Gesundheitspflege und Prävention – Korian Deutschland https://www.korian.de Bei Korian sind Sie bestens umsorgt Tue, 29 Sep 2026 07:09:05 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.7 /favicon-96x96.ico Gesundheitspflege und Prävention – Korian Deutschland https://www.korian.de 32 32 Demenz: Prävention https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-praevention/ Wed, 06 Aug 2025 11:01:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=63018

Das Älterwerden bringt viele Veränderungen mit sich, die sowohl für den älterwerdenden Menschen als auch für die Angehörigen herausfordernd sein können. Demenz lässt sich nicht sicher verhindern. Das persönliche Risiko kann jedoch durch die Beeinflussung bestimmter Risikofaktoren reduziert werden. Dazu gehören unter anderem regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung,
die Behandlung von Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes, der Verzicht auf Rauchen sowie soziale und geistige Aktivität. [1]

Risikofaktoren für Demenz

Der größte Risikofaktor für Demenz ist das Alter. Gegen diesen Faktor kann man nichts tun. Auch genetische Faktoren und bestimmte Vorerkrankungen lassen sich nicht oder nur begrenzt beeinflussen. Die weiteren Risikofaktoren bieten hingegen durchaus Stellschrauben. Zu den bekannten beeinflussbaren Risikofaktoren gehören:[2]

  • Schwerhörigkeit
  • hoher bzw. schädlicher Alkoholkonsum
  • Kopfverletzungen
  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • geringe geistige Aktivität
  • wenig soziale Aktivität
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • Luftverschmutzung

Auch erhöhte Cholesterinwerte und bestimmte Sehbeeinträchtigungen werden als mögliche beeinflussbare Risikofaktoren diskutiert.

Wer mit einem gesunden Lebenswandel dazu beiträgt, beeinflussbare Risikofaktoren zu reduzieren, kann sein persönliches Demenzrisiko möglicherweise senken. Eine einzelne Maßnahme kann eine Demenz jedoch nicht sicher verhindern. Nach aktuellen Einschätzungen können mehrere beeinflussbare Risikofaktoren zusammen einen relevanten Anteil des Demenzrisikos erklären. Die Prävention ist deshalb nicht nur im hohen Alter, sondern bereits in den mittleren Lebensjahren relevant.[3]

Demenz: Diagnose, Therapien, Verlauf

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Demenz vorbeugen durch gesundheitliche Versorgung

Unbehandelter Bluthochdruck, Depressionen und Diabetes mellitus, landläufig Zuckerkrankheit genannt, sind mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden. Zur Vorbeugung ist es deshalb sinnvoll, regelmäßig ärztliche Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, um solche Krankheiten erkennen und behandeln zu lassen. Besonders die Kontrolle des Blutdrucks sowie die Behandlung von Diabetes und erhöhten Cholesterinwerten gehören zu den Maßnahmen, die zur Verringerung des Demenzrisikos beitragen können.

Auch Kopfverletzungen stellen einen Risikofaktor dar und sollten ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Wer beispielsweise für seine körperliche Fitness Fahrrad fährt, sollte deshalb einen Helm tragen.

Eine besondere Bedeutung hat auch die Schwerhörigkeit: Sie wird als Risikofaktor für Demenz beschrieben und kann außerdem dazu führen, dass sich Menschen aus sozialen Situationen zurückziehen. Demenzprävention bedeutet deshalb auch, bei nachlassendem Hörvermögen eine fachärztliche Untersuchung durchführen zu lassen und einen Hörverlust gegebenenfalls mit einer Hörhilfe auszugleichen.[3]

Demenzprävention durch Bewegung

Bewegung hält das Gehirn gesund. Körperliche Aktivität verbessert die Durchblutung des Gehirns, sie regt Hormone an, die Verbindungen zwischen den Nervenzellen aufzubauen, und stimuliert das Zellwachstum im Lernzentrum des Hirns.[2] Bewegung ist deshalb ein entscheidender Faktor der Demenzprävention.

Jeder darf sich dabei aussuchen, was einem am meisten Spaß macht. Wichtig ist: die Motivation! Auch ein Spaziergang nach dem Essen hilft schon. Empfohlen sind mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche. Wer das durchzieht, profitiert von weiteren positiven Effekten, etwa gegen Bluthochdruck und Übergewicht.[8]

Vorbeugung durch Ernährung

Auch eine gesunde Ernährung hilft, Demenz vorzubeugen. Empfehlenswert sind Gemüse, zuckerarmes Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse. Meiden sollte man rotes Fleisch und Wurst sowie Alkohol und Rauchen. Eine gute Ernährung hat doppelten Nutzen: Sie schützt nicht nur das Gehirn und hält es fit. Sie reduziert zugleich Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und einen zu hohen Cholesterinspiegel.

Prävention durch geistige Fitness

Wer sein Gehirn bis ins Alter geistig aktiv hält, kann möglicherweise dazu beitragen, seine kognitiven Fähigkeiten länger zu erhalten und sein Demenzrisiko zu reduzieren. Studien und Fachinformationen weisen darauf hin, dass geistige Aktivität, Lernen und neue Erfahrungen zur kognitiven Reserve beitragen können.

Bücher oder Zeitung zu lesen, Spiele oder Puzzles zu machen oder etwas Neues zu lernen, beispielsweise eine Fremdsprache oder eine Sportart, sind Möglichkeiten, geistig aktiv zu bleiben. Wichtig ist vor allem, dass die Aktivitäten abwechslungsreich sind und Freude bereiten.

Auch Musik kann geistig aktivieren. Dabei kann sowohl Musikhören als auch das eigene Musizieren eine Möglichkeit sein, sich geistig zu beschäftigen. Abwechslung und neue Erfahrungen können dabei zusätzliche Anregungen bieten. [6]

Auch sich im Alltag ein bisschen zu fordern und mit Routinen zu brechen, ist sinnvoll. Wer ungewohnte Wege geht, neue Orte aufsucht, sich den Einkaufszettel einprägt oder die Zähne mit der ungewohnten Hand putzt, kann sein Gehirn auf ungewohnte Weise fordern. Solche Übungen können geistige Aktivität fördern; sie sind jedoch nicht als einzelne, wissenschaftlich nachgewiesene Methode zur Verhinderung einer Demenz zu verstehen.[6]

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Vorbeugung durch sozialen Austausch

Soziale Kontakte und gesellschaftliche Teilhabe gehören ebenfalls zu den Faktoren, die mit der geistigen Gesundheit und dem Demenzrisiko in Verbindung stehen. Wenig soziale Aktivität bzw. soziale Isolation werden als beeinflussbare Risikofaktoren beschrieben. Die wissenschaftliche Evidenz für einzelne Maßnahmen zur sozialen Aktivierung ist allerdings weniger eindeutig als beispielsweise für körperliche Aktivität.[4]

Gerade ältere Menschen, die vielleicht schon ihren Partner verloren haben oder deren Kinder stark eingespannt sind, können Gefahr laufen zu vereinsamen. Andere Menschen anzusprechen, ihnen Hilfe anzubieten, einem Sportverein oder Chor beizutreten oder an Gruppenaktivitäten teilzunehmen – das alles sind Möglichkeiten, mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben und damit soziale Aktivität und geistige Anregung zu fördern.

Fazit

Demenz lässt sich zwar nicht vollständig verhindern, aber das persönliche Risiko kann durch einen gesunden Lebensstil und die Behandlung beeinflussbarer Risikofaktoren möglicherweise gesenkt werden. Regelmäßige medizinische Vorsorge, ausreichend Bewegung, ausgewogene Ernährung, geistige Aktivität und soziale Kontakte sind wichtige Bestandteile der Prävention. Empfehlenswert ist es, bereits in der Lebensmitte auf die eigene körperliche und geistige Gesundheit zu achten.

Wenn Sie unsicher sind, ob bei Ihnen bestimmte Risikofaktoren vorliegen, können Sie diese mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt besprechen. Insbesondere bestehender Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte, Hörverlust oder depressive Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden.

Quellen

[1]Bundesministerium für Gesundheit (BMG) (o. D.): Ausprägungen, Ursachen und Prävention. Online verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ [abgerufen am 25.09.2026].

[2]Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) (o. D.): Was können Sie tun, um Demenz vorzubeugen? Online verfügbar unter: https://www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/ [abgerufen am 25.09.2026].

[3]Stiftung Gesundheitswissen (o. D.): Lässt sich Demenz vorbeugen? Online verfügbar unter: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/ [abgerufen am 25.09.2026].

[4]Ärzte Zeitung (o. D.): 20 Empfehlungen zur Demenz-Prävention. Online verfügbar unter: https://www.aerztezeitung.de/ [abgerufen am 25.09.2026].

[5]Weltgesundheitsorganisation (WHO) (2019): Risk reduction of cognitive decline and dementia: WHO guidelines. Online verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789241550543 [abgerufen am 25.09.2026].

[6]Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI) (o. D.): Demenz & Alzheimer vorbeugen: Hirngesundheit stärken. Online verfügbar unter: https://www.alzheimer-forschung.de/ [abgerufen am 25.09.2026].

[7]Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI) (o. D.): Geistige Fitness im Alter: Demenz vorbeugen mit Übungen. Online verfügbar unter: https://www.alzheimer-forschung.de/ [abgerufen am 25.09.2026].

[8]Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI) (o. D.): Geistige Fitness im Alter: Bewegung und Demenz: Wie Sport das Gehirn schützt. Online verfügbar unter: https://www.alzheimer-forschung.de [abgerufen am 25.09.2026].

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Sturzgefahr im Alter: Sturzprophylaxe in der Pflege https://www.korian.de/ratgeber-magazin/sturzgefahr-im-alter/ Mon, 31 Aug 2026 10:11:33 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=71216

Ein Sturz passiert in Sekunden – seine Folgen können Wochen, Monate oder das gesamte weitere Leben prägen. Die Sturzgefahr im Alter steigt durch nachlassende Muskelkraft, Gleichgewichtsstörungen, Seh- und Aufmerksamkeitsveränderungen sowie durch verschiedene Erkrankungen deutlich an. Ein Sturz kann nicht nur zu Knochenbrüchen führen, sondern auch Selbstständigkeit, Beweglichkeit und Lebensqualität dauerhaft einschränken.

Genau hier setzt die Sturzprophylaxe in der Pflege an. Sie umfasst alle Maßnahmen, mit denen man das Sturzrisiko systematisch erkennen, verringern und im Ernstfall die Folgen eines Sturzes abmildern kann. Dieser Artikel erklärt, welche Ursachen der Sturzgefahr im Alter zugrunde liegen, wie professionelle Sturzprophylaxe funktioniert und mit welchen konkreten Maßnahmen Angehörige und Pflegekräfte im Alltag vorbeugen können.

Sturzgefahr im Alter

Mit zunehmendem Alter steigt dieses Risiko spürbar an, weil körperliche, sensorische und gesundheitliche Veränderungen zusammenwirken. Sturzprophylaxe in der Pflege bezeichnet demgegenüber die systematische Erfassung individueller Risikofaktoren sowie die Planung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen, um Stürze möglichst zu vermeiden und mögliche Sturzfolgen zu minimieren.

Wichtig für die Einordnung: Nicht jeder Sturz ist vermeidbar, und nicht jede Maßnahme zur Sturzprophylaxe darf die Bewegungsfreiheit einschränken. Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sicherheit und größtmöglicher Selbstständigkeit.

„Ein Sturz liegt vor, wenn eine Person unfreiwillig auf dem Boden oder einer niedrigeren Fläche zum Liegen kommt – unabhängig davon, ob eine Verletzung eintritt.“ (DNQP 2022) [1]

Warum ist Sturzprophylaxe in der Pflege wichtig?

Stürze zählen zu den häufigsten und folgenreichsten Ereignissen im Pflegealltag. Der Anteil der Stürze steigt mit dem Alter drastisch an. Während bei den 65- bis 79-Jährigen knapp 19 % pro Jahr stürzen, liegt die Quote bei den über 80-Jährigen bei 33,5 % (jeder Dritte). Knapp 17 % dieser Altersgruppe stürzen sogar mehrfach im Jahr. [2] In stationären Pflegeeinrichtungen stürzt mehr als die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner mindestens zweimal pro Jahr. [3]  Rund 30 % bis 35 % aller Unfälle bei Erwachsenen im Alter ab 65 Jahren passieren im eigenen Haushalt.[4]

Diese Zahlen zeigen: Sturzprophylaxe ist keine Randaufgabe, sondern eine der zentralen Pflegehandlungen.

Pflege bei Oberschenkelhalsbruch – schnell wieder auf die Beine kommen

Pflegekraft hilft Seniorin beim Aufstehen mit Rollator nach Oberschenkelhalsbruch

Ein Sturz kann außerdem eine Abwärtsspirale in Gang setzen: Aus Angst vor einem erneuten Sturz bewegen sich Betroffene weniger, wodurch Muskelkraft und Gleichgewicht weiter abnehmen – das Sturzrisiko steigt zusätzlich. Konsequente Sturzprophylaxe bei der Pflege kann dieser Entwicklung gezielt entgegenwirken.

Ziele der Sturzprophylaxe

Sturzprophylaxe verfolgt mehrere, eng miteinander verknüpfte Ziele:

  1. Sturzrisiko frühzeitig erkennen – durch strukturiertes Screening und Assessment bei Aufnahme sowie bei Veränderungen des Gesundheitszustands
  2. Stürze so weit wie möglich vermeiden – durch individuell angepasste Maßnahmen statt pauschaler Einschränkungen
  3. Sturzfolgen minimieren, falls ein Sturz doch eintritt – etwa durch Sturzmatten, Hüftprotektoren oder eine sturzsichere Umgebung
  4. Selbstständigkeit und Bewegungsfreiheit erhalten – ohne den Einsatz freiheitsentziehender Maßnahmen
  5. Vertrauen in die eigene Mobilität stärken, um der Angst vor erneuten Stürzen entgegenzuwirken
  6. Angehörige und Pflegeteam einbeziehen, damit Maßnahmen im Alltag konsequent umgesetzt werden

Ursachen und Maßnahmen

Stürze haben selten nur eine Ursache. Meist wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen. Fachlich wird zwischen personenbezogenen (intrinsischen) und umgebungsbezogenen (extrinsischen) Risikofaktoren unterschieden.[5]

Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Ursachenkategorien konkreten Maßnahmen der Sturzprophylaxe zu.

