Demenz und Pflege – Korian Deutschland https://www.korian.de Bei Korian sind Sie bestens umsorgt Thu, 07 May 2026 06:17:16 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 /favicon.ico Demenz und Pflege – Korian Deutschland https://www.korian.de 32 32 Lecanemab: Neues Medikament gegen Alzheimer https://www.korian.de/ratgeber-magazin/lecanemab-neues-medikament-gegen-alzheimer/ Wed, 04 Jun 2025 14:50:13 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=63096

Bei der Alzheimer-Krankheit sterben nach und nach Gehirnzellen ab. Erkrankte Menschen leiden dementsprechend unter Beeinträchtigungen wie Erinnerungslücken, Sprachschwierigkeiten, Orientierungslosigkeit, Wesensveränderungen und schließlich Bettlägerigkeit und Pflegebedürftigkeit.

Für die Alzheimer-Krankheit gibt es keine Heilung. Es existieren aber eine ganze Reihe von Therapien, die darauf abzielen, die geistige Fähigkeiten und die Alltagskompetenz der Betroffenen möglichst lange zu erhalten. Sie behandeln also die Symptome der Krankheit, nicht die ursächlichen Prozesse im Gehirn. Mit dem Wirkstoff Lecanemab gibt es jetzt erstmals eine Therapie, die den eigentlichen Krankheitsprozess verlangsamt. In einer sogenannten Phase-3-Studie mit 1795 Probandinnen und Probanden konnte der Wirkstoff den Krankheitsverlauf um etwa 30 Prozent verzögern. Allerdings kommt die Behandlung nicht für alle Betroffenen infrage. Dennoch ist es ein Hoffnungsschimmer.

Neubildung von Ablagerungen im Gehirn verringern

Lecanemab wurde von Pharmaunternehmen aus Japan und den USA entwickelt und Anfang 2023 in Nordamerika zugelassen. Am 15. April 2025 erteilte auch die Europäische Union die Zulassung. Streng genommen heißt der Wirkstoff Lecanemab, der Handelsname des Medikamentes lautet Leqembi. Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ist Lecanemab der erste zugelassene Wirkstoff, der nachweislich den Krankheitsprozess im Gehirn verlangsamt, in dem er die Neubildung von Ablagerungen im Gehirn verringert.

Wie wirkt Lecanemab?

Im Gehirn von Alzheimerkranken ist zu beobachten, dass sich zwei Proteine bilden: Das Protein Tau stört die Verbindung innerhalb von Nervenzellen, das Protein Beta-Amyloid stört die Interaktion zwischen den Zellen. Ob diese Proteine ursächlich für die Krankheit sind, ist noch nicht bekannt. Fest steht aber, dass sie dazu führen, dass schließlich Nervenzellen absterben.

Der Wirkstoff Lecanemab ist ein sogenannter Antikörper-Wirkstoff, der gezielt eine Vorstufe des Beta-Amyloid-Proteins erkennt und bindet. Dadurch wird das körpereigene Immunsystem aktiviert: Das Immunsystem hilft dabei, das Protein abzubauen beziehungsweise seine Neubildung zu verhindern.

Wie profitieren Erkrankte von Lecanemab?

Indem der Wirkstoff die Bildung des Beta-Amyloid-Proteins im Gehirn von Alzheimerkranken abbremst, verlangsamt er im Idealfall auch das Fortschreiten kognitiver Beeinträchtigungen. Eine Phase-3-Studie unter 1795 Personen hat 2022 ergeben, dass bei Patient:innen, die Lecanemab erhalten haben, die Krankheit um etwa 30 Prozent langsamer voranschritt als bei der entsprechenden Kontrollgruppe.

Was ist Alzheimer?

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Für wen ist Lecanemab geeignet?

Lecanemab kommt nur für einen sehr kleinen Teil der Alzheimerkranken infrage, einige Quellen sprechen sogar nur von einem Prozent. Es eignet sich nur für Erkrankte in einem frühen Stadium mit geringen Einschränkungen in der geistigen Leistungsfähigkeit, bei denen krankhafte Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn nachgewiesen sind.

Da das Medikament außerdem das Risiko für Hirnblutungen erhöht, sind zwei Gruppen von der Behandlung ausgeschlossen: Zum einen diejenigen, die Gerinnungshemmer einnehmen, zum anderen solche Menschen, die aufgrund genetischer Voraussetzungen ein erhöhtes Risiko für Hirnblutungen haben (weil sie zwei Kopien des ApoE4-Gens tragen). Deswegen muss auch vor der Behandlung ein Gentest durchgeführt werden.

Einnahmen und Nebenwirkungen von Lecanemab

Das Medikament Leqembi wird als Infusion per Tropf in die Vene verabreicht. Daneben Kopfschmerzen auch Schwellungen und Blutungen im Gehirn als Nebenwirkungen möglich sind, werden vor und eventuell auch während der Behandlung MRT-Untersuchungen durchgeführt, um das Gehirn zu kontrollieren. Dadurch wird die Behandlung sehr aufwändig. Aktuell ist noch unklar, wie die Therapie finanziert werden soll. Aufgrund der Zulassung des Wirkstoffs erstatten die Krankenkassen das Medikament – aber nicht das ganze Drumherum, also z. B. die Diagnosestellung, Durchführung der Therapie oder Kontrolluntersuchungen.

Ebenfalls auf das Beta-Amyloid-Protein wirkt übrigens der Wirkstoff Donanemab. Dieser ist in den USA, Japan, China und Großbritannien zu gelassen, für die EU hat sich jedoch der Expertenrat der Europäischen Arzneimittelkommission (EMA) im März 2025 gegen eine Zulassung ausgesprochen.

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Demenz und Kommunikation: mehr als nur Worte https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-und-kommunikation-mehr-als-nur-worte/ Tue, 05 Aug 2025 07:19:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=62951

Kommunikation ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Sie ermöglicht uns, Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken und mit anderen in Verbindung zu treten. Kommunikation umfasst nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch Mimik, Gestik, Körperhaltung, Tonfall und Berührungen. Gerade bei Menschen mit Demenz verändern sich die kommunikativen Fähigkeiten im Verlauf der Erkrankung grundlegend.

Herausforderung der Kommunikation bei Demenz

Demenz ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, die mit einem fortschreitenden Abbau geistiger Fähigkeiten einhergehen. Eine der häufigsten Formen ist die Alzheimer-Krankheit. Im Verlauf der Erkrankung verändern sich die Kommunikationsfähigkeiten der Menschen mit Demenz erheblich. Mit fortschreitender Demenz fällt es vielen zunehmend schwer, Gedanken in Worte zu fassen, Gesprächen zu folgen oder Gesagtes zu verstehen. Gründe dafür sind:

  • Nachlassende Gedächtnisleistung: Namen, Begriffe oder Zusammenhänge werden vergessen. Dieselbe Frage wird mehrfach gestellt.
  • Sprachstörungen: Wörter werden verwechselt, Sätze bleiben unvollständig.
  • Verändertes Sprachverständnis: Ironie, abstrakte Begriffe oder komplizierte Sätze führen zu Missverständnissen.
  • Abnehmende Konzentration: Längere Gespräche oder mehrere bzw. komplexe Fragen überfordern.
  • Beeinträchtigte zeitliche Orientierung: Verwechslung von Vergangenheit und Gegenwart.

Kommunikation im Verlauf der Erkrankung

Im Verlauf der Erkrankung nimmt die Fähigkeit zur verbalen Kommunikation ab, während nonverbale Signale – wie ein Lächeln, Berührungen oder der Tonfall – immer wichtiger werden.

  • Frühstadium: Anfangs sind es oft Wortfindungsstörungen oder Wiederholungen sowie beginnende Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen.
  • Mittleres Stadium: Es kommt zu zunehmenden Problemen beim Verstehen und Ausdrücken von Sprache. Im mittleren Stadium werden Gespräche kürzer, Missverständnisse häufen sich.
  • Spätstadium: In fortgeschrittenen Phasen kommt es häufig zum Verlust der sprachlichen Fähigkeiten. Daher wird nonverbale Kommunikation zentral: Gestik, Mimik. Blickkontakt.

Diese vielfältigen und fortlaufenden Veränderungen können zu Missverständnissen und Frustration auf beiden Seiten führen. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Menschen mit Demenz nicht absichtlich „schwierig“ sind, sondern dass ihre Fähigkeit zur Kommunikation durch die Krankheit beeinträchtigt ist. Dies erfordert im Kontakt mit Menschen mit Demenz Geduld, Empathie und angepasste Kommunikationsstrategien.

Grundlagen für eine gelingende Kommunikation

Gute Kommunikation mit Menschen mit Demenz ist möglich, wenn wir uns auf ihre Welt einlassen, Geduld zeigen und unsere Sprache anpassen. Es geht nicht darum, alles „richtig“ zu machen, sondern um echtes Interesse, Wertschätzung und das gemeinsame Erleben von Momenten. Oft sind es die kleinen Gesten, die am meisten verbinden.

Um die Kommunikation mit Menschen mit Demenz zu erleichtern, sollte auf folgendes geachtet werden:

  • Geduld und Wertschätzung sind entscheidend: Menschen mit Demenz spüren, wie mit ihnen gesprochen wird – auch wenn sie nicht jedes Wort verstehen.
  • Die eigene Haltung zählt: Ein ruhiger, freundlicher Ton und echtes Interesse vermitteln Sicherheit und Geborgenheit.
  • Die Kommunikation sollte sich am aktuellen Stand der Fähigkeiten orientieren – Überforderung vermeiden, aber auch nicht „wie mit einem Kind“ sprechen.

