Krankheiten in der Pflege – Korian Deutschland https://www.korian.de Bei Korian sind Sie bestens umsorgt Thu, 11 Dec 2025 11:07:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 /favicon.ico Krankheiten in der Pflege – Korian Deutschland https://www.korian.de 32 32 Gürtelrose-Impfung: Warum sie sinnvoll ist und wer sich schützen sollte https://www.korian.de/ratgeber-magazin/guertelrose-impfung-warum-sie-sinnvoll-ist-und-wer-sich-schuetzen-sollte/ Fri, 21 Nov 2025 12:59:13 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=65787

Plötzliche, brennende Schmerzen und ein Ausschlag, der sich wie ein Gürtel um den Körper zieht – Gürtelrose ist keine harmlose Erkrankung. Sie wird durch das Varicella-Zoster-Virus ausgelöst, das nach einer Windpocken-Infektion ein Leben lang im Körper schlummert. Besonders im Alter oder bei geschwächtem Immunsystem kann das Virus reaktiviert werden und schwerwiegende Folgen haben. Die gute Nachricht: Eine Impfung kann das Risiko erheblich senken und vor den oft langwierigen Beschwerden schützen.

Was ist Gürtelrose und warum ist sie so gefährlich?

Gürtelrose – medizinisch als Herpes zoster bekannt – entsteht, wenn das Varicella-Zoster-Virus, das auch die Windpocken verursacht, im Erwachsenenalter wieder aktiv wird. Typisch ist ein einseitiger, schmerzhafter Hautausschlag mit Bläschen, der häufig am Rumpf, aber auch an anderen Körperstellen auftreten kann. Das Tückische: Nach einer überstandenen Windpocken-Erkrankung bleibt das Virus in den Nervenzellen zurück und wartet oft jahrelang auf eine Gelegenheit, erneut auszubrechen. Besonders Menschen mit geschwächter Immunabwehr oder im höheren Lebensalter sind gefährdet.

Die Erkrankung ist nicht nur aufgrund der akuten Beschwerden problematisch. Häufig bleibt nach Abheilen des Ausschlags ein anhaltender Nervenschmerz – die sogenannte postzosterische Neuralgie – zurück, der Wochen bis Monate, manchmal sogar dauerhaft bestehen kann. In schweren Fällen kann Gürtelrose das Auge oder Ohr betreffen und bleibende Schäden wie Erblindung oder Taubheit verursachen. Menschen mit Immunschwäche sind zudem gefährdet, dass das Virus innere Organe angreift und lebensbedrohliche Komplikationen auslöst.

Wer sollte sich gegen Gürtelrose impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung allen Menschen ab 60 Jahren. Für Personen ab 50 Jahren, die aufgrund von Vorerkrankungen wie Diabetes oder wegen einer geschwächten Immunabwehr – etwa durch eine Krebstherapie oder immunsuppressive Medikamente – ein erhöhtes Risiko haben, gilt die Empfehlung bereits ab 50. Auch Menschen ab 18 Jahren mit besonderer Risikosituation können sich immunisieren lassen, sollten dies aber individuell mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen.

TEASER ZU IMPFSEITE

Der verwendete Totimpfstoff ist gut verträglich und eignet sich auch für Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Er wird in zwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten verabreicht. Der Impfstoff enthält eine spezifische Oberflächenstruktur des Virus, die das Immunsystem trainiert, sodass es bei einer Reaktivierung schneller und effektiver reagieren kann.

Pflege bei Gürtelrose: Phasen, Verlauf und wichtige Maßnahmen im Pflegealltag

Die Hand einer Frau trägt medizinische Salbe auf die mit Herpes Zoster bzw. Gürtelrose betroffenen Stellen am Rücken ihres Mannes auf.
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Wie wirksam und sicher ist die Gürtelrose-Impfung?

Die Impfung bietet keinen vollständigen, aber einen sehr guten Schutz. Während ohne Impfung etwa ein Drittel aller Erwachsenen irgendwann im Leben an Gürtelrose erkrankt, sind es unter Geimpften lediglich drei von 100. Auch wenn es trotz Impfung zum Ausbruch kommt, verläuft die Erkrankung meist milder und mit geringerer Komplikationsrate. Ob eine Auffrischung notwendig ist, wird derzeit noch erforscht – der Impfschutz hält nach aktuellen Erkenntnissen mehrere Jahre.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Einstichstelle sowie gelegentlich Fieber oder Müdigkeit. Diese Beschwerden verschwinden meist nach wenigen Tagen wieder. Das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen ist sehr gering – der Nutzen der Impfung überwiegt laut Experten deutlich mögliche Risiken.

Viele fragen sich: Muss ich mich impfen lassen, wenn ich bereits Gürtelrose hatte? Die Antwort ist eindeutig: Ja, denn eine überstandene Erkrankung schützt nicht zuverlässig vor einem erneuten Ausbruch. Die Impfung kann helfen, weitere Episoden zu verhindern. Selbst wer sich nicht an eine Windpocken-Erkrankung erinnert, profitiert von der Impfung, denn das Risiko einer Reaktivierung besteht weiterhin.

Gürtelrose-Impfung Zusammengefasst

Die Gürtelrose-Impfung ist ein wichtiger Schritt, um sich vor den teils schweren Folgen der Erkrankung zu schützen – besonders für ältere Menschen und Risikopatienten. Sie senkt das Risiko einer Gürtelrose deutlich und hilft, langanhaltende Schmerzen und Komplikationen zu vermeiden. Auch wer bereits an Gürtelrose erkrankt war, kann durch eine Impfung weiteren Ausbrüchen vorbeugen. Neben der Prävention spielt die richtige Pflege während und nach einer Gürtelrose eine entscheidende Rolle: Sanfte Hautpflege, das Vermeiden von Kratzen und gezielte Maßnahmen gegen Juckreiz fördern die Heilung und helfen, Narben zu verhindern. Bei anhaltenden Beschwerden oder Komplikationen ist es ratsam, frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen.

Insgesamt gilt: Wer sich impfen lässt und die Pflegeempfehlungen beachtet, kann sowohl die Erkrankung als auch deren Folgen wirksam begrenzen und die Lebensqualität nachhaltig verbessern.

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Pflege bei Gürtelrose: Phasen, Verlauf und wichtige Maßnahmen im Pflegealltag https://www.korian.de/ratgeber-magazin/pflege-bei-guertelrose-phasen-verlauf-und-wichtige-massnahmen-im-pflegealltag/ Fri, 21 Nov 2025 12:52:51 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=65610

Gürtelrose verlangt im Pflegealltag besondere Aufmerksamkeit. Die Erkrankung durchläuft verschiedene Stadien, bringt typische Beschwerden mit sich und erfordert gezielte Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Ein strukturierter Pflegeansatz hilft, Komplikationen vorzubeugen und Heilungsprozesse zu fördern. Gürtelrose, auch als Herpes zoster bekannt, ist vor allem im Alter oder bei geschwächtem Immunsystem eine häufige und herausfordernde Infektionskrankheit. Die richtige Pflege, abgestimmt auf die einzelnen Phasen des Krankheitsverlaufs, trägt entscheidend dazu bei, Schmerzen zu lindern, Infektionen zu verhindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten. Eine angepasste Hygiene im Umgang mit Betroffenen ist für den Schutz anderer Menschen im Pflegeumfeld unerlässlich.

Verlauf und Phasen einer Gürtelrose

Die Gürtelrose entsteht durch die Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus, das nach einer Windpocken-Infektion lebenslang im Körper verbleibt. Bei geschwächter Abwehr kann das Virus erneut aktiv werden. Der Verlauf der Erkrankung gliedert sich meist in drei Hauptphasen:

Vorstadium (Prodromalphase) der Gürtelrose:

Vor dem typischen Hautausschlag treten häufig Symptome wie Schmerzen, Kribbeln, Brennen oder Juckreiz in dem Bereich auf, in dem später die Bläschen entstehen. Diese Phase kann bis zu einer Woche dauern und geht oft mit allgemeinem Unwohlsein oder leichtem Fieber einher.

Akute Phase der Gürtelrose:

Es bildet sich ein typischer, meist einseitiger, gürtelförmiger Hautausschlag aus roten Flecken und Bläschen entlang eines Hautnervs. Die Bläschen sind mit infektiösem Sekret gefüllt. Begleitsymptome wie Fieber, Müdigkeit oder Kopfschmerzen sind möglich. In dieser Phase ist das Risiko einer Ansteckung für andere erhöht.

Krustenbildung und Heilung:

Nach einigen Tagen bis Wochen trocknen die Bläschen aus, es bilden sich Krusten. Die Schmerzen nehmen in diesem Stadium meist ab, aber die vollständige Heilung der Haut kann Zeit in Anspruch nehmen. Bei starkem Juckreiz oder Kratzen besteht die Gefahr von Narbenbildung.

Der gesamte Krankheitsverlauf dauert bei Erwachsenen ohne Komplikationen in der Regel zwei bis vier Wochen. Bei Kindern und jungen Menschen verläuft die Erkrankung meist unkomplizierter.

Behandlung und pflegerische Maßnahmen

Die Therapie der Gürtelrose basiert auf einer Kombination aus antiviralen Medikamenten, Schmerzbehandlung und symptomlindernden Maßnahmen. Antivirale Medikamente hemmen die Virusvermehrung und verkürzen die Krankheitsdauer. Schmerzmittel sowie kühlende oder juckreizstillende Lotionen helfen, die Beschwerden zu lindern.

Zur Unterstützung der Heilung und Vorbeugung von Komplikationen ist eine sorgfältige Beobachtung des Allgemeinzustands unerlässlich. Warnsignale wie bakterielle Infektionen (z. B. zunehmende Rötung, Eiterbildung und verstärkter Schmerz), Augenbeteiligung mit Sehstörungen und starken Augenschmerzen oder neurologische Symptome wie Lähmungen, Schwindel oder starke, anhaltende Nervenschmerzen erfordern eine unmittelbare ärztliche Abklärung.

Gürtelrose-Impfung: Warum sie sinnvoll ist und wer sich schützen sollte

Jemand bekommt von jemandem, der Handschuhe trägt eine Spritze bzw. Gürtelrose-Impfung (oder Herpes zoster) in den Oberarm; Nahaufnahme.

Hygiene und Infektionsschutz im Pflegealltag

Im Umgang mit Gürtelrose sind strenge Hygienemaßnahmen unverzichtbar, um eine Übertragung auf andere zu verhindern:

  • Beim Kontakt mit Bläschen oder ausgeschiedenem Sekret empfiehlt sich das Tragen von Einmalhandschuhen.
  • Gründliche Händedesinfektion nach jeder Pflegemaßnahme, auch nach dem Ausziehen der Handschuhe und beim Wechsel von Bettwäsche oder Kleidung, ist wichtig.
  • Die betroffenen Hautstellen werden nicht gewaschen, sondern ausschließlich gemäß ärztlicher Anweisung versorgt.
  • Während der akuten Krankheitsphase sollten Einmalwaschlappen und -handtücher verwendet und nach Gebrauch entsorgt werden.
  • Waschbecken und andere benutzte Utensilien sind nach jeder Verwendung zu desinfizieren.
  • Ein atmungsaktiver, leichter Verband über den betroffenen Hautarealen reduziert das Risiko einer Virusverbreitung, solange die Bläschen nicht verkrustet sind.

Eine vollständige Isolierung ist meist nicht erforderlich. Dennoch ist der Kontakt zu Kindern, Schwangeren, immunschwachen Personen oder Menschen ohne Windpockenimmunität während der aktiven Bläschenphase möglichst zu vermeiden. Pflegekräfte ohne Windpockenimmunität oder Herpes-zoster-Impfung sollten während der akuten Phase keine direkten Pflegetätigkeiten übernehmen, um eine eigene Ansteckung zu vermeiden.