Ursachenkategorie Beispiele Passende Präventionsmaßnahme
Körperliche & gesundheitliche Ursachen Gleichgewichtsstörungen, Sehstörungen, Synkopen (Bewusstseinsverlust), verzögerter Balancereflex, altersbedingte oder krankheitsbedingte Veränderung des Gangbildes (z. B. Parkinson, MS, Alzheimer, Rheuma, Nervenschmerzen, Korsakow-Syndrom nach Alkoholmissbrauch) Gesundheit im Blick behalten (Sehhilfen, Hausarzt-Vorsorge) + Beweglichkeit und Kraft trainieren (Sturzprophylaxe, Krankengymnastik) + Hilfsmittel gezielt einsetzen (Rollator, Gehstock, Rollstuhl, Antirutschsocken, Greifzange, Hüftprotektoren, Badewannenlifter, Duschstuhl, Rutschmatten, Hausnotrufsystem, Treppenlift)
Kognitive & psychische Ursachen Verwirrtheitszustände, Angst, Unruhe, Depressionen, Unwissenheit über Sturzgefahren, ungewohnte Umgebung Gesundheit im Blick behalten (ärztliche Abklärung) + Wohnumfeld sicher gestalten (vertraute, klar strukturierte Umgebung)
Medikamentöse Risikofaktoren Unruhe/Benommenheit durch Antidepressiva, Beruhigungs- oder Schmerzmittel; Kreislaufprobleme durch Diuretika; Blutdruckschwankungen durch Antihypertensiva/Abführmittel Gesundheit im Blick behalten (korrekte, regelmäßige Medikamenteneinnahme, ärztliche Kontrolle)
Umgebungsbezogene Risikofaktoren Stolperfallen (lose Teppiche, Türschwellen, Kabel), im Weg stehende Gegenstände, Haustiere, Schnee/Glatteis Wohnumfeld sicher gestalten (Hindernisse beseitigen, Licht, Nachtlicht) + Passende Kleidung und Schuhe

Die frühzeitige und individuelle Erfassung dieser Faktoren ist laut Expertenstandard der erste und wichtigste Schritt jeder wirksamen Sturzprophylaxe in der Pflege – sie entscheidet darüber, ob passende Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können.

Wichtig: Diese Maßnahmen ersetzen keine fachliche Risikoeinschätzung. Bei bereits erfolgten Stürzen oder deutlicher Gangunsicherheit sollte immer ärztlicher oder pflegefachlicher Rat eingeholt werden.

Sturzgefahr bei Menschen mit Demenz

Menschen mit Demenz haben ein besonders hohes Sturzrisiko. Mit fortschreitender kognitiver Beeinträchtigung fällt es zunehmend schwerer, Gefahrenquellen einzuschätzen oder sich an vereinbarte Sicherheitsmaßnahmen zu erinnern. Hinzu kommen häufig Orientierungsprobleme, veränderte Wahrnehmung von Räumen sowie ein ausgeprägter Bewegungsdrang, etwa nächtliches Umherlaufen.

Besonderheiten in der Sturzprophylaxe bei Demenz

  • Sicherheitsmaßnahmen müssen ohne Einschränkung der Bewegungsfreiheit gestaltet werden
  • wiederkehrende, einfache Erklärungen sind wirksamer als einmalige vollumfängliche Aufklärung
  • vertraute, gleichbleibende Umgebungen reduzieren Verunsicherung und Stürze
  • Bewegungsdrang sollte durch sichere Wege statt durch Einschränkung kanalisiert werden

Praxisbeispiele

  • In der Praxis hat sich bewährt, Laufwege ohne Hindernisse zu gestalten, damit ein ausgeprägter Bewegungsdrang nicht zu gefährlichen Umwegen führt.
  • Kontrastreiche Markierungen an Stufen oder Türschwellen erleichtern die Orientierung.
  • Sensormatten am Bett können das Pflegepersonal informieren, wenn eine sturzgefährdete Person nachts selbstständig aufsteht, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Milieugestaltung bei Demenz

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Herausforderungen und Grenzen der Sturzprophylaxe

So wichtig Sturzprophylaxe ist – ein hundertprozentiger Schutz vor Stürzen ist weder möglich noch wünschenswert. Wer sich bewegt, geht ein gewisses Restrisiko ein; völlige Bewegungslosigkeit wäre gesundheitlich schädlicher als das Sturzrisiko selbst.

Zu den zentralen Herausforderungen zählen daher:

  • Zielkonflikt zwischen Sicherheit und Selbstbestimmung: Zu strenge Maßnahmen können die Autonomie und Lebensqualität einschränken.
  • Verzicht auf freiheitsentziehende Maßnahmen: Bettgitter oder Fixierungen sind keine geeigneten Standardlösungen und dürfen nur in eng begrenzten Ausnahmefällen erwogen werden.
  • Individuelle Wirksamkeit: Nicht jede Maßnahme wirkt bei jeder Person gleich gut; die wissenschaftliche Evidenz zu Einzelmaßnahmen ist teils uneinheitlich.
  • Unterberichtung: Betroffene berichten Stürze oder Beinahestürze häufig nicht von sich aus, was die Risikoeinschätzung erschwert.
  • Ressourcenfragen: Individuelle Betreuung und Trainingsangebote erfordern Zeit und Personal.

Realistisches Ziel ist daher nicht die vollständige Vermeidung jedes Sturzes, sondern die deutliche Reduktion von Häufigkeit und Schwere der Sturzfolgen bei größtmöglichem Erhalt der Selbstständigkeit.

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Sturzprophylaxe im Pflegealltag bei Korian

In der stationären und ambulanten Pflege wird Sturzprophylaxe als fester Bestandteil eines person-zentrierten Pflegeansatzes verstanden. Statt pauschaler Sicherheitsvorgaben steht die individuelle Situation jedes Menschen im Mittelpunkt: seine Beweglichkeit, seine Gewohnheiten, seine persönlichen Risikofaktoren und seine Wünsche nach Selbstständigkeit.

Diese individuelle Betreuung bedeutet konkret, dass Pflegefachpersonen das Sturzrisiko regelmäßig neu einschätzen, Maßnahmen gemeinsam mit Bewohnerinnen, Bewohnern und Angehörigen abstimmen und dabei stets die Lebensqualität im Blick behalten. Ein zentraler Gedanke ist hier der sogenannte Positive-Care-Ansatz: Er richtet den Fokus nicht allein auf Risikominimierung, sondern auch auf vorhandene Ressourcen, Freude an Bewegung und den Erhalt von Selbstbestimmung im Alltag.

So wird Sturzprophylaxe nicht als Einschränkung erlebt, sondern als Unterstützung, die Sicherheit und Lebensqualität miteinander verbindet.

Weiterführende Informationsquellen:

Robert Koch-Institut (RKI): Gesundheitsberichterstattung – Stürze ab 65 Jahre – https://www.gbe.rki.de

Bundesministerium für Gesundheit (BMG): Informationen zu Pflege und Prävention im Alter – https://www.bundesgesundheitsministerium.de

IN FORM – Nationale Initiative zur Förderung gesunder Ernährung und Bewegung (Bundesministerien für Ernährung und Gesundheit): Sturzprävention für Seniorinnen und Senioren – https://www.in-form.de

Bundesinitiative Sturzprävention (BIS): Zusammenschluss von Krankenkassen, Sportverbänden und Wissenschaftlern zur Sturzprävention – https://www.bundesinitiative-sturzpraevention.de

Fazit

Die Sturzgefahr im Alter entsteht meist durch ein Zusammenspiel körperlicher, gesundheitlicher und umgebungsbedingter Faktoren. Eine wirksame Sturzprophylaxe in der Pflege setzt genau hier an: Sie erkennt individuelle Risiken frühzeitig, kombiniert Bewegungsförderung, geeignete Hilfsmittel und eine sichere Umgebung – und verzichtet bewusst auf pauschale Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Angehörige und Pflegefachpersonen tragen gemeinsam dazu bei, Stürze zu vermeiden und im Ernstfall deren Folgen zu begrenzen, ohne die Selbstständigkeit und Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen aus den Augen zu verlieren. Wer die eigenen vier Wände oder die Pflegeumgebung frühzeitig überprüft und professionelle Unterstützung nutzt, schafft die Grundlage für ein sichereres und selbstbestimmteres Leben im Alter.

Häufige Fragen zu Sturzgefahr im Alter und Sturzprophylaxe

Sturzgefahr im Alter ist das mit dem Älterwerden steigende Risiko, unbeabsichtigt zu stürzen. Es entsteht durch nachlassende Muskelkraft, Gleichgewichtsstörungen, Seh- und Aufmerksamkeitsveränderungen, Erkrankungen, Medikamente sowie Gefahrenquellen im Wohnumfeld – häufig wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.

Sturzprophylaxe ist wichtig, weil Stürze im Alter häufig zu Frakturen, Bewegungseinschränkungen und dauerhaftem Pflegebedarf führen. Mehr als die Hälfte der Pflegeheimbewohner stürzt mindestens einmal jährlich. Systematische Vorbeugung senkt sowohl die Häufigkeit von Stürzen als auch die Schwere ihrer Folgen deutlich.

Sturzprophylaxe in der Pflege folgt einem zweistufigen Verfahren aus Screening und vertieftem Assessment nach dem DNQP-Expertenstandard. Darauf aufbauend werden individuelle Maßnahmen wie Bewegungstraining, Hilfsmittelanpassung, Umgebungsgestaltung und Medikamentenüberprüfung geplant und regelmäßig überprüft.

Zu den wichtigsten Methoden zählen Kraft- und Balancetraining, korrekt eingestellte Gehhilfen, die Beseitigung von Stolperfallen, ausreichende Beleuchtung, Haltegriffe, rutschfestes Schuhwerk, regelmäßige Medikamentenüberprüfung sowie Aufklärung und Schulung von Betroffenen und Angehörigen.

Bei Demenz berücksichtigt Sturzprophylaxe eingeschränkte Orientierung und erhöhten Bewegungsdrang. Hindernisfreie, vertraute Laufwege, kontrastreiche Markierungen an Stufen und unauffällige technische Hilfen wie Sensormatten erhöhen die Sicherheit, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Quellen

[1] Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (2022): Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege. 2. Aktualisierung 2022. Auszug aus der Veröffentlichung zum Expertenstandard. Online unter: https://www.dnqp.de/fileadmin/HSOS/Homepages/DNQP/Dateien/Expertenstandards/Sturzprophylaxe/Sturz_2Akt_Auszug.pdf [Abgerufen am: 12.03.2026] in Anlehnung an: World Health Organization (WHO). Global Report on Falls in Older Age. 2007, http://www.who.int/ ageing/projects/falls_prevention_older_age/en/, Zugriff: 29.05.2012

[2] Robert-Koch-Institut (2024): Stürze (ab 65 Jahre), online unter: https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Gesundheitszustand/UnfaelleUndVerletzungen/Unfaelle/Stuerze/stuerze_node.html (abgerufen am 20.08.2026)

[3] Cochrane Deutschland (2025): Stürze in Pflegeheimen: Wie lassen sie sich verhindern? online unter: https://www.cochrane.de/news/stuerze-pflegeheimen-wie-lassen-sie-sich-verhindern (abgerufen am 20.08.2026)

[4] Robert Koch-Institut (2026): Das Unfallgeschehen bei Erwachsenen in Deutschland – Ergebnisse aus dem Unfallmodul des Panels „Gesundheit in Deutschland“ 2024. Journal of Health Monitoring, Stand: 20.05.2026. Online verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2026_11_06_Unfallgeschehen.html (abgerufen am 20.08.2026)

[5] Dachverband Osteologie e. V. (DVO). (2025). Körperliches Training zur Frakturprophylaxe: S3-Leitlinie (Version 1.1). AWMF. Online verfügbar unter:  https://register.awmf.org/assets/guidelines/183-002l_S3_Training_Frakturprophylaxe_2025-02_1.pdf (abgerufen am 24.08.2026)

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Demenz: Therapien und Behandlung https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-therapien-und-behandlung/ Fri, 08 Aug 2025 08:57:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=62355

Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung, die das Gedächtnis, die Denkfähigkeit und das Verhalten beeinträchtigt. Obwohl es derzeit keine Heilung gibt, können verschiedene Therapieansätze dazu beitragen, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Dabei spielen sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Therapien eine wichtige Rolle.

Medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlung bei Demenz

Die Demenz-Behandlung umfasst sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Ansätze, die idealerweise kombiniert werden.
Bei der Behandlung von Demenz mit Medikamenten werden häufig Acetylcholinesterase-Hemmer wie Donepezil, Rivastigmin oder Galantamin sowie der NMDA-Antagonist Memantin eingesetzt, um den kognitiven Abbau zu verlangsamen und Verhaltenssymptome zu mildern.
Nicht-medikamentöse Therapien spielen bei Demenz eine ebenso wichtige Rolle: Dazu zählen kognitive Trainings, Ergotherapie, Musik- und Kunsttherapie sowie strukturierte Tagesabläufe und eine demenzfreundliche Umgebungsgestaltung.
Diese Maßnahmen fördern die Selbstständigkeit, stärken soziale Kompetenzen und können Verhaltensauffälligkeiten reduzieren. Die individuelle Anpassung der Behandlung an die Bedürfnisse der Betroffenen steht dabei im Mittelpunkt.

Demenz: Früherkennung und Diagnose

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Medikamente bei Demenz

Die medikamentöse Behandlung von Demenz zielt darauf ab, mit Hilfe von Arzneimitteln Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. In Deutschland werden hauptsächlich folgende Wirkstoffgruppen eingesetzt:

Acetylcholinesterase-Hemmer

Diese Medikamente erhöhen die Verfügbarkeit des Botenstoffs Acetylcholin im Gehirn, was die Kommunikation zwischen den Nervenzellen verbessert. Beispiele sind Donepezil, Rivastigmin und Galantamin. Sie werden vor allem bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz eingesetzt und können Gedächtnis und Aufmerksamkeit verbessern.

NMDA-Rezeptor-Antagonisten

Der Wirkstoff Memantin gehört zu dieser Gruppe und beeinflusst das Glutamatsystem im Gehirn. Es wird bei mittelschwerer bis schwerer Demenz eingesetzt, um die geistige Leistungsfähigkeit zu stabilisieren.

Begleitmedikation

Bei Verhaltensauffälligkeiten oder psychischen Symptomen wie Depressionen, Angst, Aggression oder Schlafstörungen können in Einzelfällen Antidepressiva, Antipsychotika oder Neuroleptika verschrieben werden. Diese sollten jedoch mit Vorsicht eingesetzt werden, da sie teils erhebliche Nebenwirkungen haben.

