördert werden.

Hinlauftendenz bei Demenz

Ein mögliches Symptom der Demenz ist die sogenannte Hinlauftendenz. Dabei machen sich Erkrankte scheinbar ziellos auf den Weg und verlassen die Wohnung oder das Haus. Im schlimmsten Fall finden sie nicht wieder nach Hause zurück.

Verschiedene Maßnahmen können helfen, das Risiko zu reduzieren. Dazu gehört beispielsweise, die Haustür für die betroffene Person weniger auffällig zu gestalten. Angehörige sollten bei einer entsprechenden Situation außerdem Nachbarn informieren und gegebenenfalls einen Notfallausweis oder eine andere Form der Identifikation mitführen lassen. Bestellt werden können diese bei der Alzheimer Forschung Initiative.

Wenn eine Person wiederholt die Wohnung verlässt: Die individuelle Situation sollte mit einer Pflegefachperson, einer Pflegeberatungsstelle oder einer anderen geeigneten Fachstelle besprochen werden. Dabei sollte gemeinsam nach einer möglichst sicheren und zugleich selbstbestimmten Lösung gesucht werden.

Milieugestaltung bei Demenz

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Unterbringung im Pflegeheim

Schreitet die Demenzerkrankung weiter voran, ist eine häusliche Pflege durch Angehörige möglicherweise irgendwann nicht mehr ausreichend. Eine vollstationäre Pflege kann dann eine Möglichkeit sein. Dadurch verlieren Menschen mit Demenz zwar ihre gewohnte Umgebung, Pflegeeinrichtungen können ihnen aber auch eine verlässlich strukturierte Versorgung bieten.

Ein verlässlich geregelter Tagesablauf kann dem Bedürfnis nach festen Strukturen entgegenkommen. Beschäftigungsangebote und der soziale Austausch mit Mitbewohnern oder Pflegekräften können den Alltag bereichern. In Einrichtungen, die auf Menschen mit Demenz spezialisiert sind, kann die Pflege stärker auf die Erkrankung und die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden.

Wann ist zusätzliche Unterstützung oder ein Pflegeheim sinnvoll?

Ein Umzug in ein Pflegeheim ist eine individuelle Entscheidung. Er kann insbesondere dann geprüft werden, wenn

  • die Pflege zuhause dauerhaft nicht mehr ausreichend sichergestellt werden kann,
  • die Sicherheit der betroffenen Person oder der pflegenden Angehörigen gefährdet ist,
  • die körperliche oder psychische Belastung der Angehörigen dauerhaft zu hoch wird,
  • der Unterstützungsbedarf deutlich zunimmt und ambulante oder teilstationäre Angebote nicht mehr ausreichen.

Wenn die häusliche Pflege zunehmend an Grenzen stößt: Zunächst sollten mögliche Entlastungsangebote und professionelle Beratung geprüft werden. Wenn diese nicht ausreichen, können gemeinsam mit Angehörigen, Pflegeberatung und gegebenenfalls weiteren Fachpersonen auch stationäre Versorgungsformen geprüft werden.

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Pflegekonzepte

Bei der Pflege demenzkranker Menschen können verschiedene, speziell auf diese Krankheit zugeschnittene Pflegekonzepte umgesetzt werden. Dazu gehört zum Beispiel:

  • Psychobiografisches Pflegemodell
  • Realitäts-Orientierungs-Training
  • Validation
  • Positive Care

Der Ansatz des psychobiografische Pflegemodells: Demenzkranke aus ihrer Biografie heraus zu verstehen. Dabei wird besonders versucht, die prägenden ersten 25 oder 30 Lebensjahre kennenzulernen und daraus ein Verständnis für eventuelle symptomatische Verhaltensweisen zu entwickeln.

Für leichte bis mittlere Demenz eignet sich das Realitäts-Orientierungs-Training. Dabei wird mit Hilfsmitteln wie Listen, Uhren, Kalender und Schildern versucht, die zeitliche, räumliche und personenbezogene Orientierung zu verbessern.

Der Ansatz von Validation: Pflegende versuchen einen Zugang zur Erlebniswelt demenzkranker Menschen zu erhalten. Dazu ist vor allem ihr Verhalten entscheidend. Die Pflegenden sollten emphatisch sein und sich von den Bedürfnissen und Gefühlen des erkrankten Menschen leiten lassen.

Das Korian-spezifische Konzept Positive Care stellt den Menschen in den Mittelpunkt und betont nicht die Einschränkungen der Erkrankten, sondern konzentriert sich auf ihre Stärken und noch vorhandenen Fähigkeiten. Damit bleibt die Selbstständigkeit und Lebensqualität von Demenzkranken möglichst lange erhalten.

Positive Care – Korians spezifisches Pflegekonzept

Bei Korian richten wir uns nach den individuellen Bedürfnissen unserer Bewohner:innen und setzen mit unserem Konzept Positive Care auf einen ganzheitlichen, personenzentrierten und nicht-medikamentösen Ansatz.

Positive Care ist ein ganzheitlicher, personenzentrierter und fürsorglicher Ansatz mit Schwerpunkt auf nicht-medikamentösen Interventionen.

Fazit

Die Pflege von Menschen mit Demenz erfordert viel Geduld, Verständnis und fachliches Wissen. Angehörige leisten einen großen Beitrag, stoßen jedoch oft an Grenzen – deshalb sind Unterstützungsangebote besonders wichtig.

Wenn eine häusliche Pflege nicht mehr ausreicht, können verschiedene ambulante, teilstationäre oder stationäre Unterstützungsangebote geprüft werden. Ein spezialisiertes Pflegeheim kann dabei eine Möglichkeit sein, wenn die Versorgung zuhause dauerhaft nicht mehr ausreichend sichergestellt werden kann.

Die beschriebenen Pflegekonzepte zeigen unterschiedliche Möglichkeiten, Menschen mit Demenz zu begleiten. Ein empathischer, stärkenorientierter Umgang kann dazu beitragen, vorhandene Fähigkeiten, Selbstständigkeit und Würde möglichst lange zu erhalten.

Expertenstandard Demenz

Unser Korian Flyer zum Expertenstandard Alzheimer und Demenz informiert übersichtlich zum Thema: Demenzformen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

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FAQs zur Pflege bei Demenz

Eine gute Demenzpflege basiert auf Geduld, klaren Routinen, einfacher Kommunikation und einer sicheren, vertrauten Umgebung. Wichtig ist, Überforderung zu vermeiden und die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu fördern.

Angehörige können Entlastungsleistungen, Pflegegeld, Beratungseinsätze, Tagespflege, Kurzzeitpflege und Selbsthilfeangebote nutzen. Mit steigendem Pflegegrad erhöhen sich auch die möglichen Leistungen der Pflegekasse.

Wenn die häusliche Pflege körperlich oder emotional für die pflegende Person nicht mehr leistbar ist oder die Sicherheit gefährdet scheint, kann ein Umzug in ein spezialisiertes Pflegeheim die beste Option sein.

Häufig kommen das psychobiografische Modell, Validation, Realitäts-Orientierungs-Training oder das Positive-Care-Konzept bei Korian zum Einsatz. Sie unterstützen Orientierung, emotionale Sicherheit und vorhandene Fähigkeiten.

Aggressionen sind oft krankheitsbedingt. Ruhe bewahren, nicht persönlich nehmen, klare Routinen schaffen und empathisch kommunizieren hilft, angespannte Situationen zu entschärfen.

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Sturzgefahr im Alter: Sturzprophylaxe in der Pflege https://www.korian.de/ratgeber-magazin/sturzgefahr-im-alter/ Mon, 31 Aug 2026 10:11:33 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=71216

Ein Sturz passiert in Sekunden – seine Folgen können Wochen, Monate oder das gesamte weitere Leben prägen. Die Sturzgefahr im Alter steigt durch nachlassende Muskelkraft, Gleichgewichtsstörungen, Seh- und Aufmerksamkeitsveränderungen sowie durch verschiedene Erkrankungen deutlich an. Ein Sturz kann nicht nur zu Knochenbrüchen führen, sondern auch Selbstständigkeit, Beweglichkeit und Lebensqualität dauerhaft einschränken.

Genau hier setzt die Sturzprophylaxe in der Pflege an. Sie umfasst alle Maßnahmen, mit denen man das Sturzrisiko systematisch erkennen, verringern und im Ernstfall die Folgen eines Sturzes abmildern kann. Dieser Artikel erklärt, welche Ursachen der Sturzgefahr im Alter zugrunde liegen, wie professionelle Sturzprophylaxe funktioniert und mit welchen konkreten Maßnahmen Angehörige und Pflegekräfte im Alltag vorbeugen können.

Sturzgefahr im Alter

Mit zunehmendem Alter steigt dieses Risiko spürbar an, weil körperliche, sensorische und gesundheitliche Veränderungen zusammenwirken. Sturzprophylaxe in der Pflege bezeichnet demgegenüber die systematische Erfassung individueller Risikofaktoren sowie die Planung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen, um Stürze möglichst zu vermeiden und mögliche Sturzfolgen zu minimieren.

Wichtig für die Einordnung: Nicht jeder Sturz ist vermeidbar, und nicht jede Maßnahme zur Sturzprophylaxe darf die Bewegungsfreiheit einschränken. Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sicherheit und größtmöglicher Selbstständigkeit.

„Ein Sturz liegt vor, wenn eine Person unfreiwillig auf dem Boden oder einer niedrigeren Fläche zum Liegen kommt – unabhängig davon, ob eine Verletzung eintritt.“ (DNQP 2022) [1]

Warum ist Sturzprophylaxe in der Pflege wichtig?

Stürze zählen zu den häufigsten und folgenreichsten Ereignissen im Pflegealltag. Der Anteil der Stürze steigt mit dem Alter drastisch an. Während bei den 65- bis 79-Jährigen knapp 19 % pro Jahr stürzen, liegt die Quote bei den über 80-Jährigen bei 33,5 % (jeder Dritte). Knapp 17 % dieser Altersgruppe stürzen sogar mehrfach im Jahr. [2] In stationären Pflegeeinrichtungen stürzt mehr als die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner mindestens zweimal pro Jahr. [3]  Rund 30 % bis 35 % aller Unfälle bei Erwachsenen im Alter ab 65 Jahren passieren im eigenen Haushalt.[4]

Diese Zahlen zeigen: Sturzprophylaxe ist keine Randaufgabe, sondern eine der zentralen Pflegehandlungen.

Pflege bei Oberschenkelhalsbruch – schnell wieder auf die Beine kommen

Pflegekraft hilft Seniorin beim Aufstehen mit Rollator nach Oberschenkelhalsbruch

Ein Sturz kann außerdem eine Abwärtsspirale in Gang setzen: Aus Angst vor einem erneuten Sturz bewegen sich Betroffene weniger, wodurch Muskelkraft und Gleichgewicht weiter abnehmen – das Sturzrisiko steigt zusätzlich. Konsequente Sturzprophylaxe bei der Pflege kann dieser Entwicklung gezielt entgegenwirken.

Ziele der Sturzprophylaxe

Sturzprophylaxe verfolgt mehrere, eng miteinander verknüpfte Ziele:

  1. Sturzrisiko frühzeitig erkennen – durch strukturiertes Screening und Assessment bei Aufnahme sowie bei Veränderungen des Gesundheitszustands
  2. Stürze so weit wie möglich vermeiden – durch individuell angepasste Maßnahmen statt pauschaler Einschränkungen
  3. Sturzfolgen minimieren, falls ein Sturz doch eintritt – etwa durch Sturzmatten, Hüftprotektoren oder eine sturzsichere Umgebung
  4. Selbstständigkeit und Bewegungsfreiheit erhalten – ohne den Einsatz freiheitsentziehender Maßnahmen
  5. Vertrauen in die eigene Mobilität stärken, um der Angst vor erneuten Stürzen entgegenzuwirken
  6. Angehörige und Pflegeteam einbeziehen, damit Maßnahmen im Alltag konsequent umgesetzt werden

Ursachen und Maßnahmen

Stürze haben selten nur eine Ursache. Meist wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen. Fachlich wird zwischen personenbezogenen (intrinsischen) und umgebungsbezogenen (extrinsischen) Risikofaktoren unterschieden.[5]

Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Ursachenkategorien konkreten Maßnahmen der Sturzprophylaxe zu.