Bei Gürtelrose kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen, insbesondere bei älteren und immungeschwächten Menschen. Häufigste Folge ist die Postzoster-Neuralgie – ein langanhaltender Nervenschmerz, der auch nach Abheilung des Hautausschlags bestehen bleibt. Seltener treten Entzündungen der Augen, Ohren oder innerer Organe auf. Eine frühzeitige medikamentöse Behandlung und gezielte Schmerztherapie tragen entscheidend dazu bei, Komplikationen zu verhindern.

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Pflege bei Gürtelrose – zusammengefasst

Die Erkrankung kann für Betroffene eine erhebliche Belastung darstellen, insbesondere bei anhaltenden Schmerzen oder Einschränkungen im Alltag. Unterstützende und empathische Begleitung, die auch psychosoziale Bedürfnisse berücksichtigt, fördert Wohlbefinden und Genesung. Eine strukturierte und hygienische Pflege ist bei Gürtelrose entscheidend, um Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu verhindern. Wer die Phasen der Erkrankung kennt und gezielte Maßnahmen umsetzt, fördert die Heilung und schützt andere vor Ansteckung. Empathische Begleitung und frühzeitige medizinische Hilfe verbessern die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig.

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Pflege bei Schluckstörung (Dysphagie) https://www.korian.de/ratgeber-magazin/pflege-bei-schluckstoerung-dysphagie/ Fri, 21 Nov 2025 11:29:15 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=65627

Schluckstörungen – in der Medizin Dysphagie genannt – kommen im Alter und vor allem bei Erkrankungen wie Parkinson oder nach einem Schlaganfall häufig vor. Etwa fünf Millionen Menschen sind in Deutschland betroffen. Beim Schlucken rutscht Essen oder Trinken nicht zuverlässig in die Speiseröhre. Teile der Lebensmittel können zum Beispiel in die Luftröhre geraten, Husten auslösen und im schlimmsten Fall eine Lungenentzündung verursachen.
Wer früh handelt, kann dadurch oft einem Mangel an Nahrung und Flüssigkeit vorbeugen. Die wichtigste Frage lautet: Wie kann man Betroffenen im Alltag helfen?

Was ist Dysphagie?

Schlucken – darüber machen sich die meisten keine Gedanken. Erst, wenn es nicht so gut klappt, fällt auf, wie komplex der Schluck-Vorgang ist. Jeden Tag schluckt eine erwachsene Person bis zu 2000 Mal. Mehr als 25 Muskelpaare sind am Schlucken beteiligt. Dabei laufen fünf Schritte ab: Erst bereitet man sich auf die Nahrungsaufnahme vor, setzt sich z. B. aufrecht hin. Im zweiten Schritt führt man die Nahrung zu, also beispielsweise über einen Löffel. Jetzt beginnen die entscheidenden Schritte drei bis fünf in Mund, Rachen und Speiseröhre. Wenn einer dieser Schritte nicht klappt, bleibt zum Beispiel Essen im Mund, der Schluckreflex startet zu spät, Flüssigkeit oder Speisen gelangen in die Atemwege.

Typische Anzeichen einer Schluckstörung sind häufiges Verschlucken, Husten oder eine nasse, gurgelnde Stimme nach dem Schlucken. Ohne entsprechende Maßnahmen können Lungenentzündungen, Gewichtsverlust, Mangelernährung und eine Unterversorgung mit Flüssigkeit drohen.

Ärztinnen und Ärzte sowie die Logopädie klären ab, welche Ursachen hinter der Störung stecken und welche Art der Nahrungsaufnahme sicher geht. Es kann sinnvoll sein, die Umgebung, die Körperhaltung, Konsistenzen der Mahlzeiten und Abläufe beim Essen anzupassen.

Woran lässt sich Dysphagie erkennen?

Eine Dysphagie ist nicht immer offensichtlich, gerade das macht sie gefährlich für Betroffene. Mehrere Signale können aber darauf hinweisen: Husten oder Räuspern beim Essen, sehr langes Kauen, winzige Bissen, Essen sammelt sich in den Wangen, Flüssigkeit läuft aus dem Mundwinkel. Manche Menschen wirken ängstlich beim Essen, vermeiden Mahlzeiten. Häufige Atemwegsinfekte können auch ein Hinweis sein.

Ein kleines Notizbuch hilft: Was wurde gegessen oder getrunken, in welcher Form, was passierte danach? Diese Beobachtungen erleichtern die Behandlung und Ärztinnen und Ärzte können den Schweregrad der Schluckstörung besser diagnostizieren.

Ursachen einer Schluckstörung

Häufig ist ein Schlaganfall der Grund für eine Dysphagie: Eine von vier Personen hat nach einem Schlaganfall auf Dauer eine Schluckstörung. Auch Parkinson, Multiple Sklerose, Demenz oder Muskelerkrankungen können zur Entstehung von Schluckstörungen beitragen. Nach Operationen oder Bestrahlungen im Kopf Hals Bereich kann Narbengewebe stören.

Im Alter nehmen Muskelkraft und Gefühl im Mund-Rachen-Raum manchmal ab. Schlechtsitzende Prothesen oder Zahnprobleme erschweren das Kauen. Manche Medikamente trocknen den Mund aus. In einigen Fällen steckt ein Problem der Speiseröhre hinter der Schluckstörung, etwa bei Entzündungen, starkem Sodbrennen oder einer Bewegungsstörung. Eine genaue ärztliche und logopädische Abklärung ist immer der Startpunkt für entsprechende Maßnahmen.

Welche Folgen drohen ohne Hilfe?

Wer sich oft verschluckt, kann Essen oder Flüssigkeit in die Lunge bekommen, eine sogenannte Aspiration. Das erhöht das Risiko für Lungenentzündungen. Weitere mögliche Warnzeichen: Das Gewicht fällt, die Haut heilt schlechter, Betroffene müssen seltener Wasserlassen. Viele ziehen sich zurück, weil Essen Angst macht oder es unangenehm ist, vor anderen die Probleme beim Schlucken zu offenbaren.

Pflege bei Dysphagie: Was hilft im Alltag?

Eine sichere Haltung macht den Anfang. Aufrecht sitzen, beide Füße auf dem Boden, Becken und Rücken stabil – so arbeitet die Schluckmuskulatur meist effizient. Ebenso wichtig: eine ruhige Umgebung ohne Hektik, das unterstützt die Konzentration. Nach dem Essen am besten eine gute halbe Stunde aufrecht bleiben, damit nichts zurückfließt.

Je nach Schwere muss auf die richtige Konsistenz der Nahrung geachtet werden. Getränke lassen sich mit Pulver andicken – von „nektarartig“ bis „löffelfest“. Speisen können weichgekocht, passiert oder püriert werden. Dabei sollte man, wenn es nötig ist, nicht zurückschrecken und sich trauen, auch Mahlzeiten aus festen Komponenten zu pürieren.

Gemischte Konsistenzen wie Suppe mit Stückchen, krümelige oder faserige Speisen sind tückisch. Helfen können auch: kleine Löffel, kleine Bissen und kurze Pausen. Temperatur und Geschmack dürfen variieren: kalt, warm, süß, salzig oder etwas sauer – alles ist möglich. Vor jedem neuen Bissen prüfen: Ist der Mund leer? Bei Resten gegebenenfalls nochmal schlucken. Mehrere kleine Mahlzeiten sind günstiger als wenige große.

Mundpflege ist wichtig: Zähne – falls nichts dagegen spricht- zwei bis dreimal täglich putzen, Prothesen reinigen und den Sitz prüfen. So sinkt die Keimzahl im Mund und das Risiko, beim Verschlucken Keime in die Lunge zu bekommen – die wiederum eine Lungenentzündung begünstigen. Nach ärztlicher Rücksprache können bei trockener Mundschleimhaut einfache Maßnahmen wie etwa zuckerfreie Lutschpastillen oder Speichelersatzsprays helfen.

Trinken bleibt wichtig. Lieblingsgetränke gegebenenfalls andicken. Wer in Listen Essen, Trinken und Gewicht dokumentiert, erkennt früh, wenn etwas kippt. Das ermöglicht, rechtzeitig gegenzusteuern: zum Beispiel mit energiereichen, weichen Speisen, Smoothies in sicherer Konsistenz oder ergänzender Beratung durch Ernährungsexpertinnen und experten.

Und Achtung: Tabletten bitte nicht ohne Rücksprache zerkleinern. Retard- oder magensaftresistente Formen verlieren Wirkung oder führen zu Nebenwirkungen. Ärztinnen und Ärzte oder Apotheken wissen, was möglich ist und welche Alternativen es gegebenenfalls gibt.

Essen im Alltag gestalten

Ein fester Rhythmus mit kleinen, überschaubaren Mahlzeiten nimmt den Druck aus dem Essensprozess. Lieblingsgerichte lassen sich oft neu denken – als weiche, passierte oder pürierte Variante. Hilfsmittel wie rutschfeste Unterlagen, Becher mit Ausguss und gut geformte Löffel erleichtern eventuell den Umgang. Hier sollte man vorher aber Rücksprache mit dem Behandlungsteam halten. Reicht im Extremfall die Nahrungsaufnahme über den Mund nicht aus, prüfen Ärztinnen und Ärzte und Logopädie, ob vorübergehend eine Ernährung über Sonde nötig ist. Ziel bleibt: so viel Essen und Trinken über den Mund wie möglich – so sicher wie nötig.

Essen bei Schluckstörungen (Dysphagie)

Pflegekraft unterstützt älteren Mann beim Essen im Pflegeheim, barrierefreies Essen bei Schluckstörungen

Warnzeichen bei Schluckstörungen – sofort handeln

Akute Atemnot, anhaltender starker Husten, blau gefärbte Lippen, hohes Fieber oder ein plötzlicher Leistungsabfall sind Alarmzeichen. Dann umgehend ärztlich abklären lassen und bei schweren Beschwerden den Rettungsdienst rufen. Wiederkehrende Lungenentzündungen, schneller Gewichtsverlust oder wenn Betroffene deutlich weniger trinken, gehören ebenfalls rasch abgeklärt.

Pflege bei Schluckstörungen – ein Fazit

Pflegemaßnahmen bei Schluckstörungen wirken am besten in Kombination: ruhige Esssituation, sichere Sitzhaltung, passende Konsistenzen, sorgfältige Mundpflege und klare Abläufe. Regelmäßig beobachten: Ändert sich das Ess- oder Trinkverhalten? Treten neue Symptome auf? Dann nicht zögern und in die ärztliche Praxis gehen. Hausarztpraxis, Logopädie und Ernährungsberatung helfen, Komplikationen wie Lungenentzündung, Mangelernährung und Austrocknung zu verhindern. So bleibt Essen trotz Dysphagie möglich und würdevoll.

1. Was ist eine Schluckstörung (Dysphagie)?

Dysphagie ist der medizinische Fachbegriff für Schluckstörungen. Dabei gelangt Nahrung oder Flüssigkeit nicht zuverlässig in die Speiseröhre – stattdessen kann sie in die Luftröhre geraten, was gefährlich ist.

2. Wie entstehen Schluckstörungen?

Ursachen sind oft neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson oder Multiple Sklerose. Auch Demenz, Muskelschwäche, schlecht sitzende Prothesen oder Mundtrockenheit durch Medikamente können eine Rolle spielen.

3. Woran erkennt man eine Schluckstörung?

Typische Anzeichen sind häufiges Husten oder Räuspern beim Essen, sehr langes Kauen, winzige Bissen, Flüssigkeit läuft aus dem Mund, oder die Stimme klingt nach dem Schlucken „gurgelnd“. Auch Angst beim Essen oder wiederkehrende Atemwegsinfekte können Hinweise sein.