Praktische Tipps für die Kommunikation mit Menschen mit Demenz:

  • Blickkontakt aufnehmen, auf Augenhöhe sprechen, den Namen nennen.
  • Kurze, klare Sätze verwenden, langsam und deutlich sprechen.
  • Fragen so stellen, dass sie mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können oder maximal zwei Alternativen bieten („Möchtest du Tee oder Kaffee?“).
  • W-Fragen („Wer, was, wo, wie, wann?“) sind besser als „Warum“-Fragen, da sie keine logischen Erklärungen verlangen.
  • Wichtige Informationen wiederholen, dabei immer dieselbe Formulierung nutzen.
  • Positive Formulierungen wählen, Ironie und Fachbegriffe vermeiden.
  • Worte mit Gestik und Mimik unterstützen.
  • Berührungen können Sicherheit und Nähe vermitteln, sofern sie gewünscht sind.
  • Dem Menschen Zeit zum Antworten geben – Pausen aushalten und nicht gleich nachfragen.
  • Unterbrechungen oder Korrekturen vermeiden.
  • Über vertraute, biografische Themen aus der Vergangenheit sprechen.
  • Gemeinsame Aktivitäten (z.B. Musik hören, Fotos anschauen) nutzen, um Erinnerungen und Gefühle zu wecken.
  • Verständnis für die Gefühle und Bedürfnisse der Person zeigen. Dabei genau auf die Körpersprache der Person achten, um ihre Bedürfnisse besser zu verstehen.
  • Gespräche in einer ruhigen, vertrauten Umgebung führen.

Validation: Die Welt des Gegenübers (an)erkennen

Die Validation ist eine Kommunikationsmethode, die von Naomi Feil entwickelt wurde. Sie basiert auf der Grundhaltung, die subjektive Realität von Menschen mit Demenz anzuerkennen und wertzuschätzen, anstatt sie zu korrigieren. Menschen mit Demenz leben zunehmend in ihrer eigenen Realität, die für Außenstehende oft schwer nachvollziehbar ist. Die Methode der Validation hilft, Menschen mit Demenz in ihrer Gefühls- und Erlebniswelt ernst zu nehmen und abzuholen. Dies kann dazu beitragen, Spannungen zu reduzieren und das Wohlbefinden der Menschen mit Demenz zu steigern.

Wichtige Grundsätze der Validation sind:

  • Akzeptanz: Ohne Bewertung auf die Realität der Person eingehen. Nicht widersprechen oder korrigieren, sondern akzeptieren, was gesagt wird – auch wenn es aus der eigenen Sicht „nicht stimmt“.
  • Empathie: Einfühlendes Verständnis für die Gefühle der Person. Auf Gefühle eingehen: Wenn jemand „nach Hause will“, steckt oft das Bedürfnis nach Geborgenheit dahinter.
  • Authentizität: Ehrliche und echte Äußerungen. Nonverbale Kommunikation verstärken: Ein Lächeln, eine sanfte Berührung oder ein freundlicher Blick sagen oft mehr als viele Worte.

Beispiele für Validation:

  1. „Wo ist denn meine Mama?“
    Eine Person mit Demenz fragt immer wieder nach ihrer Mutter, obwohl sie selbst schon sehr alt ist. Anstatt zu erklären, dass die Mutter längst verstorben ist, wird ihre emotionale Realität anerkannt:
  • „Ja, die Mama ist unersetzlich. Ich liebe meine Mama auch.“
  • „Was hast du denn gern mit deiner Mutter gemacht?“
  • So fühlt sich die Person mit Demenz verstanden und kann über ihre Gefühle sprechen.
  1. „Ich muss kochen. Die Kinder haben Hunger.“
    Eine Seniorin äußert nachts, sie müsse für ihre Kinder kochen. Statt sie zu korrigieren („Deine Kinder sind doch längst erwachsen“), wird auf das Bedürfnis eingegangen:
  • „Du kochst ja gerne, das weiß ich. Was ist dein Lieblingsrezept?“
  • Das Gespräch lenkt die Aufmerksamkeit auf positive Erinnerungen und beruhigt die Seniorin mit Demenz.
  1. Ausdruck von Traurigkeit oder Verlorenheit
    Eine Person mit Demenz sagt: „Ich habe mich selbst verloren.“ Statt mit Ironie zu reagieren, wird empathisch geantwortet:
  • „Ich habe dich nicht verloren.“
  • „Ich freue mich immer, wenn ich dich sehe.“
  • Das gibt Sicherheit und Wertschätzung.

Grundsätzlich helfen bei der Validierung auch der Einbezug der Biografie, bekannter Vorlieben und verschiedener Sinneseindrücke. Hat eine Person mit Demenz beispielsweise erzählt, dass sie früher immer gesungen hat und hat nun Schwierigkeiten beim Einschlafen kann abends zusammen etwas gesungen werden. Dies kann beruhigend wirken und bei Einschlafen unterstützen.

Fazit:

Die Kommunikation mit Menschen mit Demenz erfordert Einfühlungsvermögen, Geduld und Anpassungsfähigkeit. Durch das Einstellen auf die veränderten Bedürfnisse und das Nutzen von Methoden wie der Validation kann eine wertschätzende und unterstützende Beziehung aufrechterhalten werden. Dies trägt nicht nur zum Wohlbefinden des Menschen mit Demenz bei, sondern erleichtert auch den Alltag der Angehörigen.

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Pflege bei Demenz https://www.korian.de/ratgeber-magazin/pflege-bei-demenz/ Fri, 08 Aug 2025 10:05:18 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=61844

Die Pflege und Betreuung Demenzkranker stellt erhebliche Anforderungen. Während man versucht, die Lebensqualität der Erkrankten zu erhalten und sie in ihrer Selbstbestimmung zu fördern, wird der Unterstützungsbedarf immer größer, je weiter die Krankheit fortschreitet. Gleichzeitig können auch belastende Symptome wie Orientierungslosigkeit oder sogar Aggressionen auftreten. Pflegepersonen werden dadurch stark herausgefordert.

Die Pflege sollte individuell auf die jeweilige Phase der Demenzerkrankung abgestimmt sein. Mit fortschreitender Demenz kann auch eine höhere Einstufung in Pflegegrade erreicht werden. Je höher der Pflegegrad, desto höher die Leistungen, die von den Pflegekassen in Anspruch genommen werden können – eine wertvolle Unterstützung für pflegende Angehörige.

Pflegende Angehörige

Statistisch gesehen leben die meisten Menschen mit Demenz in Privathaushalten und werden von ihren Angehörigen gepflegt. Einerseits ist es angenehm und auch hilfreich für Demenzkranke, in ihrer gewohnten Umgebung zu leben. Andererseits kann die Situation für die Familienmitglieder sehr herausfordernd sein. Pflegende Angehörige sollten dabei immer auch die eigenen Kräfte im Blick behalten.

Demenz: Hilfsangebote für Angehörige

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Umgang mit Demenzkranken

Demenzkranke verändern ihr Verhalten und reagieren anders als gewohnt auf ihre Umgebung. Beispielsweise kann eine vorher freundliche Persönlichkeit plötzlich aggressiv auftreten. Aggressives, leicht reizbares Verhalten ist eine typische Erscheinungsform von Demenz. Hier heißt es: Ruhe bewahren und das Verhalten nicht persönlich nehmen – auch wenn es schwerfällt.

Einen großen Unterschied im Umgang machen hier Wissen und Verständnis: Je mehr sich pflegende Angehörige über die Krankheit informieren, desto besser können sie bestimmte Verhaltensweisen einschätzen.

Mit voranschreitender Erkrankung haben Demenzkranke Schwierigkeit, einem Gespräch zu folgen. Angehörige sollten deshalb langsam, einfühlsam und in einfacher Sprache mit ihnen kommunizieren. Blick- und Körperkontakt können helfen, das Verständnis zu fördern.

Feste Routinen wie Aufstehen, Anziehen oder ein täglicher Spaziergang am Nachmittag helfen Demenzkranken sich zu orientieren. Da die Erkrankten zunehmend das Zeitgefühl verlieren, sollte besonders auf den Tag-Nacht-Rhythmus geachtet werden. Also: tagsüber Licht in die Wohnung lassen, ins Freie gehen und zum Zubettgehen das Licht allmählich herunterdimmen.

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Beschäftigung von Demenzkranken

Um die noch vorhandenen Fähigkeiten zu stärken und auch für Abwechslung und Lebensfreude zu sorgen, sollten Demenzkranke unbedingt beschäftigt werden. Das kann etwa durch Kochen, Gartenarbeit, Basteln, Malen, Musik, Lesen oder Vorlesen, Spaziergänge oder Spiele sein. Im Idealfall werden solche Aktivitäten ein Teil der wertvollen Tagesroutine.

Neben den persönlichen Vorlieben sollte dabei unbedingt das jeweilige Stadium der Krankheit beachtet werden. Die Kranken sollten auf keinen Fall überfordert werden und keine frustrierenden, sondern positive, selbstbestätigende Erfahrungen machen. Wer mit ihnen bastelt, kocht etc. sollte deshalb etwaige „Fehler“ tolerieren. Und wenn Erkrankte nicht aktiv werden wollen, sollte dies ebenfalls akzeptiert werden.

Demenz: Beschäftigungen und Spiele für Demenzkranke im Alltag

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Gestaltung des Umfelds

Eine Demenzerkrankung schränkt die Fähigkeit der Betroffenen ein, sich in ihrem Umfeld zu orientieren. Deshalb sollte das Wohnumfeld sehr bewusst gestaltet werden. Vertraute Gegenstände und die gewohnte Ordnung helfen beim Zurechtfinden. Unvermeidliche Änderungen sollten behutsam und schrittweise eingeführt werden. Also: Ein neuer Herd sollte dem alten im Idealfall ähnlich sein. Ist eine Unterbringung im Heim notwendig, hilft es, das neue Zimmer mit den vertrauten Möbeln und der gewohnten Ordnung einzurichten. Eine helle, schattenfreie Beleuchtung und klare, ruhige Strukturen etwa bei Teppichen unterstützen bei der Orientierung.

Bei der Pflege zuhause ist auch Sicherheit ein Thema: Normale Einrichtungsgegenstände können schnell zu Hindernissen werden und vermeintlich harmlose Elektrogeräte stellen plötzlich ein Risiko dar. Um das Umfeld möglichst sicher zu gestalten, gibt es ein paar Tricks und Kniffe: Stolperfallen (z. B. Teppiche) müssen beseitigt werden, Haltegriffe im Bad erhöhen die Sicherheit. An elektrischen Geräten lassen sich Abschaltvorrichtungen installieren, Fenster sollten gesichert werden. Droht ein Verbrühen am Heißwasser, lässt sich am Wasserboiler die Temperatur herunterregeln. Medikamente und Haushaltschemikalien sollten gegebenenfalls unter Verschluss gehalten werden. Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes werden teilweise finanziell gefördert.