Ursachenkategorie Beispiele Passende Präventionsmaßnahme
Körperliche & gesundheitliche Ursachen Gleichgewichtsstörungen, Sehstörungen, Synkopen (Bewusstseinsverlust), verzögerter Balancereflex, altersbedingte oder krankheitsbedingte Veränderung des Gangbildes (z. B. Parkinson, MS, Alzheimer, Rheuma, Nervenschmerzen, Korsakow-Syndrom nach Alkoholmissbrauch) Gesundheit im Blick behalten (Sehhilfen, Hausarzt-Vorsorge) + Beweglichkeit und Kraft trainieren (Sturzprophylaxe, Krankengymnastik) + Hilfsmittel gezielt einsetzen (Rollator, Gehstock, Rollstuhl, Antirutschsocken, Greifzange, Hüftprotektoren, Badewannenlifter, Duschstuhl, Rutschmatten, Hausnotrufsystem, Treppenlift)
Kognitive & psychische Ursachen Verwirrtheitszustände, Angst, Unruhe, Depressionen, Unwissenheit über Sturzgefahren, ungewohnte Umgebung Gesundheit im Blick behalten (ärztliche Abklärung) + Wohnumfeld sicher gestalten (vertraute, klar strukturierte Umgebung)
Medikamentöse Risikofaktoren Unruhe/Benommenheit durch Antidepressiva, Beruhigungs- oder Schmerzmittel; Kreislaufprobleme durch Diuretika; Blutdruckschwankungen durch Antihypertensiva/Abführmittel Gesundheit im Blick behalten (korrekte, regelmäßige Medikamenteneinnahme, ärztliche Kontrolle)
Umgebungsbezogene Risikofaktoren Stolperfallen (lose Teppiche, Türschwellen, Kabel), im Weg stehende Gegenstände, Haustiere, Schnee/Glatteis Wohnumfeld sicher gestalten (Hindernisse beseitigen, Licht, Nachtlicht) + Passende Kleidung und Schuhe

Die frühzeitige und individuelle Erfassung dieser Faktoren ist laut Expertenstandard der erste und wichtigste Schritt jeder wirksamen Sturzprophylaxe in der Pflege – sie entscheidet darüber, ob passende Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können.

Wichtig: Diese Maßnahmen ersetzen keine fachliche Risikoeinschätzung. Bei bereits erfolgten Stürzen oder deutlicher Gangunsicherheit sollte immer ärztlicher oder pflegefachlicher Rat eingeholt werden.

Sturzgefahr bei Menschen mit Demenz

Menschen mit Demenz haben ein besonders hohes Sturzrisiko. Mit fortschreitender kognitiver Beeinträchtigung fällt es zunehmend schwerer, Gefahrenquellen einzuschätzen oder sich an vereinbarte Sicherheitsmaßnahmen zu erinnern. Hinzu kommen häufig Orientierungsprobleme, veränderte Wahrnehmung von Räumen sowie ein ausgeprägter Bewegungsdrang, etwa nächtliches Umherlaufen.

Besonderheiten in der Sturzprophylaxe bei Demenz

  • Sicherheitsmaßnahmen müssen ohne Einschränkung der Bewegungsfreiheit gestaltet werden
  • wiederkehrende, einfache Erklärungen sind wirksamer als einmalige vollumfängliche Aufklärung
  • vertraute, gleichbleibende Umgebungen reduzieren Verunsicherung und Stürze
  • Bewegungsdrang sollte durch sichere Wege statt durch Einschränkung kanalisiert werden

Praxisbeispiele

  • In der Praxis hat sich bewährt, Laufwege ohne Hindernisse zu gestalten, damit ein ausgeprägter Bewegungsdrang nicht zu gefährlichen Umwegen führt.
  • Kontrastreiche Markierungen an Stufen oder Türschwellen erleichtern die Orientierung.
  • Sensormatten am Bett können das Pflegepersonal informieren, wenn eine sturzgefährdete Person nachts selbstständig aufsteht, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Milieugestaltung bei Demenz

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Herausforderungen und Grenzen der Sturzprophylaxe

So wichtig Sturzprophylaxe ist – ein hundertprozentiger Schutz vor Stürzen ist weder möglich noch wünschenswert. Wer sich bewegt, geht ein gewisses Restrisiko ein; völlige Bewegungslosigkeit wäre gesundheitlich schädlicher als das Sturzrisiko selbst.

Zu den zentralen Herausforderungen zählen daher:

  • Zielkonflikt zwischen Sicherheit und Selbstbestimmung: Zu strenge Maßnahmen können die Autonomie und Lebensqualität einschränken.
  • Verzicht auf freiheitsentziehende Maßnahmen: Bettgitter oder Fixierungen sind keine geeigneten Standardlösungen und dürfen nur in eng begrenzten Ausnahmefällen erwogen werden.
  • Individuelle Wirksamkeit: Nicht jede Maßnahme wirkt bei jeder Person gleich gut; die wissenschaftliche Evidenz zu Einzelmaßnahmen ist teils uneinheitlich.
  • Unterberichtung: Betroffene berichten Stürze oder Beinahestürze häufig nicht von sich aus, was die Risikoeinschätzung erschwert.
  • Ressourcenfragen: Individuelle Betreuung und Trainingsangebote erfordern Zeit und Personal.

Realistisches Ziel ist daher nicht die vollständige Vermeidung jedes Sturzes, sondern die deutliche Reduktion von Häufigkeit und Schwere der Sturzfolgen bei größtmöglichem Erhalt der Selbstständigkeit.

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Sturzprophylaxe im Pflegealltag bei Korian

In der stationären und ambulanten Pflege wird Sturzprophylaxe als fester Bestandteil eines person-zentrierten Pflegeansatzes verstanden. Statt pauschaler Sicherheitsvorgaben steht die individuelle Situation jedes Menschen im Mittelpunkt: seine Beweglichkeit, seine Gewohnheiten, seine persönlichen Risikofaktoren und seine Wünsche nach Selbstständigkeit.

Diese individuelle Betreuung bedeutet konkret, dass Pflegefachpersonen das Sturzrisiko regelmäßig neu einschätzen, Maßnahmen gemeinsam mit Bewohnerinnen, Bewohnern und Angehörigen abstimmen und dabei stets die Lebensqualität im Blick behalten. Ein zentraler Gedanke ist hier der sogenannte Positive-Care-Ansatz: Er richtet den Fokus nicht allein auf Risikominimierung, sondern auch auf vorhandene Ressourcen, Freude an Bewegung und den Erhalt von Selbstbestimmung im Alltag.

So wird Sturzprophylaxe nicht als Einschränkung erlebt, sondern als Unterstützung, die Sicherheit und Lebensqualität miteinander verbindet.

Weiterführende Informationsquellen:

Robert Koch-Institut (RKI): Gesundheitsberichterstattung – Stürze ab 65 Jahre – https://www.gbe.rki.de

Bundesministerium für Gesundheit (BMG): Informationen zu Pflege und Prävention im Alter – https://www.bundesgesundheitsministerium.de

IN FORM – Nationale Initiative zur Förderung gesunder Ernährung und Bewegung (Bundesministerien für Ernährung und Gesundheit): Sturzprävention für Seniorinnen und Senioren – https://www.in-form.de

Bundesinitiative Sturzprävention (BIS): Zusammenschluss von Krankenkassen, Sportverbänden und Wissenschaftlern zur Sturzprävention – https://www.bundesinitiative-sturzpraevention.de

Fazit

Die Sturzgefahr im Alter entsteht meist durch ein Zusammenspiel körperlicher, gesundheitlicher und umgebungsbedingter Faktoren. Eine wirksame Sturzprophylaxe in der Pflege setzt genau hier an: Sie erkennt individuelle Risiken frühzeitig, kombiniert Bewegungsförderung, geeignete Hilfsmittel und eine sichere Umgebung – und verzichtet bewusst auf pauschale Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Angehörige und Pflegefachpersonen tragen gemeinsam dazu bei, Stürze zu vermeiden und im Ernstfall deren Folgen zu begrenzen, ohne die Selbstständigkeit und Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen aus den Augen zu verlieren. Wer die eigenen vier Wände oder die Pflegeumgebung frühzeitig überprüft und professionelle Unterstützung nutzt, schafft die Grundlage für ein sichereres und selbstbestimmteres Leben im Alter.

Häufige Fragen zu Sturzgefahr im Alter und Sturzprophylaxe

Sturzgefahr im Alter ist das mit dem Älterwerden steigende Risiko, unbeabsichtigt zu stürzen. Es entsteht durch nachlassende Muskelkraft, Gleichgewichtsstörungen, Seh- und Aufmerksamkeitsveränderungen, Erkrankungen, Medikamente sowie Gefahrenquellen im Wohnumfeld – häufig wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.

Sturzprophylaxe ist wichtig, weil Stürze im Alter häufig zu Frakturen, Bewegungseinschränkungen und dauerhaftem Pflegebedarf führen. Mehr als die Hälfte der Pflegeheimbewohner stürzt mindestens einmal jährlich. Systematische Vorbeugung senkt sowohl die Häufigkeit von Stürzen als auch die Schwere ihrer Folgen deutlich.

Sturzprophylaxe in der Pflege folgt einem zweistufigen Verfahren aus Screening und vertieftem Assessment nach dem DNQP-Expertenstandard. Darauf aufbauend werden individuelle Maßnahmen wie Bewegungstraining, Hilfsmittelanpassung, Umgebungsgestaltung und Medikamentenüberprüfung geplant und regelmäßig überprüft.

Zu den wichtigsten Methoden zählen Kraft- und Balancetraining, korrekt eingestellte Gehhilfen, die Beseitigung von Stolperfallen, ausreichende Beleuchtung, Haltegriffe, rutschfestes Schuhwerk, regelmäßige Medikamentenüberprüfung sowie Aufklärung und Schulung von Betroffenen und Angehörigen.

Bei Demenz berücksichtigt Sturzprophylaxe eingeschränkte Orientierung und erhöhten Bewegungsdrang. Hindernisfreie, vertraute Laufwege, kontrastreiche Markierungen an Stufen und unauffällige technische Hilfen wie Sensormatten erhöhen die Sicherheit, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Quellen

[1] Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (2022): Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege. 2. Aktualisierung 2022. Auszug aus der Veröffentlichung zum Expertenstandard. Online unter: https://www.dnqp.de/fileadmin/HSOS/Homepages/DNQP/Dateien/Expertenstandards/Sturzprophylaxe/Sturz_2Akt_Auszug.pdf [Abgerufen am: 12.03.2026] in Anlehnung an: World Health Organization (WHO). Global Report on Falls in Older Age. 2007, http://www.who.int/ ageing/projects/falls_prevention_older_age/en/, Zugriff: 29.05.2012

[2] Robert-Koch-Institut (2024): Stürze (ab 65 Jahre), online unter: https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Gesundheitszustand/UnfaelleUndVerletzungen/Unfaelle/Stuerze/stuerze_node.html (abgerufen am 20.08.2026)

[3] Cochrane Deutschland (2025): Stürze in Pflegeheimen: Wie lassen sie sich verhindern? online unter: https://www.cochrane.de/news/stuerze-pflegeheimen-wie-lassen-sie-sich-verhindern (abgerufen am 20.08.2026)

[4] Robert Koch-Institut (2026): Das Unfallgeschehen bei Erwachsenen in Deutschland – Ergebnisse aus dem Unfallmodul des Panels „Gesundheit in Deutschland“ 2024. Journal of Health Monitoring, Stand: 20.05.2026. Online verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2026_11_06_Unfallgeschehen.html (abgerufen am 20.08.2026)

[5] Dachverband Osteologie e. V. (DVO). (2025). Körperliches Training zur Frakturprophylaxe: S3-Leitlinie (Version 1.1). AWMF. Online verfügbar unter:  https://register.awmf.org/assets/guidelines/183-002l_S3_Training_Frakturprophylaxe_2025-02_1.pdf (abgerufen am 24.08.2026)

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So funktioniert die Einstufung in Pflegegrade https://www.korian.de/ratgeber-magazin/so-funktioniert-die-einstufung-in-pflegegrade/ Wed, 10 Jan 2024 19:57:15 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=53174

Der Pflegegrad zeigt den individuellen Unterstützungsbedarf einer pflegebedürftigen Person an. Eine Pflege kann durch Unfälle, Erkrankungen und ganz normale Alterungsprozesse notwendig werden. Oft reicht im Alter ein Sturz oder ein Schlaganfall – und plötzlich tritt der Pflegefall ein. In anderen Fällen nimmt die Pflegebedürftigkeit schleichend zu, etwa bei einer fortschreitenden Erkrankung wie Demenz, Parkinson oder COPD.

Um Leistungen von der Pflegekasse zu erhalten, muss ein Mensch als pflegebedürftig eingestuft werden. Im Fokus der Einschätzung steht die Selbstständigkeit der Person. Je nach Schwere der Beeinträchtigung wird sie dann in einem System von fünf Pflegegraden eingestuft.

In diesem Artikel erfahren Sie: Welche Pflegegrade gibt es und wie werden sie festgelegt? Wie stelle ich einen Antrag und wie läuft das Begutachtungsverfahren ab? In den Unterkapiteln erfahren Sie außerdem, welche Voraussetzungen für die einzelnen Pflegegrade gelten und mit welchen Leistungen Sie rechnen können.

