Bewohner:innen-Geschichten – Korian Deutschland https://www.korian.de Bei Korian sind Sie bestens umsorgt Mon, 03 Nov 2025 15:48:53 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.7 /favicon-96x96.ico Bewohner:innen-Geschichten – Korian Deutschland https://www.korian.de 32 32 Plastikdeckel sammeln für den guten Zweck – ein Senior engagiert sich https://www.korian.de/ratgeber-magazin/plastikdeckel-sammeln-fuer-den-guten-zweck-ein-senior-engagiert-sich/ Thu, 18 Jul 2019 13:00:09 +0000 https://www.korian.de/news/plastikdeckel-sammeln-fuer-den-guten-zweck-ein-senior-engagiert-sich/ Unsere Bewohnerinnen und Bewohner haben ganz unterschiedliche Hobbies. Sei es Kuchenbacken, spannende Romane lesen oder malen – jeder hat eine ganz besondere Leidenschaft. Reinhard Rehnelt, der in der KORIAN-Einrichtung „Haus Evergreen Butzbach“ lebt hat ein ganz besonderes Hobby für sich entdeckt, mit dem er gleichzeitig noch etwas Gutes tut: Der 69-jährige sammelt seit drei Monaten Plastikdeckel von Getränkeflaschen, Milch- und Safttüten.

Die Plastikdeckel behält der Bewohner allerdings nicht für sich, sondern gibt diese bei Sammelstellen der Organisation „Assistenzhunde Deutschland e.V.“ ab. Durch diese Aktion wird nicht nur die Umwelt durch das Recycling von altem Plastik geschont, sondern noch viel wichtiger: der Verein finanziert durch den Erlös aus den recycelten Plastikkapseln die Ausbildung von Assistenzhunden.

Reinhard Rehnelt, Bewohner im Haus Evergreen Butzbach, sammelt Plastikkapseln für den guten Zweck.
Reinhard Rehnelt präsentiert stolz seine umfangreiche Sammlung der Flaschenkapseln, die für die Finanzierung der Assistenzhunde sammelt.

Der Einsatz von solchen Hunden ist nicht nur für jüngere Menschen mit physischen Einschränkungen wichtig, auch Senioren, die gesundheitlich beeinträchtigt sind profitieren von den Assistenzhunden. Da die Kosten für die Ausbildung eines Tieres rund 15.000 Euro betragen, kann sich nicht jeder eine solche tierische Unterstützung leisten.

Einrichtungsleiter Lars Albert ist stolz auf seinen Bewohner im Haus Evergreen Butzbach: „Herr Rehnelt ist sehr engagiert bei der Sache und sammelt fleißig in unserem Pflegeheim Plastikkapseln, damit sich bald eine bedürftige Person über einen Assistenzhund freuen kann“.

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86 Jahre alt und noch ein echter Fan: Johann Bieber lebt auch im Pflegeheim für die Fürther https://www.korian.de/ratgeber-magazin/86-jahre-alt-und-noch-ein-echter-fan-johann-bieber-lebt-auch-im-pflegeheim-fuer-die-fuerther/ Wed, 09 Jan 2019 13:03:21 +0000 https://www.korian.de/news/86-jahre-alt-und-noch-ein-echter-fan-johann-bieber-lebt-auch-im-pflegeheim-fuer-die-fuerther/ Die Tür aus dem Zimmer 2.33 öffnet sich und ein freundliches Gesicht kommt zum Vorschein. Der Bewohner Johann Bieber ist bekannt für seine Leidenschaft zum Fußball und vor allem für die SpVgg Greuther Fürth. Das spiegelt sich auch in der Einrichtung seines Zimmers wieder. Egal ob Bettwäsche, Kühlschrank oder Garderobe – selbst der Rollator des 86-jährigen Seniors ist mit mehreren Aufklebern des Vereinswappens versehen.

Johann Bieber lebt seine Leidenschaft für die SpVgg Greuther Fürth im Fürther Pflegeheim.
Johann Bieber lebt seine Leidenschaft für die SpVgg Greuther Fürth im Seniorenheim.