4. Welche Folgen hat eine unbehandelte Schluckstörung?

Ohne Unterstützung kann es zu Aspirationen (Eindringen von Nahrung in die Lunge), Lungenentzündungen, Gewichtsverlust, Mangelernährung und Dehydrierung kommen. Außerdem vermeiden viele Betroffene das Essen aus Angst vor dem Verschlucken, was die Situation weiter verschlechtern kann.

5. Wie unterstützt man Menschen mit Dysphagie im Alltag?
  • Aufrechte Sitzposition beim Essen (Füße auf dem Boden, ruhige Umgebung)

  • Angepasste Nahrungskonsistenz: weich, püriert oder angedickt

  • Kleine Bissen, Pausen zwischen den Happen

  • Nach dem Essen etwa 30 Minuten aufrecht bleiben

  • Regelmäßige Mundpflege, um Keime zu reduzieren

  • Flüssigkeiten bei Bedarf andicken

6. Wie können Menschen mit Schluckstörungen Tabletten sicher einnehmen?

Tabletten dürfen nicht eigenmächtig zerkleinert werden – Retard- oder magensaftresistente Formen können dadurch ihre Wirkung verlieren oder Nebenwirkungen verursachen. Ärztinnen, Ärzte oder Apotheker beraten, welche Alternativen sicher sind.

7. Wann ist eine Schluckstörung gefährlich und wann muss man zum Arzt?

Bei akuter Atemnot, starkem Husten, blauen Lippen, Fieber, plötzlichem Leistungsabfall, wiederkehrenden Lungenentzündungen oder starkem Gewichtsverlust ist sofort ärztliche Abklärung nötig – im Notfall den Rettungsdienst rufen.

Quellen:

Dziewas R., Pflug C. et al., Neurogene Dysphagie, S1-Leitlinie, 2020, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 23.09.2025). https://dnvp9c1uo2095.cloudfront.net/cms-content/030-111l_Neurogene-Dysphagie_2020-05_verlaengert_1706187793210.pdf

Deutscher Bundesverband für Logopädie (dbl): Schluckstörung (Dysphagie). https://www.dbl-ev.de/fachwissen-logopaedie/schluckstoerung-dysphagie/

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Essen und Trinken bei Kau- und Schluckstörungen im Alter. https://www.fitimalter-dge.de/fileadmin/user_upload/medien/Essen_und_Trinken_bei_Kau_und_Schluckstoerung_im_Alter.pdf

https://www.pflege.de/krankheiten/dysphagie-schluckstoerung/

https://www.uniklinikum-jena.de/hno/Schlagwörter/Schluckstörungen.html#:~:text=Von%20einer%20Schluckstörung%20spricht%20man,zu%20verdursten%20oder%20zu%20verhungern.

https://www.dysphagiezentrum.de/dysphagie-was-ist-das/phasen-des-schluckvorgangs/

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Essen bei Schluckstörungen (Dysphagie) https://www.korian.de/ratgeber-magazin/essen-bei-schluckstoerungen-dysphagie/ Fri, 21 Nov 2025 11:28:29 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=65869

Eine Schluckstörung – medizinisch Dysphagie – verändert den Ess- und Trinkalltag stark. Essen soll satt und zufrieden machen, darf aber nicht in die Atemwege geraten. Der richtige Umgang mit Konsistenzen, Gewürzen, Temperaturen und der Umgebung hilft, Mahlzeiten ruhiger und sicherer zu gestalten. Von der Lebensmittelauswahl über Andicken bis zu individuellen Besonderheiten, etwa nach einem Schlaganfall oder bei Demenz – so gelingt Essen mit einer Schluckstörung.

Worauf kommt es beim Essen bei Schluckstörungen an?

Ziel ist: Betroffene einer Schluckstörung sollen Nahrung im Mund gut verarbeiten. Der Schluckreflex soll zuverlässig einsetzen und Speisen sollen in die Speiseröhre gleiten. Viele Patientinnen und Patienten profitieren von weichen, homogenen Konsistenzen, die sich leicht schlucken lassen. Flüssigkeiten benötigen oft eine angepasste Dicke, damit sie nicht in die Luftröhre geraten. Struktur, klare Abläufe und eine ruhige Umgebung unterstützen zusätzlich. Ein interdisziplinäres Team aus Hausarztpraxis, Logopädie, Ernährungstherapie und Pflegepersonal legt fest, was jeder und jede Betroffene am besten verzehren kann.

Grundregeln beim Essen bei Schluckstörungen

Die Sicherheit beim Essen geht vor. Was nicht bedeutet, dass der Geschmack darunter leiden sollte. Im Gegenteil: Geschmack motiviert Betroffene einer Schluckstörung, ausreichend Nährstoffe aufzunehmen, die wiederum leistungsfähig halten. Weich gegarte, fein zerkleinerte oder pürierte Speisen sind gut geeignet, wenn sie formbar, glatt und keine krümeligen oder faserigen Bestandteile enthalten. Wichtig: Pro Bissen immer nur eine Konsistenz anbieten. Heißt, entweder glatt und püriert oder weich und stückig – Mischformen wie Suppe mit Gemüse- oder Fleischstückchen sind riskant.

Die Getränke werden mit Andickungspulver auf die verordnete Stufe gebracht, zum Beispiel „nektarartig“, „honigartig“ oder „löffelfest“. Ansonsten setzten Temperatur und Aroma gezielte Reize: leicht kühl, angenehm warm, ein Hauch Zitrone oder eine Prise Salz. Kleine Bissen, kleine Schlucke, kurze Pausen und ein leerer Mund vor dem nächsten Happen erhöhen die Sicherheit.

Pflege bei Schluckstörung (Dysphagie)

Eine Pflegerin füttert eine Seniorin mit Schluckstörungen (Dysphagie) im Pflegeheim

Welche Lebensmittel eignen sich?

Geeignet sind meist Gerichte, die sich zu einem homogenen, glatten Brei verarbeiten lassen oder von Natur aus weich sind. Dazu zählen fein pürierte Eintöpfe und Gemüsesuppen ohne Stücke, cremiger Kartoffel oder Süßkartoffelstampf, weich gekochte Nudeln mit fein passierter Sauce, zart gegarter Fisch oder Geflügel, die anschließend fein zerkleinert und mit Sauce gebunden werden. Genauso liefern Joghurt, Quarkcremes, Pudding, Grießbrei oder Kompott (püriert) Energie und sind schnell zubereitet. Obst und Gemüse kommen am besten geschält, weich gegart und fein passiert auf den Teller. Fett ist ein Geschmacksträger und macht Breie geschmeidiger: etwas Pflanzenöl, Butterflocken, Sahne oder Frischkäse verbessern Konsistenz und Kaloriendichte.

Weniger geeignet sind trockene, krümelige oder faserige Speisen wie trockenes Brot, Blattsalate, Rohkost, Reiskörner, körniger Frischkäse, Nüsse und Samen, zähes Fleisch, Apfel- oder Ananasstücke. Doppelkonsistenzen – zum Beispiel Cornflakes in Milch, Obststücke im Joghurt, Suppen mit Einlage – erhöhen das Risiko, sich zu verschlucken.

Richtig Andicken

Andickungspulver etwa auf Basis von Stärke oder Xanthan machen die Getränke zähflüssiger. Xanthan ist widerstandsfähiger gegen bestimmte Stoffe im Speichel, die dazu führen, dass Lebensmittel, die mit Pulvern nur aus Stärke angedickt sind, bereits im Mund wieder dünnflüssiger werden. Die genaue Dicke richtet sich nach der Empfehlung der Logopädie. Kalte und warme Getränke verhalten sich unterschiedlich, auch Säure und Eiweiß (z. B. Milch) verändern die Dicke. Für den Alltag hilft eine kleine Tabelle: wie viele Messlöffel führen in welchem Getränk zu welcher Dicke. Wichtig: Dicke Getränke nicht mit normalem Wasser nachspülen.

Mangelernährung vorbeugen

Wer langsam isst oder schneller satt wird, braucht Mahlzeiten mit einer hohen Energiedichte. Sie lässt sich steigern, ohne das Volumen stark zu erhöhen: Etwa mit Pflanzenölen, Butter, Sahne, Nussmusen (in pürierter Form), Frischkäse oder Maltodextrin. Eiweißquellen wie Joghurt, Quark, Skyr, weiches Rührei, fein zerkleinerter Fisch oder Geflügel sowie pürierte Hülsenfrüchte (Linsencreme, Hummus) sind wichtig für Muskeln und Immunsystem. Süße Varianten – Grießbrei, Pudding, Quarkspeisen – eignen sich als Zwischenmahlzeiten. Bei starkem Gewichtsverlust oder Appetitmangel kommen ergänzende Trinknahrungen in individuell sicherer Dicke infrage. Auswahl und Konsistenz sollten ärztlich bzw. über die Ernährungstherapie abgestimmt werden.

Essen nach Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall kann das Schlucken ebenfalls problematisch oder unkoordiniert sein. Eine sichere Sitzposition, kleine Bissen und klar strukturierte Mahlzeiten sind dann sehr wichtig. Speisen sollten formstabil, glatt und gut gleitfähig sein. Flüssigkeiten werden auf die verordnete Stufe angedickt. Je nach logopädischer Empfehlung helfen Haltungsstrategien wie eine leichte Vorneigung des Kopfes. Jede Mahlzeit bedeutet Anstrengung. Da empfiehlt es sich oft, mehrere kleine Mahlzeiten zu servieren. Medikamente sollte man nicht eigenmächtig zerkleinern, sondern immer vorher absprechen, was möglich ist. Ärztinnen und Ärzte oder Apotheken können je nach Arznei auch flüssige Alternativen oder Schmelztabletten verschreiben. Beim Essen sollte man Hustenereignisse, Essmengen und Gewicht dokumentieren, um zu sehen, ob die Ernährungsform passt.

Pflege nach einem Schlaganfall  – Ein Leitfaden für Angehörige

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Essen bei Demenz

Bei Demenz wirken Routinen: Feste Esszeiten, vertraute Düfte und wiederkehrende Lieblingsspeisen beruhigen. Fingerfood kann sinnvoll sein, wenn das Besteck Probleme macht – aber nur, wenn sich Fingerfood sicher weich und homogen herstellen lässt. Zum Beispiel pürierte Kost, die zu formstabilen „Häppchen“ verarbeitet wird. Klare Teller, wenig Ablenkung und kurze, ruhige Hinweise erleichtern die Mahlzeit. Die Getränke sollte man in sicherer Dicke bereitstellen in einem Becher mit gut greifbarem Henkel. Bei Unruhe sind kleine Portionen, häufigere Pausen und eine ruhige Begleitung besonders wichtig.

 

Kleine Mahlzeiten & Pausen

Die Ess-Situation entscheidet mit. Der oder die Betroffene sollte aufrecht sitzen und die Füße möglichst stabil im Boden verankern. Der Tisch sollte eine angepasste Höhe haben und das Geschirr ist rutschfest. Vor Beginn kurz erinnern: kleine Bissen, langsam essen, bewusst schlucken. Zwischen den Happen kurze Pausen machen und prüfen, ob der Mund schon leer ist. Nach dem Essen im Idealfall 20–30 Minuten aufrecht bleiben. Wer schnell ermüdet, profitiert von 5–6 kleineren Mahlzeiten statt drei großen. Und die Essbiografie nutzen: vertraute Aromen, Kindheitsdüfte, -gerichte und Lieblingsgewürze steigern den Appetit.