Was sind Pflegegrade?

Der Pflegegrad zeigt an, wie selbstständig eine pflegebedürftige Person ihren Alltag meistern kann, beziehungsweise wie viel Unterstützung sie braucht – und legt fest, welche Leistungen sie von der Pflegeversicherung erhält.

Dazu heißt es im Sozialgesetzbuch Buch XI § 15 Abs. 1[1]:

„Pflegebedürftige erhalten nach der Schwere der Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten einen Grad der Pflegebedürftigkeit (Pflegegrad). Der Pflegegrad wird mit Hilfe eines pflegefachlich begründeten Begutachtungsinstruments ermittelt.“

Es gibt fünf Pflegegrade. Je schwerer die Beeinträchtigung, desto höher der Pflegegrad und desto mehr Geld- und Sachleistungen stellt die Pflegekasse bereit. Mögliche Leistungen sind zum Beispiel das Pflegegeld, Pflegesachleistungen sowie Verhinderungspflege & Kurzzeitpflege.

Es gibt also nicht einen fixen Pflegegrad für bestimmte Erkrankungen, sondern es werden im Rahmen eines Begutachtungsverfahrens die individuellen körperlichen, kognitiven und psychischen Fähigkeiten bzw. Beeinträchtigungen einer Person betrachtet und mithilfe eines komplexen Punktesystems eingeordnet. Außerdem muss absehbar sein, dass die Person für mindestens ein halbes Jahr beeinträchtigt ist.

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Pflegegrad 1

Pflegegrad 1 bezeichnet nach § 15 SGB XI eine geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten (12,5 bis unter 27 Punkte im Begutachtungsverfahren). Betroffene sind in der Lage, ihren Alltag weitgehend selbstständig zu bewältigen. Sie benötigen punktuell Unterstützung, etwa bei der Haushaltsführung oder der Organisation von Arztbesuchen, sind jedoch in der Grundpflege noch weitgehend eigenständig. Mehr zum Pflegegrad 1.

Pflegegrad 2

Pflegegrad 2 beschreibt nach § 15 SGB XI eine erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten (27 bis unter 47,5 Punkte). Betroffene benötigen regelmäßige Unterstützung bei Alltagsaktivitäten wie Körperpflege, Mobilität oder Ernährung. Pflegegrad 2 ist der in Deutschland am häufigsten vergebene Pflegegrad. Mehr zum Pflegegrad 2.

Pflegegrad 3

Pflegegrad 3 kennzeichnet nach § 15 SGB XI schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten (47,5 bis unter 70 Punkte). Betroffene sind auf mehrmals tägliche Unterstützung bei der Selbstversorgung angewiesen – etwa bei der Körperpflege, dem An- und Ausziehen sowie der Nahrungsaufnahme. Eine eigenständige Alltagsbewältigung ist nur noch in Teilen möglich. Mehr zum Pflegegrad 3.

Pflegegrad 4

Pflegegrad 4 steht nach § 15 SGB XI für schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten (70 bis unter 90 Punkte). Betroffene können ihren Alltag nicht mehr eigenständig bewältigen. Die pflegerische Versorgung – einschließlich Grundpflege, Mobilität und Ernährung – muss nahezu vollständig durch andere Personen übernommen werden. Mehr zum Pflegegrad 4.

Pflegegrad 5

Pflegegrad 5 ist nach § 15 SGB XI der höchste Pflegegrad im deutschen Pflegesystem und beschreibt schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung (90 bis 100 Punkte). Betroffene sind vollständig auf pflegerische Unterstützung angewiesen und benötigen eine kontinuierliche, rund um die Uhr verfügbare Versorgung. Mehr zum Pflegegrad 5.

Was ist der Unterschied von Pflegegraden und Pflegestufen?

Im Januar 2017 haben die Pflegegrade das bisherige System der Pflegestufen abgelöst. Zuvor gab es drei Pflegestufen. In den Pflegestufen wurden Menschen danach eingeteilt, wie zeitaufwändig die Pflege ist, also wie viele Stunden pro Woche sie auf Hilfe angewiesen sind.

Das neue System mit den fünf Pflegegraden schätzt nun ein, wie pflegebedürftig jemand ist. Im Fokus der Betrachtung stehen die Alltagskompetenz und die eigenen Fähigkeiten. Was schafft ein Mensch noch alleine, wobei braucht er oder sie Hilfe? Im neuen System können Pflegesituationen individueller eingeschätzt werden. Außerdem werden Demenzpatient:innen und Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder geistigen Behinderung nun stärker berücksichtigt als früher im System der Pflegestufen.

Wie wird der Pflegegrad festgelegt?

Die Ermittlung des Pflegegrades folgt einem festen Ablauf (> Wie beantrage ich einen Pflegegrad?). Dabei ist es egal, ob die pflegebedürftige Person gesetzlich oder privat versichert ist. Die Pflegekasse beauftragt entweder den Medizinischen Dienst (MD, früher: MDK) bei gesetzlich Versicherten oder die Medicproof GmbH bei Privatversicherten. Diese stellen eine:n Gutachter:in, der oder die den Pflegebedarf ermittelt.

Glossar Pflegegrade

  • Medizinischer Dienst
    Der Medizinische Dienst nimmt im Auftrag der Pflegekasse die Begutachtung einer pflegebedürftigen Person vor und gibt eine Empfehlung an die gesetzliche Pflegekasse bezüglich des Pflegegrades ab. Das betrifft gesetzlich Versicherte. Mehr zum Medizinischen Dienst.
  • Medicproof
    Medicproof erstellt die Begutachtung für Privatversicherte. Der Medizinische Dienst bzw. Medicproof sind die im Sozialgesetzbuch XI genannten Gutachterdienste. Mehr zu Medicproof
  • Neues Begutachtungsassessment (NBA)
    Das komplexe Verfahren, anhand dessen Medizinischer Dienst oder Medicproof ihre Einstufung abgeben, ist das sogenannte Neue Begutachtungsassessment (NBA)[3] Darin werden die begutachteten sechs Lebensbereiche mit Gewichtungen versehen und innerhalb dieser Bereiche einzelne Alltagsaufgaben mit einem Wert zwischen 0 (selbstständig) und 3 Punkten (unselbstständig) quantifiziert.

Pflegegrade: Die sechs Module

Der Gutachter oder die Gutachterin betrachtet sechs Lebensbereiche – die sogenannten Module. Eine große Rolle spielt darunter das Modul Selbstversorgung. Am Ende ergibt sich so ein genauer Überblick über den notwendigen Hilfsbedarf und die Zuordnung zu einem von fünf Pflegegraden.

Diese sechs Lebensbereiche (Module) werden betrachtet:

  1. Mobilität: Wie selbstständig kann sich die Person fortbewegen? Kann sie gehen, stehen oder die Körperhaltung ändern? Kann sie z. B. Treppen steigen oder benötigt sie einen Rollator? (Gewichtung: 10 %)
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Wie gut kann sich die Person in ihrem Alltag zeitlich und räumlich orientieren? Erkennt sie Personen aus ihrem Umfeld? Kann sie Gespräche führen und ihre Bedürfnisse mitteilen? Kann sie eigene Entscheidungen treffen? (Modul 2 & 3 zusammen 15 %)
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen: Wie häufig benötigt die Person Hilfe aufgrund von psychischen Problemen? Zeigt sie ängstliches, aggressives, depressives oder anders auffälliges Verhalten? Wehrt sie sich gegen pflegerische Maßnahmen? (Modul 2 & 3 zusammen 15 %)
  4. Selbstversorgung: Wie selbstständig kann sich die Person im Alltag selbst versorgen? Braucht sie Unterstützung bei der Körperpflege, beim An- und Ausziehen oder beim Essen und Trinken? Kann sie allein die Toilette benutzen? (40 %)
  5. Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen: Welche Unterstützung benötigt die Person beim Krankheitsumgang? Setzt sie Therapieanweisungen um? Kann sie Medikamente selbstständig einnehmen? Braucht sie Hilfe bei Arztbesuchen, Verbandswechsel, Beatmung oder Dialyse? (20 %)
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte: Wie selbstständig und bewusst kann die Person ihren Tagesablauf gestalten? Kann sie eigenen Interessen nachgehen und diese selbst planen? Kann sie Kontakte pflegen und mit anderen interagieren? (15 %)

Die Einteilung nach Pflegegraden entspricht dann folgenden Punktzahlen:

Pflegegrad Punktzahl
1 12,5 bis unter 27
2 27 bis unter 47,5
3 47,5 bis unter 70
4 70 bis unter 90
5 90 bis 100

Wie beantrage ich einen Pflegegrad?

Sie können entweder für sich selbst einen Antrag auf Pflegeleistungen stellen oder, wenn Sie dazu bevollmächtigt sind, stellvertretend für eine andere Person bei deren Pflegekasse. Diese ist an die entsprechende Krankenkasse angegliedert. Sie können einen Pflegeantrag schriftlich, per Brief, Telefonat oder Formular stellen.

  1. Brief oder Telefonat: Im ersten Schritt genügt ein Anruf oder ein formloses Schreiben. Beim Schreiben muss der oder die Versicherte bzw. ein Bevollmächtigter (samt Beilage der Vollmacht) unterzeichnen.
  2. Antrag ausfüllen: Die Pflegekasse schickt Ihnen ein Antragsformular zu, das Sie ausgefüllt und unterschrieben zurückschicken müssen. Falls Sie Unterstützung benötigen, finden Sie auf der Website des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP)[2] eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe.
  3. Pflegebegutachtung: Ein Gutachter oder eine Gutachterin des Medizinischen Dienst oder der Medicproof GmbH besucht die pflegebedürftige Person in ihrem Zuhause und stellt fest, wie selbstständig sie ist – und welche Hilfe sie im Alltag benötigt. >So können Sie sich auf den Termin vorbereiten
  4. Bescheid: Das Gutachten geht automatisch an die Pflegekasse, die daraufhin entscheidet, ob eine Pflegebedürftigkeit vorliegt. Innerhalb von 25 Arbeitstagen nach Antragstellung teilt die Pflegekasse Ihnen das Ergebnis und den zugewiesenen Pflegegrad mit.

Der Antrag wurde abgelehnt oder Sie halten den Pflegegrad für zu niedrig? Dann können Sie gegen den Bescheid der Pflegekasse einen Widerspruch einlegen. Diesen müssen Sie innerhalb von einem Monat schriftlich an die Pflegekasse schicken. Mehr zum Widerspruch lesen Sie hier.

Vorbereitung auf den Begutachtungstermin

Die Begutachtungssituation empfinden viele als ungewohnt oder sogar unangenehm, immerhin geht es um teilweise sehr intime Fragen. Manche Pflegebedürftigen schätzen ihre Situation auch falsch ein. Deshalb sollten sie in dieser Situation immer von Angehörigen oder anderen Pflegepersonen begleitet werden.

Empfehlung: Seien Sie bei der Begutachtung ehrlich und beschönigen Sie die Situation nicht aus falscher Scham heraus. Nützlich ist ein vorab geführtes Pflegetagebuch, das helfen kann, den realistischen Pflegebedarf besser einzuschätzen. Außerdem sollten Sie Kopien folgender Unterlagen bereithalten:

  • Aktuelle Berichte von Ärzt:innen
  • Aktuelle Entlassungsberichte vom Krankenhaus oder der Reha-Einrichtung
  • Medikationsplan
  • Liste der genutzten Hilfsmittel, z. B. Brille, Hörgerät, Gehstock, Rollator
  • Pflegetagebuch oder andere Notizen über den Verlauf der Pflege
  • Falls vorhanden: Pflegedokumentation eines ambulanten Pflegedienstes
  • Falls vorhanden: Schwerbehindertenausweis

Wie genau die Pflegebegutachtung abläuft, ist auf den Seiten des MD[4] im Detail aufgeführt.

Kann ich den Pflegegrad auch wieder ändern?

Wenn eine Person einen Pflegegrad zugeteilt bekommt, bedeutet das nicht, dass sie diesen für immer behält. Der Pflegebedarf kann sich durch eine Besserung oder leider häufiger durch eine Verschlechterung des Gesundheitszustands ändern. Bemerken Sie, dass sich die Pflegesituation verändert oder die pflegebedürftige Person stärker auf die Hilfe von außen angewiesen ist als zuvor, können Sie eine höhere Einstufung beantragen. Das Pflegebegutachtungsverfahren wird dann wiederholt.

Pflegegrade im Überblick – das Wichtigste auf einen Blick

Ein Pflegegrad zwischen 1 und 5 gibt an, wie stark eine pflegebedürftige Person auf Unterstützung angewiesen ist. Der Pflegegrad wird bei der Pflegekasse beantragt und durch ein Gutachten bestätigt. Nach der Höhe des Pflegegrades richten sich die Geld- und Sachleistungen, die ein pflegebedürftiger Mensch erhält.