Leidenschaftlicher Fußballer und Zuschauer

Der gebürtige Tscheche ist nicht nur ein treuer Fan der SpVgg Greuther Fürth, sondern auch selbst begeisterter Hobbyfußballer. Schon als junger Mann spielte er in dem mittelfränkischen Ort Siegelsdorf in einem kleinen Verein und das bis zu seinem 45. Lebensjahr – „bis meine Ehefrau meinte jetzt reicht’s mal“, lacht Johann Bieber.

Ins Fußballstadion ist der Kleeblatt-Fan und Bewohner des Fürther Pflegeheims sein Leben lang gegangen, am liebsten auf „Block Drei“ und in Begleitung seiner ältesten Tochter. Und selbst im Seniorenheim verfolgt Bieber regelmäßig die Spiele von Greuther Fürth auf seinem Sky-Receiver.

Seine älteste Tochter war im Übrigen auch verantwortlich für die Gestaltung seines Bewohnerzimmers im „Greuther-Fürth-Style“. Bieber erinnert sich gerne an die Aussage seiner Tochter zurück: „Papa du brauchst nix machen, du schaust nur zu“. Mit dem Ergebnis ist Johann Bieber jedenfalls zufrieden.

Der Bewohner des Fürther Pflegeheims ist stolz auf seine Fan-Mützen-Sammlung
Besonders auf seine Mützensammlung ist der 86-jährige Heimbewohner sehr stolz – seine vier Lieblinge hängen sogar an der Wand seines Zimmers.

Individuell Wohnen im Haus Fronmüller Fürth

Bieber lebt bereits seit drei Jahren in der Fürther KORIAN-Einrichtung, nachdem er wegen eines Herzproblems ins Krankenhaus musste. Trotz ein paar kleinerer gesundheitlicher Einschränkungen ist der Senior mit seiner Gesundheit sehr zufrieden und lässt seinen Rollator meist in der Ecke seines Zimmers stehen.

Dass Johann Bieber sich im Haus Fronmüller Fürth so wohl fühlt, hat er vor allem Einrichtungsleiter Michael Rehnen zu verdanken. Beide teilen ihre Leidenschaft für den Fußball und vor allem für Greuther Fürth. Dank Rehnen besteht zwischen dem Seniorenheim in der Fronmüllerstraße eine Kooperation mit dem Fürther Fußballverein. Für Johann Bieber ein Glücksfall: Er kann sich über regelmäßigen Besuch seiner Fußballstars freuen, die die weiß-grüne Gestaltung seines Zimmers begrüßen.

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Bademantelchallenge: Gemeinsam sichtbar für Alzheimer https://www.korian.de/ratgeber-magazin/bademantelchallenge-2025-gemeinsam-sichtbar-fur-alzheimer/ Tue, 07 Oct 2025 10:36:58 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=64815

Auch in diesem Jahr rief Korian Deutschland seine knapp 230 Einrichtungen zur #Bademantelchallenge in den sozialen Netzwerken auf, um rund um den Welt-Alzheimer-Tag Aufmerksamkeit für das Thema Demenz zu schaffen.

Die Idee dahinter ist einfach und wirkungsvoll: Bewohner:innen, Mitarbeitende und Angehörige zeigen sich in Alltagssituationen im Bademantel und posten Videos oder Fotos auf Facebook, Instagram & Co. Die Aktion symbolisiert die Orientierungslosigkeit, wie sie viele Demenzbetroffene erleben – und macht die Herausforderungen im Alltag sichtbar.

Zahlreiche Korian-Häuser beteiligen sich mit kreativen Beiträgen, oft gemeinsam mit Angehörigen und Bewohner:innen. Die Kampagne erzielte bereits im letzten Jahr große Reichweite. Die Bademantelchallenge 2025 knüpft daran an – und setzt ein starkes Zeichen für mehr Offenheit und Verständnis im Umgang mit Alzheimer.

Die Bewohner:innen und Mitarbeiter:innen aus dem Haus Maxhütte in Haidhof haben sich am 13. September gemeinsam in ihre Bademäntel geworfen und vor einem selbstgebastelten Vergissmeinnicht-Bilderrahmen posiert. Die Blume steht für Erinnerung und Treue, die Farbe Lila für Mitgefühl und Hoffnung.