Typische Ess-Fallen – und bessere Lösungen

Problem: Suppe mit Einlage – Stücke schwimmen in dünner Flüssigkeit.
Besser: die ganze Suppe passieren und bei Bedarf andicken.

Problem: Brot mit Rinde – trocken und krümelig.
Besser: weiches Brot ohne Rinde in Sauce tauchen oder fein pürieren.

Problem: Obststücke im Joghurt – doppelte Konsistenz.
Besser: Obst und Joghurt gemeinsam fein pürieren.

Problem: Mit Wasser nachspülen.
Besser: jeden Schluck, jeden Bissen vollständig schlucken, dann erst den nächsten.

 

Sicher essen bei Dysphagie – ein Fazit

Sicher essen bei Dysphagie gelingt, wenn Textur, Geschmack und Ablauf zusammenpassen. Weiche, homogene Speisen, korrekt angedickte Getränke, kleine Bissen und eine ruhige Umgebung senken das Risiko fürs Verschlucken. Energie- und eiweißreiche Mahlzeiten helfen gegebenenfalls, Mangelernährung vorzubeugen. Besondere Situationen – nach Schlaganfall oder bei Demenz – erfordern zusätzliche Struktur und einfache, wiederholbare Schritte. So bleiben Genuss, Sicherheit und ausreichende Versorgung im Gleichgewicht.

Häufige Fragen zum Thema Schluckstörungen (Dysphagie)

1. Was sind typische Symptome einer Schluckstörung (Dysphagie)?

Zu den häufigsten Symptomen zählen deutliche Verzögerungen beim Schluckvorgang, Husten oder Würgen beim Essen und das Zurückbleiben von Nahrungsresten im Mund. Auch eine veränderte Stimme nach dem Schlucken und häufige Atemwegsinfektionen können darauf hindeuten.

2. Worauf sollte man beim Essen mit Schluckstörung besonders achten?

Eine aufrechte Sitzposition, kleine Bissen, gezielte Pausen zwischen den Happen und das richtige Andicken von Getränken sind entscheidend für mehr Sicherheit. Das Essen sollte frei von groben, krümeligen oder faserigen Zutaten sein und möglichst homogen verarbeitet werden.

3. Welche Lebensmittel eignen sich besonders bei Dysphagie?

Geeignet sind weiche, fein pürierte Speisen wie Kartoffel- oder Gemüsebrei, pürierte Eintöpfe, weich gekochte Nudeln, Joghurt, Quark und Pudding. Fett wie Butter oder Öl sorgt für eine geschmeidige Konsistenz und mehr Energie.

4. Wie kann Mangelernährung bei Schluckstörungen vermieden werden?

Der Energiegehalt kann durch die Zugabe von Sahne, Pflanzenölen, Butter oder Frischkäse erhöht werden. Auch angedickte Trinknahrungen oder proteinreiche Breie wie Joghurt, Skyr oder Hummus sind hilfreich.

5. Was sind typische Ess-Fallen bei Schluckstörungen und wie kann man sie vermeiden?

Fallen wie Suppen mit Einlage, krümeliges Brot oder doppelte Konsistenzen (Obststücke im Joghurt) erhöhen das Risiko fürs Verschlucken. Besser ist es, alle Bestandteile homogen und glatt zu pürieren und für jeden Bissen nur eine Konsistenz anzubieten.

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Was sind Schmerzen – Akuter vs. chronischer Schmerz https://www.korian.de/ratgeber-magazin/was-sind-schmerzen-akuter-vs-chronischer-schmerz/ Tue, 18 Nov 2025 09:49:45 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=65812

Schmerzen sind Warnsignale des Körpers, die auf eine Verletzung, Erkrankung oder andere Belastungen hinweisen. Sie können akut oder chronisch sein und aus verschiedenen Ursachen entstehen, zum Beispiel durch Verletzungen, chronische Krankheiten oder Entzündungen. Wenn Sie Schmerzen haben, ist das ein Signal, dass etwas nicht in Ordnung ist – und es ist wichtig, darauf zu hören.

Was sind akute Schmerzen?

Akuter Schmerz ist eine plötzlich auftretende, meist zeitlich begrenzte Schmerzempfindung, die als Warnsignal des Körpers dient. Er zeigt an, dass etwas nicht in Ordnung ist – zum Beispiel eine Verletzung, Entzündung oder Erkrankung. Er macht aufmerksam, dass der Körper Hilfe braucht.

Typische Ursachen

Typische Ursachen für Schmerzen sind Verletzungen wie Schnitte, Prellungen oder Knochenbrüche, Entzündungen etwa des Zahnfleischs oder des Blinddarms, Operationen sowie akute Erkrankungen wie Migräneanfälle oder plötzliche Rückenschmerzen.

Verletzungen (z. B. Schnitt, Prellung, Knochenbruch)

Entzündungen (z. B. Zahnfleischentzündung, Blinddarmentzündung)

Operationen

akute Erkrankungen (z. B. Migräneanfall, akuter Rückenschmerz)

Funktion

Die Funktion von Schmerz besteht vor allem darin, den Körper vor weiteren Schäden zu warnen. Er sorgt dafür, dass man das betroffene Körperteil automatisch schont und so Belastungen vermeidet. Auf diese Weise unterstützt Schmerz die natürlichen Heilungsprozesse.

Dauer

Akuter Schmerz hält in der Regel nur so lange an, wie die Ursache besteht – also bis die Verletzung oder Entzündung heilt.
Wenn er länger als etwa drei bis sechs Monate andauert, spricht man nicht mehr von akutem, sondern von chronischem Schmerz.

Behandlung

Die Behandlung konzentriert sich zunächst auf die zugrunde liegende Ursache, also die Verletzung oder Erkrankung, die den Schmerz ausgelöst hat. Zusätzlich kann eine schmerzlindernde Therapie erfolgen, etwa durch Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente. Unterstützend wirken Maßnahmen wie Kühlung, Ruhigstellung oder Entspannung, die den Heilungsprozess fördern und das Schmerzempfinden weiter reduzieren können.

Beispiel:

Wenn Sie sich den Fuß verstauchen, schmerzt er sofort. Das ist akuter Schmerz – er signalisiert Ihnen, dass Sie den Fuß schonen sollten, damit das Gewebe heilen kann.

Eine junge Frau hat akute Zahnschmerzen und hält sich einen Eisbeutel gegen die Wange.

Was sind chronische Schmerzen?

Chronischer Schmerz ist ein langanhaltender oder immer wiederkehrender Schmerz, der über die normale Heilungszeit hinaus bestehen bleibt – also meist länger als drei bis sechs Monate. Anders als der akute Schmerz, der eine Warnfunktion hat, verliert der chronische Schmerz diese Funktion und wird zu einer eigenständigen Erkrankung.

Typische Ursachen

Chronische Schmerzen können viele Ursachen haben. Häufig entstehen sie im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen wie Arthrose, Rheuma oder Diabetes. Auch Nervenschädigungen – etwa durch einen Bandscheibenvorfall oder eine Polyneuropathie – können dazu führen. Zudem können wiederkehrende Schmerzen wie Migräne oder Spannungskopfschmerzen chronisch werden. In manchen Fällen bleiben Entzündungen über längere Zeit bestehen oder psychische Belastungen und Stress verstärken das Schmerzempfinden zusätzlich.

Chronische Erkrankungen (z. B. Arthrose, Rheuma, Diabetes)

Nervenschädigungen (z. B. Polyneuropathie, Bandscheibenvorfall)

wiederkehrende Schmerzen (z. B. Migräne, Spannungskopfschmerz)

andauernde Entzündungen

psychische Belastungen oder Stress

Eigenschaften

Chronische Schmerzen bestehen über einen Zeitraum von mehr als drei bis sechs Monaten und entwickeln sich häufig zu einer eigenständigen Erkrankung. Sie sind oft nicht eindeutig lokalisierbar und werden von körperlichen, psychischen sowie sozialen Faktoren beeinflusst. Zudem führen sie häufig zu Erschöpfung, Schlafstörungen und depressiven Symptomen.

Behandlung

Da chronischer Schmerz komplex ist, wird er meist multimodal behandelt – also durch Kombination verschiedener Ansätze:

  • Medikamentöse Therapie: z. B. Schmerzmittel, Antidepressiva, Antikonvulsiva
  • Physiotherapie und Bewegungstherapie
  • Psychologische Unterstützung: Schmerzbewältigung, Entspannungstechniken
  • Selbstmanagement: Entspannung, Stressabbau, aktive Lebensgestaltung

Ziel der Behandlung ist nicht unbedingt vollständige Schmerzfreiheit, sondern eine bessere Lebensqualität, mehr Beweglichkeit und Aktivität und die Stärkung der Selbstwirksamkeit.

Schmerzmanagement für Betroffene: Ihr Ratgeber für mehr Wohlbefinden

Eine jüngere Frau hilft einer älteren Frau bei einer Übung mit den Armen zur Schmerzbewältigung

Unterschied chronischer und akuter Schmerz

Merkmal Akuter Schmerz Chronischer Schmerz
Definition Kurzzeitig auftretender Schmerz als Warnsignal des Körpers auf eine Verletzung oder Erkrankung Langanhaltender Schmerz, der über die normale Heilungszeit hinaus besteht (länger als 3–6 Monate)
Funktion Schutz- und Warnfunktion – signalisiert, dass etwas nicht in Ordnung ist Keine Warnfunktion mehr – Schmerz wird zur eigenständigen Krankheit
Dauer Kurzfristig, klingt mit Heilung der Ursache ab Dauerhaft oder wiederkehrend über Monate oder Jahre
Ursachen Akute Verletzung, Entzündung, Operation, akute Erkrankung Chronische Erkrankung (z. B. Arthrose, Rückenschmerzen, Nervenschäden), anhaltende Entzündung, psychische Faktoren
Behandlungsschwerpunkt Ursache behandeln (z. B. Wundheilung, Entzündungshemmung) Schmerzkontrolle und Lebensqualität verbessern (multimodales Schmerzmanagement)
Schmerzempfinden Entspricht meist der tatsächlichen Gewebeschädigung Schmerzempfinden kann bestehen, auch wenn keine akute Ursache mehr vorhanden ist
Psychische Auswirkungen Meist gering, da Schmerz nach Heilung verschwindet Häufig mit psychischer Belastung, Schlafstörungen oder Depressionen verbunden
Therapieansatz Kurzzeitige medikamentöse oder physikalische Therapie Kombination aus Medikamenten, Bewegung, Psychotherapie und Entspannungstechniken
Beispiel Zahnschmerz durch Karies, Schnittverletzung, Prellung Chronische Rückenschmerzen, Fibromyalgie, Nervenschmerzen, Migräne

Effektives Schmerzmanagement

Schmerzen erkennen und behandeln. Unser Flyer liefert kompakt praxisnahe Expertentipps für den Alltag.

Weibliche Betreuungsperson unterstützt älteren Mann mit Kopfschmerzen, symbolisch für Schmerzmanagement.
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Schmerzmanagement für Betroffene: Ihr Ratgeber für mehr Wohlbefinden https://www.korian.de/ratgeber-magazin/schmerzmanagement-schmerzen-verstehen-und-lindern/ Tue, 18 Nov 2025 07:42:49 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=65788

Wenn Sie regelmäßig Schmerzen spüren, kann das Ihr Leben erheblich beeinträchtigen. Doch Sie sind nicht allein – es gibt Wege, Ihre Schmerzen besser zu verstehen und aktiv dagegen vorzugehen. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, die wichtigsten Schritte zu kennen und Ihre Schmerzen gezielt zu managen.

Was sind Schmerzen und warum treten sie auf?