Während Medikamente gewisse Symptome mildern können, führen sie nicht zu einer Heilung oder langfristigen Verlangsamung des Krankheitsverlaufs. Zudem sprechen nicht alle Menschen gleich gut auf die medikamentöse Therapie an und Nebenwirkungen können auftreten. Daher ist eine sorgfältige Abwägung der Vor- und Nachteile in Absprache mit Ärzt:innen wichtig.

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Nicht-medikamentöse Therapien bei Demenz

Neben der medikamentösen Behandlung spielen nicht-medikamentöse Therapien eine zentrale Rolle bei der Förderung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz. Sie helfen dabei, vorhandene Fähigkeiten zu bewahren, das Wohlbefinden zu steigern, den Alltag zu strukturieren und herausforderndes Verhalten zu reduzieren. Einige dieser Therapien, wie beispielsweise die Physiotherapie, können ärztlich verordnet werden. Besonders wirksam sind nicht-medikamentöse Ansätze, wenn sie an die individuelle Biografie des Menschen mit Demenz anknüpfen. Folgende Therapieformen werden bei Korian angewendet.

Gedächtnistraining

Gezielte Übungen sollen die kognitiven Fähigkeiten stimulieren und das Erinnerungsvermögen fördern. Dabei werden beispielsweise Spiele, Rätsel oder spezielle Computerprogramme eingesetzt. Wichtig ist, dass die Übungen an den individuellen Fähigkeiten des Menschen mit Demenz ausgerichtet sind, um Überforderung zu vermeiden.

Physiotherapie

Physiotherapie zielt darauf ab, die Mobilität, Balance und körperliche Fitness zu erhalten oder zu verbessern. Regelmäßige Bewegung kann zudem positive Effekte auf die Stimmung und das allgemeine Wohlbefinden haben.

Ein junger Pfleger hilft einer Pflegeheimbewohnerin bei Sportübungen mit einer Stange. Die beiden sind im Garten unter einem Pavillon.

Ergotherapie

Die Ergotherapie unterstützt Menschen mit Demenz dabei, alltägliche Fähigkeiten zu erhalten oder wiederzuerlangen. Dies kann das Ankleiden, die Körperpflege oder das Zubereiten von Mahlzeiten umfassen. Durch gezielte Aktivitäten wird die Selbstständigkeit gefördert und der Alltag erleichtert.

Logopädie

Im Rahmen der Logopädie wird an den Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten gearbeitet. Ziel ist es, die Verständigung zu erleichtern und Schluckstörungen zu behandeln, die im Verlauf der Demenz auftreten können.

Musiktherapie

Musik kann emotionale Reaktionen hervorrufen und Erinnerungen wecken. In der Musiktherapie werden Lieder gesungen oder Instrumente gespielt, um positive Gefühle zu fördern und Verhaltensauffälligkeiten zu reduzieren.

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Kunsttherapie

Durch kreatives Gestalten können Menschen mit Demenz Gefühle ausdrücken und Erfolgserlebnisse erfahren. Die Kunsttherapie bietet einen nonverbalen Kommunikationsweg und kann das Selbstwertgefühl stärken.

Basale Stimulation

Diese Methode richtet sich vor allem an Menschen mit fortgeschrittener Demenz. Durch einfache Reize wie Berührungen, Klänge oder Bewegungen werden die Sinne angesprochen, was zu Wohlbefinden und Entspannung führen kann.

Validation

Validation ist eine auf Wertschätzung basierende Kommunikationsmethode, die darauf abzielt, die Gefühle und Perspektiven von Menschen mit Demenz anzuerkennen und zu validieren. Durch einfühlsames Eingehen auf die emotionale Realität des Menschen mit Demenz wird Vertrauen aufgebaut und Stress reduziert.

Milieugestaltung

Die Anpassung der Umgebung kann dazu beitragen, Orientierung und Sicherheit zu fördern. Dies umfasst beispielsweise eine klare Raumgestaltung, gut lesbare Beschilderungen und eine ruhige Atmosphäre, die Überforderung und Unruhe reduzieren. Je nach Krankheitsverlauf erfolgt eine Anpassung der Umgebung and die vorhandenen Fähigkeiten des Menschen mit Demenz sowie dessen Bedürfnisse.

Milieugestaltung bei Demenz

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Grenzen und Chancen der Therapiemöglichkeiten

Trotz vielfältiger medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapieansätze ist es wichtig zu verstehen, dass Demenz eine fortschreitende Erkrankung ist. Die verfügbaren Behandlungen können das Fortschreiten verlangsamen und die Lebensqualität verbessern, jedoch nicht heilen. Zudem wirken die Methoden individuell sowie je nach Demenzform unterschiedlich und erfordern eine kontinuierliche Anpassung an das jeweilige Stadium der Erkrankung.

Informationsquellen

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft engagiert sich für ein besseres Leben mit Demenz. Sie unterstützt und berät Menschen mit Demenz und ihre Familien.

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Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Seit über 25 Jahren setzt sich die AFI mit ihrer unabhängigen Forschungsförderung dafür ein, dass Alzheimer heilbar wird. Darüber hinaus unterstützt sie Betroffene und Interessierte mit umfassenden Informationen zu Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen.

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Wegweiser Demenz

Das interaktive Informationsportal des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendbietet Ihnen zahlreiche Informationen rund um das Thema Demenz und ermöglicht den Austausch zwischen Betroffenen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Es gibt keine Heilung für Demenz, aber bestimmte Medikamente können den Krankheitsverlauf verlangsamen und Symptome lindern.

Medikamente wie Acetylcholinesterase-Hemmer und NMDA-Rezeptor-Antagonisten werden verwendet, um Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.

Acetylcholinesterase-Hemmer wie Donepezil, Rivastigmin und Galantamin werden vor allem bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz eingesetzt.

Medikamente können das Fortschreiten der Demenz verlangsamen und Symptome lindern, aber sie führen nicht zu einer Heilung.

Nicht-medikamentöse Therapien umfassen Gedächtnistraining, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Musiktherapie und Kunsttherapie, die die Lebensqualität verbessern.

Gedächtnistraining hilft, kognitive Fähigkeiten zu stimulieren und das Erinnerungsvermögen zu fördern, indem es auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten eingeht.

Physiotherapie unterstützt die Mobilität und Balance, fördert die körperliche Fitness und hat positive Auswirkungen auf die Stimmung und das Wohlbefinden.

Basale Stimulation nutzt einfache Reize wie Berührungen und Klänge, um die Sinne anzusprechen, das Wohlbefinden zu steigern und Entspannung zu fördern.

Die Validation ist eine einfühlsame Kommunikationsmethode, die darauf abzielt, die Gefühle und Perspektiven von Menschen mit Demenz zu anerkennen und Stress zu reduzieren.

Eine angepasste Umgebung, die Orientierung und Sicherheit bietet, kann das Wohlbefinden der Menschen mit Demenz erheblich steigern und Überforderung reduzieren.

Der Positive Care Ansatz setzt auf nicht-medikamentöse Therapien, um das Wohlbefinden von Senioren zu fördern und Fähigkeiten in den Bereichen Verhalten, Kognition und Mobilität zu erhalten.

 

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Biografiearbeit in der Pflege: Lebensgeschichten verstehen und begleiten https://www.korian.de/ratgeber-magazin/biografiearbeit-in-der-pflege/ Thu, 27 Aug 2026 10:07:08 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=71247

Biografiearbeit in der Pflege sorgt dafür, dass Pflegebedürftige nicht auf ihren Unterstützungsbedarf reduziert werden, sondern als Menschen mit eigener Lebensgeschichte wahrgenommen werden. Sie hilft Pflegekräften und Angehörigen dabei, Gewohnheiten, Vorlieben und Bedürfnisse einer Person zu verstehen und individuell darauf einzugehen.

Jeder Mensch hat seine einzigartige Lebensgeschichte – geprägt von Höhen und Tiefen, Erfolgen und Herausforderungen. Wer sich mit der Vergangenheit eines Menschen beschäftigt, versteht seine Bedürfnisse und Handlungen im Hier und Jetzt besser. Das gilt besonders für Menschen mit Demenz, die sich oft nicht mehr selbst mitteilen können. Angehörige, Pflegekräfte und Betreuungspersonen können durch Biografiearbeit gemeinsam eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen.

Dieser Artikel beantwortet die zentralen Fragen zur Biografiearbeit in der Pflege: was sie bedeutet, warum sie wichtig ist, welche Ziele sie verfolgt, welche Methoden sich bewährt haben und wie Angehörige sowie Pflegekräfte sie im Alltag konkret umsetzen können.

Was ist Biografiearbeit in der Pflege?

Biografiearbeit in der Pflege bezeichnet den vertrauensvollen, fortlaufenden Prozess, in dem die Lebensgeschichte, Erfahrungen und Persönlichkeit eines pflegebedürftigen Menschen erfasst und in die Pflege einbezogen werden. Dabei geht es um deutlich mehr als reine Lebensdaten wie Geburtsort oder Berufsweg.
Im Mittelpunkt stehen die emotionalen Verbindungen zu einzelnen Lebensphasen. Welche Erlebnisse haben eine Person geprägt? Welche Menschen, Orte und Rituale waren ihr wichtig? Diese Informationen schaffen ein tieferes Verständnis für die pflegebedürftige Person und bilden die Grundlage für eine individuelle, ressourcenorientierte Pflege und Betreuung.
Biografiearbeit ist kein einmaliges Gespräch, sondern ein Prozess, der sich über die gesamte Pflegezeit weiterentwickelt. Auch die aktuelle Lebensphase in der Pflegeeinrichtung oder zu Hause wird Teil dieser fortlaufenden Lebensgeschichte.

Ziele von Biografiearbeit

Biografiearbeit in der Pflege verfolgt mehrere zentrale Ziele:

  • Identität und Selbstbild stärken: Rückblicke auf das eigene Leben machen Kontinuität und Selbstwirksamkeit erlebbar, gerade wenn sich Lebensumstände und körperliche Möglichkeiten im Alter verändern.
  • Vertrauen und Sicherheit schaffen: Wer die Lebensgeschichte eines Menschen kennt, kann einfühlsamer auf dessen Bedürfnisse eingehen.
  • Kommunikation fördern: Vertraute Erinnerungen eröffnen neue Gesprächsanlässe, aktivieren das Langzeitgedächtnis und wirken sozialer Isolation entgegen.
  • Ressourcen aktivieren: Persönliche Stärken und frühere Bewältigungsstrategien lassen sich in den Pflegealltag einbinden.
  • Belastende Erlebnisse verarbeiten: Biografiearbeit kann helfen, schwierige Lebensphasen einzuordnen und emotional zu verarbeiten.
  • Lebensübergänge begleiten: Ob Krankheit, Verlust oder der Umzug in ein Pflegeheim – biografisches Wissen unterstützt dabei, solche Veränderungen leichter zu bewältigen.
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Wichtige biografische Informationen

Eine Pflegebiografie sammelt Informationen aus verschiedenen Lebensbereichen, um ein möglichst vollständiges Bild der Person zu erhalten:

  • Herkunft und Kindheit: Geburtsort, Familienverhältnisse, prägende Kindheitserinnerungen
  • Schule, Ausbildung und Beruf: beruflicher Werdegang, erworbene Konsequenzen, besondere Erfolge oder Herausforderungen
  • Familie und Beziehungen: Partnerschaft, Kinder, wichtige Bezugspersonen
  • Hobbys und Interessen: Musik, Kunst, Literatur, Sport, Handwerk, Verein/Stammtisch, Ehrenamt, Natur/Tiere, Reisen/Ausflüge
  • Alltag, Rituale und Werte: persönliche Gewohnheiten, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen
  • Prägende Ereignisse und Wendepunkte: besondere Erlebnisse, die das Leben nachhaltig beeinflusst haben
  • Vorlieben und Abneigungen im Alltag: etwa bei Ernährung, Tagesstruktur oder Körperpflege

Diese Angaben werden vertraulich dokumentiert und ausschließlich genutzt, um die Pflege und Betreuung individuell zu gestalten.

Methoden der Biografiearbeit

Es gibt zahlreiche Wege, die Lebensgeschichte eines Menschen zu entdecken, festzuhalten und wertzuschätzen. Angehörige, Betreuungspersonen und Pflegekräfte können dabei gemeinsam mitwirken.

  • Biografiegespräche: Regelmäßige Gespräche über die Vergangenheit – etwa zu Lieblingsorten, prägenden Erlebnissen oder Lebensweisheiten – bilden die Basis der Biografiearbeit. Offene Fragen wie „Wie war das früher für Sie?“ laden zum Erzählen ein.
  • Erinnerungsbox und Erinnerungskiste: Fotos, Briefe, Tagebücher und persönliche Erinnerungsstücke werden gesammelt und griffbereit aufbewahrt, um Erinnerungen jederzeit lebendig werden zu lassen.
  • Fotoalben und Fotocollagen: Bilder aus verschiedenen Lebensphasen wecken Erinnerungen und bieten wertvolle Gesprächsanlässe im Pflegealltag.
  • Lebensbuch: In einem Lebensbuch werden wichtige Stationen, Geschichten und Erlebnisse schriftlich oder in Audioform festgehalten – ein bleibendes Zeugnis der individuellen Lebensgeschichte.
  • Musik: Vertraute Lieder aus Kindheit, Jugend oder besonderen Lebensphasen können das Langzeitgedächtnis aktivieren und positive Gefühle hervorrufen.
  • Gerüche und Sinneseindrücke: Bestimmte Düfte – etwa nach Gebäck, Blumen oder vertrauten Orten – wecken oft besonders intensive und emotionale Erinnerungen.
  • Weitere kreative Methoden: Zeitlinien, Lebensbäume, Videoporträts, Gedichtsammlungen oder gemeinsame Bastelarbeiten ergänzen die klassischen Methoden der Biografiearbeit.