Ein Symptom der Demenz ist die sogenannte „Hinlauftendenz“. Dabei machen sich Erkrankte scheinbar ziellos auf den Weg und verlassen die Wohnung oder das Haus. Im schlimmsten Fall finden sie nicht wieder nach Hause zurück. Verschiedene Maßnahmen können helfen: Die optische Tarnung der Haustür, etwa durch einen Vorhang, kann das Hinausgehen verhindern. Betroffene Angehörige sollten unbedingt die Nachbarn informieren und gegebenenfalls auch den Erkrankten einen Notfallausweis in die Kleidung stecken. Bestellt werden können diese bei der Alzheimer Forschung Initiative.

Unterbringung im Pflegeheim

Schreitet die Demenzerkrankung weiter voran, ist eine häusliche Pflege durch Angehörige oft irgendwann nicht mehr möglich. Eine vollstationäre Pflege wird unumgänglich. Dadurch verlieren die Demenzkranken zwar ihre gewohnte Umgebung, Pflegeheime bieten ihnen aber auch zahlreich Vorteile.

Ein verlässlich geregelter Tagesablauf kommt ihrem Bedürfnis nach festen Strukturen entgegen. Die unterschiedlichen Beschäftigungsangebote der Heime und der soziale Austausch mit Mitbewohnern oder Pflegekräften hilft, erkrankte Menschen geistig fit zu halten. In Heimen, die auf Demenzkranke spezialisiert sind, erhalten diese eine auf die Krankheit und die individuellen Symptome abgestimmte Pflege.

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Pflegekonzepte

Bei der Pflege demenzkranker Menschen können verschiedene, speziell auf diese Krankheit zugeschnittene Pflegekonzepte umgesetzt werden. Dazu gehört zum Beispiel:

  • Psychobiografisches Pflegemodell
  • Realitäts-Orientierungs-Training
  • Validation
  • Positive Care

Der Ansatz des psychobiografische Pflegemodells: Demenzkranke aus ihrer Biografie heraus zu verstehen. Dabei wird besonders versucht, die prägenden ersten 25 oder 30 Lebensjahre kennenzulernen und daraus ein Verständnis für eventuelle symptomatische Verhaltensweisen zu entwickeln. Für leichte bis mittlere Demenz eignet sich das Realitäts-Orientierungs-Training. Dabei wird mit Hilfsmitteln wie Listen, Uhren, Kalender und Schildern versucht, die zeitliche, räumliche und personenbezogene Orientierung zu verbessern.

Der Ansatz von Validation: Pflegende versuchen einen Zugang zur Erlebniswelt demenzkranker Menschen zu erhalten. Dazu ist vor allem ihr Verhalten entscheidend. Die Pflegenden sollten emphatisch sein und sich von den Bedürfnissen und Gefühlen des erkrankten Menschen leiten lassen.

Das Korian-spezifische Konzept des Positive Care stellt den Menschen in den Mittelpunkt und betont nicht die Einschränkungen der Erkrankten, sondern konzentriert sich auf ihre Stärken und noch vorhandenen Fähigkeiten. Damit bleibt die Selbstständigkeit und Lebensqualität von Demenzkranken möglichst lange erhalten.

Positive Care – Korians spezifisches Pflegekonzept

Bei Korian richten wir uns nach den individuellen Bedürfnissen unserer Bewohner:innen und setzen mit unserem Konzept Positive Care auf einen ganzheitlichen, personenzentrierten und nicht-medikamentösen Ansatz.

Positive Care ist ein ganzheitlicher, personenzentrierter und fürsorglicher Ansatz mit Schwerpunkt auf nicht-medikamentösen Interventionen.

Fazit

Die Pflege von Menschen mit Demenz erfordert viel Geduld, Verständnis und fachliches Wissen. Angehörige leisten einen großen Beitrag, stoßen jedoch oft an Grenzen – deshalb sind Unterstützungsangebote besonders wichtig.

Wenn eine häusliche Pflege nicht mehr ausreicht, kann ein spezialisiertes Pflegeheim Stabilität, Sicherheit und passende Betreuung bieten. Die beschriebenen Pflegekonzepte zeigen: Ein empathischer, stärkenorientierter Umgang hilft, die Selbstständigkeit und Würde der Erkrankten bestmöglich zu bewahren.

Expertenstandard Demenz

Unser Korian Flyer zum Alzheimer und Demenz informiert übersichtlich zum Thema: Demenzformen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

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FAQs zur Pflege bei Demenz

Eine gute Demenzpflege basiert auf Geduld, klaren Routinen, einfacher Kommunikation und einer sicheren, vertrauten Umgebung. Wichtig ist, Überforderung zu vermeiden und die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu fördern.

Angehörige können Entlastungsleistungen, Pflegegeld, Beratungseinsätze, Tagespflege, Kurzzeitpflege und Selbsthilfeangebote nutzen. Mit steigendem Pflegegrad erhöhen sich auch die möglichen Leistungen der Pflegekasse.

Wenn die häusliche Pflege körperlich oder emotional für die pflegende Person nicht mehr leistbar ist oder die Sicherheit gefährdet scheint, kann ein Umzug in ein spezialisiertes Pflegeheim die beste Option sein.

Häufig kommen das psychobiografische Modell, Validation, Realitäts-Orientierungs-Training oder das Positive-Care-Konzept bei Korian zum Einsatz. Sie unterstützen Orientierung, emotionale Sicherheit und vorhandene Fähigkeiten.

Aggressionen sind oft krankheitsbedingt. Ruhe bewahren, nicht persönlich nehmen, klare Routinen schaffen und empathisch kommunizieren hilft, angespannte Situationen zu entschärfen.

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Milieugestaltung bei Demenz https://www.korian.de/ratgeber-magazin/milieugestaltung-bei-demenz/ Mon, 04 Aug 2025 09:17:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=62729

Das Älterwerden bringt viele Veränderungen mit sich, die sowohl für den älterwerdenden Menschen als auch für die Angehörigen herausfordernd sein können. Besonders bei Menschen mit Demenz spielt die Gestaltung des unmittelbaren Umfelds – die sogenannte Milieugestaltung – eine entscheidende Rolle für Wohlbefinden, Sicherheit und Orientierung.

Was ist Milieugestaltung?

Milieugestaltung bezeichnet die bewusste Anpassung und Gestaltung der Umgebung, um den individuellen Bedürfnissen von Menschen (z.B. mit Demenz) gerecht zu werden. Im Kontext der Altenhilfe zielt sie darauf ab, Räume so zu gestalten, dass sie Sicherheit bieten, Orientierung erleichtern und das allgemeine Wohlbefinden fördern. Dies umfasst Aspekte wie Raumaufteilung, Farbgebung, Beleuchtung, Dekoration und Möblierung.
Neben der physischen Umgebung spielt die soziale Umgebung eine zentrale Rolle. Soziale Milieugestaltung bezieht sich auf die bewusste Gestaltung der sozialen Interaktionen und Beziehungen im Umfeld von Menschen mit Demenz. Eine unterstützende soziale Umgebung kann das emotionale Wohlbefinden stärken, Isolation vorbeugen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben fördern.

Warum ist Milieugestaltung im Alter wichtig?

Mit zunehmendem Alter können Sinneswahrnehmungen nachlassen, die Mobilität eingeschränkt sein und kognitive Fähigkeiten abnehmen. Eine durchdachte Milieugestaltung kann helfen, diesen Herausforderungen zu begegnen, indem sie:​

  • Orientierung unterstützt: Klare Strukturen, eindeutige Kennzeichnungen und vertraute Gegenstände erleichtern das Zurechtfinden in der Umgebung.​
  • Sicherheit erhöht: Vermeidung von Stolperfallen, klare Wegeführungen und gut erreichbare Alltagsgegenstände reduzieren das Sturzrisiko.​
  • Wohlbefinden steigert: Eine angenehme Atmosphäre mit ausreichend Licht, harmonischen Farben und persönlichen, biografieorientierten Elementen fördert das emotionale Gleichgewicht.​
  • Soziale Kontakte fördert: Gerade bei älteren Menschen ist soziale Teilhabe ein wichtiger Schutzfaktor gegen Einsamkeit und Depression. Die Förderung zwischenmenschlicher Beziehungen beispielsweise durch gemeinsame Aktivitäten und die Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten hilft dabei soziale Isolation zu vermeiden.
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Besondere Bedeutung der Milieugestaltung bei Demenz

Bei einer Demenzerkrankung nehmen die kognitiven Fähigkeiten und die Orientierungsfähigkeit schrittweise ab. Menschen mit Demenz können vertraute Umgebungen nicht mehr erkennen oder Alltagsgegenstände falsch interpretieren. Hier kann eine angepasste Milieugestaltung entscheidend dazu beitragen, Ängste zu reduzieren und die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.
Beispielsweise können dunkle Teppiche von Menschen mit Demenz als Löcher wahrgenommen werden, was zu Unsicherheiten führt. Helle, kontrastarme Bodenbeläge hingegen vermitteln Sicherheit und erleichtern die Orientierung. Auch die Platzierung von vertrauten Gegenständen und Fotos kann helfen, Erinnerungen zu aktivieren und ein Gefühl von Vertrautheit zu schaffen.

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Praktische Beispiele für Milieugestaltung zu Hause und in Pflegeeinrichtungen:

  1. Klare Strukturen und Orientierungshilfen: Beschriftete Türen mit eindeutigen Symbolen oder Bildern können die Orientierung erleichtern. Beispielsweise kann ein Bild einer Toilette an der Badezimmertür helfen, den Raum zu identifizieren. ​Gut lesbare Uhren und Kalender helfen bei der zeitlichen Orientierung.
  2. Farben gezielt einsetzen: Es sollten helle, freundliche Farben für Wände und Möbel genutzt werden. Dunkle Farben können bedrohlich wirken oder Fehlinterpretationen hervorrufen. Kontraste, wie farbige Handläufe, erleichtern die Wahrnehmung und Nutzung. ​
  3. Beleuchtung optimieren: Ausreichend Tageslicht und gute Beleuchtung fördern die Orientierung und reduzieren Angstgefühle. Dabei sollten Schattenbereiche vermieden werden. Nachtlichter können den Weg zur Toilette in der Dunkelheit sicherer machen.
  4. Jahreszeitliche Dekorationen: Die Anpassung der Raumgestaltung an die Jahreszeiten durch entsprechende Dekorationen unterstützt den zeitlichen Bezug innerhalb des Jahresverlaufs. ​
  5. Einbindung persönlicher Gegenstände: In Pflegeeinrichtungen kann die Integration von persönlichen Möbeln oder Erinnerungsstücken das Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit stärken.
  6. Förderung von Gemeinschaftsaktivitäten: Regelmäßige Gruppenaktivitäten wie gemeinsames Kochen, Musizieren oder Basteln können das Gemeinschaftsgefühl stärken und soziale Interaktionen fördern.
  7. Einbindung in Alltagsaufgaben: Das Einbeziehen von Menschen mit Demenz in alltägliche Aufgaben, angepasst an ihre Fähigkeiten, kann das Selbstwertgefühl stärken und das Gefühl der Zugehörigkeit fördern.
  8. Schaffung von Begegnungsräumen: Insbesondere in Pflegeeinrichtungen kann die Gestaltung von gemütlichen Sitzecken, die zum Verweilen und zur Interaktion einladen, spontane Begegnungen und Gespräche fördern.