Schmerzen sind Warnsignale Ihres Körpers, die auf eine Verletzung, Erkrankung oder andere Belastungen hinweisen. Sie können akut oder chronisch sein und aus verschiedenen Ursachen entstehen, zum Beispiel durch Verletzungen, chronische Krankheiten oder Entzündungen. Wenn Sie Schmerzen haben, ist das ein Signal, dass etwas nicht in Ordnung ist – und es ist wichtig, darauf zu hören.

Wie Sie Schmerzen erkennen und erfassen können

Betroffene selbst wissen am besten, wie sie Schmerzen empfinden. Daher ist es wichtig, diese zu beobachten und zu dokumentieren. Das kann helfen, besser mit Ärzten und Pflegekräften zu sprechen und die Behandlung gezielt zu steuern.

Doch auch für die Beobachtung von außen als pflegende Person bei Pflegebedürftigen und bei alten Menschen, geben verschiedene Skalen Hilfestellung zur Schmerzerkennung und Einordnung.

Schmerzskalen: Werkzeuge zur Einschätzung

Es gibt verschiedene Skalen, die helfen, die Intensität von Schmerzen einzuschätzen:

  • Numerische Skala (0–10): Hierbei wird der Schmerz von 0 (keine Schmerzen) bis 10 (stärkste Schmerzen) bewertet.
  • Gesichtsskala: Besonders bei Schwierigkeiten mit Worten ist das hilfreich, da anhand von Gesichtsausdrücken das Schmerzlevel angegeben werden kann.
  • Verbale Skala: Wählen Sie Begriffe wie „leicht“, „moderat“ oder „stark“ als Beschreibung.

Wenn Sie vor allem bei chronischen Schmerzen regelmäßig ein Schmerzprotokoll führen und mit Ihrem Behandlungsteam teilen, verbessern Sie die Zusammenarbeit und die Behandlungsergebnisse.

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Schmerzerfassung bei Demenz

Bei Menschen mit Demenz ist es oft schwierig zu erkennen, ob sie Schmerzen haben. Häufig können sie nicht mehr genau sagen, was sie spüren oder wo es wehtut. Deshalb achten Pflegekräfte sowie An- und Zugehörige besonders auf körpersprachliche Signale, Veränderungen im Verhalten oder in der Stimmung. Solche Anzeichen können auf Schmerzen hinweisen.

Hierbei wird oft die sogenannte ECPA-Skala genutzt, bei der Pflegekräfte das Schmerzverhalten in verschiedenen Situationen bewerten. Das Ziel: frühzeitig Hinweise auf Schmerzen erkennen und angemessen darauf reagieren.

Umgang mit Schmerzen: Was Sie selbst tun können

  • Kommunikation: Erzählen Sie Ihren Ärzten und Pflegekräften ehrlich, wie die Schmerzen Sie beeinflussen, und nutzen Sie Schmerzskalen zur besseren Einschätzung.
  • Medikamentöse Behandlung: Nehmen Sie Medikamente genau nach Anweisung ein und sprechen Sie offen mit Ihren Ärzten, wenn Nebenwirkungen auftreten oder die Schmerzen nicht besser werden.
  • Nicht-medikamentöse Maßnahmen: Entspannungsübungen, Wärme- oder Kälteanwendungen, Massagen oder Atemübungen können Ihre Schmerzen lindern.
  • Lebensstil: Achten Sie auf ausreichend Bewegung, ausgewogene Ernährung und genügend Ruhe, um Ihre Schmerzen besser zu bewältigen.
  • Selbstfürsorge: Unterstützen Sie sich selbst, indem Sie Aktivitäten machen, die Ihnen Freude bereiten, und sich regelmäßig Pausen gönnen.

Weiterführende Infos

Auf der Website der Deutschen Schmerzliga e.V. finden Betroffene weiterführende Informationen, Tipps zum Umgang mit Schmerzen und Hinweise auf Unterstützungsmöglichkeiten.

Wichtig für Sie: aktive Mitgestaltung

Ihr Schmerzmanagement ist ein gemeinsamer Prozess. Seien Sie aktiv beteiligt – dokumentieren Sie Ihre Schmerzen, stellen Sie Fragen und nehmen Sie an Entscheidungen teil. Das stärkt Ihre Selbstbestimmung und trägt dazu bei, Ihre Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Wenn Sie sich an diese Grundsätze halten, können Sie Ihre Schmerzen besser verstehen, kontrollieren und lindern. Es ist möglich, auch bei chronischen oder intensiven Schmerzen mehr Lebensqualität zu gewinnen.
Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem medizinischen und pflegerischen Team – gemeinsam können Sie einen passenden Plan entwickeln, der auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist.

Flyer Schmerzmanagement

In unserem Flyer zum Expertenstandard Schmerzmanagement erhalten sie kompakte Tipps zum Erkennen und Behandeln von Schmerzen.

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Pflege bei Diabetes – Tipps für pflegende Angehörige https://www.korian.de/ratgeber-magazin/pflege-bei-diabetes-tipps-fuer-pflegende-angehoerige/ Mon, 18 Aug 2025 15:01:49 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=64116

Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. In Deutschland sind aktuell rund elf Millionen Menschen davon betroffen. Betroffene und Pflegende stellt dies vor Herausforderungen. Tipps für den Pflegealltag bei Diabetes.

Pflege bei Diabetes – ein Überblick

An erster Stelle sollte stets ein gründlicher Blick auf die individuelle Situation der von Diabetes betroffenen Person stehen. Dabei gilt es Alter, Krankheitsverlauf, Therapieform, Begleiterkrankungen und persönliche Lebensumstände zu berücksichtigen. Pflegende übernehmen dabei nicht nur körperliche Hilfen, sondern auch die Aufgabe, Betroffene im Alltag zu begleiten, zu schulen und zu motivieren – immer mit dem Ziel, Selbstständigkeit so weit wie möglich zu erhalten.

Schulungsangebote wahrnehmen

Je nach Ausprägung der Erkrankung ist bei der Betreuung von Diabetes-Patient:innen ein umfangreiches Wissen über den Umgang mit der Krankheit erforderlich. Übernehmen Angehörige oder professionelle Pflegekräfte Teile der Therapie, sollten sie dafür gezielt geschult sein. Für Angehörige von Diabetes-Patient:innen gibt es vom Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe ein spezielles Schulungsprogramm. Neben diabetesbezogenem Wissen und Fertigkeiten, wie z.B. den Gebrauch einer Glukagonspritze oder das Schätzen von KE-Einheiten, werden auch psychosoziale Strategien vermittelt, die vor allem in Konfliktsituationen hilfreich sein können.

Pflege bei Diabetes – darauf kommt es an

Da Pflege bei Diabetes überwiegend ältere Personen betrifft, gibt es einige allgemeine Themen, die für pflegende Angehörige besonders relevant sind.

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Regelmäßige Blutzuckerkontrolle bei Diabetes

Regelmäßige Blutzuckermessungen sind in der Regel ein wichtiger Bestandteil des Diabetes-Managements. Pflegende Angehörige sollten besonderen darauf achten, dass Messgeräte korrekt bedient werden, Werte sorgfältig dokumentieren und auf Abweichungen reagieren. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Menschen geboten, die Insulin spritzen oder spezielle blutzuckersenkende Tabletten wie z. B. Sulfonylharnstoffe nehmen. Unterzuckerungen (Hypoglykämien) oder Überzuckerungen (Hyperglykämien) müssen schnell erkannt und behandelt werden.

Prävention des diabetischen Fußsyndroms

Unter dem diabetischen Fußsyndrom versteht man sämtliche krankhaften Veränderungen an den Füßen, die im Zusammenhang mit einem bestehenden Diabetes auftreten. Dazu zählen etwa Wunden, Infektionen oder Durchblutungsstörungen. Statistisch gesehen entwickelt jede fünfte bis dritte Person mit Diabetes im Laufe des Lebens eine solche Problematik – oft mit erheblichem Behandlungsbedarf.

Menschen mit Diabetes sollten ihre Füße mindestens einmal pro Jahr ärztlich untersuchen lassen. Besteht jedoch ein erhöhtes Risiko – etwa durch Nervenschäden oder Durchblutungsstörungen – sind kürzere Kontrollabstände sinnvoll, um Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Vorbeugend ist darüber hinaus vor allem eine gründliche Fußpflege ratsam. Dazu gehört:

  • Tägliche Kontrolle der Füße nach Druckstellen, Verhornungen, Wunden etc.
  • Tägliche Fußwäsche für maximal drei Minuten in circa 37-38 Grad warmen Wasser mit einer milden, rückfettenden Waschlotion
  • Füße richtig trocknen: Tupfen statt rubbeln
  • Einmal die Woche die Hornhaut entfernen (z. B. mit einem Bimsstein) – während oder nach dem Fußbad oder unter fließendem Wasser beim Duschen. Bei Unsicherheit lieber zu einer podologischen Praxis gehen!
  • Fußnägel ein- bis zweimal pro Woche mit einer Nagelfeile kürzen – am besten gerade und nicht rund, sonst wachsen sie leicht ein.
  • Trockene Füße regelmäßig eincremen. Hierfür eignen sich insbesondere Produkte mit Harnstoff. Am besten in Apotheke oder podologischer Praxis beraten lassen.
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Bewegungsförderung und Sturzvorbeugung

Sofern Menschen mit Diabetes noch in der Lage sind, sich selbständig zu bewegen, ist es ratsam mit ihnen neben Ausdauer und Kraft gezielt auch Geschicklichkeit, Reaktionsfähigkeit, Koordination, Gelenkigkeit und Beweglichkeit zu trainieren. So lässt sich das Risiko für Stürze wirksam senken. Geeignete Bewegungsformen sind beispielsweise Yoga, Pilates, Qigong, Tai-Chi oder regelmäßige Dehnübungen.
Das Vorbeugen von Stürzen ist besonders wichtig. Stolperfallen in der eigenen Wohnung wie zum Beispiel rutschige Teppiche gilt es, zu identifizieren und zu beseitigen. Die pflegebedürftige Person sollte außerdem mit passendem Schuhwerk, vor allem bei diabetischem Fuß, und gegebenenfalls mit einer geeigneten Brille und eventuell mit einer Gehhilfe versorgt sein.

Multimedikation regelmäßig überprüfen

Viele ältere Menschen leben mit mehreren chronischen Erkrankungen, die jeweils eine eigene medikamentöse Behandlung erfordern. Nicht selten summiert sich das auf mehrere verschiedene Präparate, die täglich eingenommen werden müssen. In diesem Fall spricht man von „Multimedikation“. Je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für unerwünschte Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit oder Benommenheit. Außerdem fällt es vielen Betroffenen schwer, die komplexe Therapie mit mehreren Präparaten konsequent einzuhalten.

Tipp

Neben einer Überprüfung durch die hausärztliche Praxis, ob alle Medikamente nach wie vor notwendig sind, ist auch ein Medikationsplan sehr hilfreich. Er gibt Orientierung und kann zum Beispiel bei einem Krankenhausaufenthalt von Vorteil sein.

Ernährung bei Diabetes Typ 2: Darauf kommt es an

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Pflege bei Diabetes – ein Fazit

Für Angehörige ist die Pflege von Menschen mit Diabetes eine Herausforderung. Um dafür gerüstet zu sein, ist es ratsam, auf Unterstützungsangebot zur Schulung zurückzugreifen. Neben der Kenntnis der wichtigsten „Pflegemaßnahmen“ bei Diabetes ist auch die psychische Komponente wichtig. Zuhören und Verständnis, für die Situation der Erkrankten zu zeigen, kann oft schon ein wichtiger Schritt sein. Treten depressive Störungen auf, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Warum ist individuelle Einschätzung so wichtig in der Pflege bei Diabetes?