Auch die Mitarbeiter:innen und Bewohner:innen aus dem Haus an der Heide Stelle verbrachten den Tag im Bademantel. Mit verschiedenen nachgestellten Szenen wollen sie zeigen, was manchmal in den Köpfen Demenzerkankter vorgeht – da werden schon mal die Haare gegossen und die Blumen gekämmt, statt umgekehrt.

Das Team „NRW, Homcare, SIL, Qualivita“ aus dem Payroll traf sich im Haus Curanum Am Ochsenkamp in Schwelm zu einem Meeting. Trotz der teilweise weiten Anreise brachten die Kolleg:innen ihre Bademäntel mit um bei der Challenge dabei zu sein.

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Wissenswertes zum Thema Demenz

Im Korian‑Ratgeber Demenz und Pflege ist ein kompetenter Begleiter mit praxisnahen Tipps für eine menschenorientierte Demenzpflege.

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Ein ganzes Jahrhundert https://www.korian.de/ratgeber-magazin/ein-ganzes-jahrhundert/ Sat, 15 Feb 2020 09:00:46 +0000 https://www.korian.de/news/ein-ganzes-jahrhundert/ Johanna Thürmann hat ein Morgenritual. Es ist ein wenig ungewöhnlich. Während die anderen Senioren im Pflegeheim Haus Kienhorstpark in Reinickendorf aufstehen, sich anziehen und zum Frühstück gehen, zockt die 103-Jährige erst ein paar Runden Solitaire. Danach startet sie in den Tag. Für das Kartenspiel braucht Thürmann keine richtigen Karten, sondern nur den Rechner, der in ihrem Zimmer steht. Sie spielt lieber mit digitalen Karten. „Es wäre für mich viel zu anstrengend, immer wieder aufs Neue mischen zu müssen“, sagt die waschechte Berlinerin. „Mit dem Computerspiel brauche ich nur einen Klick mit der Maus und los geht’s.“

Thürmann kann sich gut alleine beschäftigen. Sie braucht den Kontakt mit ihren Mitbewohnern nicht unbedingt. „Ehrlich gesagt finde ich die meisten hier ein bisschen komisch“, sagt sie. „Sie schweigen sich so an, aber vielleicht liegt das auch an mir.“ Sie freue sich deshalb umso mehr, wenn ihr 77-jähriger Sohn Rolf oder ihr Enkel Bastian zu Besuch kommen.

Chefsekretärin beim SFB

Als Johanna Thürmann 1916 geboren wird, wütet der Erste Weltkrieg in Europa. Der Computer war noch längst nicht erfunden. Sie wächst mit ihren zwei älteren Brüdern in einer Zwei-Zimmer-Wohnung in der Badstraße in Wedding auf. Ihre Eltern sind beide Schneider und verdienen nicht viel. „Mein Vater war aber ein sehr fortschrittlich denkender Mensch“, sagt Thürmann. Er sei Mitglied der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD), eine Abspaltung der damaligen SPD, gewesen. Er schickt Thürmann auf die Höhere Schule, auf der Jungs und Mädchen gemeinsam unterrichtet werden. Das sei für die Zeit sehr ungewöhnlich gewesen. Doch nach der Obersekunda, dem 11. Jahrgang, bricht sie die Schule ab. „Ich könnte mich heute noch prügeln, dass ich nicht bis zum Abitur durchgehalten habe“, sagt Thürmann. „Wer weiß, was alles hätte sein können.“

Doch was Thürmann in den darauffolgenden Jahren erlebt, würde viele mit Neid erfüllen. In ihrer Zeit als Chefsekretärin beim Sender Freies Berlin (SFB) kommt sie in Kontakt mit einer Reisegruppe, die sie in die ganze Welt führen wird. Japan, Kenia und New York sind nur ein paar Beispiele von ihren Abenteuern. „Oder Machu Picchu, das war für mich wirklich ein Traum“, sagt sie. „Ein Höhepunkt meiner Reisen.“

Glücklich über ihr Leben im Berliner Pflegeheim: Johanna Thürmann
Glücklich über ihr Leben im Berliner Pflegeheim: Johanna Thürmann