Beschilderung zur Orientierung

Zur leichteren Orientierung in der Wohnung kann es helfen an den Türen Schilder anzubringen, die die jeweiligen Räume genau bezeichnen. Hier finden Sie einfache Türschilder zum ausdrucken.

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Unterstützungsangebote nutzen

Pflegebedürftigkeit betrifft nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihr soziales Umfeld. Umso wichtiger ist es, geeignete Unterstützungsangebote zu kennen – sowohl zur Förderung sozialer Teilhabe als auch zur Entlastung pflegender Angehöriger.

Unterstützung durch Nachbarschaftshilfe

Initiativen wie Nachbarschaftsnetzwerke oder Besuchsdienste können soziale Kontakte aufrechterhalten und Isolation vorbeugen. Bei der Suche nach passenden Angeboten kann der Pflegestützpunkt vor Ort unterstützen.

Angehörigenarbeit und Schulungen

Angehörige sollten in die Pflege und Betreuung sowie das Alltagsleben in Pflegeeinrichtungen eingebunden werden. Kostenlose Pflegekurse (nach §45 SGB XI) unterstützen pflegende Angehörige bei allen Fragen und Herausforderungen rund um die Unterstützung der pflegebedürftigen Person.

Demenz: Hilfsangebote für Angehörige

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Fazit

Eine durchdachte und ganzheitliche Milieugestaltung, die sowohl die physische als auch die soziale Umgebung berücksichtigt, trägt maßgeblich dazu bei, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern. Sie fördert nicht nur die Sicherheit und Orientierung, sondern auch das emotionale Wohlbefinden und die soziale Teilhabe. Angehörige und Pflege-/Betreuungskräfte können durch gezielte Anpassungen im Wohnumfeld und der sozialen Umgebung einen positiven Einfluss auf den Alltag der Menschen mit Demenz nehmen und ihnen ein Stück Selbstständigkeit und Lebensfreude erhalten.

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FAQs

Milieugestaltung bezeichnet die bewusste Anpassung der Umgebung – sowohl physisch als auch sozial –, um Menschen mit Demenz Sicherheit, Orientierung und Wohlbefinden zu bieten.

Durch kognitive Einschränkungen fällt es Menschen mit Demenz schwer, sich zurechtzufinden. Eine angepasste Umgebung reduziert Ängste, stärkt die Selbstständigkeit und fördert das emotionale Gleichgewicht.

Dazu zählen z. B. Raumaufteilung, Beleuchtung, Farben, Möbelanordnung, vertraute Gegenstände, soziale Aktivitäten und zwischenmenschliche Interaktionen.

Durch Entfernen von Stolperfallen, klare Wegeführung, rutschfeste Bodenbeläge und gut erreichbare Alltagsgegenstände.

Beschriftete Türen mit Symbolen oder Bildern, große Uhren und Kalender, vertraute Gegenstände an sichtbaren Orten.

Fotos, persönliche Erinnerungsstücke, gewohnte Möbel, biografieorientierte Dekorationen (z. B. Instrumente).

Pflegestützpunkte beraten kostenlos, auch zu finanziellen Hilfen und regionalen Angeboten.

Pflegekurse nach §45 SGB XI vermitteln Wissen und praktische Tipps für den Umgang mit Demenz und zur Wohnraumgestaltung.

Bundesministerium für Gesundheit: Online-Ratgeber Demenz

Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege: Expertenstandard „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“

Nationale Demenzstrategie: nationale-demenzstrategie.de

Wegweiser Demenz: wegweiser-demenz.de

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Welt-Alzheimer-Tag 2025: Gemeinsam Mensch sein und bleiben https://www.korian.de/ratgeber-magazin/welt-alzheimer-tag-2025-gemeinsam-mensch-sein-und-bleiben/ Tue, 07 Oct 2025 10:58:43 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=64754

Am 21. September ist Welt-Alzheimer-Tag – ein Datum, das weltweit genutzt wird, um auf die Herausforderungen von Menschen mit Alzheimer und deren Angehörigen aufmerksam zu machen. Der diesjährige Welt-Alzheimer-Tag steht unter dem Motto: „Demenz – Mensch sein und bleiben“. Ziel ist es, die öffentliche Wahrnehmung für die Erkrankung zu stärken, Vorurteile abzubauen und Betroffene in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken.

Was ist der Welt-Alzheimer-Tag?

Der Welt-Alzheimer-Tag wurde 1994 von der Non-Profit Organisation Alzheimer’s Disease International gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Er findet seitdem jährlich am 21. September statt. In Deutschland wird dieser Tag von zahlreichen Initiativen und Einrichtungen genutzt, um Informationen zu verbreiten, Veranstaltungen zu organisieren und auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen aufmerksam zu machen. Eine Übersicht zu den Angeboten und Veranstaltungen rund um den Tag findet man auf der Website der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V..

Alzheimer und Demenz gehören stärker in den Fokus

Die Zahl der Betroffenen steigt kontinuierlich: Weltweit leben aktuell etwa 55 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung, bis 2050 wird diese Zahl voraussichtlich auf über 130 Millionen steigen. In Deutschland sind circa 1,8 Millionen Demenzerkrankte und ihre Familien betroffen.

Was ist Alzheimer?

Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz und eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die vor allem das Gedächtnis, das Denkvermögen und die Orientierung beeinträchtigt. Typisch für Alzheimer ist, dass zunächst die Merkfähigkeit für neue Informationen nachlässt, im weiteren Verlauf auch Erinnerungen und Alltagsfähigkeiten verloren gehen. Die Krankheit entwickelt sich meist über Jahre und betrifft vor allem ältere Menschen. Für Betroffene und Angehörige bedeutet das tiefgreifende Veränderungen im Alltag, weshalb eine frühzeitige Diagnose, passende Behandlung und eine individuelle, liebevolle Begleitung besonders wichtig sind.

Wissenswertes zum Thema Demenz

Im Korian‑Ratgeber Demenz und Pflege ist ein kompetenter Begleiter mit praxisnahen Tipps für eine menschenorientierte Demenzpflege.

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Menschen mit Alzheimer als Teil der Gesellschaft

Jeder Mensch bringt individuelle Fähigkeiten, Interessen und Lebenserfahrung mit. Auch nach der Diagnose Demenz bleibt die Persönlichkeit erhalten – Gefühle wie Freude, Angst oder Schmerz werden weiterhin erlebt. Die Erkrankung verändert zwar das Leben und nimmt nach und nach Erinnerungen sowie Alltagskompetenzen, aber der Mensch bleibt ein individueller Mensch – und somit Teil der Gesellschaft.
Das Motto des Welt-Alzheimer-Tags 2025 „Demenz – Mensch sein und bleiben“ unterstreicht, dass Betroffene nicht auf ihre Krankheit reduziert werden sollten. Wissen, Verständnis und Unterstützung aus dem Umfeld helfen, die Krankheit in den Hintergrund zu rücken und geben Halt in der Pflege und im Alltag.

Alzheimer: Hier finden Angehörige Unterstützung

Welt-Alzheimer-Tag 2025 – zusammengefasst

Der Welt-Alzheimer-Tag 2025 ist ein wichtiger Anlass, um die Situation und Bedürfnisse von Menschen mit Alzheimer und ihren Angehörigen in den Mittelpunkt zu stellen. Zahlreiche Aktionen deutschlandweit und umfangreiche Informationsangebote machen Mut und zeigen: Niemand muss mit der Krankheit allein sein. Offenheit, Wissen und Unterstützung sind zentrale Bausteine für ein möglichst gutes Leben mit Demenz – für Betroffene und Angehörige gleichermaßen.

Bademantelchallenge: Gemeinsam sichtbar für Alzheimer

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https://www.deutsche-alzheimer.de/ueber-uns/welt-alzheimertag

https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/neurologische-erkrankungen/alzheimer-krankheit-733717.html

Im Bademantel gegen Demenz

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Demenz: Therapien und Behandlung https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-therapien-und-behandlung/ Fri, 08 Aug 2025 08:57:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=62355

Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung, die das Gedächtnis, die Denkfähigkeit und das Verhalten beeinträchtigt. Obwohl es derzeit keine Heilung gibt, können verschiedene Therapieansätze dazu beitragen, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Dabei spielen sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Therapien eine wichtige Rolle.

Medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlung bei Demenz

Die Demenz-Behandlung umfasst sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Ansätze, die idealerweise kombiniert werden.
Bei der Behandlung von Demenz mit Medikamenten werden häufig Acetylcholinesterase-Hemmer wie Donepezil, Rivastigmin oder Galantamin sowie der NMDA-Antagonist Memantin eingesetzt, um den kognitiven Abbau zu verlangsamen und Verhaltenssymptome zu mildern.
Nicht-medikamentöse Therapien spielen bei Demenz eine ebenso wichtige Rolle: Dazu zählen kognitive Trainings, Ergotherapie, Musik- und Kunsttherapie sowie strukturierte Tagesabläufe und eine demenzfreundliche Umgebungsgestaltung.
Diese Maßnahmen fördern die Selbstständigkeit, stärken soziale Kompetenzen und können Verhaltensauffälligkeiten reduzieren. Die individuelle Anpassung der Behandlung an die Bedürfnisse der Betroffenen steht dabei im Mittelpunkt.