Häufige Fragen zu Pflegegraden | FAQ

Ein Pflegegrad drückt aus, wie stark ein pflegebedürftiger Mensch auf Unterstützung angewiesen ist. Gleichzeitig richtet sich auch die Höhe der Geld- und Sachleistungen nach dem Pflegegrad.

Das System umfasst fünf Pflegegrade. Mit ihrer Hilfe wird der Grad der Selbstständigkeit der Person klassifiziert – von „geringen Beeinträchtigungen“ bei Pflegegrad 1 bis zu „schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung“ bei Pflegegrad 5.

Zunächst wird bei der zuständigen Pflegekasse ein formloser Antrag gestellt. Die Kasse schickt anschließend einen förmlichen Antrag, der auszufüllen ist. Dann beauftragt die Kasse den sogenannten Medizinischen Dienst (bei gesetzlich Versicherten) bzw. Medicproof (bei Privatversicherten) ein Gutachten zu erstellen und den Pflegegrad einzuschätzen, den dann die Kasse formal bestätigt.

Je nach Höhe des Pflegegrades stehen dem pflegebedürftigen Menschen Geld- und Sachleistungen von unterschiedlicher Höhe und für verschiedene Verwendungszwecke zu.

Nein. Bis 2016 galt das System der Pflegestufen. In drei Pflegestufen wurde der Unterstützungsbedarf eingeschätzt. Seit 2017 wird die Einordnung in das sehr detailliertere System von fünf Pflegegraden vorgenommen.

Quellen:

[1] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (o.D.): Sozialgesetzbuch (SGB), Elftes Buch (XI), § 15 SGB XI Ermittlung des Grades der Pflegebedürftigkeit, Begutachtungsinstrument. Online verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__15.html [abgerufen am 19.08.2026]

[2] Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) (o. D.): Beratung zur Pflege. Online verfügbar unter: https://www.zqp.de/beratung-pflege/ [abgerufen am 19.08.2026]

[3] Deutsches Medizinrechenzentrum GmbH (DMRZ) (o. D.): Neues Begutachtungsassessment (NBA). Online verfügbar unter: https://www.dmrz.de/wissen/lexikon/n/neues-begutachtungsassessment-nba [abgerufen am 09.09.2026]

[4] Medizinischer Dienst Bund (o. D.): Pflegebegutachtung. Online verfügbar unter: https://www.medizinischerdienst.de/versicherte/pflegebegutachtung/ [abgerufen am 09.09.2026].

Weitere Quellen:

Medizinischer Dienst (o.D.): Pflegebegutachtung. Online verfügbar unter: https://www.medizinischerdienst.de/versicherte/pflegebegutachtung/ [abgerufen am 19.08.2026]

Bundesministerium für Gesundheit (o.D.): Pflegeversicherung, Zahlen und Fakten. Online verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/pflegeversicherung-zahlen-und-fakten.html [abgerufen am 19.08.2026]

vdek. Die Ersatzkassen (o.D.): Pflegegrade. Online verfügbar unter: https://www.vdek.com/presse/glossar_gesundheitswesen/pflegegrade.html [abgerufen am 19.08.2026]

Bundesministerium für Gesundheit (o.D.): Antragsverfahren. Online verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-pflege/pflegebeduerftig-was-nun.html [abgerufen am 19.08.2026]

pflege.de (o.D.) Pflegegrade. Online verfügbar unter: https://www.pflege.de/pflegekasse-pflegerecht/pflegegrade/  [abgerufen am 19.08.2026]

AOK (o.D.): Pflegegrad: Leistungen, Höherstufung, Widerspruch. Online verfügbar unter: https://www.aok.de/pk/pflege-im-alltag/pflegegrade/ [abgerufen am 19.08.2026]

Verbraucherzentrale (11.02.2026): Was Pflegegrade bedeuten und wie die Einstufung funktionier. Online verfügbar unter: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflegeantrag-und-leistungen/was-pflegegrade-bedeuten-und-wie-die-einstufung-funktioniert-13318 [abgerufen am 19.08.2026]

Stiftung ZQP (o.D.): Beratung zur Pflege. Online verfügbar unter: https://www.zqp.de/beratung-pflege/ [abgerufen am 19.08.2026]

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Demenz: Therapien und Behandlung https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-therapien-und-behandlung/ Fri, 08 Aug 2025 08:57:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=62355

Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung, die das Gedächtnis, die Denkfähigkeit und das Verhalten beeinträchtigt. Obwohl es derzeit keine Heilung gibt, können verschiedene Therapieansätze dazu beitragen, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Dabei spielen sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Therapien eine wichtige Rolle.

Medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlung bei Demenz

Die Demenz-Behandlung umfasst sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Ansätze, die idealerweise kombiniert werden.
Bei der Behandlung von Demenz mit Medikamenten werden häufig Acetylcholinesterase-Hemmer wie Donepezil, Rivastigmin oder Galantamin sowie der NMDA-Antagonist Memantin eingesetzt, um den kognitiven Abbau zu verlangsamen und Verhaltenssymptome zu mildern.
Nicht-medikamentöse Therapien spielen bei Demenz eine ebenso wichtige Rolle: Dazu zählen kognitive Trainings, Ergotherapie, Musik- und Kunsttherapie sowie strukturierte Tagesabläufe und eine demenzfreundliche Umgebungsgestaltung.
Diese Maßnahmen fördern die Selbstständigkeit, stärken soziale Kompetenzen und können Verhaltensauffälligkeiten reduzieren. Die individuelle Anpassung der Behandlung an die Bedürfnisse der Betroffenen steht dabei im Mittelpunkt.

Demenz: Früherkennung und Diagnose

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Medikamente bei Demenz

Die medikamentöse Behandlung von Demenz zielt darauf ab, mit Hilfe von Arzneimitteln Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. In Deutschland werden hauptsächlich folgende Wirkstoffgruppen eingesetzt:

Acetylcholinesterase-Hemmer

Diese Medikamente erhöhen die Verfügbarkeit des Botenstoffs Acetylcholin im Gehirn, was die Kommunikation zwischen den Nervenzellen verbessert. Beispiele sind Donepezil, Rivastigmin und Galantamin. Sie werden vor allem bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz eingesetzt und können Gedächtnis und Aufmerksamkeit verbessern.

NMDA-Rezeptor-Antagonisten

Der Wirkstoff Memantin gehört zu dieser Gruppe und beeinflusst das Glutamatsystem im Gehirn. Es wird bei mittelschwerer bis schwerer Demenz eingesetzt, um die geistige Leistungsfähigkeit zu stabilisieren.

Begleitmedikation

Bei Verhaltensauffälligkeiten oder psychischen Symptomen wie Depressionen, Angst, Aggression oder Schlafstörungen können in Einzelfällen Antidepressiva, Antipsychotika oder Neuroleptika verschrieben werden. Diese sollten jedoch mit Vorsicht eingesetzt werden, da sie teils erhebliche Nebenwirkungen haben.

Während Medikamente gewisse Symptome mildern können, führen sie nicht zu einer Heilung oder langfristigen Verlangsamung des Krankheitsverlaufs. Zudem sprechen nicht alle Menschen gleich gut auf die medikamentöse Therapie an und Nebenwirkungen können auftreten. Daher ist eine sorgfältige Abwägung der Vor- und Nachteile in Absprache mit Ärzt:innen wichtig.

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Nicht-medikamentöse Therapien bei Demenz

Neben der medikamentösen Behandlung spielen nicht-medikamentöse Therapien eine zentrale Rolle bei der Förderung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz. Sie helfen dabei, vorhandene Fähigkeiten zu bewahren, das Wohlbefinden zu steigern, den Alltag zu strukturieren und herausforderndes Verhalten zu reduzieren. Einige dieser Therapien, wie beispielsweise die Physiotherapie, können ärztlich verordnet werden. Besonders wirksam sind nicht-medikamentöse Ansätze, wenn sie an die individuelle Biografie des Menschen mit Demenz anknüpfen. Folgende Therapieformen werden bei Korian angewendet.

Gedächtnistraining

Gezielte Übungen sollen die kognitiven Fähigkeiten stimulieren und das Erinnerungsvermögen fördern. Dabei werden beispielsweise Spiele, Rätsel oder spezielle Computerprogramme eingesetzt. Wichtig ist, dass die Übungen an den individuellen Fähigkeiten des Menschen mit Demenz ausgerichtet sind, um Überforderung zu vermeiden.

Physiotherapie

Physiotherapie zielt darauf ab, die Mobilität, Balance und körperliche Fitness zu erhalten oder zu verbessern. Regelmäßige Bewegung kann zudem positive Effekte auf die Stimmung und das allgemeine Wohlbefinden haben.

Ein junger Pfleger hilft einer Pflegeheimbewohnerin bei Sportübungen mit einer Stange. Die beiden sind im Garten unter einem Pavillon.

Ergotherapie

Die Ergotherapie unterstützt Menschen mit Demenz dabei, alltägliche Fähigkeiten zu erhalten oder wiederzuerlangen. Dies kann das Ankleiden, die Körperpflege oder das Zubereiten von Mahlzeiten umfassen. Durch gezielte Aktivitäten wird die Selbstständigkeit gefördert und der Alltag erleichtert.

Logopädie

Im Rahmen der Logopädie wird an den Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten gearbeitet. Ziel ist es, die Verständigung zu erleichtern und Schluckstörungen zu behandeln, die im Verlauf der Demenz auftreten können.

Musiktherapie

Musik kann emotionale Reaktionen hervorrufen und Erinnerungen wecken. In der Musiktherapie werden Lieder gesungen oder Instrumente gespielt, um positive Gefühle zu fördern und Verhaltensauffälligkeiten zu reduzieren.

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Kunsttherapie

Durch kreatives Gestalten können Menschen mit Demenz Gefühle ausdrücken und Erfolgserlebnisse erfahren. Die Kunsttherapie bietet einen nonverbalen Kommunikationsweg und kann das Selbstwertgefühl stärken.

Basale Stimulation

Diese Methode richtet sich vor allem an Menschen mit fortgeschrittener Demenz. Durch einfache Reize wie Berührungen, Klänge oder Bewegungen werden die Sinne angesprochen, was zu Wohlbefinden und Entspannung führen kann.

Validation

Validation ist eine auf Wertschätzung basierende Kommunikationsmethode, die darauf abzielt, die Gefühle und Perspektiven von Menschen mit Demenz anzuerkennen und zu validieren. Durch einfühlsames Eingehen auf die emotionale Realität des Menschen mit Demenz wird Vertrauen aufgebaut und Stress reduziert.

Milieugestaltung

Die Anpassung der Umgebung kann dazu beitragen, Orientierung und Sicherheit zu fördern. Dies umfasst beispielsweise eine klare Raumgestaltung, gut lesbare Beschilderungen und eine ruhige Atmosphäre, die Überforderung und Unruhe reduzieren. Je nach Krankheitsverlauf erfolgt eine Anpassung der Umgebung and die vorhandenen Fähigkeiten des Menschen mit Demenz sowie dessen Bedürfnisse.

Milieugestaltung bei Demenz

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Grenzen und Chancen der Therapiemöglichkeiten

Trotz vielfältiger medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapieansätze ist es wichtig zu verstehen, dass Demenz eine fortschreitende Erkrankung ist. Die verfügbaren Behandlungen können das Fortschreiten verlangsamen und die Lebensqualität verbessern, jedoch nicht heilen. Zudem wirken die Methoden individuell sowie je nach Demenzform unterschiedlich und erfordern eine kontinuierliche Anpassung an das jeweilige Stadium der Erkrankung.

Informationsquellen

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft engagiert sich für ein besseres Leben mit Demenz. Sie unterstützt und berät Menschen mit Demenz und ihre Familien.

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Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Seit über 25 Jahren setzt sich die AFI mit ihrer unabhängigen Forschungsförderung dafür ein, dass Alzheimer heilbar wird. Darüber hinaus unterstützt sie Betroffene und Interessierte mit umfassenden Informationen zu Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen.

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Wegweiser Demenz

Das interaktive Informationsportal des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendbietet Ihnen zahlreiche Informationen rund um das Thema Demenz und ermöglicht den Austausch zwischen Betroffenen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Es gibt keine Heilung für Demenz, aber bestimmte Medikamente können den Krankheitsverlauf verlangsamen und Symptome lindern.

Medikamente wie Acetylcholinesterase-Hemmer und NMDA-Rezeptor-Antagonisten werden verwendet, um Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.

Acetylcholinesterase-Hemmer wie Donepezil, Rivastigmin und Galantamin werden vor allem bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz eingesetzt.

Medikamente können das Fortschreiten der Demenz verlangsamen und Symptome lindern, aber sie führen nicht zu einer Heilung.