„Na, Frau Thürmann, haben Sie schon aus­reichend Wasser getrunken heute?“, fragt die Pflegerin, die einen Tablettwagen das Zimmer hereinschiebt. Thürmann schaut aus dem Fenster, als wäre sie in ihren Gedanken kurz ­wieder in Peru. „Jaja, mache ich gleich“, sagt sie l­ächelnd. Die Pflegerin stellt das benutzte Geschirr auf den Wagen. „Was möchten Sie heute essen?“ Thürmann überlegt kurz und sagt dann: „Ich hätte gern wieder Fisch, wenn es den gibt. Der war letztes Mal so zart und lecker.“

Thürmann zog am 15. Oktober 2015 ins Reinickendorfer Pflegeheim. Ein Datum, das sie sich leicht merken kann. Bis zum 99. Lebensjahr wohnte sie noch allein in ihrer eigenen Wohnung. „Ich bin aus freiem Willen ins Pflegeheim gezogen, nicht, weil ich musste“, sagt Thürmann. „Ich versuche immer ein bisschen im Voraus zu denken.“ Also machte sie sich mithilfe ihres Sohnes auf der Suche nach einem Pflegeheim, während sie noch fit ist. Doch auch heute hat sie noch keine ernsten Beschwerden. Klar, sie sehe schlechter, höre schlechter und müsse zum Beispiel immer darauf achten, dass sie die Beine hochlegt, weil sie sonst dick werden, aber ansonsten geht es ihr gut. Nur ihr Gedächtnis stört sie regelmäßig. „Es ärgert mich, wenn ich etwas erzähle und den roten Faden verliere“, sagt Thürmann. Viele in ihrem Alter würden das einfach hinnehmen. Nicht Johanna Thürmann. In ihrem Gesicht ist abzulesen, dass sie sich unbedingt daran erinnern will, was ihr gerade eben aus ihren Gedanken entflohen ist. Und am Ende erinnert sie sich tatsächlich.

„Ich war schon immer ein bisschen anders“, sagt sie. „Ich hatte auch nicht viele Freundinnen und nie eine richtige Freundin. Oder eine Herzfreundin.“ Sie komme als Einzelgängerin sehr gut klar. Seit 74 Jahren ist sie auf sich selbst angewiesen. Ihr Ehemann, Kurt wurde 1945 an die Ostfront geschickt und kam nicht wieder. Der Ingenieur fiel einer der letzten Offensiven des Dritten Reiches zum Opfer. Thürmann schaut sich oft sein Porträt an, das auf ihrem Nachttisch steht. „Ich habe ihn sehr geliebt.“

„Ach stimmt, ich sollte Wasser trinken“, erinnert sich Thürmann plötzlich und zeigt dabei auf einen Zettel an der Wand, auf dem „TRINKEN“ geschrieben ist. Ihr Enkel Bastian habe die großen Buchstaben geschrieben, damit seine Oma sie lesen kann. Und nicht nur das. Er habe ihr schließlich auch beigebracht wie sie ihren Rechner benutzt. Und dafür ist sie ihm jeden Morgen dankbar.

Autor: Floris Kiezebrink, Ausgabe: Tagesspiegel Pflege 2020

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Warum schreiben glücklich macht https://www.korian.de/ratgeber-magazin/warum-schreiben-gluecklich-macht/ Fri, 11 Oct 2019 11:08:58 +0000 https://www.korian.de/news/warum-schreiben-gluecklich-macht/ Wenn Michaela Lambertz alias Pia Wunder über ihre Anfänge als Autorin nachdenkt, spiegelt ihr Gesicht binnen Sekunden alle Gefühlszustände wider, die sie bei ihrer Feuertaufe erlebt hat: Stress, Stolz, Erschöpfung, Glück. „Es kam alles zusammen. Ich hatte meinen ersten Roman fertiggestellt und wir wollten in den Urlaub. Ausgerechnet nach Amerika“, erzählt sie, als ob es gestern gewesen wäre. „Dann hat das Hochladen der Datei bei Amazon nicht funktioniert, ich hatte kaum ein Auge zugemacht, als ich um 5 Uhr morgens in den Flieger eingestiegen bin“.