Demenz: Früherkennung und Diagnose

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Medikamente bei Demenz

Die medikamentöse Behandlung von Demenz zielt darauf ab, mit Hilfe von Arzneimitteln Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. In Deutschland werden hauptsächlich folgende Wirkstoffgruppen eingesetzt:

Acetylcholinesterase-Hemmer

Diese Medikamente erhöhen die Verfügbarkeit des Botenstoffs Acetylcholin im Gehirn, was die Kommunikation zwischen den Nervenzellen verbessert. Beispiele sind Donepezil, Rivastigmin und Galantamin. Sie werden vor allem bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz eingesetzt und können Gedächtnis und Aufmerksamkeit verbessern.

NMDA-Rezeptor-Antagonisten

Der Wirkstoff Memantin gehört zu dieser Gruppe und beeinflusst das Glutamatsystem im Gehirn. Es wird bei mittelschwerer bis schwerer Demenz eingesetzt, um die geistige Leistungsfähigkeit zu stabilisieren.

Begleitmedikation

Bei Verhaltensauffälligkeiten oder psychischen Symptomen wie Depressionen, Angst, Aggression oder Schlafstörungen können in Einzelfällen Antidepressiva, Antipsychotika oder Neuroleptika verschrieben werden. Diese sollten jedoch mit Vorsicht eingesetzt werden, da sie teils erhebliche Nebenwirkungen haben.

Während Medikamente gewisse Symptome mildern können, führen sie nicht zu einer Heilung oder langfristigen Verlangsamung des Krankheitsverlaufs. Zudem sprechen nicht alle Menschen gleich gut auf die medikamentöse Therapie an und Nebenwirkungen können auftreten. Daher ist eine sorgfältige Abwägung der Vor- und Nachteile in Absprache mit Ärzt:innen wichtig.

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Nicht-medikamentöse Therapien bei Demenz

Neben der medikamentösen Behandlung spielen nicht-medikamentöse Therapien eine zentrale Rolle bei der Förderung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz. Sie helfen dabei, vorhandene Fähigkeiten zu bewahren, das Wohlbefinden zu steigern, den Alltag zu strukturieren und herausforderndes Verhalten zu reduzieren. Einige dieser Therapien, wie beispielsweise die Physiotherapie, können ärztlich verordnet werden. Besonders wirksam sind nicht-medikamentöse Ansätze, wenn sie an die individuelle Biografie des Menschen mit Demenz anknüpfen. Folgende Therapieformen werden bei Korian angewendet.

Gedächtnistraining

Gezielte Übungen sollen die kognitiven Fähigkeiten stimulieren und das Erinnerungsvermögen fördern. Dabei werden beispielsweise Spiele, Rätsel oder spezielle Computerprogramme eingesetzt. Wichtig ist, dass die Übungen an den individuellen Fähigkeiten des Menschen mit Demenz ausgerichtet sind, um Überforderung zu vermeiden.

Physiotherapie

Physiotherapie zielt darauf ab, die Mobilität, Balance und körperliche Fitness zu erhalten oder zu verbessern. Regelmäßige Bewegung kann zudem positive Effekte auf die Stimmung und das allgemeine Wohlbefinden haben.

Ein junger Pfleger hilft einer Pflegeheimbewohnerin bei Sportübungen mit einer Stange. Die beiden sind im Garten unter einem Pavillon.

Ergotherapie

Die Ergotherapie unterstützt Menschen mit Demenz dabei, alltägliche Fähigkeiten zu erhalten oder wiederzuerlangen. Dies kann das Ankleiden, die Körperpflege oder das Zubereiten von Mahlzeiten umfassen. Durch gezielte Aktivitäten wird die Selbstständigkeit gefördert und der Alltag erleichtert.

Logopädie

Im Rahmen der Logopädie wird an den Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten gearbeitet. Ziel ist es, die Verständigung zu erleichtern und Schluckstörungen zu behandeln, die im Verlauf der Demenz auftreten können.

Musiktherapie

Musik kann emotionale Reaktionen hervorrufen und Erinnerungen wecken. In der Musiktherapie werden Lieder gesungen oder Instrumente gespielt, um positive Gefühle zu fördern und Verhaltensauffälligkeiten zu reduzieren.

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Kunsttherapie

Durch kreatives Gestalten können Menschen mit Demenz Gefühle ausdrücken und Erfolgserlebnisse erfahren. Die Kunsttherapie bietet einen nonverbalen Kommunikationsweg und kann das Selbstwertgefühl stärken.

Basale Stimulation

Diese Methode richtet sich vor allem an Menschen mit fortgeschrittener Demenz. Durch einfache Reize wie Berührungen, Klänge oder Bewegungen werden die Sinne angesprochen, was zu Wohlbefinden und Entspannung führen kann.

Validation

Validation ist eine auf Wertschätzung basierende Kommunikationsmethode, die darauf abzielt, die Gefühle und Perspektiven von Menschen mit Demenz anzuerkennen und zu validieren. Durch einfühlsames Eingehen auf die emotionale Realität des Menschen mit Demenz wird Vertrauen aufgebaut und Stress reduziert.

Milieugestaltung

Die Anpassung der Umgebung kann dazu beitragen, Orientierung und Sicherheit zu fördern. Dies umfasst beispielsweise eine klare Raumgestaltung, gut lesbare Beschilderungen und eine ruhige Atmosphäre, die Überforderung und Unruhe reduzieren. Je nach Krankheitsverlauf erfolgt eine Anpassung der Umgebung and die vorhandenen Fähigkeiten des Menschen mit Demenz sowie dessen Bedürfnisse.

Milieugestaltung bei Demenz

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Grenzen und Chancen der Therapiemöglichkeiten

Trotz vielfältiger medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapieansätze ist es wichtig zu verstehen, dass Demenz eine fortschreitende Erkrankung ist. Die verfügbaren Behandlungen können das Fortschreiten verlangsamen und die Lebensqualität verbessern, jedoch nicht heilen. Zudem wirken die Methoden individuell sowie je nach Demenzform unterschiedlich und erfordern eine kontinuierliche Anpassung an das jeweilige Stadium der Erkrankung.

Positive Care: Nicht-medikamentöse Therapien für Senioren

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Es gibt keine Heilung für Demenz, aber bestimmte Medikamente können den Krankheitsverlauf verlangsamen und Symptome lindern.

Medikamente wie Acetylcholinesterase-Hemmer und NMDA-Rezeptor-Antagonisten werden verwendet, um Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.

Acetylcholinesterase-Hemmer wie Donepezil, Rivastigmin und Galantamin werden vor allem bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz eingesetzt.

Medikamente können das Fortschreiten der Demenz verlangsamen und Symptome lindern, aber sie führen nicht zu einer Heilung.

Nicht-medikamentöse Therapien umfassen Gedächtnistraining, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Musiktherapie und Kunsttherapie, die die Lebensqualität verbessern.

Gedächtnistraining hilft, kognitive Fähigkeiten zu stimulieren und das Erinnerungsvermögen zu fördern, indem es auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten eingeht.

Physiotherapie unterstützt die Mobilität und Balance, fördert die körperliche Fitness und hat positive Auswirkungen auf die Stimmung und das Wohlbefinden.

Basale Stimulation nutzt einfache Reize wie Berührungen und Klänge, um die Sinne anzusprechen, das Wohlbefinden zu steigern und Entspannung zu fördern.

Die Validation ist eine einfühlsame Kommunikationsmethode, die darauf abzielt, die Gefühle und Perspektiven von Menschen mit Demenz zu anerkennen und Stress zu reduzieren.

Eine angepasste Umgebung, die Orientierung und Sicherheit bietet, kann das Wohlbefinden der Menschen mit Demenz erheblich steigern und Überforderung reduzieren.

Der Positive Care Ansatz setzt auf nicht-medikamentöse Therapien, um das Wohlbefinden von Senioren zu fördern und Fähigkeiten in den Bereichen Verhalten, Kognition und Mobilität zu erhalten.

 

Informationsquellen

Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Seit über 25 Jahren setzt sich die AFI mit ihrer unabhängigen Forschungsförderung dafür ein, dass Alzheimer heilbar wird. Darüber hinaus unterstützt sie Betroffene und Interessierte mit umfassenden Informationen zu Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen.

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Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft engagiert sich für ein besseres Leben mit Demenz. Sie unterstützt und berät Menschen mit Demenz und ihre Familien.

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Wegweiser Demenz

Das interaktive Informationsportal des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendbietet Ihnen zahlreiche Informationen rund um das Thema Demenz und ermöglicht den Austausch zwischen Betroffenen.

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Demenz: Diagnose, Therapien, Verlauf https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-diagnose-therapien-verlauf/ Fri, 08 Aug 2025 14:02:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=61390

Schon die Wortherkunft sagt, worum es geht: Demenz leitet sich vom lateinischen Adjektiv „dēmēns“ ab, das „nicht recht bei Sinnen“ bedeutet. Demenz ist die Erkrankung, bei der sich die geistigen Fähigkeiten der Erkrankten verschlechtern, im schlimmsten Fall bis zum völligen Verlust. Anfangs sind Kurzzeitgedächtnis und Merkfähigkeit beeinträchtigt, dann verschwinden die Inhalte des Langzeitgedächtnisses und im schlimmsten Fall schließlich sämtliche lebenslang erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft wächst fatalerweise auch der Anteil der Demenzkranken, denn das größte Krankheitsrisiko ist das Alter. Mit jedem zusätzlichen Lebensjahrzehnt steigt das Risiko. Etwa jede fünfte Person ab 85 Jahren, jede dritte ab 90 ist von Demenz betroffen. Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit ca. 1,8 Millionen an Demenz erkrankte Menschen – in sehr unterschiedlicher Ausprägung und Schwere.

Demenzpflege

Unsere Einrichtungen mit Demenzpflege bieten Bewohnern mit einer demenziellen Erkrankung passende Angebote.

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Formen der Demenz

Demenzen lassen sich je nach Ursachen und Ausprägungen in eine umfangreiche Systematik einteilen. Die erste Unterscheidung erfolgt in primäre und sekundäre Demenzformen.