Nicht-medikamentöse Therapien umfassen Gedächtnistraining, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Musiktherapie und Kunsttherapie, die die Lebensqualität verbessern.

Gedächtnistraining hilft, kognitive Fähigkeiten zu stimulieren und das Erinnerungsvermögen zu fördern, indem es auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten eingeht.

Physiotherapie unterstützt die Mobilität und Balance, fördert die körperliche Fitness und hat positive Auswirkungen auf die Stimmung und das Wohlbefinden.

Basale Stimulation nutzt einfache Reize wie Berührungen und Klänge, um die Sinne anzusprechen, das Wohlbefinden zu steigern und Entspannung zu fördern.

Die Validation ist eine einfühlsame Kommunikationsmethode, die darauf abzielt, die Gefühle und Perspektiven von Menschen mit Demenz zu anerkennen und Stress zu reduzieren.

Eine angepasste Umgebung, die Orientierung und Sicherheit bietet, kann das Wohlbefinden der Menschen mit Demenz erheblich steigern und Überforderung reduzieren.

Der Positive Care Ansatz setzt auf nicht-medikamentöse Therapien, um das Wohlbefinden von Senioren zu fördern und Fähigkeiten in den Bereichen Verhalten, Kognition und Mobilität zu erhalten.

 

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Demenz und Kommunikation: mehr als nur Worte https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-und-kommunikation-mehr-als-nur-worte/ Tue, 05 Aug 2025 07:19:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=62951

Kommunikation bei Demenz verändert sich im Verlauf der Erkrankung: Betroffenen fällt es zunehmend schwer, Gedanken in Worte zu fassen, Gesprächen zu folgen oder Gesagtes zu verstehen. Trotzdem bleibt Kommunikation möglich und wichtig. Neben kurzen, klaren Worten gewinnen nonverbale Signale wie Mimik, Gestik, Blickkontakt, Körperhaltung, Tonfall und Berührungen an Bedeutung. Geduld, Wertschätzung und eine an die Fähigkeiten der betroffenen Person angepasste Sprache helfen dabei, Missverständnisse zu vermeiden und miteinander in Verbindung zu bleiben.

Kommunikation bei Demenz: Herausforderungen

Im Verlauf der Erkrankung verändern sich die Kommunikationsfähigkeiten von Menschen mit Demenz erheblich. Mit fortschreitender Demenz fällt es vielen zunehmend schwer, Gedanken in Worte zu fassen, Gesprächen zu folgen oder Gesagtes zu verstehen.

Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Nachlassende Gedächtnisleistung: Namen, Begriffe oder Zusammenhänge werden vergessen. Auch dieselbe Frage kann mehrfach gestellt werden.
  • Sprachstörungen: Wörter werden verwechselt oder Sätze bleiben unvollständig.
  • Verändertes Sprachverständnis: Ironie, abstrakte Begriffe oder komplizierte Sätze können zu Missverständnissen führen.
  • Abnehmende Konzentration: Längere Gespräche sowie mehrere oder komplexe Fragen können überfordern.
  • Beeinträchtigte zeitliche Orientierung: Vergangenheit und Gegenwart können miteinander verwechselt werden.

Wie verändert sich die Kommunikation im Verlauf der Demenz?

Im Verlauf der Erkrankung nimmt die Fähigkeit zur verbalen Kommunikation ab. Gleichzeitig werden nonverbale Signale wie ein Lächeln, Berührungen oder der Tonfall immer wichtiger.

Die Kommunikation kann sich dabei je nach Stadium der Erkrankung unterschiedlich verändern:

  • Frühstadium: Zu Beginn treten häufig Wortfindungsstörungen und Wiederholungen auf. Auch das Folgen von Gesprächen kann zunehmend schwerfallen.
  • Mittleres Stadium: Die Schwierigkeiten beim Verstehen und Ausdrücken von Sprache nehmen zu. Gespräche werden kürzer und Missverständnisse treten häufiger auf.
  • Spätstadium: In fortgeschrittenen Phasen gehen sprachliche Fähigkeiten häufig zunehmend verloren. Dadurch wird die nonverbale Kommunikation besonders wichtig. Gestik, Mimik und Blickkontakt können dann eine zentrale Rolle übernehmen.

Diese fortlaufenden Veränderungen können zu Missverständnissen und Frustration auf beiden Seiten führen. Wichtig ist deshalb zu verstehen: Menschen mit Demenz sind nicht absichtlich „schwierig“. Ihre Fähigkeit zur Kommunikation ist durch die Erkrankung beeinträchtigt.

Der Kontakt mit Menschen mit Demenz erfordert daher Geduld, Empathie und angepasste Kommunikationsstrategien.

Demenz: Diagnose, Therapien, Verlauf

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Grundlagen für eine gelingende Kommunikation mit Menschen mit Demenz

Eine gute Kommunikation mit Menschen mit Demenz ist möglich, wenn wir uns auf ihre Welt einlassen, Geduld zeigen und unsere Sprache anpassen.

Dabei geht es nicht darum, alles „richtig“ zu machen. Entscheidend sind echtes Interesse, Wertschätzung und das gemeinsame Erleben von Momenten. Oft sind es gerade kleine Gesten, die am meisten verbinden.

Um die Kommunikation mit Menschen mit Demenz zu erleichtern, sollte auf Folgendes geachtet werden:

  • Geduld und Wertschätzung: Menschen mit Demenz spüren, wie mit ihnen gesprochen wird – auch dann, wenn sie nicht jedes Wort verstehen.
  • Die eigene Haltung: Ein ruhiger, freundlicher Ton und echtes Interesse vermitteln Sicherheit und Geborgenheit.
  • An den aktuellen Fähigkeiten orientieren: Die Kommunikation sollte dem jeweiligen Stand der Fähigkeiten entsprechen. Überforderung sollte vermieden werden, gleichzeitig sollte man nicht „wie mit einem Kind“ sprechen.
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Praktische Tipps für die Kommunikation mit Menschen mit Demenz:

Die Kommunikation kann durch einfache Anpassungen im Alltag erleichtert werden. Hilfreich sind insbesondere folgende Punkte:

  • Blickkontakt aufnehmen, auf Augenhöhe sprechen und den Namen der Person nennen.
  • Kurze und klare Sätze verwenden sowie langsam und deutlich sprechen.
  • Fragen so formulieren, dass sie mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können oder maximal zwei Alternativen anbieten, zum Beispiel: „Möchtest du Tee oder Kaffee?“
  • W-Fragen wie „Wer?“, „Was?“, „Wo?“, „Wie?“ oder „Wann?“ sind besser geeignet als „Warum“-Fragen, da sie keine logischen Erklärungen verlangen.
  • Wichtige Informationen wiederholen und dabei möglichst immer dieselbe Formulierung verwenden.
  • Positive Formulierungen wählen und Ironie sowie Fachbegriffe vermeiden.
  • Gesprochene Worte durch Gestik und Mimik unterstützen.
  • Berührungen können Sicherheit und Nähe vermitteln, sofern sie gewünscht sind.
  • Der Person Zeit zum Antworten geben, Pausen aushalten und nicht sofort nachfragen.
  • Unterbrechungen und Korrekturen vermeiden.
  • Über vertraute und biografische Themen aus der Vergangenheit sprechen.
  • Gemeinsame Aktivitäten, zum Beispiel Musik hören oder Fotos anschauen, nutzen, um Erinnerungen und Gefühle zu wecken.
  • Verständnis für die Gefühle und Bedürfnisse der Person zeigen. Dabei sollte genau auf ihre Körpersprache geachtet werden, um Bedürfnisse besser zu verstehen.
  • Gespräche möglichst in einer ruhigen und vertrauten Umgebung führen.

Validation bei Demenz: Die Welt des Gegenübers anerkennen

Validation ist eine Kommunikationsmethode, die von Naomi Feil entwickelt wurde. Sie basiert auf der Grundhaltung, die subjektive Realität von Menschen mit Demenz anzuerkennen und wertzuschätzen, anstatt sie zu korrigieren.

Menschen mit Demenz leben zunehmend in ihrer eigenen Realität, die für Außenstehende oft schwer nachvollziehbar ist. Die Methode der Validation hilft dabei, Menschen mit Demenz in ihrer Gefühls- und Erlebniswelt ernst zu nehmen und abzuholen.

Dies kann dazu beitragen, Spannungen zu reduzieren und das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz zu steigern.

Wichtige Grundsätze der Validation

  • Akzeptanz: Ohne Bewertung auf die Realität der Person eingehen. Nicht widersprechen oder korrigieren, sondern akzeptieren, was gesagt wird – auch wenn es aus der eigenen Sicht „nicht stimmt“.
  • Empathie: Einfühlendes Verständnis für die Gefühle der Person zeigen. Auf Gefühle eingehen: Wenn jemand beispielsweise „nach Hause will“, steckt dahinter oft das Bedürfnis nach Geborgenheit.
  • Authentizität: Ehrliche und echte Äußerungen zeigen. Nonverbale Kommunikation kann dabei verstärkt werden: Ein Lächeln, eine sanfte Berührung oder ein freundlicher Blick sagen oft mehr als viele Worte.

1. „Wo ist denn meine Mama?“

Eine Person mit Demenz fragt immer wieder nach ihrer Mutter, obwohl sie selbst schon sehr alt ist.

Anstatt zu erklären, dass die Mutter längst verstorben ist, wird ihre emotionale Realität anerkannt:

„Ja, die Mama ist unersetzlich. Ich liebe meine Mama auch.“
„Was hast du denn gern mit deiner Mutter gemacht?“

So fühlt sich die Person mit Demenz verstanden und kann über ihre Gefühle sprechen.

2. „Ich muss kochen. Die Kinder haben Hunger.“

Eine Seniorin äußert nachts, dass sie für ihre Kinder kochen müsse.

Statt sie zu korrigieren – „Deine Kinder sind doch längst erwachsen“ – wird auf das dahinterliegende Bedürfnis eingegangen:

„Du kochst ja gerne, das weiß ich. Was ist dein Lieblingsrezept?“

Das Gespräch lenkt die Aufmerksamkeit auf positive Erinnerungen und beruhigt die Seniorin mit Demenz.

3. Ausdruck von Traurigkeit oder Verlorenheit

Eine Person mit Demenz sagt: „Ich habe mich selbst verloren.“

Statt mit Ironie zu reagieren, wird empathisch geantwortet:

„Ich habe dich nicht verloren.“
„Ich freue mich immer, wenn ich dich sehe.“

Das gibt Sicherheit und vermittelt Wertschätzung.

Grundsätzlich helfen bei der Validierung auch der Einbezug der Biografie, bekannter Vorlieben und verschiedener Sinneseindrücke. Hat eine Person mit Demenz beispielsweise erzählt, dass sie früher immer gesungen hat und hat nun Schwierigkeiten beim Einschlafen kann abends zusammen etwas gesungen werden. Dies kann beruhigend wirken und bei Einschlafen unterstützen.

Fazit:

Die Kommunikation mit Menschen mit Demenz erfordert Einfühlungsvermögen, Geduld und Anpassungsfähigkeit. Durch das Einstellen auf die veränderten Bedürfnisse und das Nutzen von Methoden wie der Validation kann eine wertschätzende und unterstützende Beziehung aufrechterhalten werden. Dies trägt nicht nur zum Wohlbefinden des Menschen mit Demenz bei, sondern erleichtert auch den Alltag der Angehörigen.

Quellen

Alzheimer Forschung Initiative e. V. (o. D.). Alzheimer Forschung Initiative. https://www.alzheimer-forschung.de/

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. (o. D.). Deutsche Alzheimer Gesellschaft. https://www.deutsche-alzheimer.de/

Wegweiser Demenz. (o. D.). Wegweiser Demenz. https://www.wegweiser-demenz.de/

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Biografiearbeit in der Pflege: Lebensgeschichten verstehen und begleiten https://www.korian.de/ratgeber-magazin/biografiearbeit-in-der-pflege/ Thu, 27 Aug 2026 10:07:08 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=71247

Biografiearbeit in der Pflege sorgt dafür, dass Pflegebedürftige nicht auf ihren Unterstützungsbedarf reduziert werden, sondern als Menschen mit eigener Lebensgeschichte wahrgenommen werden. Sie hilft Pflegekräften und Angehörigen dabei, Gewohnheiten, Vorlieben und Bedürfnisse einer Person zu verstehen und individuell darauf einzugehen.

Jeder Mensch hat seine einzigartige Lebensgeschichte – geprägt von Höhen und Tiefen, Erfolgen und Herausforderungen. Wer sich mit der Vergangenheit eines Menschen beschäftigt, versteht seine Bedürfnisse und Handlungen im Hier und Jetzt besser. Das gilt besonders für Menschen mit Demenz, die sich oft nicht mehr selbst mitteilen können. Angehörige, Pflegekräfte und Betreuungspersonen können durch Biografiearbeit gemeinsam eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen.