So hilfreich diese Methoden sind – im Kern ist Biografiearbeit keine zusätzliche Aufgabe, die eine bestimmte Technik erfordert, sondern vor allem eine Haltung: die alltägliche Offenheit, sich für die Lebensgeschichte und die Einzigartigkeit eines Menschen zu interessieren. Diese Offenheit zeigt sich oft ganz beiläufig – im kurzen Plausch während einer Pflege- oder Betreuungsmaßnahme, wenn der Haustechniker eine Glühbirne wechselt, die Verwaltungskraft einen Brief für eine Bewohnerin frankiert oder die Reinigungskraft beim Wischen ein paar Worte wechselt. In solchen scheinbar nebensächlichen Momenten liegt viel Potenzial: aufmerksam zuzuhören, was erzählt wird, und zu beobachten, wie ein Mensch sich verhält und worauf er reagiert. Allein dadurch lässt sich bereits sehr viel über einen Menschen erfahren – über seine Biografie und darüber, was ihm wirklich wichtig ist. Biografiearbeit gelingt deshalb nicht nur durch gezielte Methoden, sondern vor allem durch eine Kultur des aufmerksamen Miteinanders, die von allen im Haus getragen wird.

Bei Menschen mit einer dementiellen Erkrankung gewinnt Biografiearbeit eine besondere Bedeutung. Während das Kurzzeitgedächtnis oft beeinträchtigt ist, bleiben Erinnerungen aus früheren Lebensphasen häufig lange erhalten. Vertraute Lieder, Gerüche oder Gegenstände können deshalb gezielt genutzt werden, um Kontakt herzustellen und Wohlbefinden zu fördern.

Besonderheiten in der Praxis

  • Informationen zur Biografie helfen dabei, herausforderndes Verhalten besser einzuordnen – etwa wenn eine Person unruhig wirkt, weil eine vertraute Tagesstruktur fehlt.
  • Bekannte Rituale, etwa aus dem Berufsleben oder der Kindheit, können in den Tagesablauf integriert werden und Sicherheit vermitteln.
  • Da sich Menschen mit fortgeschrittener Demenz oft nicht mehr selbst äußern können, sind die von Angehörigen bereitgestellten biografischen Informationen für die Pflege besonders wertvoll.

Praxisbeispiele: Eine Bewohnerin, die früher als Bäckerin gearbeitet hat, reagiert positiv auf den Duft von frisch gebackenem Brot und lässt sich dadurch leichter zu einer Mahlzeit motivieren. Ein ehemaliger Gärtner findet Beruhigung, wenn er im Garten der Einrichtung mithelfen darf.

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Herausforderungen und Grenzen von Geografiearbeit

Biografiearbeit ist ein wertvolles Instrument, stößt in der Praxis aber auch an Grenzen:

  • Zeitliche Ressourcen: Ausführliche Gespräche und das Sammeln von Erinnerungsmaterial benötigen Zeit, die im Pflegealltag nicht immer in gewünschtem Umfang zur Verfügung steht.
  • Emotionale Belastung: Erinnerungsarbeit kann auch schmerzhafte oder traumatische Erlebnisse berühren. Ein einfühlsamer, achtsamer Umgang ist deshalb notwendig.
  • Lückenhafte Informationen: Nicht immer stehen Angehörige zur Verfügung, die über die Lebensgeschichte Auskunft geben können.
  • Datenschutz und Privatsphäre: Biografische Informationen sind sensible persönliche Daten. Sie müssen vertraulich behandelt und ausschließlich zweckgebunden verwendet werden.
  • Individuelles Tempo: Nicht jede Person möchte im gleichen Umfang über die eigene Vergangenheit sprechen. Der Wunsch nach Privatsphäre muss respektiert werden.

„Biografiearbeit: Ein Leben, viele Kapitel“

In dieser Folge des Podcast Fokus Pflege spricht Elisabeth Scharfenberg mit Prof. Dr. Angelika Zegelin über die Bedeutung von Lebensgeschichten in der Pflege. Warum ist zuhören ein professioneller Pflegeakt? Und wie verändert Biografiearbeit den Pflegealltag? Ein Gespräch über Würde, Beziehung und die Kraft persönlicher Geschichten.

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Praktische Tipps für Angehörige

Angehörige spielen eine zentrale Rolle in der Biografiearbeit, da sie oft über wertvolles Wissen zur Lebensgeschichte verfügen. Folgende Checkliste unterstützt beim Einstieg:

Checkliste: Biografische Gespräche einfühlsam führen

  • Ruhige, ungestörte Umgebung wählen – ohne Zeitdruck und ohne Ablenkung durch andere Personen oder Geräusche
  • Erinnerungsstützen einsetzen – Fotos, Briefe, Musik oder vertraute Gegenstände als Gesprächsanlass nutzen, statt direkt mit Fragen zu beginnen
  • Mit leichten, positiven Themen starten – schwierige oder belastende Erinnerungen nicht erzwingen
  • Offene statt geschlossene Fragen stellen – z. B. „Wie war das damals für Sie?“ statt Ja/Nein-Fragen
  • Aktiv zuhören – ausreden lassen, nicht unterbrechen, keine vorschnellen Antworten liefern
  • Tempo und Grenzen der Person respektieren – wenn jemand nicht (mehr) sprechen möchte, das akzeptieren
  • Offen bleiben für Emotionen – auch Trauer, Wut oder Rührung dürfen Raum haben
  • Nicht bewerten oder korrigieren – auch bei lückenhaften oder widersprüchlichen Erinnerungen zuhören statt richtigzustellen
  • Wichtige Informationen im Nachgang festhalten – Notizen machen und bei Bedarf mit dem Pflegeteam teilen

Biografiearbeit im Pflegealltag bei Korian

Biografiearbeit ist ein fester Bestandteil einer person-zentrierten Pflege, wie sie auch bei Korian gelebt wird: Positive Care. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein, was ein Mensch pflegerisch benötigt, sondern wer dieser Mensch ist – mit seiner individuellen Geschichte, seinen Vorlieben und seinen Bedürfnissen.

Positive Care ist ein ganzheitlicher, personenzentrierter und fürsorglicher Ansatz mit Schwerpunkt auf nicht-medikamentösen Interventionen.

Fazit

Biografiearbeit würdigt das gelebte Leben eines Menschen, schafft Vertrauen und ermöglicht es Pflegenden wie Angehörigen, die pflegebedürftige Person in ihrer Einzigartigkeit wahrzunehmen.

Besonders bei Menschen mit Demenz zeigt sich der Wert der Biografiearbeit: Vertraute Erinnerungen können beruhigen, Kommunikation erleichtern und Sicherheit vermitteln. Wer sich aktiv an der Biografiearbeit beteiligt – ob als angehörige, betreuende oder in einer Pflegeeinrichtung arbeitende Person  – trägt dazu bei, dass jede Lebensgeschichte auch im Pflege- und Betreuungsalltag sichtbar und spürbar bleibt.

Häufige Fragen zur Biografiearbeit in der Pflege (FAQ)

Biografiearbeit in der Pflege ist ein fortlaufender, vertrauensvoller Prozess, bei dem die Lebensgeschichte, Erfahrungen und Persönlichkeit eines pflegebedürftigen Menschen erfasst werden. Sie bildet die Grundlage für eine individuelle, ressourcenorientierte Pflege und Betreuung.

Biografiearbeit hilft, pflegebedürftige Menschen individuell wahrzunehmen. Sie stärkt Identität und Würde, fördert Vertrauen und Kommunikation und unterstützt Pflege- und Betreuungskräfte dabei, Verhalten besser zu verstehen und Pflegeentscheidungen individuell zu begründen.

Zu den gängigen Methoden zählen Biografiegespräche, Erinnerungsboxen, Fotoalben, Lebensbücher sowie der gezielte Einsatz von Musik und vertrauten Gerüchen. Auch Zeitlinien, Videoporträts und gemeinsame Aktivitäten kommen zum Einsatz.

Bei Demenz bleiben Erinnerungen aus früheren Lebensphasen oft länger erhalten als aktuelle Ereignisse. Vertraute Musik, Gerüche oder Rituale können deshalb beruhigend wirken, Kommunikation erleichtern und helfen, herausforderndes Verhalten besser einzuordnen.

Biografiearbeit gelingt am besten gemeinsam: Angehörige und Bezugspersonen bringen ihr Wissen über die Lebensgeschichte ein, Pflege- und Betreuungskräfte greifen dieses Wissen im Alltag auf und setzen es in die individuelle Unterstützung  um.

Angaben zu Herkunft und Kindheit, Ausbildung und Beruf, Familie, Hobbys, Alltag und Werten sowie prägenden Lebensereignissen können wichtig sein. Auch persönliche Vorlieben und Abneigungen sind relevant.

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Demenz: Früherkennung und Diagnose https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-frueherkennung-und-diagnose/ Thu, 06 Feb 2025 10:02:33 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=61465

Demenzerkrankungen beginnen schleichend. Das macht diese Krankheit so fatal und für Angehörige der Betroffenen zu einer Herausforderung. Es ist ein bekanntes Muster: Erst im Rückblick werden Einschränkungen von Betroffenen als Symptome einer Demenz erkannt.

Es ist wichtig, dass betreuende Angehörige Symptome einer Demenz als solche erkennen. Denn: Je eher dann eine Ärztin/ ein Arzt die Diagnose stellt, desto früher kann mit der Behandlung begonnen werden. Außerdem können die beobachteten Symptome auch von einer anderen Erkrankung stammen, die behandelbar ist – zum Beispiel Depressionen, Vitaminmangel, Flüssigkeitsmangel oder Elektrolytstörungen.

Und auch wenn der überwiegende Teil der Demenzerkrankungen nicht heilbar ist, können so doch früher Maßnahmen eingeleitet werden, die Betroffenen das Leben leichter machen. Außerdem können sich sowohl Erkrankte wie auch Angehörige rechtzeitig mental auf die Krankheit und eine womöglich drohende Verschlimmerung einstellen.

11 Warnsignale für Demenz

Zur Hilfestellung für Angehörige hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft elf Warnsignale für eine beginnende Demenzerkrankung definiert. Sobald mehr als ein Warnsignal auf einen Menschen zutrifft, wird empfohlen, Kontakt zu einem Arzt oder einer Ärztin aufzunehmen. Die elf Warnsignale sind:

  1. Gedächtnisstörungen
  2. Gesprächen nicht mehr folgen können
  3. Fehlende zeitliche und/oder räumliche Orientierung
  4. Rückzug von der Arbeit oder sozialen Aktivitäten
  5. Fehlende Worte im Gespräch
  6. Probleme, den Überblick zu behalten
  7. Schwierigkeiten mit alltäglichen Aufgaben
  8. Schlechtes oder vermindertes Urteilsvermögen
  9. Veränderungen der Stimmung und / oder des Verhaltens
  10. Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung
  11. Verlegen von Dingen

Diagnose der Demenz

Familienmitglieder, die vermuten, dass ihre Angehörigen betroffen sind, haben unterschiedliche Möglichkeiten für eine diagnostische Abklärung. Spezialisiert auf die Frühdiagnostik sind Gedächtnisambulanzen und Gedächtnissprechstunden (manchmal wird auch von Memory-Kliniken gesprochen). Fachkräfte untersuchen hier Verdachtsfälle auf Demenz. Etwa 160 solcher Gedächtnisambulanzen gibt es in Deutschland. Die regional zuständige Ambulanz finden Angehörige in einer Datenbank der Alzheimer Forschung Initiative.

Erstdiagnosen werden auch oft von Hausarzt oder Hausärztin gestellt. Empfohlen wird, dass diese dabei Fachkräfte für Neurologie, Psychiatrie oder Psychotherapie hinzuziehen. Dabei werden in der Regel sogenannte psychometrische Demenztests durchgeführt (psychometrisch = psychologisches Messen). Der bekannteste darunter ist der Uhrentest, bei dem Betroffene eine Uhr mit Zifferblatt und Zeigern sowie eine vorgegebene Uhrzeit einzeichnen sollen. Diese Tests etwa könnten auch Angehörige durchführen. Dabei besteht jedoch immer die Gefahr der falschen Interpretation. Außerdem kann ein einzelner Test wie der Uhrentest zwar Hinweise auf kognitive Beeinträchtigungen geben, er reicht jedoch allein natürlich nicht für eine eindeutige Diagnose aus!

Um andere Ursachen für die Symptome auszuschließen, führen Hausarzt oder Hausärztin in der Regel weitere differentialdiagnostische Untersuchungen durch. Dazu gehören bildgebende Verfahren wie ein Ultraschall des Gehirns, EEG oder MRT sowie Untersuchungen von Blut und eventuell auch Nervenwasser.

Aktuellen Forschungen zufolge kann auch ein Bluttest auf sogenannte MicroRNAs helfen, eine Demenz zu erkennen. MicroRNAs sind Moleküle mit regulierender Wirkung, welche die Herstellung von Proteinen und damit zentrale Abläufe des Stoffwechsels beeinflussen.

Demenz: Diagnose, Therapien, Verlauf

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Früherkennung von Demenz

Auch wenn sich manche Familienmitglieder in der Situation wiederfinden mögen, dass sich ältere Angehörige nicht untersuchen lassen wollen, sollten sie möglichst versuchen, diese doch davon zu überzeugen. Eine frühzeitige Diagnose von Demenz bietet verschiedene Vorteile. Und sollte doch eine andere behandelbare Erkrankung der Grund für die Symptome sein, kann das alle Beteiligten sehr entlasten.

Therapeutische Maßnahmen können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und Erkrankten das Leben erleichtern. Betroffenen und Angehörigen bleibt außerdem mehr Zeit, das Leben auf die neue Situation auszurichten. Das Wissen um die Erkrankung kann helfen, besser mit der Situation umzugehen, als in ständiger Sorge zu leben.

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Demenz: Hilfsangebote für Angehörige https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-hilfe-fuer-angehoerige/ Thu, 07 Aug 2025 13:39:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=61859

Wer Demenz hat, wird meist zuhause von den Angehörigen gepflegt. Das ist die Lage der Demenzpflege in Deutschland – statistisch gesehen. So angenehm und hilfreich es für Betroffene ist, in ihrer gewohnten Umgebung zu leben, so herausfordernd kann die Situation für die Familienmitglieder sein. Pflegende Angehörige sollten dabei immer auch die eigenen Kräfte im Blick behalten und Überforderung vermeiden – getreu dem Motto „Damit ich gut für dich sorgen kann, muss es auch mir gutgehen.“

Für Angehörige gibt es zahlreiche Angebote zur Unterstützung und zur Selbsthilfe. Einen generellen Überblick bietet der Wegweiser Demenz des Bundesfamilienministeriums.