Jede Erkrankung ist einzigartig – Alter, Verlauf, Therapie, Begleiterkrankungen und persönliche Lebensumstände beeinflussen die Pflegeanforderungen. Angehörige übernehmen nicht nur körperliche, sondern auch emotionale und motivierende Rollen zur Förderung der Selbstständigkeit.

2. Welche Schulungsangebote stehen pflegenden Angehörigen offen?

Speziell ausgebildete Programme, z. B. vom Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe, vermitteln:

  • den Umgang mit Glukagon-Spritzen,
  • das Schätzen von KE-Einheiten,
  • psychosoziale Strategien für Konfliktsituationen.
3. Warum sind regelmäßige Blutzuckermessungen wichtig?

Regelmäßige Messungen ermöglichen:

  • die korrekte Bedienung der Messgeräte,
  • sorgfältige Dokumentation,
  • rechtzeitige Reaktion bei Hypo- oder Hyperglykämien (Über- und Unterzucker),
    insbesondere bei Insulin- oder sulfonylharnstoffgestützter Therapie.

 

4. Welche Rolle spielt die Prävention des diabetischen Fußsyndroms?

Statistisch gesehen entwickelt jede fünfte bis dritte Person mit Diabetes im Laufe des Lebens krankhafte Veränderungen an den Füßen. Menschen mit Diabetes sollten ihre Füße deshalb regelmäßig ärztlich untersuchen lassen. Vorbeugend ist darüber hinaus vor allem eine gründliche Fußpflege ratsam.

5. Was sollte man bei Multimedikation beachten?

Viele Senior:innen nehmen mehrere Medikamente, was Nebenwirkungen und Therapieversagen verstärken kann. Ein ärztlicher Check, ob alle wirkstofflich notwendig sind, sowie ein klar strukturierter Medikationsplan helfen enorm.

6. Wie wichtig ist Ernährung bei Typ-2-Diabetes?

Eine ausgewogene Ernährung ist Grundlage der nicht medikamentösen Therapie – gemeinsam mit Bewegung, Gewichtsreduktion und Schulung.

Empfehlenswert sind:

    • frisches Gemüse, ballaststoffreiche Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte,
    • zuckerreduzierte Obstsorten (z. B. Beeren),
    • pflanzliche Fette (z. B. Oliven- und Rapsöl, Nüsse),
    • mäßige Fett- und Eiweißzufuhr, abhängig von der Nierenfunktion,
    • täglich 30–40 g Ballaststoffe,
    • wenig Zucker, besonders in Getränken,
    • möglichst kein oder nur moderater Alkoholkonsum.
7. Welches Ernährungsmodell bei Diabetes ist ideal?

Es gibt keine „Diabetes-Diät“.

Wichtig ist:

  • persönliche Vorlieben,
  • gesundheitliche Voraussetzungen,
  • abgestimmte Beratung mit Ernährungsfachkräften oder Ärzt:innen.
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Ernährung bei Diabetes Typ 2: Darauf kommt es an https://www.korian.de/ratgeber-magazin/ernaehrung-bei-diabetes-typ-2-darauf-kommt-es-an/ Mon, 18 Aug 2025 14:57:11 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=64136

Menschen, die an Diabetes Typ 2 erkrankt sind, können fast alles essen, wenn sie auf eine ausgewogene Ernährung achten und in Kenntnis darüber sind, welche Lebensmittel besonders den Blutzucker beeinflussen. Die wichtigsten Ernährungstipps bei Diabetes.

Was ist Typ-2-Diabetes?

Typ-2-Diabetes ist die häufigste Form der Zuckerkrankheit in Deutschland. Über neun Millionen Menschen sind hierzulande davon betroffen. Ursächlich dafür ist meist eine Kombination aus genetischer Veranlagung, Bewegungsmangel, ungesunder Ernährung und Übergewicht.

Bei Typ-2-Diabetes führt eine Insulinresistenz oder ein Insulinmangel dazu, dass der Blutzuckerspiegel steigt. Oft liegt auch beides gleichzeitig vor. Langfristig können schwere Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Nierenschäden entstehen.

Warum ist die Ernährung bei Diabetes Typ 2 so wichtig?

Eine angepasste Ernährung ist neben einer Gewichtsabnahme, regelmäßiger Bewegung und speziellen Diabetes-Schulungen ein zentraler Baustein in der nicht-medikamentösen Therapie des Typ-2-Diabetes. Sie soll dazu beitragen, dass der Blutzucker im Normalbereich bleibt, Gewicht zu verlieren bzw. Übergewicht zu vermeiden und Bluthochdruck sowie Fettstoffwechselstörungen vorzubeugen.

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Diabetes Typ 2: die wichtigsten Ernährungsregeln

Für Menschen mit Typ-2-Diabetes gelten im Wesentlichen folgende Ernährungsempfehlungen:

  • Viel frisches Gemüse
  • Möglichst zuckerarmes Obst wie z. B. Beerenfrüchte
  • Reis, Nudeln, Brot und andere Getreideprodukte in der Vollkornvariante und in Maßen
  • Hülsenfrüchte
  • Fleisch, Wurst, Käse und andere tierische Lebensmittel in Maßen
  • Vorzugsweise pflanzliche Öle und Fette wie z. B. Oliven- und Rapsöl sowie Nüsse und Samen
  • Wenig salzen – insbesondere bei Bluthochdruck

Zucker reduzieren, da es den Blutzucker und damit auch den Insulinspiegel in die Höhe treibt.

Welche Ernährungsform ist empfehlenswert für Menschen mit Typ-2-Diabetes?

Ernährung ist immer individuell. Es gibt nicht die eine passende Ernährungsform für Menschen mit Diabetes. Der Speiseplan sollte an Lebensstil, gesundheitliche Voraussetzungen und persönliche Vorlieben angepasst werden. Wichtig hier: Ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder Ärztin oder auch eine Ernährungsberatung als Teil einer Diabetes-Schulung.

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Nährstoffe: Worauf es bei Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen ankommt

Kohlenhydrate

Lebensmittel mit komplexen Kohlenhydraten helfen, starke Blutzuckerspitzen nach dem Essen zu vermeiden. Dazu zählen etwa Vollkornbrot, Vollkornnudeln oder Hülsenfrüchte. Sie werden im Darm langsamer abgebaut, sodass der Zucker nur nach und nach ins Blut gelangt. Das hält die Werte stabil und sorgt gleichzeitig für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Einfache Kohlenhydrate hingegen, z. B. in Süßwaren oder Weißmehlprodukten, gelangen sehr schnell vom Darm ins Blut und lassen den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen.

Fette

Menschen mit Diabetes wird eine Menge von 60-80 Gramm Fett am Tag empfohlen – das sind etwa 30 Prozent der Gesamtenergieaufnahme. Besonders gut sind ungesättigte Fettsäuren – allen voran die Omega-3-Fettsäuren. Sie wirken entzündungshemmend und unterstützen Herz und Gefäße. Omega-6-Fettsäuren sollten dagegen eher in moderaten Mengen verzehrt werden, da zu viel davon Entzündungsprozesse im Körper begünstigen kann. Ein ausgewogenes Verhältnis beider Fettsäuren findet sich zum Beispiel in Lein- und Rapsöl, Leinsamen sowie bestimmten Nüssen.

Eiweiße

Grundsätzlich sollten Menschen mit Diabetes 0,8-1,0 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht am Tag über eine ausgewogene Ernährung zu sich nehmen, so die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Doch Vorsicht: Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann eine zu hohe Eiweißzufuhr die Organe zusätzlich belasten. Betroffene sollten deshalb ärztlich abklären, wie viel Eiweiß für sie persönlich sinnvoll ist.

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Ballaststoffe: Bitte mehr davon!

Ballaststoffe gehören zu den Kohlenhydraten, können vom menschlichen Verdauungssystem aber nur schwer oder gar nicht aufgespalten werden. So gelangen andere Kohlenhydrate langsamer aus dem Darm ins Blut – und starke Blutzuckerschwankungen werden weniger. Menschen mit Diabetes sollten deshalb möglichst täglich Ballaststoffe zu sich nehmen. Die Fachgesellschaften empfehlen zwischen 30 und 40 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Besonders reich daran sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse sowie viele Obst- und Gemüsesorten (z. B. Himbeeren, Brombeeren, Brokkoli, Rosenkohl).

Zucker meiden – vor allem bei Getränken

Menschen mit Diabetes sollten ihren Zuckerkonsum geringhalten – insbesondere in Getränken. Limonaden, Cola oder reine Fruchtsäfte liefern schnell verfügbare Energie, die kaum sättigt, aber die Kalorienbilanz deutlich erhöht. Der enthaltene Zucker gelangt rasch ins Blut und kann so starke Blutzuckerspitzen verursachen. Bessere Alternativen sind Wasser oder ungesüßter Tee.

Alkohol reduzieren oder ganz darauf verzichten

Neben Zucker sollten Menschen mit Diabetes auch Alkohol – wenn überhaupt – nur in Maßen zu sich nehmen. Denn: Muss die Leber Alkohol abbauen, hat dieser Prozess Vorrang – die Freisetzung gespeicherter Zuckerreserven ins Blut wird deutlich verlangsamt. Für Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen oder blutzuckersenkende Tabletten aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe einnehmen, kann das gefährlich werden: Das Risiko für eine Unterzuckerung steigt, weil der Körper in dieser Zeit weniger schnell auf einen sinkenden Blutzuckerspiegel reagieren kann.

Ernährung bei Diabetes Typ 2 – ein Überblick

Wer an Diabetes Typ 2 erkrankt ist, sollte auf eine gesunde, ausgewogene Ernährungsweise achten. Ob mediterrane, vegetarische oder vegane Ernährung – die Möglichkeiten sind vielfältig. Egal, wozu man sich entscheidet: Die individuellen Vorlieben sollten stets berücksichtigt werden. Freude und Genuss am Essen dürfen dabei nicht zu kurz kommen. Denn nur so wird man dauerhaft gesunde Ernährungsroutinen etablieren können.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Warum ist Ernährung bei Typ-2-Diabetes so wichtig?

Eine angepasste Ernährung ist – neben Gewichtsreduktion, Bewegung und Diabetes-Schulungen – ein zentraler Baustein der nicht-medikamentösen Therapie. Sie hilft, den Blutzucker zu stabilisieren, Übergewicht zu verhindern oder abzubauen und Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen vorzubeugen.

2. Welche Lebensmittel sollte man bei Diabetes Typ 2 bevorzugen?
  • Viel frisches Gemüse
  • Zuckerarmes Obst (z. B. Beeren)
  • Vollkornprodukte (Reis, Brot, Nudeln) in Maßen
  • Hülsenfrüchte
  • Pflanzliche Öle/Fette wie Oliven- und Rapsöl, Nüsse und Samen
  • Wenig Zucker und Salz
3. Wie sieht eine sinnvolle Zufuhr von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß aus?
  •  Kohlenhydrate: Komplexe Formen wie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sind besser – sie sorgen für einen langsameren Blutzuckeranstieg und längeres Sättigungsgefühl.
  • Fette: Etwa 60–80 g pro Tag (ca. 30 % der Energiezufuhr). Ungesättigte Fettsäuren, insbesondere Omega-3, sind empfehlenswert; Omega-6 sollte moderat konsumiert werden.
  • Eiweiß: 0,8–1,0 g pro kg Körpergewicht pro Tag empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Bei Nierenproblemen sollte die Aufnahme ärztlich abgestimmt werden.
4. Warum sind Ballaststoffe bei Diabetes wichtig?

Ballaststoffe verzögern die Zuckeraufnahme und verhindern starke Blutzuckerschwankungen. Empfohlen werden 30–40 g pro Tag – besonders reichhaltig enthalten in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen sowie Gemüse und Beeren.