Dieser Artikel beantwortet die zentralen Fragen zur Biografiearbeit in der Pflege: was sie bedeutet, warum sie wichtig ist, welche Ziele sie verfolgt, welche Methoden sich bewährt haben und wie Angehörige sowie Pflegekräfte sie im Alltag konkret umsetzen können.

Was ist Biografiearbeit in der Pflege?

Biografiearbeit in der Pflege bezeichnet den vertrauensvollen, fortlaufenden Prozess, in dem die Lebensgeschichte, Erfahrungen und Persönlichkeit eines pflegebedürftigen Menschen erfasst und in die Pflege einbezogen werden. Dabei geht es um deutlich mehr als reine Lebensdaten wie Geburtsort oder Berufsweg.
Im Mittelpunkt stehen die emotionalen Verbindungen zu einzelnen Lebensphasen. Welche Erlebnisse haben eine Person geprägt? Welche Menschen, Orte und Rituale waren ihr wichtig? Diese Informationen schaffen ein tieferes Verständnis für die pflegebedürftige Person und bilden die Grundlage für eine individuelle, ressourcenorientierte Pflege und Betreuung.
Biografiearbeit ist kein einmaliges Gespräch, sondern ein Prozess, der sich über die gesamte Pflegezeit weiterentwickelt. Auch die aktuelle Lebensphase in der Pflegeeinrichtung oder zu Hause wird Teil dieser fortlaufenden Lebensgeschichte.

Ziele von Biografiearbeit

Biografiearbeit in der Pflege verfolgt mehrere zentrale Ziele:

  • Identität und Selbstbild stärken: Rückblicke auf das eigene Leben machen Kontinuität und Selbstwirksamkeit erlebbar, gerade wenn sich Lebensumstände und körperliche Möglichkeiten im Alter verändern.
  • Vertrauen und Sicherheit schaffen: Wer die Lebensgeschichte eines Menschen kennt, kann einfühlsamer auf dessen Bedürfnisse eingehen.
  • Kommunikation fördern: Vertraute Erinnerungen eröffnen neue Gesprächsanlässe, aktivieren das Langzeitgedächtnis und wirken sozialer Isolation entgegen.
  • Ressourcen aktivieren: Persönliche Stärken und frühere Bewältigungsstrategien lassen sich in den Pflegealltag einbinden.
  • Belastende Erlebnisse verarbeiten: Biografiearbeit kann helfen, schwierige Lebensphasen einzuordnen und emotional zu verarbeiten.
  • Lebensübergänge begleiten: Ob Krankheit, Verlust oder der Umzug in ein Pflegeheim – biografisches Wissen unterstützt dabei, solche Veränderungen leichter zu bewältigen.
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Wichtige biografische Informationen

Eine Pflegebiografie sammelt Informationen aus verschiedenen Lebensbereichen, um ein möglichst vollständiges Bild der Person zu erhalten:

  • Herkunft und Kindheit: Geburtsort, Familienverhältnisse, prägende Kindheitserinnerungen
  • Schule, Ausbildung und Beruf: beruflicher Werdegang, erworbene Konsequenzen, besondere Erfolge oder Herausforderungen
  • Familie und Beziehungen: Partnerschaft, Kinder, wichtige Bezugspersonen
  • Hobbys und Interessen: Musik, Kunst, Literatur, Sport, Handwerk, Verein/Stammtisch, Ehrenamt, Natur/Tiere, Reisen/Ausflüge
  • Alltag, Rituale und Werte: persönliche Gewohnheiten, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen
  • Prägende Ereignisse und Wendepunkte: besondere Erlebnisse, die das Leben nachhaltig beeinflusst haben
  • Vorlieben und Abneigungen im Alltag: etwa bei Ernährung, Tagesstruktur oder Körperpflege

Diese Angaben werden vertraulich dokumentiert und ausschließlich genutzt, um die Pflege und Betreuung individuell zu gestalten.

Methoden der Biografiearbeit

Es gibt zahlreiche Wege, die Lebensgeschichte eines Menschen zu entdecken, festzuhalten und wertzuschätzen. Angehörige, Betreuungspersonen und Pflegekräfte können dabei gemeinsam mitwirken.

  • Biografiegespräche: Regelmäßige Gespräche über die Vergangenheit – etwa zu Lieblingsorten, prägenden Erlebnissen oder Lebensweisheiten – bilden die Basis der Biografiearbeit. Offene Fragen wie „Wie war das früher für Sie?“ laden zum Erzählen ein.
  • Erinnerungsbox und Erinnerungskiste: Fotos, Briefe, Tagebücher und persönliche Erinnerungsstücke werden gesammelt und griffbereit aufbewahrt, um Erinnerungen jederzeit lebendig werden zu lassen.
  • Fotoalben und Fotocollagen: Bilder aus verschiedenen Lebensphasen wecken Erinnerungen und bieten wertvolle Gesprächsanlässe im Pflegealltag.
  • Lebensbuch: In einem Lebensbuch werden wichtige Stationen, Geschichten und Erlebnisse schriftlich oder in Audioform festgehalten – ein bleibendes Zeugnis der individuellen Lebensgeschichte.
  • Musik: Vertraute Lieder aus Kindheit, Jugend oder besonderen Lebensphasen können das Langzeitgedächtnis aktivieren und positive Gefühle hervorrufen.
  • Gerüche und Sinneseindrücke: Bestimmte Düfte – etwa nach Gebäck, Blumen oder vertrauten Orten – wecken oft besonders intensive und emotionale Erinnerungen.
  • Weitere kreative Methoden: Zeitlinien, Lebensbäume, Videoporträts, Gedichtsammlungen oder gemeinsame Bastelarbeiten ergänzen die klassischen Methoden der Biografiearbeit.

So hilfreich diese Methoden sind – im Kern ist Biografiearbeit keine zusätzliche Aufgabe, die eine bestimmte Technik erfordert, sondern vor allem eine Haltung: die alltägliche Offenheit, sich für die Lebensgeschichte und die Einzigartigkeit eines Menschen zu interessieren. Diese Offenheit zeigt sich oft ganz beiläufig – im kurzen Plausch während einer Pflege- oder Betreuungsmaßnahme, wenn der Haustechniker eine Glühbirne wechselt, die Verwaltungskraft einen Brief für eine Bewohnerin frankiert oder die Reinigungskraft beim Wischen ein paar Worte wechselt. In solchen scheinbar nebensächlichen Momenten liegt viel Potenzial: aufmerksam zuzuhören, was erzählt wird, und zu beobachten, wie ein Mensch sich verhält und worauf er reagiert. Allein dadurch lässt sich bereits sehr viel über einen Menschen erfahren – über seine Biografie und darüber, was ihm wirklich wichtig ist. Biografiearbeit gelingt deshalb nicht nur durch gezielte Methoden, sondern vor allem durch eine Kultur des aufmerksamen Miteinanders, die von allen im Haus getragen wird.

Bei Menschen mit einer dementiellen Erkrankung gewinnt Biografiearbeit eine besondere Bedeutung. Während das Kurzzeitgedächtnis oft beeinträchtigt ist, bleiben Erinnerungen aus früheren Lebensphasen häufig lange erhalten. Vertraute Lieder, Gerüche oder Gegenstände können deshalb gezielt genutzt werden, um Kontakt herzustellen und Wohlbefinden zu fördern.

Besonderheiten in der Praxis

  • Informationen zur Biografie helfen dabei, herausforderndes Verhalten besser einzuordnen – etwa wenn eine Person unruhig wirkt, weil eine vertraute Tagesstruktur fehlt.
  • Bekannte Rituale, etwa aus dem Berufsleben oder der Kindheit, können in den Tagesablauf integriert werden und Sicherheit vermitteln.
  • Da sich Menschen mit fortgeschrittener Demenz oft nicht mehr selbst äußern können, sind die von Angehörigen bereitgestellten biografischen Informationen für die Pflege besonders wertvoll.

Praxisbeispiele: Eine Bewohnerin, die früher als Bäckerin gearbeitet hat, reagiert positiv auf den Duft von frisch gebackenem Brot und lässt sich dadurch leichter zu einer Mahlzeit motivieren. Ein ehemaliger Gärtner findet Beruhigung, wenn er im Garten der Einrichtung mithelfen darf.

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Herausforderungen und Grenzen von Geografiearbeit

Biografiearbeit ist ein wertvolles Instrument, stößt in der Praxis aber auch an Grenzen:

  • Zeitliche Ressourcen: Ausführliche Gespräche und das Sammeln von Erinnerungsmaterial benötigen Zeit, die im Pflegealltag nicht immer in gewünschtem Umfang zur Verfügung steht.
  • Emotionale Belastung: Erinnerungsarbeit kann auch schmerzhafte oder traumatische Erlebnisse berühren. Ein einfühlsamer, achtsamer Umgang ist deshalb notwendig.
  • Lückenhafte Informationen: Nicht immer stehen Angehörige zur Verfügung, die über die Lebensgeschichte Auskunft geben können.
  • Datenschutz und Privatsphäre: Biografische Informationen sind sensible persönliche Daten. Sie müssen vertraulich behandelt und ausschließlich zweckgebunden verwendet werden.
  • Individuelles Tempo: Nicht jede Person möchte im gleichen Umfang über die eigene Vergangenheit sprechen. Der Wunsch nach Privatsphäre muss respektiert werden.

„Biografiearbeit: Ein Leben, viele Kapitel“

In dieser Folge des Podcast Fokus Pflege spricht Elisabeth Scharfenberg mit Prof. Dr. Angelika Zegelin über die Bedeutung von Lebensgeschichten in der Pflege. Warum ist zuhören ein professioneller Pflegeakt? Und wie verändert Biografiearbeit den Pflegealltag? Ein Gespräch über Würde, Beziehung und die Kraft persönlicher Geschichten.

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Praktische Tipps für Angehörige

Angehörige spielen eine zentrale Rolle in der Biografiearbeit, da sie oft über wertvolles Wissen zur Lebensgeschichte verfügen. Folgende Checkliste unterstützt beim Einstieg:

Checkliste: Biografische Gespräche einfühlsam führen

  • Ruhige, ungestörte Umgebung wählen – ohne Zeitdruck und ohne Ablenkung durch andere Personen oder Geräusche
  • Erinnerungsstützen einsetzen – Fotos, Briefe, Musik oder vertraute Gegenstände als Gesprächsanlass nutzen, statt direkt mit Fragen zu beginnen
  • Mit leichten, positiven Themen starten – schwierige oder belastende Erinnerungen nicht erzwingen
  • Offene statt geschlossene Fragen stellen – z. B. „Wie war das damals für Sie?“ statt Ja/Nein-Fragen
  • Aktiv zuhören – ausreden lassen, nicht unterbrechen, keine vorschnellen Antworten liefern
  • Tempo und Grenzen der Person respektieren – wenn jemand nicht (mehr) sprechen möchte, das akzeptieren
  • Offen bleiben für Emotionen – auch Trauer, Wut oder Rührung dürfen Raum haben
  • Nicht bewerten oder korrigieren – auch bei lückenhaften oder widersprüchlichen Erinnerungen zuhören statt richtigzustellen
  • Wichtige Informationen im Nachgang festhalten – Notizen machen und bei Bedarf mit dem Pflegeteam teilen

Biografiearbeit im Pflegealltag bei Korian

Biografiearbeit ist ein fester Bestandteil einer person-zentrierten Pflege, wie sie auch bei Korian gelebt wird: Positive Care. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein, was ein Mensch pflegerisch benötigt, sondern wer dieser Mensch ist – mit seiner individuellen Geschichte, seinen Vorlieben und seinen Bedürfnissen.

Positive Care ist ein ganzheitlicher, personenzentrierter und fürsorglicher Ansatz mit Schwerpunkt auf nicht-medikamentösen Interventionen.

Fazit

Biografiearbeit würdigt das gelebte Leben eines Menschen, schafft Vertrauen und ermöglicht es Pflegenden wie Angehörigen, die pflegebedürftige Person in ihrer Einzigartigkeit wahrzunehmen.

Besonders bei Menschen mit Demenz zeigt sich der Wert der Biografiearbeit: Vertraute Erinnerungen können beruhigen, Kommunikation erleichtern und Sicherheit vermitteln. Wer sich aktiv an der Biografiearbeit beteiligt – ob als angehörige, betreuende oder in einer Pflegeeinrichtung arbeitende Person  – trägt dazu bei, dass jede Lebensgeschichte auch im Pflege- und Betreuungsalltag sichtbar und spürbar bleibt.