Demenzformen

Primäre Demenzen

Primäre Formen machen 90 Prozent aller Demenzerkrankungen aus. Sie haben ihre Ursachen in direkten Veränderungen im Gehirn und sind leider unumkehrbar. Unterformen primärer Demenzen sind zum Beispiel:

Neurodegenerative Demenzen:

Ausgelöst werden sie durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Folgende Unterformen gibt es:

• Alzheimer:

Aus unbekanntem Grund sterben nach und nach Gehirnzellen ab, charakteristisch ist der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses.

• Frontotemporale Demenz:

Betroffen sind hier vor allem die Nervenzellen im Stirn- und Schläfenbereich, dadurch verändern sich vor allem die Persönlichkeit und das soziale Verhalten, weniger das Erinnerungsvermögen.

Lewy-Körper-Demenz:

Betroffen sind Nervenzellen in der Hirnrinde, was zu optischen Sinnestäuschungen und motorischen Störungen führt.

• Parkinson-Demenz:

Bei 30 bis 40 Prozent der Parkinson-Kranken entwickeln sich auch Demenzen.

Vaskuläre Demenz

Hierbei sind die Nervenzellen von Durchblutungsstörungen betroffen. Risikofaktoren sind zum Beispiel Bluthochdruck, Rauchen oder Diabetes mellitus.

In der Praxis lassen sich die Formen manchmal nur schwer trennen, Erkrankte leiden auch an Mischformen. Was sich sagen lässt: Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz, etwa 60 Prozent der Betroffenen leiden an dieser Demenzform. Vielleicht wird deshalb im landläufigen Sprachgebrauch Alzheimer fälschlicherweise mit Demenz gleichgesetzt. Medizinisch gesehen ist das nicht korrekt: Alzheimer ist eine Unterform der Demenz.

Sekundäre Demenzen

Etwa zehn Prozent aller Demenzerkrankungen sind sekundäre Formen. Diese werden durch äußere Einflüsse wie Medikamente, Alkoholmissbrauch, Umwelteinflüsse oder Schilddrüsenerkrankungen ausgelöst. Die Behandlungen sind, je nach Auslöser, sehr unterschiedlich, bieten aber teilweise durchaus gute Heilungschancen.

Ursachen der Demenz

Die Ursachen der Demenz sind bisher nicht ausreichend erforscht. In den Gehirnen von Demenzkranken werden unterschiedliche Veränderungen beobachtet. Dazu gehören unter anderem:

  • das Absterben von Nervenzellen
  • die Zerstörung der Verbindungen zwischen den Nervenzellen
  • Eiweißablagerungen im Gehirn
  • die Verminderung des für das Gedächtnis wichtigen Botenstoffs Acetylcholin

Genetische Faktoren spielen als Ursache eine untergeordnete Rolle. Der größte Risikofaktor ist das Alter. Während bei unter 70-Jährigen weniger als drei Prozent unter Demenz leiden, sind es bei über 90-Jährigen über 30 Prozent. Auffällig ist außerdem, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer. In der Altersgruppe 80 bis 84 Jahre etwa liegt das Demenzrisiko bei Männern bei 12,2 Prozent, bei Frauen bei 15,6 Prozent. Hinzu kommt, dass Frauen eine statistisch höhere Lebenserwartung haben als Männer, was die Zahlen zusätzlich erhöht.

Weitere Risikofaktoren sind:

  • Schwerhörigkeit
  • Alkoholmissbrauch
  • Kopfverletzungen
  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Geringe geistige Aktivität
  • Wenig soziale Aktivität
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • Luftverschmutzung

Aus dieser Liste ergeben sich auch die Möglichkeiten zur Prävention. Sich rechtzeitig um ein Hörgerät zu kümmern, wenig Alkohol zu trinken, den Blutdruck zu regulieren, viel Bewegung usw. kann helfen, das persönliche Demenzrisiko zu senken.

Früherkennung und Diagnose

Je eher eine Demenz festgestellt wird, desto früher kann mit der Behandlung begonnen werden. Und auch wenn der überwiegende Teil der Demenzerkrankungen nicht heilbar ist, können so doch früher Maßnahmen eingeleitet werden, die das Voranschreiten der Krankheit bremsen und/oder Betroffenen das Leben leichter machen. Außerdem können sich sowohl Erkrankte wie auch Angehörige rechtzeitig mental auf die Krankheit und eine womöglich drohende Verschlimmerung einstellen.

Vor allem Angehörigen kommt die Aufgabe zu, Betroffene genau zu beobachten und Anzeichen von Demenz zu erkennen. Als Hilfestellung hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft elf Warnsignale für eine beginnende Demenzerkrankung definiert. Diagnosen stellen dann häufig Hausarzt oder Hausärztin, oft unter Einbeziehung von Fachkräften für Neurologie, Psychiatrie oder Psychotherapie.

Demenz: Früherkennung und Diagnose

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Behandlung von Demenz

Für primäre Demenzen und damit den Großteil aller Erkrankungen gibt es derzeit keine Therapien, die zu einer Heilung führen. Die Behandlung zielt allein darauf ab, einerseits den Verlauf der Erkrankung möglichst zu verlangsamen und andererseits die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Medikamentöse Behandlungen setzen etwa bei dem für das Gedächtnis wichtigen Botenstoff Acetylcholin an. Dafür werden Arzneimittel eingesetzt, die das Enzym hemmen, das für den natürlichen Abbau von Acetylcholin sorgt. Daneben gibt es Medikamente, die die Begleitsymptome einer Demenz, wie Unruhe, Sinnestäuschungen, Angst oder Schlafstörungen, lindern.

Nicht-medikamentöse Therapien werden eingesetzt, um die verbliebenen Fähigkeiten der Betroffenen zu trainieren, Alltagsfunktionen möglichst lange zu erhalten und ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Dazu zählen etwa Musik- und Kunsttherapien, Bewegungsübungen oder Sinnes- und Wahrnehmungsübungen. Außerdem kann manchmal Psychotherapie helfen.

Demenz: Therapien und Behandlung

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Verlauf der Demenz

Demenzerkrankungen verlaufen individuell verschieden. Sie lassen sich jedoch grundsätzlich in drei Phasen einteilen, zwischen denen die Übergänge meist fließend sind:

1. Beginnende Demenz:

In dieser Phase lebt die betroffene Person noch weitgehend selbstständig. Wichtig ist es, dass sie möglichst aktiv am sozialen Leben teilnimmt und im Idealfall Sport sowie Physio- und Ergotherapie macht. Mental sollten sich Erkrankte und ihre Angehörigen in dieser Phase intensiv mit der Krankheit auseinandersetzen und auf eine drohende Verschlimmerung vorbereiten.

2. Mittelschwere Demenz:

In dieser Phase sind die Symptome bereits deutlich ausgeprägt. Das Kurzzeitgedächtnis ist in der Regel stark eingeschränkt, Orientierungs-, Sprach- und Bewegungsfähigkeit können spürbar beeinträchtigt sein. Erkrankte können ihren Alltag oft nicht mehr ohne Hilfe meistern. Soziale Kontakte und therapeutische Maßnahmen, je nach den aktuellen Fähigkeiten, sind weiterhin wichtig.

3. Fortgeschrittene Demenz:

Aufgrund stark ausgeprägter Symptome sind Erkrankte auf intensive Betreuung und Pflege angewiesen. Manche sind jetzt bettlägerig. Wesensveränderungen bis hin zum Nicht-Wiedererkennen können für Angehörige psychologisch belastend sein. Angehörige, die in dieser Phase die Pflege überwiegend oder vollständig selbst übernehmen, können schnell an ihre Belastungsgrenzen kommen und sollten sich über Unterstützungsangebote informieren. Hilfreich können auch Selbsthilfegruppen von Angehörigen Demenzkranker sein. Eine Übersicht zu Selbsthilfegruppen bietet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft.

Ein Demenzfrühstück bietet dementen Menschen die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre, ohne Bewertung, wenn mal etwas daneben geht oder ungewohnte Kombinationen entstehen, unter ihresgleichen zu frühstücken.

Ein Demenzfrühstück bietet dementen Menschen die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre, ohne Bewertung, wenn mal etwas daneben geht oder ungewohnte Kombinationen entstehen, unter ihresgleichen zu frühstücken.

Mit Demenz leben

Die Diagnose Demenz stellt für Betroffene wie für Angehörige einen dramatischen Einschnitt dar. Diese Krankheit führt nicht nur zum Verlust der geistigen Fähigkeiten der Betroffenen. Sie beeinträchtigt letztlich die Wahrnehmung, das Erleben und schließlich das gesamte Sein. Betroffene leiden unter dem fortschreitenden Verlust ihrer Fähigkeiten. Und sie vereinsamen innerlich, weil andere sie nicht mehr verstehen und sie sich in der Regel ab Phase 2 auch nicht mehr entsprechend mitteilen können.

Angehörige sind durch die Auswirkungen der Demenz oft stark psychologisch belastet. Dennoch können sie Demenzkranke meist besser verstehen als andere, weil der Schlüssel zu deren Verhalten oft in der Biografie liegt. Wer einschneidende Erlebnisse, persönliche Ängste und Charaktereigenschaften der Betroffenen kennt, kann sie auch in der Demenz besser begleiten.

Pflege bei Demenz

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Demenz: Beschäftigungen und Spiele für Demenzkranke im Alltag https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-beschaeftigungen-und-spiele-fuer-demenzkranke-im-alltag/ Sun, 03 Aug 2025 13:28:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=62399

Die Diagnose Demenz stellt Betroffene und ihre Angehörigen vor zahlreiche Herausforderungen. Eine der zentralen Fragen lautet: Wie kann der Alltag sinnvoll und erfüllend gestaltet werden?

Biografieorientierung und Tagesstrukturierung

Biografieorientierte und tagesstrukturierende Beschäftigungen spielen bei der Alltagsgestaltung für Demenzerkrankte eine entscheidende Rolle. Sie fördern nicht nur das Wohlbefinden der Menschen mit Demenz, sondern geben ihrem Tag die so wichtige Struktur und erleichtern Pflegenden den Pflegealltag.

Warum biografieorientierte Beschäftigungen?

Jeder Mensch trägt eine einzigartige Lebensgeschichte in sich, geprägt von Erfahrungen, Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen. Bei Menschen mit Demenz bleiben insbesondere frühere Erinnerungen oft länger erhalten. Indem man an diese persönlichen Erinnerungen anknüpft, können vertraute Gefühle und Fähigkeiten reaktiviert werden. Dies stärkt das Selbstwertgefühl und vermittelt Sicherheit.