Unterstützungsangebote für die häusliche Pflege bei Demenz

Wer sich zur Pflege eines demenzkranken Angehörigen entschließt, steht nicht alleine da: Pflegende Angehörige haben vonseiten der Pflegekassen Anspruch auf eine kostenlose Beratung. Wer mit den typischen Verhaltensweisen Demenzkranker vertraut ist, dem fällt die häusliche Pflege in der Regel leichter. Die zuständigen lokalen Beratungsstellen sind in der Datenbank des Zentrums für Qualität in der Pflege zu finden. Kurse und Schulungen über den richtigen Umgang mit Demenzkranken werden außerdem über die zuständige Krankenkasse vermittelt.

Bei der häuslichen Pflege können sich Angehörige außerdem durch ambulante Pflegedienste unterstützen lassen. Diese kommen für Pflegeleistungen wie morgendliches Anziehen, Duschen oder Medikamentengabe ins Haus. Abgerechnet werden sie je nach festgestellter Pflegestufe mit der Pflegekasse.

Eine Entscheidung für die häusliche Pflege bedeutet nicht zwangsläufig, dass Demenzpatienten 24 Stunden am Tag zu Hause betreut werden. Es gibt unterschiedliche ambulante Angebote, die den pflegenden Angehörigen Freiräume verschaffen, um durchzuschnaufen, Kräfte zu sammeln oder ganz allgemein, ihr eigenes Leben zu leben. Dazu gehören:

  • Betreuungsgruppen: Die regionalen Alzheimer Gesellschaften bieten Betreuungsgruppen als niedrigschwelliges Angebot, bei denen Demenzkranke für einige Stunden an einem oder mehreren Tage pro Woche in Gruppen betreut und beschäftigt werden.
  • Tagespflege: An einem oder mehreren Tagen pro Woche werden Demenzpatienten und -patientinnen abgeholt und in einer Pflegeeinrichtung im Rahmen von Tagespflege betreut.
  • Kurzzeit– und Verhinderungspflege: Für einen begrenzten Zeitraum werden Demenzkranke in einer stationären Einrichtung aufgenommen. Dies dient dazu, vorübergehende Phasen zu überbrücken, in denen die pflegenden Angehörigen etwa überlastet, selbst krank, beruflich verhindert oder in Urlaub sind.

Je nach Pflegestufe unterstützen die Pflegeversicherungen diese Pflegeangebote vollständig oder anteilig. Welche Pflegeleistungen sie genau übernehmen, ist in unserem Ratgeberartikel Pflegeunterstützungs und entlastungsgesetz zu finden.

Selbsthilfeangebote

Selbst wenn Unterstützungsangebote organisiert sind, bleibt die Pflege eines Demenzpatienten für die Angehörigen immer noch eine große Herausforderung. Die oftmals umfassende Pflege, die häusliche Versorgung und nicht zuletzt der Umgang mit den Folgen der Krankheit wie Verwirrung, Aggression und Nicht-Wiedererkennen Angehöriger, sind psychisch belastend.

Der Austausch mit anderen Menschen, die unter einer ähnlichen Belastung stehen, kann da sehr wohltuend sein. Man erlebt, wie Andere mit vergleichbaren Situationen umgehen und kann gegebenenfalls auch praktische Tipps austauschen. Dafür gibt es regional zahlreiche Selbsthilfegruppen für die Angehörigen von Demenzkranken. Zu finden sind sie über das Alzheimer-Telefon oder die Online-Datenbank für Selbsthilfegruppen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

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Wissenswertes zum Thema Impfen https://www.korian.de/ratgeber-magazin/impfkampagne/ Mon, 11 Aug 2025 10:00:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=63874

Impfungen zählen zu den wirksamsten Maßnahmen, um sich selbst und andere vor Infektionskrankheiten zu schützen. Besonders für ältere Menschen, pflegende Angehörige, chronisch Kranke und Schwangere ist ein umfassender Impfschutz wichtig – nicht nur zum eigenen Schutz, sondern auch zum Schutz des sozialen Umfelds.
Doch wer sollte sich wann und gegen was impfen lassen? Und wie behält man den Überblick über den Impfstatus? Dieser Beitrag informiert verständlich über das Impfen, gibt Empfehlungen und zeigt, wo und wie man sich einfach impfen lassen kann.

Wer sollte sich gegen was impfen lassen?

Impfungen schützen vor übertragbaren Krankheiten und richten sich nach Alter, Gesundheit und Lebensumständen. Kinder erhalten Grundimmunisierungen, Erwachsene sollten ihren Impfschutz regelmäßig auffrischen. Bestimmte Berufsgruppen und Reisende benötigen ggf. zusätzliche Impfungen. Ab 60 Jahren und bei chronischen Erkrankungen werden weitere Impfungen empfohlen. Eine individuelle Beratung erfolgt beim Hausarzt.

Impfungen für Menschen im höheren Alter und Pflegebedürftige

Gerade ältere und pflegebedürftige Menschen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe, da ihre Immunabwehr oft geschwächt ist.

Empfohlene Impfungen für Pflegebedürftige und Senioren sind:

  • Grippeschutzimpfung (Influenza): Jährlich empfohlen, am besten im Oktober oder November. Besonders wichtig, da Grippe bei älteren Menschen schwer verlaufen kann. Für Menschen ab 60 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) einen Hochdosis-Impfstoff.
  • COVID-Impfung: Schutz vor schweren Verläufen, besonders bei älteren und vorerkrankten Menschen. Die aktuellen Empfehlungen zur Auffrischung sollten mit dem Hausarzt besprochen werden.
  • RSV-Impfung: einmalige Impfung gegen das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) wird empfohlen. (z. B. bei chronischen Lungen-, Herz- oder Nierenerkrankungen), am besten im Herbst vor Beginn der RSV-Saison. Lassen Sie sich ärztlich beraten, ob die Impfung sinnvoll ist. Unter der Voraussetzung, dass eine Indikation zur Impfung sowohl gegen Influenza als auch gegen RSV besteht, kann die Influenza-Impfung gleichzeitig mit den proteinbasierten RSV-Impfstoffen verabreicht werden. Die Injektion soll jeweils an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen.
  • FSME-Impfung (Zeckenimpfung): Empfohlen für Menschen in FSME-Risikogebieten, schützt vor einer durch Zecken übertragenen Hirnhautentzündung. Drei Grundimmunisierungen, danach regelmäßige Auffrischung.
  • Gürtelrose-Impfung (Herpes zoster): Die STIKO empfiehlt die Gürtelrose-Impfung mit einem Totimpfstoff für alle ab 60 Jahren sowie ab 50 Jahren bei geschwächtem Immunsystem oder schweren Grunderkrankungen. Zwei Impfdosen schützen ab einem Alter von 50 Jahren effektiv vor Gürtelrose (92 %) und Nervenschmerzen (82 %). Auch bei über 70-Jährigen bleibt der Schutz mit etwa 90 % hoch.
  • Pneumokokken-Impfung: Schützt vor Lungenentzündung und anderen schweren Erkrankungen, die durch Pneumokokken-Bakterien verursacht werden. Besonders empfohlen für Menschen ab einem Alter von 60 Jahren oder mit chronischen Erkrankungen.

Impfungen für Personen mit eingeschränkter Immunfunktion

Da Personen mit Immuneinschränkung generell anfälliger für viele Infektionskrankheiten sind und diese mit schwereren Verläufen einhergehen können als bei Immungesunden, empfiehlt die STIKO sowohl den Menschen selbst als auch ihren Kontaktpersonen einen möglichst umfassenden Impfschutz. Aufgrund der eingeschränkten Immunfunktion kann es zu einer weniger ausgeprägten oder fehlenden Immunantwort nach der Impfung kommen.

Bei Personen, die z. B. eine Chemotherapie erhalten, sollte die Impfung möglichst ≥2 Wochen vor dem Beginn der Chemotherapie oder zwischen zwei Chemotherapiezyklen erfolgen. Die Impfung mit einem Influenza-Totimpfstoff ist erst 6 Monate nach allogener oder autologer Stammzelltransplantation (HSZT) empfohlen. Es sollte daher ein individuell abgestimmter Impfzeitpunkt gewählt werden, um trotz Immunschwäche einen bestmöglichen Schutz zu erreichen.

Impfung für pflegende Angehörige und Kontaktpersonen

Auch pflegende Angehörige spielen eine zentrale Rolle: Sie können Krankheiten übertragen, selbst wenn sie nicht erkranken, und gefährden damit die Gesundheit der zu Pflegenden.

Ein Impfschutz sollte für mindestens einer der folgenden Impfungen vorliegen:

  • Grippeschutzimpfung: Auch für Angehörige wichtig, um pflegebedürftige Menschen nicht anzustecken.
  • COVID-Impfung: Schützt sowohl die Pflegenden als auch die Pflegebedürftigen vor Ansteckung.
  • Weitere Impfungen je nach Situation: Bei bestimmten Erkrankungen der zu Pflegenden (z. B. chronische Hepatitis oder Immunschwäche) können zusätzliche Impfungen sinnvoll sein (z. B. Hepatitis B, Meningokokken, Gürtelrose).

Impfen in der Schwangerschaft schützt Mutter und Kind

Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für schwere Infektionsverläufe, deshalb sind bestimmte Impfungen besonders wichtig. Während Lebendimpfstoffe wie Masern oder Röteln tabu sind, empfiehlt die STIKO Impfungen gegen Grippe, Keuchhusten und COVID-19 ausdrücklich – sogar während der Schwangerschaft ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Diese schützen nicht nur die Mutter, sondern auch das ungeborene Kind.

Impfen während Schwangerschaft und Stillzeit

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Impfungen im Blick behalten: Tipps für den Alltag

Regelmäßige Impfungen sind besonders für ältere Menschen und chronisch Kranke ein wichtiger Teil des Gesundheitsschutzes. Daher sollte der Impfstatus mindestens einmal jährlich gemeinsam mit dem Arzt überprüft werden. Um den Überblick zu behalten, empfiehlt sich das Führen eines Impfpasses. Angehörige können dabei unterstützen, Impftermine zu organisieren und wahrzunehmen. Auch Aufklärung spielt eine zentrale Rolle: Wer über Nutzen und Sicherheit von Impfungen informiert ist, ist eher bereit, sich impfen zu lassen.

Praktische Tipps zum Impfen für Pflegende und Angehörige

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Wo kann ich mich impfen lassen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten bzw. Anlaufstellen, wo man sich impfen lassen kann:

Hausarztpraxis / Allgemeinmediziner

Der erste Ansprechpartner für Impfungen ist in der Regel dein Hausarzt. Er kennt deinen Impfstatus und berät dich zu nötigen Auffrischungen oder empfohlenen Impfungen.

Fachärzt:innen (z. B. Gynäkolog:innen, Kinderärzt:innen, Internist:innen)

Je nach Impfung und Zielgruppe:

  • Gynäkolog:innen: HPV-Impfung
  • Kinderärzt:innen: Grundimmunisierungen im Kindesalter
  • Internist:innen: Reiseimpfungen oder Impfungen bei Vorerkrankungen

Apotheken (bei bestimmten Impfungen)

Viele Apotheken bieten mittlerweile auch Impfungen an, z. B. gegen:

Gesundheitsämter / Öffentliche Impfstelle

Vor allem für:

  • Reiseimpfungen
  • Schulimpfungen
  • Impfaktionen in Betrieben oder sozialen Einrichtungen

Tropenmedizinische Institute / Reise-Impfzentren

Für spezielle Reiseimpfungen wie:

  • Gelbfieber
  • Typhus
  • Hepatitis A/B
  • Tollwut

Betriebsärztlicher Dienst

In vielen größeren Unternehmen kann man sich über den Betriebsarzt impfen lassen, z. B. gegen:

  • Grippe
  • COVID-19
  • ggf. Hepatitis oder Tetanus bei beruflicher Indikation

Wo finde ich ein Impfangebot in meiner Nähe?

Teilnehmende Apotheken findet man z. B. über die App ApoGuide.de (https://www.apoguide.de/apothekensuche)

Oder die Apothekensuche der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Auf dem bundesweiten Portal: https://www.impfen-info.de.

Über die Seite Ihres jeweiligen Landesgesundheitsministeriums.

Direkt bei deiner Krankenkasse – viele bieten Impfberatungen und Standortlisten an.

Nach der Impfung: Deshalb ist Beobachtung so wichtig

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Impfberechtigung und Kosten

Pflegende Angehörige und enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen sind impfberechtigt: In Deutschland können sie sich kostenlos impfen lassen. Dafür ist meist eine Bescheinigung der pflegebedürftigen Person und ein Nachweis der Pflegebedürftigkeit (z. B. Pflegegrad) nötig. Die Regelungen können je nach Bundesland variieren.

Die Kosten für empfohlene Impfungen werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Offizielle Informationsquellen

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Robert Koch-Institut (RKI)

Gesundheitsamt: Gibt Auskunft zu regionalen Impfaktionen und aktuellen Empfehlungen.

Offizielles Portal www.impfen-info.de

Fazit

Impfungen schützen nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die der vulnerablen Menschen im Umfeld. Mit einem aktuellen Impfschutz können viele schwere Infektionen verhindert werden. Informieren Sie sich regelmäßig und nutzen Sie die Beratungsangebote Ihrer Ärzte und offiziellen Stellen.

Expertenstandard Impfen

Der Flyer gibt Tipps und Informationen zum Thema Impfen für Pflegebedürftige und deren Angehörige.

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FAQ:

Impfungen sind beim Hausarzt, bei Fachärzt:innen, in vielen Apotheken, in Gesundheitsämtern, Reiseimpfzentren sowie über den Betriebsarzt möglich. Je nach Impfung und Zielgruppe variiert der passende Ort.

Impfstellen lassen sich über Hausarztpraxen, die Plattform www.impfen-info.de, die App ApoGuide.de oder über Ihre Krankenkasse finden. Auch Gesundheitsämter informieren regional.

Die Grundimmunisierung besteht aus mehreren Impfungen, um einen Basis-Impfschutz aufzubauen. Auffrischimpfungen sorgen dafür, dass dieser Schutz langfristig erhalten bleibt – besonders bei Erwachsenen wichtig.

Es ist empfehlenswert, den Impfstatus jährlich mit dem Hausarzt zu besprechen – insbesondere bei älteren Menschen, chronisch Kranken und pflegenden Angehörigen.

Für Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) unter anderem Impfungen gegen Grippe (Influenza), Pneumokokken, Gürtelrose (Herpes zoster), COVID-19 und FSME (bei Aufenthalt in Risikogebieten) sowie RSV-Impfung. Eine ärztliche Beratung ist ratsam.