5. Soll man bei Diabetes Zucker komplett meiden – besonders bei Getränken?

Zucker, insbesondere in Getränken wie Limonade oder Fruchtsäften, führt zu raschen Blutzuckerspitzen. Daher sollten solche Getränke möglichst vermieden werden – Wasser oder ungesüßter Tee sind sinnvolle Alternativen.

6. Kann man bei Diabetes Alkohol trinken?

Alkohol sollte, wenn überhaupt, nur in Maßen konsumiert werden. Besonders bei Insulin- oder sulfonylharnstoffgestützter Therapie kann Alkohol die Zuckerfreisetzung aus der Leber verlangsamen und das Risiko einer Unterzuckerung erhöhen.

7. Gibt es „die ideale“ Ernährungsform bei Typ-2-Diabetes?

Eine universelle „Diät“ gibt es nicht – ob mediterran, vegetarisch oder vegan: Entscheidend ist, dass Ernährung dem persönlichen Lebensstil, den gesundheitlichen Rahmenbedingungen und Vorlieben entspricht. Therapieberatung und Diabetes-Schulung unterstützen bei der Auswahl.

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Demenz: Diagnose, Therapien, Verlauf https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-diagnose-therapien-verlauf/ Fri, 08 Aug 2025 14:02:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=61390

Schon die Wortherkunft sagt, worum es geht: Demenz leitet sich vom lateinischen Adjektiv „dēmēns“ ab, das „nicht recht bei Sinnen“ bedeutet. Demenz ist die Erkrankung, bei der sich die geistigen Fähigkeiten der Erkrankten verschlechtern, im schlimmsten Fall bis zum völligen Verlust. Anfangs sind Kurzzeitgedächtnis und Merkfähigkeit beeinträchtigt, dann verschwinden die Inhalte des Langzeitgedächtnisses und im schlimmsten Fall schließlich sämtliche lebenslang erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft wächst fatalerweise auch der Anteil der Demenzkranken, denn das größte Krankheitsrisiko ist das Alter. Mit jedem zusätzlichen Lebensjahrzehnt steigt das Risiko. Etwa jede fünfte Person ab 85 Jahren, jede dritte ab 90 ist von Demenz betroffen. Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit ca. 1,8 Millionen an Demenz erkrankte Menschen – in sehr unterschiedlicher Ausprägung und Schwere.

Demenzpflege

Unsere Einrichtungen mit Demenzpflege bieten Bewohnern mit einer demenziellen Erkrankung passende Angebote.

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Formen der Demenz

Demenzen lassen sich je nach Ursachen und Ausprägungen in eine umfangreiche Systematik einteilen. Die erste Unterscheidung erfolgt in primäre und sekundäre Demenzformen.

Demenzformen

Primäre Demenzen

Primäre Formen machen 90 Prozent aller Demenzerkrankungen aus. Sie haben ihre Ursachen in direkten Veränderungen im Gehirn und sind leider unumkehrbar. Unterformen primärer Demenzen sind zum Beispiel:

Neurodegenerative Demenzen:

Ausgelöst werden sie durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Folgende Unterformen gibt es:

• Alzheimer:

Aus unbekanntem Grund sterben nach und nach Gehirnzellen ab, charakteristisch ist der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses.

• Frontotemporale Demenz:

Betroffen sind hier vor allem die Nervenzellen im Stirn- und Schläfenbereich, dadurch verändern sich vor allem die Persönlichkeit und das soziale Verhalten, weniger das Erinnerungsvermögen.

Lewy-Körper-Demenz:

Betroffen sind Nervenzellen in der Hirnrinde, was zu optischen Sinnestäuschungen und motorischen Störungen führt.

• Parkinson-Demenz:

Bei 30 bis 40 Prozent der Parkinson-Kranken entwickeln sich auch Demenzen.

Vaskuläre Demenz

Hierbei sind die Nervenzellen von Durchblutungsstörungen betroffen. Risikofaktoren sind zum Beispiel Bluthochdruck, Rauchen oder Diabetes mellitus.

In der Praxis lassen sich die Formen manchmal nur schwer trennen, Erkrankte leiden auch an Mischformen. Was sich sagen lässt: Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz, etwa 60 Prozent der Betroffenen leiden an dieser Demenzform. Vielleicht wird deshalb im landläufigen Sprachgebrauch Alzheimer fälschlicherweise mit Demenz gleichgesetzt. Medizinisch gesehen ist das nicht korrekt: Alzheimer ist eine Unterform der Demenz.

Sekundäre Demenzen

Etwa zehn Prozent aller Demenzerkrankungen sind sekundäre Formen. Diese werden durch äußere Einflüsse wie Medikamente, Alkoholmissbrauch, Umwelteinflüsse oder Schilddrüsenerkrankungen ausgelöst. Die Behandlungen sind, je nach Auslöser, sehr unterschiedlich, bieten aber teilweise durchaus gute Heilungschancen.

Ursachen der Demenz

Die Ursachen der Demenz sind bisher nicht ausreichend erforscht. In den Gehirnen von Demenzkranken werden unterschiedliche Veränderungen beobachtet. Dazu gehören unter anderem:

  • das Absterben von Nervenzellen
  • die Zerstörung der Verbindungen zwischen den Nervenzellen
  • Eiweißablagerungen im Gehirn
  • die Verminderung des für das Gedächtnis wichtigen Botenstoffs Acetylcholin

Genetische Faktoren spielen als Ursache eine untergeordnete Rolle. Der größte Risikofaktor ist das Alter. Während bei unter 70-Jährigen weniger als drei Prozent unter Demenz leiden, sind es bei über 90-Jährigen über 30 Prozent. Auffällig ist außerdem, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer. In der Altersgruppe 80 bis 84 Jahre etwa liegt das Demenzrisiko bei Männern bei 12,2 Prozent, bei Frauen bei 15,6 Prozent. Hinzu kommt, dass Frauen eine statistisch höhere Lebenserwartung haben als Männer, was die Zahlen zusätzlich erhöht.

Weitere Risikofaktoren sind:

  • Schwerhörigkeit
  • Alkoholmissbrauch
  • Kopfverletzungen
  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Geringe geistige Aktivität
  • Wenig soziale Aktivität
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • Luftverschmutzung

Aus dieser Liste ergeben sich auch die Möglichkeiten zur Prävention. Sich rechtzeitig um ein Hörgerät zu kümmern, wenig Alkohol zu trinken, den Blutdruck zu regulieren, viel Bewegung usw. kann helfen, das persönliche Demenzrisiko zu senken.

Früherkennung und Diagnose

Je eher eine Demenz festgestellt wird, desto früher kann mit der Behandlung begonnen werden. Und auch wenn der überwiegende Teil der Demenzerkrankungen nicht heilbar ist, können so doch früher Maßnahmen eingeleitet werden, die das Voranschreiten der Krankheit bremsen und/oder Betroffenen das Leben leichter machen. Außerdem können sich sowohl Erkrankte wie auch Angehörige rechtzeitig mental auf die Krankheit und eine womöglich drohende Verschlimmerung einstellen.

Vor allem Angehörigen kommt die Aufgabe zu, Betroffene genau zu beobachten und Anzeichen von Demenz zu erkennen. Als Hilfestellung hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft elf Warnsignale für eine beginnende Demenzerkrankung definiert. Diagnosen stellen dann häufig Hausarzt oder Hausärztin, oft unter Einbeziehung von Fachkräften für Neurologie, Psychiatrie oder Psychotherapie.

Demenz: Früherkennung und Diagnose

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Behandlung von Demenz

Für primäre Demenzen und damit den Großteil aller Erkrankungen gibt es derzeit keine Therapien, die zu einer Heilung führen. Die Behandlung zielt allein darauf ab, einerseits den Verlauf der Erkrankung möglichst zu verlangsamen und andererseits die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Medikamentöse Behandlungen setzen etwa bei dem für das Gedächtnis wichtigen Botenstoff Acetylcholin an. Dafür werden Arzneimittel eingesetzt, die das Enzym hemmen, das für den natürlichen Abbau von Acetylcholin sorgt. Daneben gibt es Medikamente, die die Begleitsymptome einer Demenz, wie Unruhe, Sinnestäuschungen, Angst oder Schlafstörungen, lindern.

Nicht-medikamentöse Therapien werden eingesetzt, um die verbliebenen Fähigkeiten der Betroffenen zu trainieren, Alltagsfunktionen möglichst lange zu erhalten und ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Dazu zählen etwa Musik- und Kunsttherapien, Bewegungsübungen oder Sinnes- und Wahrnehmungsübungen. Außerdem kann manchmal Psychotherapie helfen.

Demenz: Therapien und Behandlung

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Verlauf der Demenz

Demenzerkrankungen verlaufen individuell verschieden. Sie lassen sich jedoch grundsätzlich in drei Phasen einteilen, zwischen denen die Übergänge meist fließend sind:

1. Beginnende Demenz:

In dieser Phase lebt die betroffene Person noch weitgehend selbstständig. Wichtig ist es, dass sie möglichst aktiv am sozialen Leben teilnimmt und im Idealfall Sport sowie Physio- und Ergotherapie macht. Mental sollten sich Erkrankte und ihre Angehörigen in dieser Phase intensiv mit der Krankheit auseinandersetzen und auf eine drohende Verschlimmerung vorbereiten.

2. Mittelschwere Demenz:

In dieser Phase sind die Symptome bereits deutlich ausgeprägt. Das Kurzzeitgedächtnis ist in der Regel stark eingeschränkt, Orientierungs-, Sprach- und Bewegungsfähigkeit können spürbar beeinträchtigt sein. Erkrankte können ihren Alltag oft nicht mehr ohne Hilfe meistern. Soziale Kontakte und therapeutische Maßnahmen, je nach den aktuellen Fähigkeiten, sind weiterhin wichtig.

3. Fortgeschrittene Demenz:

Aufgrund stark ausgeprägter Symptome sind Erkrankte auf intensive Betreuung und Pflege angewiesen. Manche sind jetzt bettlägerig. Wesensveränderungen bis hin zum Nicht-Wiedererkennen können für Angehörige psychologisch belastend sein. Angehörige, die in dieser Phase die Pflege überwiegend oder vollständig selbst übernehmen, können schnell an ihre Belastungsgrenzen kommen und sollten sich über Unterstützungsangebote informieren. Hilfreich können auch Selbsthilfegruppen von Angehörigen Demenzkranker sein. Eine Übersicht zu Selbsthilfegruppen bietet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft.

Ein Demenzfrühstück bietet dementen Menschen die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre, ohne Bewertung, wenn mal etwas daneben geht oder ungewohnte Kombinationen entstehen, unter ihresgleichen zu frühstücken.

Ein Demenzfrühstück bietet dementen Menschen die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre, ohne Bewertung, wenn mal etwas daneben geht oder ungewohnte Kombinationen entstehen, unter ihresgleichen zu frühstücken.

Mit Demenz leben

Die Diagnose Demenz stellt für Betroffene wie für Angehörige einen dramatischen Einschnitt dar. Diese Krankheit führt nicht nur zum Verlust der geistigen Fähigkeiten der Betroffenen. Sie beeinträchtigt letztlich die Wahrnehmung, das Erleben und schließlich das gesamte Sein. Betroffene leiden unter dem fortschreitenden Verlust ihrer Fähigkeiten. Und sie vereinsamen innerlich, weil andere sie nicht mehr verstehen und sie sich in der Regel ab Phase 2 auch nicht mehr entsprechend mitteilen können.

Angehörige sind durch die Auswirkungen der Demenz oft stark psychologisch belastet. Dennoch können sie Demenzkranke meist besser verstehen als andere, weil der Schlüssel zu deren Verhalten oft in der Biografie liegt. Wer einschneidende Erlebnisse, persönliche Ängste und Charaktereigenschaften der Betroffenen kennt, kann sie auch in der Demenz besser begleiten.