Häufige Fragen zur Biografiearbeit in der Pflege (FAQ)

Biografiearbeit in der Pflege ist ein fortlaufender, vertrauensvoller Prozess, bei dem die Lebensgeschichte, Erfahrungen und Persönlichkeit eines pflegebedürftigen Menschen erfasst werden. Sie bildet die Grundlage für eine individuelle, ressourcenorientierte Pflege und Betreuung.

Biografiearbeit hilft, pflegebedürftige Menschen individuell wahrzunehmen. Sie stärkt Identität und Würde, fördert Vertrauen und Kommunikation und unterstützt Pflege- und Betreuungskräfte dabei, Verhalten besser zu verstehen und Pflegeentscheidungen individuell zu begründen.

Zu den gängigen Methoden zählen Biografiegespräche, Erinnerungsboxen, Fotoalben, Lebensbücher sowie der gezielte Einsatz von Musik und vertrauten Gerüchen. Auch Zeitlinien, Videoporträts und gemeinsame Aktivitäten kommen zum Einsatz.

Bei Demenz bleiben Erinnerungen aus früheren Lebensphasen oft länger erhalten als aktuelle Ereignisse. Vertraute Musik, Gerüche oder Rituale können deshalb beruhigend wirken, Kommunikation erleichtern und helfen, herausforderndes Verhalten besser einzuordnen.

Biografiearbeit gelingt am besten gemeinsam: Angehörige und Bezugspersonen bringen ihr Wissen über die Lebensgeschichte ein, Pflege- und Betreuungskräfte greifen dieses Wissen im Alltag auf und setzen es in die individuelle Unterstützung  um.

Angaben zu Herkunft und Kindheit, Ausbildung und Beruf, Familie, Hobbys, Alltag und Werten sowie prägenden Lebensereignissen können wichtig sein. Auch persönliche Vorlieben und Abneigungen sind relevant.

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Demenz: Früherkennung und Diagnose https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-frueherkennung-und-diagnose/ Thu, 06 Feb 2025 10:02:33 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=61465

Demenzerkrankungen beginnen schleichend. Das macht diese Krankheit so fatal und für Angehörige der Betroffenen zu einer Herausforderung. Es ist ein bekanntes Muster: Erst im Rückblick werden Einschränkungen von Betroffenen als Symptome einer Demenz erkannt.

Es ist wichtig, dass betreuende Angehörige Symptome einer Demenz als solche erkennen. Denn: Je eher dann eine Ärztin/ ein Arzt die Diagnose stellt, desto früher kann mit der Behandlung begonnen werden. Außerdem können die beobachteten Symptome auch von einer anderen Erkrankung stammen, die behandelbar ist – zum Beispiel Depressionen, Vitaminmangel, Flüssigkeitsmangel oder Elektrolytstörungen.

Und auch wenn der überwiegende Teil der Demenzerkrankungen nicht heilbar ist, können so doch früher Maßnahmen eingeleitet werden, die Betroffenen das Leben leichter machen. Außerdem können sich sowohl Erkrankte wie auch Angehörige rechtzeitig mental auf die Krankheit und eine womöglich drohende Verschlimmerung einstellen.

11 Warnsignale für Demenz

Zur Hilfestellung für Angehörige hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft elf Warnsignale für eine beginnende Demenzerkrankung definiert. Sobald mehr als ein Warnsignal auf einen Menschen zutrifft, wird empfohlen, Kontakt zu einem Arzt oder einer Ärztin aufzunehmen. Die elf Warnsignale sind:

  1. Gedächtnisstörungen
  2. Gesprächen nicht mehr folgen können
  3. Fehlende zeitliche und/oder räumliche Orientierung
  4. Rückzug von der Arbeit oder sozialen Aktivitäten
  5. Fehlende Worte im Gespräch
  6. Probleme, den Überblick zu behalten
  7. Schwierigkeiten mit alltäglichen Aufgaben
  8. Schlechtes oder vermindertes Urteilsvermögen
  9. Veränderungen der Stimmung und / oder des Verhaltens
  10. Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung
  11. Verlegen von Dingen

Diagnose der Demenz

Familienmitglieder, die vermuten, dass ihre Angehörigen betroffen sind, haben unterschiedliche Möglichkeiten für eine diagnostische Abklärung. Spezialisiert auf die Frühdiagnostik sind Gedächtnisambulanzen und Gedächtnissprechstunden (manchmal wird auch von Memory-Kliniken gesprochen). Fachkräfte untersuchen hier Verdachtsfälle auf Demenz. Etwa 160 solcher Gedächtnisambulanzen gibt es in Deutschland. Die regional zuständige Ambulanz finden Angehörige in einer Datenbank der Alzheimer Forschung Initiative.

Erstdiagnosen werden auch oft von Hausarzt oder Hausärztin gestellt. Empfohlen wird, dass diese dabei Fachkräfte für Neurologie, Psychiatrie oder Psychotherapie hinzuziehen. Dabei werden in der Regel sogenannte psychometrische Demenztests durchgeführt (psychometrisch = psychologisches Messen). Der bekannteste darunter ist der Uhrentest, bei dem Betroffene eine Uhr mit Zifferblatt und Zeigern sowie eine vorgegebene Uhrzeit einzeichnen sollen. Diese Tests etwa könnten auch Angehörige durchführen. Dabei besteht jedoch immer die Gefahr der falschen Interpretation. Außerdem kann ein einzelner Test wie der Uhrentest zwar Hinweise auf kognitive Beeinträchtigungen geben, er reicht jedoch allein natürlich nicht für eine eindeutige Diagnose aus!

Um andere Ursachen für die Symptome auszuschließen, führen Hausarzt oder Hausärztin in der Regel weitere differentialdiagnostische Untersuchungen durch. Dazu gehören bildgebende Verfahren wie ein Ultraschall des Gehirns, EEG oder MRT sowie Untersuchungen von Blut und eventuell auch Nervenwasser.

Aktuellen Forschungen zufolge kann auch ein Bluttest auf sogenannte MicroRNAs helfen, eine Demenz zu erkennen. MicroRNAs sind Moleküle mit regulierender Wirkung, welche die Herstellung von Proteinen und damit zentrale Abläufe des Stoffwechsels beeinflussen.

Demenz: Diagnose, Therapien, Verlauf

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Früherkennung von Demenz

Auch wenn sich manche Familienmitglieder in der Situation wiederfinden mögen, dass sich ältere Angehörige nicht untersuchen lassen wollen, sollten sie möglichst versuchen, diese doch davon zu überzeugen. Eine frühzeitige Diagnose von Demenz bietet verschiedene Vorteile. Und sollte doch eine andere behandelbare Erkrankung der Grund für die Symptome sein, kann das alle Beteiligten sehr entlasten.

Therapeutische Maßnahmen können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und Erkrankten das Leben erleichtern. Betroffenen und Angehörigen bleibt außerdem mehr Zeit, das Leben auf die neue Situation auszurichten. Das Wissen um die Erkrankung kann helfen, besser mit der Situation umzugehen, als in ständiger Sorge zu leben.

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Pflege bei chronischen Wunden: Ursachen, Wundversorgung und Hilfe im Alltag https://www.korian.de/ratgeber-magazin/pflege-bei-chronischen-wunden/ Tue, 18 Aug 2026 08:49:28 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=71141

Chronische Wunden können den Alltag stark verändern. Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit, wiederkehrende Verbandwechsel oder die Sorge vor einer Verschlechterung belasten viele Betroffene. Auch An- und Zugehörige stehen häufig vor Fragen: Wie wird eine chronische Wunde richtig versorgt? Was unterstützt die Wundheilung? Und wann sollte medizinischer Rat eingeholt werden?

Bei der Pflege von Menschen mit chronischen Wunden geht es deshalb um mehr als den regelmäßigen Verbandwechsel. Entscheidend ist eine Versorgung, die die Ursache der Wunde, die persönliche Lebenssituation und die individuellen Fähigkeiten der betroffenen Person berücksichtigt. Auch Lebensqualität, Selbstständigkeit und der möglichst sichere Umgang mit der Wunde im Alltag spielen eine wichtige Rolle.

Was ist eine chronische Wunde?

Eine Wunde entsteht durch eine Schädigung der Haut oder des darunterliegenden Gewebes. Heilt eine Wunde innerhalb von acht Wochen nicht ab, wird sie als chronische Wunde bezeichnet.
Für Betroffene ist jedoch nicht nur diese zeitliche Definition entscheidend: Eine Wunde, die keine erkennbare Heilungstendenz zeigt, sich verschlechtert oder immer wieder aufgeht, sollte frühzeitig fachlich beurteilt werden.

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Warum werden Wunden chronisch?

Chronische Wunden sind häufig Folge einer zugrunde liegenden Erkrankung oder bestimmter Risikofaktoren.

Ist beispielsweise die arterielle Durchblutung gestört, wird das Gewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bei Diabetes können Nervenschäden dazu führen, dass Druckstellen oder kleine Verletzungen zu spät wahrgenommen werden. Bei Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit kann anhaltender Druck das Gewebe schädigen.

Zu den häufigsten chronischen Wundarten gehören:

  • der Dekubitus,
  • das Ulcus cruris, beispielsweise venös, arteriell oder gemischt bedingt, und
  • das diabetische Fußulcus.

Deshalb gilt: Eine geeignete Wundauflage allein kann die Ursache einer chronischen Wunde nicht beseitigen. Für eine erfolgreiche Behandlung muss auch die zugrunde liegende Erkrankung oder Ursache berücksichtigt werden.

Pflege bei Diabetes – Tipps für pflegende Angehörige

Eine Pflegerin des Ambulante Pflegedienstes in Lehrte macht die Nägel einer pflegebedürftigen Frau in ihrer Wohnung sauber.

Welche Faktoren können die Wundheilung beeinträchtigen?

Neben der eigentlichen Ursache können weitere Faktoren eine Abheilung verzögern oder erschweren. Dazu gehören beispielsweise:

  • anhaltender oder ungünstiger Druck,
  • eingeschränkte Beweglichkeit,
  • arterielle oder venöse Durchblutungsstörungen,
  • Diabetes und weitere relevante Begleiterkrankungen,
  • ein reduzierter Allgemeinzustand,
  • Mangelernährung,
  • bereits bestehende Hautschäden und Verletzungen,
  • eingeschränkte Wahrnehmung von Druck oder Schmerzen sowie
  • ungünstige hygienische, soziale oder strukturelle Bedingungen.

Auch psychische und soziale Belastungen können den Umgang mit einer chronischen Wunde und die Umsetzung notwendiger Maßnahmen im Alltag erschweren.

Für die Versorgung bedeutet das: Die Wunde sollte nicht isoliert betrachtet werden. Der DNQP-Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ stellt neben der Unterstützung der Wundheilung insbesondere die Lebensqualität, die individuellen Beeinträchtigungen und die Förderung des gesundheitsbezogenen Selbstmanagements in den Mittelpunkt.

Wie werden chronische Wunden professionell versorgt?

Die Versorgung richtet sich nach Art, Ursache und Zustand der Wunde. Ebenso wichtig sind die gesundheitliche und persönliche Situation der betroffenen Person sowie ihre Möglichkeiten, selbst an der Behandlung mitzuwirken.

1. Ursache der Wunde klären

Am Anfang steht die medizinische Diagnostik. Liegt beispielsweise eine venöse Erkrankung vor? Ist die arterielle Durchblutung eingeschränkt? Besteht Diabetes? Oder wirkt dauerhaft Druck auf das Gewebe?

Erst wenn die Ursache beziehungsweise Grunderkrankung bekannt ist, können geeignete Maßnahmen gezielt geplant werden.

2. Wunde regelmäßig beurteilen und dokumentieren

Der Verlauf einer chronischen Wunde sollte systematisch beobachtet und dokumentiert werden. Dabei werden je nach Wundsituation beispielsweise Größe und Tiefe der Wunde, Wundrand und Wundumgebung, Wundsekret sowie Schmerzen berücksichtigt.

So können Veränderungen im Wundverlauf frühzeitig erkannt, bewertet und an die beteiligten Fachpersonen weitergegeben werden. Der DNQP empfiehlt zudem, die Wirksamkeit der gesamten Maßnahmen regelmäßig zu überprüfen und die Planung bei Bedarf anzupassen.

3. Wundversorgung nach Behandlungsplan durchführen

Wundauflagen und Verbandwechsel sollten entsprechend dem individuell festgelegten Behandlungsplan erfolgen. Welche Wundauflage geeignet ist, hängt unter anderem von der Art und dem Zustand der Wunde sowie vom jeweiligen Behandlungsziel ab.

Für verschiedene spezielle Wundauflagen ist die wissenschaftliche Evidenz begrenzt oder uneindeutig. Bei wirkstofffreien Wundauflagen konnte beispielsweise kein bestimmtes Produkt generell hinsichtlich einer verbesserten Wundheilung bevorzugt werden. Für einzelne wirkstoffhaltige Produkte bestehen dagegen spezifische Empfehlungen beziehungsweise Einschränkungen.