Pflegende Angehörige sollten mindestens gegen Influenza (Grippe) und COVID-19 geimpft sein, um Pflegebedürftige zu schützen. Je nach Erkrankung der gepflegten Person können auch Impfungen gegen Hepatitis B, Meningokokken oder Gürtelrose empfohlen sein.

Mit zunehmendem Alter wird das Immunsystem schwächer. Impfungen helfen, schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden und schützen auch das Umfeld. Besonders bei chronischen Erkrankungen sind regelmäßige Impfungen essenziell.

Ja, alle von der STIKO empfohlenen Impfungen werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Auch pflegende Angehörige sind häufig kostenfrei impfberechtigt – ein entsprechender Nachweis ist notwendig.

Ja, bestimmte Impfungen wie die gegen Influenza und RSV können gleichzeitig, aber an unterschiedlichen Gliedmaßen verabreicht werden. Dies erleichtert die Terminplanung und erhöht die Impfrate – ärztliche Beratung ist wichtig.

Leichte Reaktionen wie Rötung oder Schmerzen an der Einstichstelle sind normal und klingen meist schnell ab. Bei stärkeren oder ungewöhnlichen Nebenwirkungen sollte man ärztlichen Rat einholen.

Reisende sollten sich je nach Reiseziel gegen Hepatitis A/B, Gelbfieber, Typhus, Tollwut oder andere Krankheiten impfen lassen. Eine reisemedizinische Beratung ist frühzeitig empfehlenswert.

Ja, gerade bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Leiden oder COPD sind Impfungen besonders wichtig. Der Arzt hilft bei der Auswahl geeigneter Impfstoffe.

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Hitzeschutz in der Pflege: So bereiten sich Pflegeheime auf Hitzewellen vor https://www.korian.de/ratgeber-magazin/hitze-im-pflegeheim-meistern-korian-zeigt-wie/ Mon, 22 Jun 2026 07:52:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=58831

So schön der Sommer ist, übersteigen die Temperaturen eine gewisse Grenze, kann es nicht nur unangenehm werden, sondern sogar gefährlich. Extreme Hitze stellt eine besondere Herausforderung vor allem für ältere Menschen dar. Pflegeheime haben dafür spezielle Hitzeschutzpläne, um ihre Bewohner:innen während der heißen Sommertage schützen. Einige einfache Maßnahmen sind besonders effektiv.

Warum Hitzewellen eine Gefahr darstellen

Hitzewellen können besonders für ältere Menschen ein Gesundheitsrisiko darstellem. Ihr Körper hat Schwierigkeiten, sich an hohe Temperaturen anzupassen und sie neigen dazu, weniger zu trinken, was zu Dehydration führen kann. Darüber hinaus können bestehende gesundheitliche Probleme, wie Herz- oder Nierenerkrankungen, durch die Hitze verschärft werden. Zudem sind ältere Menschen häufig weniger mobil und können kühlere Plätze nicht selbstständig aufsuchen.

Es ist daher wichtig während Hitzeperioden besonders achtsam zu sein und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Durch eine gute Vorbereitung können viele dieser Risiken minimiert werden.

Bundesweite Empfehlung zum Einsatz von Hitzeschutzplänen

Aufgrund des Klimawandels gewinnt der Schutz vulnerabler Gruppen vor Hitzeereignissen zunehmend an Bedeutung. Der Qualitätsausschuss Pflege hat auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) eine bundeseinheitliche Empfehlung zum Einsatz von Hitzeschutzplänen in Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten erarbeitet. Die Empfehlung soll Einrichtungen helfen, Schutzmaßnahmen zu planen und umzusetzen.

Warum frühzeitige Planung und eine gute Vorbereitung auf Hitzeereignisse sinnvoll ist

Auf Basis dessen besteht bei Korian ein für jede Einrichtung angepasster und umfassender Hitzemanagementplan, der allen Mitarbeiter:innen in der Pflege bekannt ist und entsprechende Anwendung findet. Dieser Plan umfasst verschiedene organisatorische, medizinische und soziale Maßnahmen, um den Bewohner:innen den bestmöglichen Schutz zu bieten.
Durch gezielte Schulungen wird Personal zudem auf die Auswirkungen von Hitze auf die Gesundheit sowie Maßnahmen zur Prävention vor.

Pflegeeinrichtungen erhalten Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die dabei helfen, zeitnah auf ein drohendes Hitzeereignis zu reagieren. Auch Privatpersonen können sich für den Newsletter des Deutschen Wetterdienstes anmelden.

Idealerweise erfolgt im Vorfeld zunächst eine gründliche Erfassung des hitzerelevanten Ist-Bauzustands der Einrichtung, einschließlich der Funktionsprüfung von Jalousien und anderen Sonnenschutzvorrichtungen. Zusätzlich wird die konzeptionelle Planung von kühlen Zonen und Erholungsbereichen, wie speziell gestalteten „Kälte-Inseln“, angestrebt. Außerdem wird die ärztliche Überprüfung der Medikation der Bewohner:innen initiiert, die gegebenenfalls bei wärmeren Temperaturen angepasst werden muss, sowie die Lagerungsbedingungen, insbesondere hitzeempfindlicher Arzneimittel überprüft.
Darüber hinaus erfolgt eine sorgfältige Bestandsprüfung und Bevorratung mit Trinkwasser, notwendiger Wäsche etc.. Es müssen auch Bedarfsartikel und Hilfsmittel wie Waschschüsseln, Fächer, Kühlpacks und Ventilatoren in ausreichendem Maße verfügbar sein.

Infobox

Der DWD warnt immer für den aktuellen Tag und den Folgetag in zwei Warnstufen.

Warnstufe 1 signalisiert eine starke Wärmebelastung, wenn die gefühlte Temperatur an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens 32°C erreicht. Gleichzeitig ist keine ausreichende nächtliche Abkühlung der Wohnräume mehr gegeben. Bei Warnstufe 2 handelt es sich um eine extreme Wärmebelastung, bei der die gefühlte Temperatur 38°C überschreitet.

Messgrundlage ist die Gefühlte Temperatur, der ein Berechnungsmodell zu Grund liegt, das auch Faktoren, wie Wind, Sonneneinstrahlung oder Luftfeuchte miteinbezieht.

Welche Maßnahmen helfen bei starker bzw. extremer Wärmebelastung im Pflegeheim?

Steigen die Temperaturen, gibt es einige empfohlene Strategien, um sicherzustellen, dass alle gut durch die heißen Tage kommen.

Flüssigkeitszufuhr fördern

Bei Hitze ist das Wichtigste, dass die Bewohner:innen ausreichend trinken. Getränke stehen jederzeit in allen öffentlichen Räumen sowie in den Bewohnerzimmern bereit und bei jedem Kontakt wird das Trinken angeboten oder angereicht. Hilfsmittel wie Strohhalme oder Trinkbecher mit Griffen erleichtern das eigenständige Trinken. Bevorzugte Getränke der Bewohner:innen werden hierbei vermehrt angeboten.

Anpassung der Ernährung

Der Speiseplan wird den hohen Temperaturen angepasst. Leicht verdauliche, wasserreiche Kost wie kalte Suppen, Gemüse und Obst stehen dann auf dem Speiseplan.

Sonnenschutz im Garten

Bewohner:innen, die bei Hitze in den Garten gehen möchten, wird empfohlen, sich ausreichend vor der Sonne zu schützen, wie etwa einer Kopfbedeckung. Die Pflegekräfte achten zudem darauf, dass sich die Bewohner:innen im Schatten aufhalten. Sonnenschutz wird während der pflegerischen Versorgung und bei Bedarf aufgetragen.
Klimatisierte Gemeinschaftsräume nutzen
Die Bewohner:innen halten sich möglichst im klimatisierten Gemeinschaftsraum auf und körperlich anstrengende Sportaktivitäten werden nicht angeboten. Stattdessen wird auf Angebote, wie Gedächtnistrainings oder Rätselgruppen ausgewichen.

Leichte Kleidung

Es werden luftige Kleidung und leichte Bettdecken oder ausschließlich Laken zum Zudecken angeboten.

Lüften

Es wird darauf geachtet, dass die öffentlichen Räume und die Bewohnerzimmer abgedunkelt sind sowie lediglich morgens und abends die Fenster weit geöffnet werden.

Einbinden von Bezugspersonen

Bezugspersonen der Bewohner:innen können ebenso eingebunden und dazu animiert werden, während der Hitzewelle zu unterstützen. Dies betrifft beispielsweise das Anbieten wasserreicher Früchte, das Motivieren zum Trinken oder das Bereitstellen leichter Kleidung.
Informationen und Flyer des Deutschen Wetterdienstes werden verteilt, um über Risiken und Maßnahmen bei Hitze zu informieren.

Diese Korian-weiten Maßnahmen werden von den Einrichtungen nach Bedarf durch weitere individuelle Maßnahmen ergänzt.

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Hitzeschutz in der Pflege: Vorsorge schützt Leben

Hitzewellen können eine ernsthafte Gefahr für ältere Menschen darstellen. Um die Sicherheit und das Wohlbefinden der Bewohner:innen in heißen Phasen zu gewährleisten, ist die proaktive und vorausschauende Planung entscheidend. Durch die standardmäßige Implementierung von Maßnahmen, z. B. über Schulungen, schafft man ein Umfeld, das nicht nur schnell reagiert, sondern auch vorsorglich agiert. Dadurch lassen sich Gesundheitsrisiken minimieren.

Quellen

Pflegenetzwerk Deutschland (2026): Pflege und Hitzeschutz. Online verfügbar unter: https://pflegenetzwerk-deutschland.de/thema-hitzeschutz [abgerufen am 20.05.2026]

Qualitätsausschuss Pflege (2024): Bundeseinheitliche Empfehlung zum Einsatz von Hitzeschutzplänen in Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten gemäß § 113b Abs. 4 Satz 3 SGB XI. Online verfügbar unter: https://www.gs-qsa-pflege.de/wp-content/uploads/2025/01/20241211_Bundeseinheitliche-Empfehlung-Hitzeschutzplaene-gem.-%C2%A7113b-Abs.-4-Satz-3-SGB-XI.pdf [abgerufen am 20.05.2026]

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Grippeimpfung – Wann, für wen und was Sie über Nebenwirkungen wissen sollten https://www.korian.de/ratgeber-magazin/grippeimpfung-wann-fuer-wen-und-was-sie-ueber-nebenwirkungen-wissen-sollten/ Mon, 13 Apr 2026 14:46:12 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=68992

Plötzliches Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Gliederschmerzen, Husten und Schlappheit: Wer solche Symptome spürt, könnte an einer Grippe leiden. Eine Grippe – oder fachsprachlich: Influenza – ist eine ernsthafte Erkrankung und keine einfache Erkältung. Je nach Alter und Gesundheitszustand der betroffenen Person verläuft sie unterschiedlich und kann auch schwere Verläufe zeigen. Deshalb wird für bestimmte Personengruppen eine Grippeimpfung empfohlen. Das betrifft zum Beispiel ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen. Zu Vorerkrankungen zählen zum Beispiel Asthma, COPD, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes.

Eine Grippe hält im Durchschnitt fünf bis sieben Tage an. Die Betroffenen sind aber in der Regel auch danach noch mehrere Tage lang geschwächt. Schwere Verläufe zeigen sich meist drei bis zehn Tage nach Beginn der Symptome. Mögliche Komplikationen sind zum Beispiel eine Lungenentzündung oder ein Herzinfarkt. Unter Grippeinfizierten kommt es auch immer zu wieder Todesfällen. In der Saison 2025/26 gab es laut Robert-Koch-Institut über 1900 Todesfälle1 durch Influenza. 95 Prozent der Verstorbenen waren 60 Jahre oder älter.

Was ist die Grippeimpfung – und wie funktioniert sie?

Grippe und Erkältung sind zwei verschiedene Erkrankungen. Beide Atemwegserkrankungen werden von Viren ausgelöst. Bei der Erkältung – einem sogenannten grippalen Infekt – sind es vor allem die sogenannten Rhinoviren, bei Grippe die Grippe- oder Influenzaviren. Mehr zum Unterschied zwischen Grippe und Erkältung lesen Sie hier.

Eine Grippeimpfung schützt vor Ansteckung mit Influenzaviren. Dabei werden inaktive Grippeviren bzw. Virusbestandteile gespritzt. Das Immunsystem der geimpften Person fängt daraufhin an, Antikörper gegen diese Viren zu produzieren. Bei diesen inaktiven Viren spricht man von einem Totimpfstoff.

Es gibt noch weitere Arten von Impfstoffen. Unterschieden werden sie unter anderem dadurch, ob es sich um Tot- oder Lebendimpfstoff handelt und wie viele Virenstämme im Impfstoff enthalten sind, etwa drei (bei den sogenannten trivalenten Impfstoffen) oder vier (bei quadrivalenten). Mehr über die verschiedenen Impfstoffe lesen Sie hier.

  1. Bei der Impfung werden inaktive oder abgeschwächte Viren oder Bestandteile davon unter die Haut oder in den Muskel gespritzt, das sogenannte Antigen
  2. Das Immunsystem der geimpften Person erkennt dieses Antigen als fremd
  3. Das Immunsystem regt Immunzellen an, Antikörper gegen das Antigen zu bilden und eine Erinnerung an das Virus zu erzeugen
  4. Kommt die geimpfte Person später mit dem tatsächlichen Virus in Kontakt, bildet das Immunsystem die richtigen Antikörper
  5. Die Antikörper beseitigen die Viren in Kooperation mit dem restlichen Immunsystem

Grippeimpfung: Welche Impfstoffe gibt es?

Mehrere Grippeimpfstoff-Spritzen zur Vorbereitung einer Influenza-Impfung in medizinischem Kontext

Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt Influenza-Impfungen generell für mehrere Bevölkerungsgruppen. Das betrifft einerseits Menschen, die selbst bestimmte Voraussetzungen erfüllen, und andererseits Personen, die mit diesen regelmäßig Kontakt haben.

Grundsätzlich wird eine Grippeimpfung für Menschen ab 60 Jahren, für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Patientinnen und Patienten mit einer chronischen Grunderkrankung empfohlen. Zu berücksichtigen sind dabei Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten. Außerdem geht es um chronische neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose, eine angeborene oder erworbene Immunschwäche (Immundefizienz) oder um HIV. Hinzukommen Schwangere ab der 13. Schwangerschaftswoche, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung bereits ab dem ersten Trimenon.