Wie kann Biografiearbeit helfen?

Biografiearbeit bedeutet, sich intensiv mit der Lebensgeschichte eines Menschen auseinanderzusetzen. Dies kann beispielsweise durch Gespräche, das Betrachten von Fotoalben oder das Hören vertrauter Musik geschehen. Ziel ist es, Vorlieben und Abneigungen zu erkennen und darauf basierend passende Aktivitäten zu gestalten. So kann beispielsweise das gemeinsame Kochen eines traditionellen Familienrezepts positive Erinnerungen wecken und gleichzeitig alltagspraktische Fähigkeiten fördern.

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Die Bedeutung einer strukturierten Tagesgestaltung

Eine klare Tagesstruktur bietet Menschen mit Demenz Orientierung und Sicherheit. Beides ist besonders wichtig, da Demenzbetroffene häufig unter Verwirrung und Angst leiden und sensibel auf auf Veränderungen und unerwartete Situationen reagieren, weshalb ein stabiler Rahmen unterstützend wirkt. Wiederkehrende Rituale und feste Abläufe helfen, den Tag vorhersehbar zu gestalten und Unruhe zu reduzieren. Dabei sollten Aktivitäts- und Ruhephasen ausgewogen sein, um Überforderung zu vermeiden.

Beschäftigung bei Demenz

Die Auswahl geeigneter Aktivitäten und Freizeitbeschäftigungen für Menschen mit Demenz sollte stets individuell erfolgen. Die individuelle Anpassung der Aktivitäten an die Lebensgeschichte und die aktuellen Fähigkeiten sowie Wünsche des Menschen mit Demenz ist entscheidend. Dies erfordert eine einfühlsame sowie geduldige Begleitung und kreative Ansätze. Dennoch gibt es einige typische Beschäftigungen, die sich häufig als förderlich erweisen:

Musik hören oder musizieren

Musik besitzt die Fähigkeit, tief verankerte Erinnerungen zu aktivieren. Das Hören vertrauter Lieder kann Emotionen wecken und das Wohlbefinden steigern. Aktives Musizieren, wie das Spielen einfacher Instrumente oder gemeinsames Singen, fördert zudem die kognitiven Fähigkeiten und die soziale Interaktion.

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Gartenarbeit

Das Arbeiten im Garten, sei es das Pflanzen von Blumen oder das Ernten von Gemüse, stimuliert die Sinne und vermittelt Erfolgserlebnisse. Diese Tätigkeit fördert die motorischen Fähigkeiten und bietet gleichzeitig eine beruhigende Wirkung durch den Kontakt mit der Natur.

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Handwerkliche Tätigkeiten

Einfache Bastelarbeiten, wie beispielsweise das Gestalten mit Wolle, Stoff und ähnlichen Materialien oder das Malen, regen die Kreativität an und verbessern die Feinmotorik. Solche Aktivitäten bieten zudem eine Plattform für Selbstexpression und können das Selbstwertgefühl stärken.

Bewegung

Regelmäßige körperliche Aktivität, wie Spaziergänge, Tanzen oder leichte Gymnastik, unterstützt die körperliche Gesundheit und kann Stimmungsschwankungen entgegenwirken. Bewegung in der Gruppe fördert zudem das Gemeinschaftsgefühl und die soziale Teilhabe.

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Haushaltsaktivitäten

Das Einbeziehen in alltägliche Aufgaben, wie das gemeinsame Kochen, Tisch decken oder das Falten von Wäsche, gibt dem Menschen mit Demenz das Gefühl, gebraucht zu werden, und fördert gleichzeitig alltagspraktische Fähigkeiten. Besonders das gemeinsame Zubereiten der Lieblingsspeise kann positive Erinnerungen wecken und die Sinne anregen.

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Glaube und Spiritualität

Glaube und Spiritualität spielen für viele Menschen eine zentrale Rolle im Leben und können auch bei Menschen mit Demenz eine Quelle des Trostes und der Orientierung sein. Durch das Einbinden vertrauter religiöser oder spiritueller Praktiken können Erinnerungen aktiviert und ein Gefühl der Geborgenheit vermittelt werden. Das gemeinsame Singen von Kirchenliedern oder das Beten bekannter Gebete kann beispielsweise beruhigend wirken und das Gemeinschaftsgefühl stärken.

Soziale und gesellschaftliche Teilhabe sowie Fortführung bestehender Hobbys

Die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben sind essenziell für das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz. Auch mit fortschreitender Erkrankung gibt es Möglichkeiten, alte Hobbys weiterzuführen oder neue Interessen zu entdecken:

Kulturelle Veranstaltungen

Museen, Theater und Kinos entwickeln zunehmend barrierefreie Angebote, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz zugeschnitten sind. Der Besuch solcher Veranstaltungen kann positive Reize setzen und Abwechslung bieten.

Gemeinschaftsprojekte

Die Teilnahme an lokalen (Gemeinschafts-)Projekten, wie beispielsweise Stadtteilgärten, kirchliche Aktivitäten oder Handarbeitsgruppen, ermöglicht es, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und gleichzeitig sinnvolle Aufgaben zu übernehmen.

Beschäftigungen für Menschen mit fortgeschrittener Demenz

Mit dem Fortschreiten der Erkrankung verändern sich die Fähigkeiten und Bedürfnisse des Menschen mit Demenz. Dennoch ist eine biografieorientierte Beschäftigung möglich und wichtig.

Sinnesaktivierungen

Der Einsatz von Düften, taktilen Materialien oder vertrauten Klängen kann Erinnerungen wecken und Wohlbefinden fördern. Beispielsweise kann das Riechen von Lavendel beruhigend wirken oder das Fühlen von vertrauten Stoffen Geborgenheit vermitteln.

Lesen und Vorlesen

Für Menschen mit fortgeschrittener Demenz kann das eigenständige Lesen zunehmend schwierig werden. Dennoch bleibt das Vorlesen eine wertvolle Aktivität, die emotionale Nähe schafft, geistige Anregung bietet und vertraute Erinnerungen weckt. Dabei eignen sich besonders kurze Geschichten mit einfachem Satzbau und vertrauten Themen. Es gibt zahlreiche spezielle Vorlesebücher für Menschen mit Demenz, die sich durch ihre leichte Verständlichkeit und lebensnahen Inhalte auszeichnen. Auch bekannte Gedichte sind geeignet, da diese bei Menschen mit Demenz meist noch lange Zeit abrufbar und somit vertraut sind.

Tiergestützte Therapie

Der Kontakt mit Tieren kann positive Emotionen hervorrufen und beruhigend wirken. Streicheln, Füttern oder einfach die Anwesenheit eines Tieres kann das Wohlbefinden steigern.

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Biografiearbeit

Auch in fortgeschrittenen Stadien kann das Betrachten von Fotoalben oder das Hören von Lieblingsliedern positive Erinnerungen hervorrufen und eine emotionale Verbindung schaffen. Diese Aktivitäten können Sicherheit und Orientierung bieten.

Einfach strukturierte Spiele

Aktivitäten wie z.B. das Hin- und Herwerfen eines Luftballons oder einfache Brettspiele können Freude bereiten und die Motorik fördern. Beim Vervollständigen von Sprichwörtern oder dem gemeinsamen Singen bekannter Lieder werden die kognitiven Fähigkeiten angeregt. Wichtig ist, dass die Spiele an den Fähigkeiten der Menschen mit Demenz ausgerichtet sind und Erfolgserlebnisse ermöglichen.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass biografieorientierte und tagesstrukturierende Beschäftigungen maßgeblich dazu beitragen, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern. Sie fördern nicht nur kognitive und motorische Fähigkeiten, sondern stärken auch das emotionale Wohlbefinden und bestehende soziale Beziehungen. Ebenso kann durch die Anpassung vertrauter Hobbys und die Integration in gesellschaftliche Aktivitäten die Lebensqualität verbessert werden. Für Angehörige und Pflegende bedeutet dies zwar eine Herausforderung, aber auch die Chance, gemeinsame wertvolle Momente zu erleben.

Demenz: Therapien und Behandlung

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Häufige Fragen zu Beschäftigung bei Demenz

Geeignet sind einfache, bekannte Spiele wie Memory, Domino, Puzzles, Bingo oder Brettspiele mit klaren Regeln. Auch Bewegungs- und Musikspiele fördern Aufmerksamkeit, Motorik und soziale Interaktion.

Sie spielen eine entscheidende Rolle, um das Wohlbefinden der Menschen mit Demenz zu fördern und den Tag zu strukturieren. Dies erleichtert den Pflegealltag und sorgt für Orientierung und Sicherheit.

Biografiearbeit hilft, die Lebensgeschichte eines Menschen zu berücksichtigen, um durch Gespräche, Fotoalben oder Musik an vertraute Erinnerungen anzuknüpfen. Dies fördert das Selbstwertgefühl, aktiviert Fähigkeiten und vermittelt Sicherheit.

Zu den förderlichen Aktivitäten gehören Musik hören oder musizieren, Gartenarbeit, handwerkliche Tätigkeiten, Bewegung sowie Haushaltsaktivitäten. Diese fördern sowohl kognitive als auch motorische Fähigkeiten und verbessern das Wohlbefinden.

Glaube und Spiritualität bieten Trost und Orientierung. Das Einbinden vertrauter religiöser Praktiken wie gemeinsames Singen oder Beten kann Erinnerungen aktivieren und das Gemeinschaftsgefühl stärken.

Für fortgeschrittene Demenz sind Sinnesaktivierungen (z.B. durch Düfte oder vertraute Klänge), Vorlesen, tiergestützte Therapie und einfach strukturierte Spiele besonders geeignet. Diese Aktivitäten können positive Erinnerungen wecken und das Wohlbefinden fördern.

Die Teilnahme an sozialen und gesellschaftlichen Aktivitäten, wie Vereinsleben oder kulturellen Veranstaltungen, unterstützt das Wohlbefinden, fördert soziale Bindungen und gibt den Menschen mit Demenz das Gefühl, Teil der Gemeinschaft zu sein.