Einen Tag später und jenseits des großen Teichs klappte sie ihren Laptop auf und checkte, wie der Start ihres ersten Buches ausgefallen war und konnte es kaum glauben. Binnen kürzester Zeit hatten Tausende ihr Buch heruntergeladen. „Das war einfach unglaublich und ich konnte den Urlaub von da an genießen. Ich habe mir aber auch gesagt: ‚Nie wieder so ein Druck‘.“ Heute, gut vier Jahre später, hat sie bereits drei Bücher veröffentlicht, ein weiteres in Angriff genommen und mindestens noch eines im Kopf. lächelnde Frau vor Bücherregal

Der Weg zur Buchautorin

„Ich hatte eigentlich immer Lust zu schreiben, tue das auch schon seit der Kindheit. Meine Lieblingssituation in der Schule war es, wenn der Lehrer uns einen Satz vorgegeben hat und wir eine Geschichte daraus machen sollten“, erzählt sie und die Worte sprudeln.

Ihrem Talent entsprechend studierte sie Sprachen: Japanisch, Englisch und Volkswirtschaft in Bonn, später noch Marketing. Aber die Zeit, sich dem Eigentlichen, nämlich dem Niederschreiben der Worte, zu widmen, die unabhängig von der Lebenssituation immer wieder und einfach so in ihr entstehen, wurde knapper und knapper. Zu arbeiten, als Alleinerziehende zwei Söhne großzuziehen, den Haushalt zu führen, all das wurde dagegen zu viel.

2014 folgte der Zusammenbruch. „Mir ging es gesundheitlich sehr schlecht, ich war in der Reha und habe gemerkt, dass ich für alle funktioniere, aber für mich selbst gar keine Zeit habe“, sagt sie und wieder unterstreicht Ihre Mimik das Erzählte.

Der Familienrat gab grünes Licht und fortan ließ es Michaela Lambertz sich nicht mehr nehmen zu schreiben. Sie hatte mit „Pulsbeschleuniger“ bereits ein Buch angefangen und nun ging sie das Werk systematisch an, aus dem wenig später eine dramatische Liebes-Geschichte entstand.

Sie ließ eine Fortsetzung folgen und begann 2017 mit den Recherchen zu ihrem dritten Buch. Und geriet aus privaten Gründen erneut an die Grenzen der Belastbarkeit. Der Anruf einer Bücherei, ob sie anlässlich der geplanten Buchausstellung eine Lesung veranstalten könne, war der Wendepunkt. „Wenn ich mich entschieden habe, etwas anzugehen, ziehe ich das auch durch“.

Von Michaela Lambertz zu Pia Wunder

Warum Pia Wunder? „Ich habe immer gesagt, dass ich zurückkomme nach Hennef, wenn ich mal Familie gründe, weil es hier so schön ist. Aber hier kennen mich so viele und das Pseudonym hatte zunächst die Funktion, dass es nicht so peinlich gewesen wäre, wenn das Buch als totaler Flop geendet hätte“, gibt sie zu.

Zudem ging sie aber auch von sich selbst aus – als Leserin. Und diese mag es, sich ein Buchcover anzusehen, das Autorenbild und den Namen zu studieren und zu mutmaßen, was sich dahinter für ein Schreibstil verbirgt. „Ich wollte, dass das Pseudonym etwas Positives erweckt in den Menschen.“

Das tut es definitiv. Sie wird nicht nur als Pia Wunder angesprochen, sondern hat mit ihren Büchern richtiggehend Erfolg. Selbst wenn der tausendfache Download beim Debüt auch der Tatsache geschuldet war, dass er zunächst kostenlos war („Anfängerfehler“), stimmen die Zahlen – vor allem für jemand, der nebenbei im Eigenverlag Bücher herausbringt.

„Früher habe ich davon geträumt, dass das ein Hauptjob für mich wäre. Jetzt ist es eben so, dass mir mein Hauptjob hier bei KORIAN die Miete finanziert, mit meinem Mini-Job fülle ich den Kühlschrank und das Schreiben sichert mir den Kuchen“, sagt sie, lacht, und ergänzt, „es ist zwischenzeitlich sogar Urlaub drin“.