Wer selbst diese Voraussetzungen erfüllt oder wer mit Menschen zu tun hat, die sie erfüllen, sollte sich nach der STIKO-Empfehlung impfen lassen.

Ein Sonderfall sind Personen, die häufigen Kontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln und Robben haben. Bei diesen Tieren kam es in den letzten Jahren häufig zu Infektionen mit speziellen, hauptsächlich unter Tieren verbreiteten Influenzaviren. Wenn sich nun etwa ein Tierpfleger parallel mit den unter Tieren verbreiteten und den saisonalen Grippeviren infiziert, könnte es zu genetischen Veränderungen an den Viren und damit einem erheblichen Gesundheitsrisiko auch für die Gesellschaft kommen. Deshalb wird auch für sie eine Impfung empfohlen.

Die Risikogruppen im Überblick2:
• Personen ab 60 Jahren
• Menschen mit chronischen Grunderkrankungen
• Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
• Medizinisches Personal
• Schwangere
• Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr
• Kontaktpersonen von Menschen mit bestehendem Risiko
• Personen, die häufigen Kontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln und Robben haben

Wer zahlt die Grippeimpfung?

Bei allen Angehörigen der genannten Risikogruppen übernehmen die gesetzlichen oder die privaten Krankenkassen die Kosten für die Influenza-Impfung. Einige gesetzliche Krankenkassen beteiligen sich auch bei Menschen, die nicht zu den Risikogruppen gehören, an den Kosten. Wer sich dafür interessiert, sollte sich bei seiner Krankenkasse erkundigen.

Wer privat versichert ist und keiner Risikogruppe angehört, kann sich in einer entsprechend zugelassenen Apotheke impfen lassen. Die Kosten dafür kann er oder sie sich von der Privatkasse erstatten lassen. Seit Oktober 2022 dürfen Apothekerinnen und Apotheker nach einer entsprechenden Fortbildung Impfungen vornehmen.

Die Kosten einer Grippeimpfung in der Apotheke setzen sich in etwa so zusammen3:


€

€


€


Gesamtpreis:
38 Euro

Wann sollte man sich gegen Grippe impfen lassen?

Personen der Risikogruppen sollten sich im Idealfall im Oktober oder November, spätestens aber bis Mitte Dezember impfen lassen, um rechtzeitig geschützt zu sein. Hintergrund: In den vergangenen Jahren hat die Grippewelle in Deutschland ihren Höhepunkt meist kurz nach dem Jahreswechsel erreicht. Die Immunabwehr des Körpers benötigt etwa zehn bis 14 Tage, um Antikörper zu entwickeln.

Anfang Oktober Mitte Oktober Anfang Januar
Grippeimpfung Schutz gegen Grippeviren ist aufgebaut Höhepunkt der Grippewelle

Personen aus den Risikogruppen, die bis dahin noch nicht geimpft sind, sollten sich aber durchaus auch danach noch impfen lassen. Schließlich sind die Dauer und die zeitlichen Verläufe einer Grippewelle nie genau vorherzusagen. Es gab auch schon Grippesaisons, in denen es im März noch zu einer weiteren Grippewelle kam, aufgrund einer anderen Virusvariante.

Wann muss man gegen Grippe nachimpfen?

Ganz wichtig: Angehörige der Risikogruppen sollten sich zu jeder Saison aufs Neue impfen lassen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen verschiedene Virenstämme, die sich jedes Jahr unterschiedlich stark ausbreiten können. Zum anderen können sich Influenzaviren auch leicht verändern: Dadurch haben die Viren einen Vorteil, weil die Antikörper aus einer früheren Impfung oder Infektion weniger gut an die neuen Varianten binden können. Außerdem lässt der Schutz durch eine Influenza-Impfung laut dem RKI nach sechs bis 12 Monaten 4 nach.

Für einen möglichst guten Schutz wird der Grippeimpfstoff für jede Saison an diejenige Zusammensetzung der Virenstämme angepasst, die voraussichtlich das Infektionsgeschehen dominieren wird. Dafür untersuchen Referenzlabore in aller Welt die aktuell jeweils zirkulierenden Influenzaviren. Ihre Ergebnisse übermitteln die Labore dann an die Weltgesundheitsorganisation WHO, die mit den nationalen Institutionen zusammenarbeiten. In Deutschland ist dies das Nationale Referenzzentrum für Influenza am Robert Koch-Institut.

Grundsätzlich muss man sich pro Saison aber auch nur einmal impfen lassen. Die Impfungen sind nicht als Booster konzipiert, die sich verstärken würden, und es wird von einem ausreichenden Schutz nach einer Impfung ausgegangen. Ausnahmen sind Kinder, die aufgrund von gesundheitlicher Gefährdung erstmalig gegen Grippe geimpft werden. Ihnen werden zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen verabreicht.

Wann sollte man sich gegen Grippe impfen lassen?

  • Angehörige der Risikogruppen sollten sich möglichst zwischen Oktober und Mitte Dezember impfen lassen.
  • Wurde das versäumt, bringt eine Impfung auch später noch Schutz. Es gilt: Besser spät impfen als nie.

Wann wirkt die Grippeimpfung? Wie schnell greift der Schutz?

Etwa zehn bis 14 Tage braucht der Körper, um eine Immunantwort auf den Impfstoff zu entwickeln. Ab diesem Zeitpunkt setzt dann die Schutzwirkung ein. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts hält diese Wirkung etwa sechs bis zwölf Monate an. Studien zufolge liegt die Wirksamkeit der Impfung zwischen 20 und 60 Prozent.5

Bei älteren Erwachsenen wird von einer Wirksamkeit von durchschnittlich 40 Prozent ausgegangen. Diese Schutzwirkung liegt zwar unter der manch anderer Impfstoffe. Aufgrund der Häufigkeit von Grippeinfektionen können dennoch viele Ansteckungen vermieden werden. Laut RKI sind dies etwa 400.000 verhinderte Fälle pro Jahr in der Altersgruppe 60+.

Wissenswertes zum Thema Impfen

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Nebenwirkungen der Grippeimpfung – was ist normal?

Der saisonale Grippeimpfstoff ist in der Regel gut verträglich. Als Impfreaktionen können direkt an der Einstichstelle lokale Erscheinungen wie leichte Schmerzen, eine Rötung oder Schwellung auftreten. Diese Reaktionen sind nicht schlimm, sondern sogar im Gegenteil eine Folge der erwünschten, natürlichen Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff.

Als leichte Nebenwirkungen kann es vorübergehend zu Erkältungssymptomen wie Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen kommen. Diese klingen aber meistens innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder ab. Schwerwiegende Nebenwirkungen, wie etwa allergische Sofortreaktionen, treten nur sehr selten auf.

Mögliche Impfreaktion/Nebenwirkungen6

Impfreaktion/Nebenwirkung Häufigkeit
Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen an der Einstichstelle sehr häufig, > 10 %
Kopf- und Gliederschmerzen sehr häufig, > 10 %
Fieber, Schüttelfrost, Unwohlsein häufig, 1–10 %
Müdigkeit Unklare Studienlage – gelegentlich, 0,1–1 %, bis sehr häufig, 17 %7
Magen-Darm-Beschwerden Sehr selten, <0,1 %

Quelle: DAP – Deutsches Apotheken-Portal: Checkliste für Grippeimpfungen in der Apotheke, Stand Juli 2025

Menschen, die an einer schweren Allergie gegen Hühnerweiß leiden, sollten vorsichtig sein: Grippeimpfstoffe werden üblicherweise unter Verwendung von Hühnerweiß hergestellt und es können Spuren davon im Impfstoff enthalten sein. Wer also zum Beispiel auf Hühnerweiß in kurzer Zeit mit anaphylaktischen Symptomen wie einem Kreislaufkollaps reagiert, sollte mit einem anderen Impfstoff geimpft werden.

Nach der Impfung: Deshalb ist Beobachtung so wichtig

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Wann sollte man NICHT gegen Grippe impfen? – Kontraindikationen

Wer zum geplanten Impfzeitpunkt eine leichte Erkältung hat, kann trotzdem geimpft werden. Für Angehörige der Risikogruppen gibt es nur drei sogenannte Kontraindikationen, also Gründe, warum sie aktuell nicht geimpft werden sollten:

  1. Sie leiden an einer Erkrankung mit 38,5 °C Fieber oder mehr
  2. Sie haben einen schweren akuten Infekt
  3. Sie haben eine Allergie gegen Bestandteile des Impfstoffes, zum Beispiel Hühnereiweiß

In den Fällen 1) und 2) sollte die Impfung verschoben werden. Bei 3) sollte ein Impfstoff gewählt werden, der die Allergie auslösende Substanz nicht enthält.

Wenn bei Angehörigen der Risikogruppen keiner dieser drei Gründe vorliegt, kann die Grippeimpfung verabreicht werden.

Mythen-Check: Löst eine Grippeimpfung Grippe aus?

Der Mythos, dass eine Grippeimpfung eine Grippe auslösen kann, ist auf jeden Fall falsch. Bei einem Totimpfstoff sind die Viren genau das: tot – und sie können keine Krankheit auslösen.

Wie wirksam ist die Grippeimpfung – und was passiert bei Grippe trotz Impfung?

Keine Art von Impfung bietet einen 100-prozentigen Schutz, auch die Grippeimpfung nicht. Sie entwickelt bei älteren Erwachsenen in etwa eine Schutzwirkung von 40 Prozent. Das bedeutet: Auch wer geimpft ist, kann Grippe bekommen. Doch erfahrungsgemäß verläuft eine Infektion bei geimpften Menschen milder und mit weniger Komplikationen.

Wer trotz Impfung eine Grippe bekommt, sollte sie mit den bewährten Mitteln behandeln. Und wer grippeähnliche Symptome zeigt, sollte auch in Erwägung ziehen, dass ihn ein anderer Erreger von Atemwegsinfekten erwischt hat. Denn auch die sind während der Grippesaison vermehrt unterwegs.

Grippeimpfung für Senioren – was Angehörige wissen sollten

Menschen der Altersgruppe 60+ haben ein besonders großes Risiko, an schweren Verläufen der Grippe zu leiden. Mit dem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems ab; Immunseneszenz nennen Fachleute dieses Phänomen. Dadurch ist zum einen die Abwehr gegen die Erreger weniger ausgeprägt, zum anderen kann dadurch auch die Impfung weniger wirksam sein als bei jüngeren Menschen.

Außerdem leiden Senioren und Seniorinnen häufiger an Vorerkrankungen, die das Risiko von Komplikationen erhöhen. Sofern keine Kontraindikation vorliegt, sollten sie sich deshalb auf jeden Fall gegen Influenza impfen lassen.

Für Menschen ab 60 empfiehlt die STIKO die Immunisierung mit einem Hochdosis-Impfstoff oder einem wirkverstärkten, sogenannten MF-59-adjuvantierten Grippeimpfstoff, die beide im Vergleich zu Standard-Grippeimpfstoffen eine bessere Wirksamkeit bei dieser Altersgruppe haben.

Parallel dazu sollte geprüft werden, ob die Seniorin oder der Senior noch einen ausreichenden Impfschutz gegen Covid-19, Pneumokokken und RSV hat. Gegebenenfalls können mehrere Impfungen gleichzeitig vorgenommen werden, um etwa Bewohnenden von Pflegeheimen die Belastung gleich mehrerer Arzttermine zu ersparen.
Einen Überblick über Schutzimpfungen für Senioren und Seniorinnen finden Sie hier.

Daran sollten Sie als Angehörige denken:

• Im Oktober einen Termin zur Grippeimpfung für die Seniorin oder den Senior organisieren
• Wenn Sie mit ihr oder ihm regelmäßig Kontakt haben, sich am besten auch gleich impfen lassen
• Die hausärztliche Praxis kontaktieren
• Prüfen, ob noch Impfschutz gegen Covid-19, Pneumokokken und RSV besteht

Fazit: Grippeimpfung – sinnvoll, sicher und jährlich empfohlen

Menschen ab 60, Bewohnende von Pflegeheimen und Personen mit Vorerkrankungen – und alle, die mit ihnen umgehen – sollten sich unbedingt zu jeder neuen Saison wieder gegen Grippe impfen lassen. Der Aufwand ist gering, die Risiken sind minimal und die Schutzwirkung ist überzeugend: Zwar liegt die Schutzwirkung nicht nahe hundert Prozent, ist aber deutlich besser als „nichts“ und senkt die Risiken für Ansteckung, schwere Verläufe und Krankenhausaufenthalte. Also: im Oktober zur Grippeimpfung!

Häufig gestellte Fragen zur Grippeimpfung

Die Grippeimpfung sollte idealerweise im Oktober erfolgen. Damit ist die Schutzwirkung zum üblichen Höhepunkt der Grippesaison da. Aber auch eine spätere Impfung kann noch sinnvoll sein.

Die Schutzwirkung der Grippeimpfung tritt nach zehn bis 14 Tagen ein. Wer sich also Anfang Oktober impfen lässt, ist zur Hochzeit der Grippesaison geschützt.

Die Wirkung der Grippeimpfung hält sechs bis zwölf Monate an. Damit ist eine erneute Impfung für jede Grippesaison notwendig.

Der Impfstoff der Grippeimpfung ist in der Regel gut verträglich. Häufig treten Impfreaktionen wie Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle auf, manchmal auch Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen. Diese klingen aber in der Regel innerhalb weniger Tage ab.

Ja, auch bei einer Erkältung kann man sich gegen Grippe impfen lassen. Bei akuten Infekten oder Erkrankungen mit Fieber sollte die Impfung verschoben werden.

Ja, eine Grippeimpfung schützt nicht zu 100 Prozent davor, dass man Grippe bekommt. Aber in der Regel sind die Verläufe dann sehr viel milder.

Jede Saison sollte die Grippeimpfung aufgefrischt werden. Die Wirkung der Impfung lässt nach spätestens zwölf Monaten nach. Außerdem wird die Zusammensetzung der Impfung jedes Jahr an das erwartete Profil der Viren angepasst, die voraussichtlich vorherrschend sein wird.

Die Kosten der Grippeimpfung übernehmen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen bei Angehörigen der Risikogruppen. Wer nicht zur Risikogruppe gehört, sich aber dennoch impfen lassen möchte, sollte dazu mit seiner Krankenkasse sprechen.