Deshalb gilt: „Modern“ oder „innovativ“ bedeutet nicht automatisch, dass eine Wundauflage für jede chronische Wunde geeignet ist. Entscheidend sind die individuelle Wundsituation, das Behandlungsziel und eine fachlich begründete Auswahl.

4. Die Ursache mitbehandeln

Je nach Wundart sind unterschiedliche ursachenbezogene Maßnahmen erforderlich:

  • Bei Dekubitus: Druck reduzieren und individuelle Maßnahmen zur Druckentlastung sowie zur Förderung von Bewegung und Positionswechseln umsetzen.
  • Bei venösem Ulcus cruris: Nach medizinischer Abklärung eine individuell abgestimmte Kompressionstherapie durchführen.
  • Bei diabetischem Fußulcus: Druckentlastung sicherstellen, Diabetes behandeln und weitere Verletzungen vermeiden.
  • Bei arteriellen Durchblutungsstörungen: Die Gefäßsituation medizinisch abklären und behandeln lassen.

Gerade eine Kompressionstherapie sollte nicht ohne vorherige fachliche Beurteilung begonnen werden. Die aktuelle AWMF-Leitlinie nennt unter anderem eine fortgeschrittene periphere arterielle Verschlusskrankheit als mögliche Kontraindikation.

5. Betroffene informieren, beraten und einbeziehen

Menschen mit chronischen Wunden sollten – soweit möglich – aktiv in ihre Versorgung einbezogen werden. Informationen, Schulung und Beratung können dazu beitragen, die Ursache der Wunde und die Bedeutung der Behandlung besser zu verstehen und vereinbarte Maßnahmen sicher in den Alltag zu integrieren.

Dabei sollten persönliche Wünsche, Fähigkeiten, Belastungen und die individuelle Lebenssituation berücksichtigt werden. Ist eine eigenständige Versorgung nicht oder nur teilweise möglich, können An- und Zugehörige sowie Pflegefachpersonen entsprechend dem individuellen Unterstützungsbedarf einbezogen werden.

Die häufigsten chronischen Wunden

Chronische Wunden und schwer heilende Hautschäden gehören zu den häufigsten Herausforderungen in der Pflege. Sie entstehen in unterschiedlichen Zusammenhängen und unterscheiden sich deutlich in Ursache, Verlauf und Behandlung. Zu den häufigsten Wundformen zählen Dekubitus, Ulcus cruris und das diabetische Fußulcus.

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Dekubitus: Wenn anhaltender Druck das Gewebe schädigt

Ein Dekubitus wird umgangssprachlich auch als Druckgeschwür oder „Wundliegen“ bezeichnet. Er kann entstehen, wenn über längere Zeit Druck auf bestimmte Körperstellen einwirkt. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich nur eingeschränkt selbst bewegen oder ihre Position nicht ausreichend verändern können.

Bei der Pflege sind individuell geplante Maßnahmen zur Druckentlastung von besonderer Bedeutung. Auch Reibungs- und Scherkräfte sollten möglichst reduziert werden.

Dabei gibt es nicht die eine Lagerungs- oder Bewegungsmaßnahme, die für jeden Menschen gleichermaßen geeignet ist. Beweglichkeit, Hautzustand, Schmerzen, individuelle Risiken und die persönliche Situation müssen berücksichtigt werden.

Pflege bei Dekubitus

Pflegekraft hilft einer bettlägerigen älteren Frau im Bett, um Dekubitus vorzubeugen

Ulcus cruris: Was steckt hinter dem „offenen Bein“?

Das Ulcus cruris ist eine chronische Wunde im Bereich des Unterschenkels beziehungsweise, abhängig von der Ursache, auch des Fußes. Häufig liegt eine chronische Venenerkrankung zugrunde. Möglich sind jedoch auch arterielle Durchblutungsstörungen oder Mischformen.

Bei einem venösen Ulcus cruris ist die Kompressionstherapie ein wichtiger Bestandteil der ursachenbezogenen Behandlung und kann die Ulkusheilung unterstützen. Vor Beginn einer Kompression müssen jedoch mögliche Gegenanzeigen und Risiken, insbesondere die arterielle Durchblutung, berücksichtigt und die individuelle medizinische Situation beurteilt werden.

Deshalb sollten Betroffene ein „offenes Bein“ nicht eigenständig mit beliebigen Kompressionsprodukten behandeln.

Diabetisches Fußulcus: Kleine Verletzungen ernst nehmen

Bei einem diabetischen Fuß können Nerven und Blutgefäße geschädigt sein. Druck, Schmerzen, Wärme oder Kälte werden dann unter Umständen schlechter wahrgenommen. Gleichzeitig können Durchblutungsstörungen die Heilung beeinträchtigen.

Trockene Füße und eine vermehrte Hornhautbildung können Warnzeichen eines diabetischen Fußsyndroms sein. Kleine Verletzungen oder Druckstellen können unbemerkt bleiben und sich zu schwer heilenden Wunden entwickeln. Passendes Schuhwerk, sorgfältige Fußpflege und regelmäßige Kontrollen tragen deshalb zur Vorbeugung von Folgeschäden bei.

Besonders wichtig: Eine schwere Wunde am diabetischen Fuß muss nicht stark schmerzen. Durch Nervenschäden kann die Schmerzwahrnehmung eingeschränkt sein. Schmerzfreiheit ist daher kein verlässliches Zeichen dafür, dass eine Wunde harmlos ist.

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Chronische Wunden im Alltag: Was können Betroffene selbst tun?

Chronische Wunden können über Wochen oder Monate bestehen und den Alltag erheblich beeinflussen. Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit, Wundsekret oder unangenehmer Geruch können die Lebensqualität und das soziale Leben beeinträchtigen.

Umso wichtiger ist eine Versorgung, die zur Lebenssituation der betroffenen Person passt.

Hilfreich können, abhängig von der Wundart und den individuellen Empfehlungen, folgende Maßnahmen sein:

  • vereinbarte Verbandwechsel und Behandlungstermine einhalten,
  • Veränderungen der Wunde beobachten,
  • verordnete und gemeinsam vereinbarte Maßnahmen konsequent umsetzen,
  • Hautschutz und Hautpflege beachten,
  • auf eine ausgewogene und bedarfsgerechte Ernährung achten,
  • die individuell geeignete Flüssigkeitszufuhr berücksichtigen,
  • Mobilität im Rahmen der eigenen Möglichkeiten und entsprechend der Behandlungsempfehlungen fördern,
  • Druck- und Verletzungsrisiken im Alltag reduzieren,
  • geeignete Hilfsmittel nutzen,
  • auf gut passende Kleidung und insbesondere geeignetes Schuhwerk achten sowie
  • Fragen, Beschwerden und Unsicherheiten frühzeitig mit Pflegefachpersonen oder behandelnden Ärzt:innen besprechen.

Wichtig ist: Die geeigneten Maßnahmen können sich je nach Ursache der Wunde deutlich unterscheiden. Was bei einer venösen Wunde sinnvoll ist, kann bei einer ausgeprägten arteriellen Durchblutungsstörung ungeeignet sein.

Wann sollte bei einer Wunde schnell gehandelt werden?

Eine schlecht heilende oder chronische Wunde sollte grundsätzlich fachlich abgeklärt werden. Zeitnaher medizinischer Rat ist besonders wichtig, wenn sich der Zustand der Wunde oder der betroffenen Person deutlich verändert.

Warnzeichen können beispielsweise sein:

  • zunehmende oder neu auftretende Schmerzen,
  • eine stärker werdende Rötung oder Schwellung,
  • auffällige Wärme im Bereich der Wunde,
  • deutlich zunehmendes oder verändertes Wundsekret,
  • ein neu auftretender oder deutlich zunehmender unangenehmer Geruch,
  • eine sichtbare Verschlechterung oder Vergrößerung der Wunde,
  • Fieber oder
  • ein deutlich verschlechterter Allgemeinzustand.

Chronische Wunden können sich infizieren. Bei Hinweisen auf eine schwere oder sich ausbreitende Infektion ist eine unverzügliche ärztliche Beurteilung erforderlich. Bei Fieber, einer raschen Verschlechterung des Allgemeinzustands oder anderen Zeichen einer schweren Infektion sollte daher umgehend medizinische Hilfe eingeholt werden.

Bei einem diabetischen Fuß sollten auch kleine Verletzungen, Blasen und Druckstellen frühzeitig beurteilt werden, selbst wenn sie nicht schmerzen.

Je nach persönlicher Situation kann Unterstützung zu Hause, durch einen ambulanten Pflegedienst, in einer Pflegeeinrichtung oder in anderen Pflege- und Wohnformen sinnvoll sein.

Flyer „Umgang mit chronischen Wunden“

In unserem Flyer „Umgang mit chronischen Wunden“ haben wir die wichtigsten Hinweise zur Wundversorgung, Hautpflege, Mobilität und Vorbeugung kompakt zusammengefasst.

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Häufige Fragen zur Pflege bei chronischen Wunden

Eine Wunde wird als chronisch bezeichnet, wenn sie innerhalb von acht Wochen nicht abgeheilt ist.

Unabhängig von dieser Definition sollte jedoch nicht acht Wochen abgewartet werden, wenn eine Wunde keine erkennbare Heilungstendenz zeigt, sich verschlechtert oder andere Auffälligkeiten auftreten.

Ob und in welchem Umfang Betroffene oder An- und Zugehörige einen Verbandwechsel übernehmen können, hängt von der Art und dem Zustand der Wunde, dem Behandlungsplan und den individuellen Fähigkeiten ab.

Eine fachliche Anleitung und Schulung sind wichtig. Verordnete beziehungsweise festgelegte Wundauflagen und Maßnahmen sollten entsprechend dem Behandlungsplan angewendet werden.

Häufig bestehen zugrunde liegende Erkrankungen oder Risikofaktoren wie arterielle oder venöse Durchblutungsstörungen, Diabetes oder anhaltender Druck. Weitere gesundheitliche oder äußere Faktoren können die Heilung zusätzlich beeinflussen.

Deshalb ist neben der lokalen Wundversorgung die Behandlung beziehungsweise Berücksichtigung der zugrunde liegenden Ursache entscheidend.

Nein. Insbesondere bei Menschen mit einem diabetischen Fuß können Nervenschäden die Schmerzempfindung reduzieren. Auch eine behandlungsbedürftige Wunde kann deshalb wenig oder gar nicht schmerzen.

Die Versorgung chronischer Wunden ist eine interprofessionelle Aufgabe. Je nach Ursache, Schweregrad und individueller Situation können Hausärzt:innen, Fachärzt:innen, Pflegefachpersonen, pflegerische Wundexpert:innen und weitere Fachpersonen beteiligt sein.
Wichtig ist, dass Diagnostik, Behandlung, Wundversorgung und pflegerische Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden.

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Diagnose oder Behandlung. Welche Maßnahmen im Einzelfall geeignet sind, sollte mit den behandelnden Ärzt:innen und Pflegefachpersonen abgestimmt werden.

Redaktioneller Stand: 08/2026

Quelle:

  1. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): S3-Leitlinie „Lokaltherapie schwerheilender und/oder chronischer Wunden aufgrund von peripherer arterieller Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus oder chronischer venöser Insuffizienz“, Registernummer 091-001, Version 2.2. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/091-001
  2. Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP): Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“, 2. Aktualisierung, Juni 2025. https://www.dnqp.de/expertenstandards-und-auditinstrumente/
  3. gesund.bund.de: „Chronische Wunden: Behandlung, Vorbeugung“. https://gesund.bund.de/chronische-wunden?utm_source=chatgpt.com#auf-einen-blick
  4. gesund.bund.de: „Diabetischer Fuß: Anzeichen, Vorbeugung, Behandlung“. https://gesund.bund.de/diabetischer-fuss#auf-einen-blick
  5. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Gesundheitsinformation.de: „Chronische Wunden“ und „Wie werden chronische Wunden behandelt?“. https://www.gesundheitsinformation.de/chronische-wunden.html

Ergänzend verwendete Fachquellen:

AWMF-S3-Leitlinie (2023): „Lokaltherapie schwerheilender und/oder chronischer Wunden“, Registernr. 091-001, Version 2.2; online abrufbar unter https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/091-001

DNQP – Expertenstandard (2025): „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“, 2.Aktualisierung 2025; online abrufbar unter https://www.dnqp.de/expertenstandards-und-auditinstrumente/

Gesundheitsinformation.de (IQWiG) (2025): „Chronische Wunden“; online abrufbar unter https://www.gesundheitsinformation.de/chronische-wunden.html

gesund.bund.de (2023): „Chronische Wunden: Behandlung, Vorbeugung“; online abrufbar unter: https://gesund.bund.de/chronische-wunden

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