Geschichten für die Bewohner in Hennef-Mitte

Die Auseinandersetzung mit der Mutter, der Kriegs- und Nachkriegsthematik hat übrigens nicht nur bei ihr viele Emotionen ins Rollen gebracht. Interessanterweise auch bei den Bewohnern in der KORIAN-Einrichtung in Hennef-Mitte. Michaela Lambertz ist in der Verwaltung beschäftigt, für Abrechnungen, Verträge und Taschengeld zuständig, „aber das Menschliche und der Kontakt zu den Bewohnern ist mir auch sehr wichtig“.

So kam es, dass sie Lesungen im Hennefer Seniorenheim veranstaltete. „Vielen Menschen hier ist das alles so ähnlich selbst passiert, deshalb ging es ihnen auch so nahe. Der Krieg und seine traumatischen Folgen sind bis heute ein prägendes Thema.“

Ihrem Ziel, der Leidenschaft mehr Leine zu geben, kommt sie in kleinen Schritten stetig näher. „Klar muss ich mir die Zeit immer noch stehlen, aber es entwickelt sich.“ Die Kinder sind groß, die Lesergemeinde wächst und vor allem hat sie die beruhigende Erfahrung gemacht, dass sie es kann: Geschichten erfinden und zu Büchern zu machen, die gemocht, ja gar geliebt werden.

Was sie schreiben muss, das sagt ihr schon ihr Inneres. „Ich hatte neulich eine Idee, aber es floss nicht. Bis ich gemerkt habe, dass ich erst einen anderen Stoff angehen muss.“ Es wird nochmal eine Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie. Pia Wunder ist noch lange nicht fertig.

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»Es geht mir gut hier, ich bin zufrieden« https://www.korian.de/ratgeber-magazin/es-geht-mir-gut-hier-ich-bin-zufrieden/ Fri, 16 Nov 2018 14:54:21 +0000 https://www.korian.de/news/es-geht-mir-gut-hier-ich-bin-zufrieden/ Wenn es um ihren geliebten Garten geht, um die angebauten Kartoffeln, Tomaten, den Salat, dann sprüht Minna Kiefer vor Leben, erzählt mit Händen und Füßen und strahlt übers ganze Gesicht. Wer die Seniorin in ihrem Sessel sitzen sieht, kann es nicht glauben: Sie feiert an diesem Mittwoch ihren 101. Geburtstag. 1917 kam die zierliche Seniorin in Malkotsch auf die Welt, einem Dorf in der rumänischen Dobrudscha, das Auswanderer aus Schwaben und der Pfalz gegründet hatten. Auch Minna Kiefers Familie gehörte dazu, allesamt Bauern und Selbstversorger, die harte Arbeit gewohnt waren. Im gleichen Dorf wuchs Minna Kiefers späterer Ehemann Emanuel auf, die beiden heirateten 1939, ein Jahr später kam Sohn Josef auf die Welt, der drei Jahre später noch eine Schwester bekam.

Nach Deutschland umgesiedelt

Mit dem Baby und ihrem ganzen Hab und Gut wurde die Familie im November 1940 bei der Aktion »Heim ins Reich« nach Deutschland umgesiedelt und landete in Aschaffenburg. Doch die Kiefers wollten immer heim nach Rumänien, die Kriegswirren ließen eine Rückkehr aber nicht zu. Stationen in Polen folgten, bis nach dem Krieg dann Würzburg zum Lebensmittelpunkt wurde. Dort wohnte die mittlerweile vierköpfige Familie mit weiteren Angehörigen in Holzbaracken, die Männer fanden Arbeit bei den Amerikanern, Sohn Josef besuchte die Handelsschule. 1956 dann der letzte Ortswechsel: Mit dem angesparten Geld bauten sich die Kiefers zusammen mit Minnas Bruder und den Eltern ein Haus in Mainaschaff. In der Gemeinde gab es bis 1980 regelmäßige Malkotscher-Treffen, sogar eine Straße ist nach der Heimat der Kiefers benannt. Minna Kiefer hat nie einen Beruf erlernen können. Sie war Hausfrau und Mutter, fest im katholischen Glauben verwurzelt, verdiente sich durch Putzen und als Erntehelferin ein Zubrot, sorgte für die Familie und kümmerte sich um den Garten. Bis vor wenigen Wochen – also mit bereits 100 Jahren – hat sie alleine im eigenen Haus gelebt, umsorgt vom Sohn, der im Haus nebenan wohnt, und der Familie.