Quellen:

    1. Pharmazeutische Zeitung (2026): „RKI erklärt Grippewelle für beendet“, online unter https://www.pharmazeutische-zeitung.de/rki-erklaert-grippewelle-fuer-beendet-164080/ (abgerufen am 13.04.2026)
      ↑
    2. RKI (2025): „Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Schutzimpfung gegen Influenza“, online unter https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/Influenza/FAQ-Liste_gesamt.html#entry_16870876 (abgerufen am 13.04.2026)
      ↑
    3. Lauterjung, A. (2025): „Die Ökonomie der Grippeimpfung“, WirtschaftsWoche, online unter https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/grippeimpfung-so-setzt-sich-der-preis-fuer-sie-zusammen/100181381.html (abgerufen am 13.04.2026)
      ↑
    4. RKI (2021): „Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Schutzimpfung gegen Influenza – Wie hoch ist die Wirksamkeit der Influenza-Impfung“, online unter https://www.fu-berlin.de/sites/abt-1/stabsstellen/fundament-gesundheit/_elemente_startseite-neu/Grippeschutzimpfung-2021/11_-RKI—FAQ-Grippeschutzimpfungen.pdf (abgerufen am 13.04.2026)
      ↑
    5. RKI (2021): „Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Schutzimpfung gegen Influenza – Grippeschutzimpfung (Stand: 17.3.2021)“, online unter https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/Influenza/FAQ_Liste_Wirksamkeit.html#entry_16870918 (abgerufen am 13.04.2026)
      ↑
    6. Deutsches Apothekenportal (2025): „Checkliste für Grippeimpfungen in der Apotheke“, online unter https://pro.campus.sanofi/dam/Portal/Germany/Resources/Alles-rund-um-die-Influenza-Impfung-in-der-Apotheke/pdf/Serviceblaetter-alle-Grippeimpfung-2025-2026-DAP.pdf(abgerufen am 13.04.2026)
      ↑
    7. Lee CS, Lee KH, Jung MH, Lee HB. Rate of influenza vaccination and its adverse reactions seen in health care personnel in a single tertiary hospital in Korea. Jpn J Infect Dis. 2008 Nov;61(6):457-60. PMID: 19050354. online unter https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19050354/(abgerufen am 13.04.2026)
      ↑

Weitere Quellen:

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Grippeimpfung: Welche Impfstoffe gibt es? https://www.korian.de/ratgeber-magazin/grippeimpfung-welche-impfstoffe-gibt-es/ Mon, 13 Apr 2026 14:34:33 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=69151

Welche Grippeimpfstoffe eingesetzt werden, hängt von der Person ab: Einige eignen sich besonders für ältere Menschen, andere sind für Menschen mit Hühnereiweiß-Allergie ohne Hühnereiweiß hergestellt. Die Grippeimpfstoffe (Vakzine) unterscheiden sich in der Zusammensetzung und der Zielgruppe. Bestimmte Personengruppen sollten sich zu jeder Grippesaison impfen lassen. Dazu zählen unter anderem Menschen ab 60 Jahren, Personen mit verschiedenen chronischen Grunderkrankungen, Bewohner und Bewohnerinnen von Pflegeheimen sowie alle, die mit diesen Menschen regelmäßig beruflich Kontakt haben. In der Grippesaison 2024/2025 waren laut Robert Koch Institut in Deutschland 34,5 % der Personen ab 60 Jahren gegen Influenza geimpft (Frauen: 34,8 %; Männer: 34,0 %). Bei den über 80-Jährigen (46,6 %) sowie den 70- bis 79-Jährigen (39,1 %) lagen die Impfquoten deutlich höher als bei den 60- bis 69-Jährigen (25,3 %)1.
Welche Impfstoffe für wen infrage kommen, lesen Sie in diesem Artikel.

Grippeimpfstoffe im Überblick

Das Paul-Ehrlich-Institut hat zahlreiche Impfstoffe verschiedener Hersteller für die Grippeimpfung freigegeben. Die gängigsten Produkte der Grippesaison 2025/2026 heißen Influsplit, Fluad, Elfluelda, Flucelvax und Fluenz. Sie enthalten üblicherweise die für die jeweilige Grippesaison von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Antigene.

Es gibt drei verschiedene Virus-Typen: Influenza A, B und C. Die C-Viren verursachen nur milde Einzelfälle und werden deshalb nicht berücksichtigt. Die beiden anderen können hingegen zu Epidemien führen. Dass sich jährlich so viele Menschen mit Grippe anstecken, liegt auch an der hohen Veränderlichkeit der Viren. Wenn sich die Viren vermehren, kommt es häufig zu Mutationen. Die Viren verändern sich dadurch teilweise so, dass die Abwehrzellen eines Menschen sie nicht mehr so gut erkennen, selbst wenn er schon einmal eine Grippeinfektion durchgemacht hat.

Influenza A-Viren haben zwei besonders wichtige sogenannte Oberflächeneiweiße (mit H und N bezeichnet), die in verschiedenen Typen vorkommen. In der Saison 2025/26 war zum Beispiel das Virus A (H3N2) stark verbreitet.
Bei den B-Viren gibt es hingegen keine Subtypen, sondern nur zwei Linien, die weltweit zirkulieren, die sogenannte Yamagata- und die Victoria-Linie2.

Wenn Impfstoffe Antigene von zwei A-Subtypen und zwei B-Linien enthalten, also von vier Virenstämmen, nennt man sie tetravalent (tetra = griechisch: vier). Bei zwei A-Subtypen und einer B-Linie spricht man von trivalent (tri = griechisch: drei). Seit September 2023 empfiehlt die STIKO trivalente Impfstoffe ohne die B/Yamagata-Linie, weil diese nicht mehr weltweit zirkuliere3.

Antigene sind jene Substanzen, die das Immunsystem dazu veranlassen, Antikörper gegen die Viren zu erzeugen. Diese Reaktion des Körpers nennt sich Immunantwort.

Grundsätzlich lassen sich fünf Gruppen von Grippeimpfstoffen unterscheiden, die für verschiedene Zielgruppen empfohlen sind4

Totimpfstoffe

Totimpfstoffe sind die Standardimpfstoffe in Deutschland. Bei einer Impfung damit werden inaktive Viren oder Bestandteile von Viren unter die Haut oder in den Muskel gespritzt. Diese wirken als Antigene, die das Immunsystem veranlassen, Antikörper gegen das Virus zu bilden. Diesen Schutz gegen Grippeviren entwickelt der Körper in der Regel zehn bis 14 Tage nach der Impfung. Der Produktname des in Deutschland zugelassenen Totimpfstoffs lautet „Influsplit“.

Mythen-Check: Löst eine Grippeimpfung Grippe aus?

Der Mythos, dass eine Grippeimpfung eine Grippe auslösen kann, ist auf jeden Fall falsch. Bei einem Totimpfstoff sind die Viren genau das: tot – und sie können keine Krankheit auslösen.

MF59-adjuvantierte Impfstoffe

MF59-adjuvantierten Impfstoffe kommen vor allem für ältere Menschen infrage. Die STIKO empfiehlt für Personen ab 60 Jahren eine Grippfeimpfung mit einem MF59-adjuvantierten oder Hochdosisimpfstoff. Der Hintergrund: Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems ab (Immunseneszenz). Bei MF59-adjuvantierten Impfstoffen ist das Adjuvans MF59 zugesetzt. Ein Adjuvans ist ein Hilfsstoff, der die Wirksamkeit des Impfstoffs verbessern soll. MF59 soll also dafür sorgen, dass die Antikörperbildung des geimpften Menschen verstärkt wird. Es gibt MF59-adjuvantierte Impfstoffe , die bereits ab 50 Jahren zugelassen sind. Das Produkt in Deutschland heißt „Fluad“.

Hochdosisimpfstoffe

Hochdosisimpfstoffe werden ebenfalls bei älteren Menschen genutzt – die STIKO empfiehlt sie als Alternative zu adjuvantierten Grippeimpfstoffen ab 60 Jahren. „Elfluelda“ heißt das in Deutschland zugelassene Produkt.

Impfstoffe ohne Hühnereiweiß

Grippeimpfstoffe werden üblicherweise unter Verwendung von Hühnereiern hergestellt und können Spuren von Hühnereiweiß enthalten. Für Menschen mit einer starken Allergie gegen Hühnereiweiß wird ein alternativer Impfstoff unter Verwendung von Zellkulturen hergestellt. Der Produktname lautet „Flucelvax“.

Lebendimpfstoffe

Für Kinder im Alter von zwei bis 17 Jahren steht außerdem ein Lebendimpfstoff zur Verfügung, der als Nasenspray verabreicht wird (Produktname: „Fluenz“). Für junge Menschen mit einer Impfempfehlung kann sowohl dieser wie auch ein Totimpfstoff verwendet werden. Unter besonderen Voraussetzungen, wie einer Spritzenphobie oder einer Blutgerinnungsstörung, empfiehlt sich das Nasenspray.
Achtung: Anders als beim Totimpfstoff besteht hier die Gefahr der Virusübertragung, deshalb sollten damit Geimpfte ein bis zwei Wochen nach der Impfung den Kontakt zu immungeschwächten Personen meiden. Auch darf der Impfstoff aus diesen Gründen Personengruppen mit bestimmten Grunderkrankungen, etwa einer Immunschwäche, nicht verabreicht werden.

Welcher Grippeimpfstoff ist der richtige für mich?

Welcher Impfstoff für eine Grippeimpfung in Frage kommt, entscheidet natürlich letztlich der impfende Arzt oder die impfende Ärztin.

Name Art Applikation Altersgruppe
Efluelda Hochdosis-Impfstoff (Spaltimpfstoff) intramuskulär
oder subkutan
ab 60 Jahren
Fluad Adjuvantierter Impfstoff (inaktivierter Untereinheiten-Impfstoff aus Oberflächenantigen) intramuskulär ab 50 Jahren
Flucelvax Normaldosis-Impfstoff (inaktivierter Untereinheiten-Impfstoff aus Oberflächenantigen) intramuskulär ab sechs Monate
Fluenz Attenuierter Lebendimpfstoff nasal zwei bis einschließlich 17 Jahre
Influsplit Normaldosis-Impfstoff (inaktivierter Spaltimpfstoff) intramuskulär ab sechs Monate

Auswahl Grippeimpfstoffe mit Stammanpassung 2025/2026, Quelle: Paul-Ehrlich-Institut4

Wissenswertes zum Thema Impfen

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Als erste Orientierung gilt:

  • Wenn eine Person 60 Jahre oder älter ist, dann werden besonders wirksame Impfstoffe empfohlen wie Hochdosis- oder die sogenannten MF59-adjuvantierten Impfstoffe.
  • Wenn eine starke Allergie gegen Hühnereiweiß vorliegt, dann gibt es einen besonderen hühnereiweißfreien Impfstoff. Produktname: „Flucelvax“.

Vor allem gibt aber:

  • Wenn ich zu einer der Risikogruppen gehöre, dann sollte ich daran denken, meinen Impfschutz gegen Grippe zu Beginn der Saison im Oktober oder November auffrischen zu lassen! Wenn Sie alleine leben, holen Sie sich ggf. Unterstützung bei Familie oder Bekannten.

Als nächsten Schritt einen Termin in der hausärztlichen Praxis machen, um sich über die Möglichkeiten einer Grippeimpfung und die verschiedenen Impfstoffe beraten zu lassen.

Mehr über die Risikogruppen und die Grippeimpfung allgemein erfahren Sie hier.

FAQ zu Grippeimpfstoffen

Es gibt verschiedene in Deutschland zugelassene Grippeimpfstoffe. Einige eignen sich besonders für ältere Menschen, andere sind für Menschen mit Hühnereiweiß-Allergie ohne Hühnereiweiß hergestellt. Die gängigsten Grippeimpfstoffe 2025/2026 heißen Influsplit, Fluad, Elfluelda, Flucelvax und Fluenz. Die beste Anlaufstelle zur Beratung ist die hausärztliche Praxis.

Für die Altersgruppe 60+ sind die besonders wirksamen Hochdosis- beziehungsweise MF59-adjuvantierten Impfstoffe zugelassen. Die Produktnamen lauten „Efluelda“ bzw. „Fluad“.

Das sind Impfstoffe, die keine lebenden Viren enthalten. Diese können keine Infektion auslösen, sehr wohl aber das Immunsystem dazu bringen, die entsprechenden Antikörper zu entwickeln.

Tetra ist das griechische Wort für „vier“. Tetravalente Impfstoffe enthalten Antigene von vier Virenstämmen. Die inzwischen empfohlene Variante mit drei Virenstämmen bei Grippeimpfstoffen heißt trivalent.

Durch Mutationen verändern sich die weltweit im Umlauf befindlichen Grippeviren. Um die aktuelle Zusammensetzung bestmöglich abzudecken, wird jedes Jahr die passende Mischung aus Antigenen zusammengestellt – es gibt also praktisch zu jeder Saison neue Grippeimpfstoffe.

Grippeimpfung – Wann, für wen und was Sie über Nebenwirkungen wissen sollten

Weibliche Pflegefachkraft verabreicht älterer Frau eine Grippeimpfung in den Oberarm

Quellen:

    1. RKI (2025): „Influenza: Impfquote (ab 60 Jahre)“, online unter https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/GesundheitsfoerderungPraeventionUndVersorgung/GesundheitsfoerderungundPraevention/VorsorgeUndFrueherkennung/Influenzaimpfung/influenzaimpfung_node.html?darstellung=0&kennzahl=1&zeit=2024&geschlecht=0&standardisierung=0 [Abgerufen am: 13.04.2024]
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    2. Internisten im Netz (2017): „Influenzaviren: die großen Verwandlungskünstler“, online unter https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/grippe/influenzaviren-die-grossen-verwandlungskuenstler.html [Abgerufen am: 13.04.2024]
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    3. Deutsches Ärzteblatt (2024): „STIKO empfiehlt Wechsel von quadrivalenten zu trivalenten Influenza-Impfstoffen“, online unter https://www.aerzteblatt.de/news/stiko-empfiehlt-wechsel-von-quadrivalenten-zu-trivalenten-influenza-impfstoffen-8eb3c1a0-7f91-4821-bb02-d75d4e6f9bbf [Abgerufen am: 13.04.2024]
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    4. Paul-Ehrlich-Institut (2026): „Saisonale Influenza-Impfstoffe“, online unter https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoffe/influenza-grippe/influenza-node.html [Abgerufen am: 13.04.2024]
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Weitere Quellen:

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