Pflege bei Demenz

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Pflege bei Demenz https://www.korian.de/ratgeber-magazin/pflege-bei-demenz/ Fri, 08 Aug 2025 10:05:18 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=61844

Die Pflege und Betreuung Demenzkranker stellt erhebliche Anforderungen. Während man versucht, die Lebensqualität der Erkrankten zu erhalten und sie in ihrer Selbstbestimmung zu fördern, wird der Unterstützungsbedarf immer größer, je weiter die Krankheit fortschreitet. Gleichzeitig können auch belastende Symptome wie Orientierungslosigkeit oder sogar Aggressionen auftreten. Pflegepersonen werden dadurch stark herausgefordert.

Die Pflege sollte individuell auf die jeweilige Phase der Demenzerkrankung abgestimmt sein. Mit fortschreitender Demenz kann auch eine höhere Einstufung in Pflegegrade erreicht werden. Je höher der Pflegegrad, desto höher die Leistungen, die von den Pflegekassen in Anspruch genommen werden können – eine wertvolle Unterstützung für pflegende Angehörige.

Pflegende Angehörige

Statistisch gesehen leben die meisten Menschen mit Demenz in Privathaushalten und werden von ihren Angehörigen gepflegt. Einerseits ist es angenehm und auch hilfreich für Demenzkranke, in ihrer gewohnten Umgebung zu leben. Andererseits kann die Situation für die Familienmitglieder sehr herausfordernd sein. Pflegende Angehörige sollten dabei immer auch die eigenen Kräfte im Blick behalten.

Demenz: Hilfsangebote für Angehörige

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Umgang mit Demenzkranken

Demenzkranke verändern ihr Verhalten und reagieren anders als gewohnt auf ihre Umgebung. Beispielsweise kann eine vorher freundliche Persönlichkeit plötzlich aggressiv auftreten. Aggressives, leicht reizbares Verhalten ist eine typische Erscheinungsform von Demenz. Hier heißt es: Ruhe bewahren und das Verhalten nicht persönlich nehmen – auch wenn es schwerfällt.

Einen großen Unterschied im Umgang machen hier Wissen und Verständnis: Je mehr sich pflegende Angehörige über die Krankheit informieren, desto besser können sie bestimmte Verhaltensweisen einschätzen.

Mit voranschreitender Erkrankung haben Demenzkranke Schwierigkeit, einem Gespräch zu folgen. Angehörige sollten deshalb langsam, einfühlsam und in einfacher Sprache mit ihnen kommunizieren. Blick- und Körperkontakt können helfen, das Verständnis zu fördern.

Feste Routinen wie Aufstehen, Anziehen oder ein täglicher Spaziergang am Nachmittag helfen Demenzkranken sich zu orientieren. Da die Erkrankten zunehmend das Zeitgefühl verlieren, sollte besonders auf den Tag-Nacht-Rhythmus geachtet werden. Also: tagsüber Licht in die Wohnung lassen, ins Freie gehen und zum Zubettgehen das Licht allmählich herunterdimmen.

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Beschäftigung von Demenzkranken

Um die noch vorhandenen Fähigkeiten zu stärken und auch für Abwechslung und Lebensfreude zu sorgen, sollten Demenzkranke unbedingt beschäftigt werden. Das kann etwa durch Kochen, Gartenarbeit, Basteln, Malen, Musik, Lesen oder Vorlesen, Spaziergänge oder Spiele sein. Im Idealfall werden solche Aktivitäten ein Teil der wertvollen Tagesroutine.

Neben den persönlichen Vorlieben sollte dabei unbedingt das jeweilige Stadium der Krankheit beachtet werden. Die Kranken sollten auf keinen Fall überfordert werden und keine frustrierenden, sondern positive, selbstbestätigende Erfahrungen machen. Wer mit ihnen bastelt, kocht etc. sollte deshalb etwaige „Fehler“ tolerieren. Und wenn Erkrankte nicht aktiv werden wollen, sollte dies ebenfalls akzeptiert werden.

Demenz: Beschäftigungen und Spiele für Demenzkranke im Alltag

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Gestaltung des Umfelds

Eine Demenzerkrankung schränkt die Fähigkeit der Betroffenen ein, sich in ihrem Umfeld zu orientieren. Deshalb sollte das Wohnumfeld sehr bewusst gestaltet werden. Vertraute Gegenstände und die gewohnte Ordnung helfen beim Zurechtfinden. Unvermeidliche Änderungen sollten behutsam und schrittweise eingeführt werden. Also: Ein neuer Herd sollte dem alten im Idealfall ähnlich sein. Ist eine Unterbringung im Heim notwendig, hilft es, das neue Zimmer mit den vertrauten Möbeln und der gewohnten Ordnung einzurichten. Eine helle, schattenfreie Beleuchtung und klare, ruhige Strukturen etwa bei Teppichen unterstützen bei der Orientierung.

Bei der Pflege zuhause ist auch Sicherheit ein Thema: Normale Einrichtungsgegenstände können schnell zu Hindernissen werden und vermeintlich harmlose Elektrogeräte stellen plötzlich ein Risiko dar. Um das Umfeld möglichst sicher zu gestalten, gibt es ein paar Tricks und Kniffe: Stolperfallen (z. B. Teppiche) müssen beseitigt werden, Haltegriffe im Bad erhöhen die Sicherheit. An elektrischen Geräten lassen sich Abschaltvorrichtungen installieren, Fenster sollten gesichert werden. Droht ein Verbrühen am Heißwasser, lässt sich am Wasserboiler die Temperatur herunterregeln. Medikamente und Haushaltschemikalien sollten gegebenenfalls unter Verschluss gehalten werden. Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes werden teilweise finanziell gefördert.

Ein Symptom der Demenz ist die sogenannte „Hinlauftendenz“. Dabei machen sich Erkrankte scheinbar ziellos auf den Weg und verlassen die Wohnung oder das Haus. Im schlimmsten Fall finden sie nicht wieder nach Hause zurück. Verschiedene Maßnahmen können helfen: Die optische Tarnung der Haustür, etwa durch einen Vorhang, kann das Hinausgehen verhindern. Betroffene Angehörige sollten unbedingt die Nachbarn informieren und gegebenenfalls auch den Erkrankten einen Notfallausweis in die Kleidung stecken. Bestellt werden können diese bei der Alzheimer Forschung Initiative.

Unterbringung im Pflegeheim

Schreitet die Demenzerkrankung weiter voran, ist eine häusliche Pflege durch Angehörige oft irgendwann nicht mehr möglich. Eine vollstationäre Pflege wird unumgänglich. Dadurch verlieren die Demenzkranken zwar ihre gewohnte Umgebung, Pflegeheime bieten ihnen aber auch zahlreich Vorteile.

Ein verlässlich geregelter Tagesablauf kommt ihrem Bedürfnis nach festen Strukturen entgegen. Die unterschiedlichen Beschäftigungsangebote der Heime und der soziale Austausch mit Mitbewohnern oder Pflegekräften hilft, erkrankte Menschen geistig fit zu halten. In Heimen, die auf Demenzkranke spezialisiert sind, erhalten diese eine auf die Krankheit und die individuellen Symptome abgestimmte Pflege.

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Pflegekonzepte

Bei der Pflege demenzkranker Menschen können verschiedene, speziell auf diese Krankheit zugeschnittene Pflegekonzepte umgesetzt werden. Dazu gehört zum Beispiel:

  • Psychobiografisches Pflegemodell
  • Realitäts-Orientierungs-Training
  • Validation
  • Positive Care

Der Ansatz des psychobiografische Pflegemodells: Demenzkranke aus ihrer Biografie heraus zu verstehen. Dabei wird besonders versucht, die prägenden ersten 25 oder 30 Lebensjahre kennenzulernen und daraus ein Verständnis für eventuelle symptomatische Verhaltensweisen zu entwickeln. Für leichte bis mittlere Demenz eignet sich das Realitäts-Orientierungs-Training. Dabei wird mit Hilfsmitteln wie Listen, Uhren, Kalender und Schildern versucht, die zeitliche, räumliche und personenbezogene Orientierung zu verbessern.

Der Ansatz von Validation: Pflegende versuchen einen Zugang zur Erlebniswelt demenzkranker Menschen zu erhalten. Dazu ist vor allem ihr Verhalten entscheidend. Die Pflegenden sollten emphatisch sein und sich von den Bedürfnissen und Gefühlen des erkrankten Menschen leiten lassen.

Das Korian-spezifische Konzept des Positive Care stellt den Menschen in den Mittelpunkt und betont nicht die Einschränkungen der Erkrankten, sondern konzentriert sich auf ihre Stärken und noch vorhandenen Fähigkeiten. Damit bleibt die Selbstständigkeit und Lebensqualität von Demenzkranken möglichst lange erhalten.

Positive Care – Korians spezifisches Pflegekonzept

Bei Korian richten wir uns nach den individuellen Bedürfnissen unserer Bewohner:innen und setzen mit unserem Konzept Positive Care auf einen ganzheitlichen, personenzentrierten und nicht-medikamentösen Ansatz.

Positive Care ist ein ganzheitlicher, personenzentrierter und fürsorglicher Ansatz mit Schwerpunkt auf nicht-medikamentösen Interventionen.

Fazit

Die Pflege von Menschen mit Demenz erfordert viel Geduld, Verständnis und fachliches Wissen. Angehörige leisten einen großen Beitrag, stoßen jedoch oft an Grenzen – deshalb sind Unterstützungsangebote besonders wichtig.

Wenn eine häusliche Pflege nicht mehr ausreicht, kann ein spezialisiertes Pflegeheim Stabilität, Sicherheit und passende Betreuung bieten. Die beschriebenen Pflegekonzepte zeigen: Ein empathischer, stärkenorientierter Umgang hilft, die Selbstständigkeit und Würde der Erkrankten bestmöglich zu bewahren.

Expertenstandard Demenz

Unser Korian Flyer zum Alzheimer und Demenz informiert übersichtlich zum Thema: Demenzformen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

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FAQs zur Pflege bei Demenz

1. Wie pflegt man einen Menschen mit Demenz richtig?

Eine gute Demenzpflege basiert auf Geduld, klaren Routinen, einfacher Kommunikation und einer sicheren, vertrauten Umgebung. Wichtig ist, Überforderung zu vermeiden und die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu fördern.

2. Welche Unterstützung gibt es für pflegende Angehörige von Demenzkranken?

Angehörige können Entlastungsleistungen, Pflegegeld, Beratungseinsätze, Tagespflege, Kurzzeitpflege und Selbsthilfeangebote nutzen. Mit steigendem Pflegegrad erhöhen sich auch die möglichen Leistungen der Pflegekasse.

3. Wann ist ein Pflegeheim bei Demenz sinnvoll?

Wenn die häusliche Pflege körperlich oder emotional für die pflegende Person nicht mehr leistbar ist oder die Sicherheit gefährdet scheint, kann ein Umzug in ein spezialisiertes Pflegeheim die beste Option sein.

4. Welche Pflegekonzepte werden bei Demenz angewendet?

Häufig kommen das psychobiografische Modell, Validation, Realitäts-Orientierungs-Training oder das Positive-Care-Konzept bei Korian zum Einsatz. Sie unterstützen Orientierung, emotionale Sicherheit und vorhandene Fähigkeiten.

5. Wie gehe ich mit aggressivem Verhalten bei Demenz um?

Aggressionen sind oft krankheitsbedingt. Ruhe bewahren, nicht persönlich nehmen, klare Routinen schaffen und empathisch kommunizieren hilft, angespannte Situationen zu entschärfen.

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