Regelmäßig eine Runde

Doch nach einem heftigen Sturz zog Minna Kiefer im September ins Seniorenheim Haus Mainparksee. »Es geht mir gut hier, ich bin zufrieden«, sagt die Jubilarin und erzählt, dass sie gerne bei den Spielen im Haus mitwirkt, regelmäßig mit dem Gehstock eine kleine Runde dreht. »Denn Bewegung ist wichtig«, erklärt sie energisch. An den Wänden hängen zahlreiche Familienfotos, vom 1978 verstorbenen Ehemann, den Eltern, Kindern, drei Enkeln und fünf Urenkeln. Aufgeregt wartet die Jubilarin auf Besuch an ihrem Ehrentag: Die Familie kommt, aber auch die Mitbewohner, der Landrat und der Bürgermeister wollen gratulieren.

Seniorin mit ausgesteckten offenen Armen

Quelle: Cornelia Müller, Main-Echo

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Aufgeblüht in vertrauter Umgebung https://www.korian.de/ratgeber-magazin/aufgeblueht-in-vertrauter-umgebung/ Mon, 14 May 2018 18:45:24 +0000 https://www.korian.de/news/aufgeblueht-in-vertrauter-umgebung/ Nicht so wild – so hat sie es auch gern im richtigen Leben. Als sie ankam im Betreuten Wohnen in der Einrichtung in Eitorf ging es ihr gar nicht gut. Private Probleme in der Familie und die Einsamkeit im großen Haus hatten ihr zugesetzt, sie war nervlich schwer angeschlagen. Deshalb war es umso wichtiger, an einen Ort zu wechseln, der ihr behagte. Vor zwei Jahren fand sie ihn.

Wenn man sie heute sieht, kann man gar nicht glauben, dass es ihr mal schlecht ging. Sie plaudert aus dem Nähkästchen, lacht, macht Witze. „Ich bin hier wirklich gut angekommen und fühle mich richtig sicher aufgehoben.“
Gleich nach der Soko-Sendung und dem kleinen Plausch wird das folgen, was einen typischen Tag für sie ausmacht. Die 82-Jährige zieht einen Mantel über und wandelt hinaus, die Straße hinunter, um in eines der goldigen Cafés im kleinen Städtchen am Eibach zu gehen und Freundinnen zu treffen. Die Treffs finden wahlweise im „Goethecafé“, in der „Tortenkutsche“ oder dem „Kaffeekränzchen“ statt.

„Ich bestelle dann einen Kaffee mit ein bisschen Milch und manchmal auch ein Törtchen.“ Und wenn eine der Plauder-Kolleginnen zu viel über die körperlichen Malaisen spricht, schreitet sie ein. „Dann sag ich, jenug mit den Krankheiten, jetzt reden wir über etwas anderes. Dat bring ich.“ Die leichte niederrheinische Färbung ist jetzt zu hören.

Anschließend geht es meistens zurück in die Wohnung, mittags wird regelmäßig ein Schläfchen gemacht.

Für Sophia Gertrud Giebels ist die Einrichtung ein Segen, denn sie liegt dort, wo sie beinahe 50 Jahre ihres Lebens verbracht hat. Die Freundinnen in den Cafés sind alte Bekannte.

Das Betreute Wohnen der Einrichtung in Eitorf ist ein freundlicher Ort. Erst im November 2015 wurde es eröffnet. Das Gebäude umfasst 28 Wohnungen, teilweise mit Balkon oder Terrasse ausgestattet, und ist über einen hellen Gang mit dem Ursprungsgebäude verbunden. Dort ist die stationäre Pflege mit 80 Plätzen untergebracht.

„Das Angebot wird hervorragend angenommen, derzeit sind alle Wohnungen belegt“, sagt Einrichtungsleiterin Christina Maldaner.

Der große Vorteil des Betreuten Wohnens ist: Man hat alle Freiheiten, kann die Freizeit so gestalten, wie es einem behagt. Und die privaten Räumlichkeiten. Gertrud Giebels mag es farbenfroh, hat ihr Domizil liebevoll dekoriert. Und kochen kann sie, bevorzugt dabei „die richtig alten Sachen“: Spiegelei, Pfannkuchen oder Sauerkraut mit Püree und Kasseler.