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Demenz: Prävention https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-praevention/ Wed, 06 Aug 2025 11:01:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=63018

Das Älterwerden bringt viele Veränderungen mit sich, die sowohl für den älterwerdenden Menschen als auch für die Angehörigen herausfordernd sein können. Besonders bei Menschen mit Demenz spielt die Gestaltung des unmittelbaren Umfelds – die sogenannte Milieugestaltung – eine entscheidende Rolle für Wohlbefinden, Sicherheit und Orientierung.

Risikofaktoren für Demenz

Der größte Risikofaktor für Demenz ist das Alter. Gegen diesen Faktor kann man nichts tun, denn alle wollen ja in Gesundheit möglichst alt werden. Die weiteren Risikofaktoren bieten hingegen durchaus Stellschrauben. Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Schwerhörigkeit
  • Alkoholmissbrauch
  • Kopfverletzungen
  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Geringe geistige Aktivität
  • Wenig soziale Aktivität
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • Luftverschmutzung

Wer mit einem gesunden Lebenswandel hilft, die Wirkung dieser Risikofaktoren einzudämmen oder auszuschalten, kann sein persönliches Demenzrisiko signifikant senken. Wichtig: Das gilt nicht nur in betagtem Alter. Für den Schutz vor Demenz spielen die mittleren Lebensjahre zwischen 35 und 65 Jahren eine entscheidende Rolle, darauf weist die Forschung ausdrücklich hin.

Demenz: Diagnose, Therapien, Verlauf

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Demenz vorbeugen durch gesundheitliche Versorgung

Unbehandelter Bluthochdruck, Depressionen und Diabetes mellitus, landläufig Zuckerkrankheit genannt, bedeuten ein erhöhtes Demenzrisiko. Zur Vorbeugung ist es deshalb sinnvoll, möglichst regelmäßig zum ärztlichen Check-Up zu gehen, um solche Krankheiten erkennen und behandeln zu lassen. Auch Kopfverletzungen stellen ein Risiko dar und sollten unbedingt abgeklärt werden. Wer für seine körperliche Fitness Fahrrad fährt, sollte deshalb unbedingt einen Helm tragen.

Eine doppelte Gefahr stellt Schwerhörigkeit dar: Sie erhöht einerseits selbst das Demenzrisiko. Andererseits neigen viele Menschen bei Hörverlust dazu, soziale Kontakte zu meiden – was wiederum einen weiteren Risikofaktor darstellt. Demenzprävention bedeutet auch, sein Hörvermögen regelmäßig testen und sich gegebenenfalls ein Hörgerät verschreiben zu lassen.

Demenzprävention durch Bewegung

Bewegung hält das Gehirn gesund. Körperliche Aktivität verbessert die Durchblutung des Gehirns, sie regt Hormone an, die Verbindungen zwischen den Nervenzellen aufzubauen, und stimuliert das Zellwachstum im Lernzentrum des Hirns. Bewegung ist deshalb ein entscheidender Faktor der Demenzprävention.

Jeder darf sich dabei aussuchen, was einem am meisten Spaß macht. Wichtig ist: die Motivation! Auch ein Spaziergang nach dem Essen hilft schon. Empfohlen sind mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche. Wer das durchzieht, profitiert von weiteren positiven Effekten, etwa gegen Bluthochdruck und Übergewicht.

Vorbeugung durch Ernährung

Auch eine gesunde Ernährung hilft, Demenz vorzubeugen. Empfehlenswert sind Gemüse, zuckerarmes Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse. Meiden sollte man rotes Fleisch und Wurst sowie Alkohol und Rauchen. Eine gute Ernährung hat doppelten Nutzen: Sie schützt nicht nur das Gehirn und hält es fit. Sie reduziert zugleich Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und einen zu hohen Cholesterinspiegel.

Prävention durch geistige Fitness

Wer sein Gehirn bis ins Alter fordert, hat ein geringeres Demenzrisiko, das haben Studien belegt. Bücher oder Zeitung zu lesen, Spiele oder Puzzles zu machen oder etwas Neues zu lernen wie eine Fremdsprache oder eine Sportart, erhält oder verbessert die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Weniger hilfreich sind Kreuzworträtsel, die nur bekanntes Wissen abfragen, oder Fernsehen, das ist zu passiv.

Weniges stimuliert das Gehirn so wie Musik, sei es Musik machen oder Musik hören. Beim Musikhören kommt es allerdings auf die Abwechslung an. Neue Musik zu erleben, sich vielleicht dafür zu interessieren, was Kinder oder Enkel so mögen – das hält geistig fit.

Auch sich im Alltag ein bisschen zu fordern und mit Routinen zu brechen, ist sinnvoll. Wer ungewohnte Wege geht, neue Ort aufsucht, sich den Einkaufszettel nur einprägt oder die Zähne mit der ungewohnten Hand putzt, trainiert ebenfalls sein Gehirn.

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Vorbeugung durch sozialen Austausch

Studien haben belegt, dass Menschen, die ungewollt alleine sind, ein bis zu doppelt so hohes Demenzrisiko tragen. Soziales Miteinander hält fit, Austausch mit Anderen regt die geistige Aktivität und die Merkfähigkeit an.

Gerade ältere Menschen, die vielleicht schon ihren Partner verloren haben oder deren Kinder stark eingespannt sind, stehen in der Gefahr zu vereinsamen. Andere Menschen anzusprechen, ihnen Hilfe anzubieten, einem Sportverein oder Chor beizutreten oder eine Gruppenreise zu unternehmen – das alles sind Möglichkeiten, in den sozialen Austausch zu kommen und damit einem der wichtigen Risikofaktoren für Demenz entgegenzuwirken.

Fazit

Demenz lässt sich zwar nicht vollständig verhindern, aber das persönliche Risiko kann durch einen gesunden Lebensstil tatsächlich etwas gesenkt werden. Regelmäßige medizinische Vorsorge, ausreichend Bewegung, ausgewogene Ernährung, geistige Aktivität und soziale Kontakte sind zentrale Säulen der Prävention. Empfehlenswert ist es, schon in der Lebensmitte mit vorbeugenden Maßnahmen zu beginnen.

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Demenz: Hilfsangebote für Angehörige https://www.korian.de/ratgeber-magazin/demenz-hilfe-fuer-angehoerige/ Thu, 07 Aug 2025 13:39:00 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=61859

Wer Demenz hat, wird meist zuhause von den Angehörigen gepflegt. Das ist die Lage der Demenzpflege in Deutschland – statistisch gesehen. So angenehm und hilfreich es für Betroffene ist, in ihrer gewohnten Umgebung zu leben, so herausfordernd kann die Situation für die Familienmitglieder sein. Pflegende Angehörige sollten dabei immer auch die eigenen Kräfte im Blick behalten und Überforderung vermeiden – getreu dem Motto „Damit ich gut für dich sorgen kann, muss es auch mir gutgehen.“

Für Angehörige gibt es zahlreiche Angebote zur Unterstützung und zur Selbsthilfe. Einen generellen Überblick bietet der Wegweiser Demenz des Bundesfamilienministeriums.

Demenz: Unterstützung bei der Pflege zu Hause

Wer sich zur Pflege eines demenzkranken Angehörigen entschließt, steht nicht alleine da: Pflegende Angehörige haben vonseiten der Pflegekassen Anspruch auf eine kostenlose Beratung. Wer mit den typischen Verhaltensweisen Demenzkranker vertraut ist, dem fällt die häusliche Pflege in der Regel leichter. Die zuständigen lokalen Beratungsstellen sind in der Datenbank des Zentrums für Qualität in der Pflege zu finden. Kurse und Schulungen über den richtigen Umgang mit Demenzkranken werden außerdem über die zuständige Krankenkasse vermittelt.

Bei der häuslichen Pflege können sich Angehörige außerdem durch ambulante Pflegedienste unterstützen lassen. Diese kommen für Pflegeleistungen wie morgendliches Anziehen, Duschen oder Medikamentengabe ins Haus. Abgerechnet werden sie je nach festgestellter Pflegestufe mit der Pflegekasse.

Entlastung bei der häuslichen Demenzpflege

Eine Entscheidung für die häusliche Pflege bedeutet nicht zwangsläufig, dass Demenzpatienten 24 Stunden am Tag zu Hause betreut werden. Es gibt unterschiedliche ambulante Angebote, die den pflegenden Angehörigen Freiräume verschaffen, um durchzuschnaufen, Kräfte zu sammeln oder ganz allgemein, ihr eigenes Leben zu leben. Dazu gehören:

  • Betreuungsgruppen: Die regionalen Alzheimer Gesellschaften bieten Betreuungsgruppen als niedrigschwelliges Angebot, bei denen Demenzkranke für einige Stunden an einem oder mehreren Tage pro Woche in Gruppen betreut und beschäftigt werden.
  • Tagespflege: An einem oder mehreren Tagen pro Woche werden Demenzpatienten und -patientinnen abgeholt und in einer Pflegeeinrichtung im Rahmen von Tagespflege betreut.
  • Kurzzeit– und Verhinderungspflege: Für einen begrenzten Zeitraum werden Demenzkranke in einer stationären Einrichtung aufgenommen. Dies dient dazu, vorübergehende Phasen zu überbrücken, in denen die pflegenden Angehörigen etwa überlastet, selbst krank, beruflich verhindert oder in Urlaub sind.

Je nach Pflegestufe unterstützen die Pflegeversicherungen diese Pflegeangebote vollständig oder anteilig. Welche Pflegeleistungen sie genau übernehmen, ist hier zu finden.

Selbsthilfeangebote

Selbst wenn Unterstützungsangebote organisiert sind, bleibt die Pflege eines Demenzpatienten für die Angehörigen immer noch eine große Herausforderung. Die oftmals umfassende Pflege, die häusliche Versorgung und nicht zuletzt der Umgang mit den Folgen der Krankheit wie Verwirrung, Aggression und Nicht-Wiedererkennen Angehöriger, sind psychisch belastend.

Der Austausch mit anderen Menschen, die unter einer ähnlichen Belastung stehen, kann da sehr wohltuend sein. Man erlebt, wie Andere mit vergleichbaren Situationen umgehen und kann gegebenenfalls auch praktische Tipps austauschen. Dafür gibt es regional zahlreiche Selbsthilfegruppen für die Angehörigen von Demenzkranken. Zu finden sind sie über das Alzheimer-Telefon oder die Online-Datenbank für Selbsthilfegruppen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

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