Gleichzeitig besteht immer die Möglichkeit zum Austausch oder dazu, ein Angebot der Einrichtung wahrzunehmen – etwa das Tanzcafé oder die Gymnastikstunde.

Für Giebels genau die richtige Mischung aus Autonomie und Fürsorge. „Hier werde ich immer wieder animiert, etwas in der Gemeinschaft zu unternehmen, kann mich aber auch zurückziehen, ausruhen, oder meine Verwandtschaft empfangen. Wenn ich dazu Lust habe.“
Und von der gibt es reichlich. 5 Kinder hat sie und 9 Enkel, inzwischen ist die gebürtige Jülicherin sogar 5-fache Uroma. Neulich war sie mit einer der Töchter auf Kurzurlaub in Belgien, immer wieder besucht sie die nahe wohnenden Nachkommen.
Das Leben war nicht immer leicht, oft anstrengend und mit vielen Umzügen verbunden. Ihr Mann war Offset-Drucker und so kam es, dass sie vom Niederrhein nach Holland, in die Schweiz und wieder zurück nach Viersen zog. Später dann nach Eitorf.

Seniorin blüht in vertrauter Umgebung auf

Umso schöner, dass sie im vertrauten und betreuten Umfeld wieder zu Kräften und Lebenslust kam.

Gertrud Giebels hofft, die Mischung aus Müßiggang („Ich bin gern allein“) und sozialem Miteinander noch möglichst lange pflegen zu können. Und darauf, dass es noch lange „Bares für Rares“ zu sehen gibt. Wenngleich die Sendung zwiespältige Gefühle in ihr weckt: „Ich mag das eigentlich sehr gern, aber ich kann manchmal gar nicht glauben, was die Leute alles weggeben“.

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Frisch verliebt im hohen Alter https://www.korian.de/ratgeber-magazin/frisch-verliebt-im-hohen-alter/ Tue, 08 May 2018 16:07:37 +0000 https://www.korian.de/news/frisch-verliebt-im-hohen-alter/ Das Leben hat für Margarete Bestgen viele Wirren und Wendungen bereitgehalten. Aber mindestens eine Konstante gibt es: die Willis.
Ihr Vater hieß so, ihr Ehemann, der Sohn und ein lieber Cousin. Dass es einen weiteren Willi geben würde, der ihr so wichtig wird, hätte sie nicht vermutet. Doch dann verliebte sie sich im hohen Alter. In Willi Stricker.

Und so lief das Kennenlernen: Margarete, 88 Jahre alt, lebt im Betreuten Wohnen einer Korian-Einrichtung in Eitorf. Eines Tages – vor rund eineinhalb Jahren – beschließt sie, ihre Bücher dem angeschlossenen Pflegeheim zu übergeben. Das Apartment, in das sie gezogen ist, ist zwar schön und hat einen Balkon, aber es fehlt an Platz.

Beim Kramen nimmt sie wahr, dass ein Bewohner vom Balkon in den Mehrzweckraum gekommen ist und mit seinem Rollator stehen bleibt.

Es ist Willi Stricker, der hier – kaum 70 Meter Luftlinie entfernt von ihrer Wohnung – in der stationären Pflege untergebracht ist. Der 81-Jährige, quasi ein Jungspund, spricht sie an. „Wir konnten uns sofort über alles Mögliche unterhalten“, sagen die beiden, beinahe unisono. Eine Stunde später gibt sie das Zeichen. „Wir können gern öfter miteinander sprechen.“

Fortan guckt immer der eine, wo die andere ist. Und umgekehrt. Es wird Liebe daraus. „Seitdem nenne ich ihn Willi, den Fünften“, sagt sie und er dreht lachend den Kopf zu ihr.

Die Geschichte ist genau so niedlich, wie die beiden aussehen, wenn sie auf dem Sofa in Margaretes Wohnung sitzen, die Köpfe aneinander gelehnt.

„Es ist sehr schön zu zweit, wir haben zum Beispiel Karneval miteinander verbracht oder sitzen einfach nur zusammen. Aber vor allem haben wir Spaß“, sagt sie. Da sich die zwei nicht mehr gut bewegen können, ist ihr Aktionsradius eingeschränkt. Sie nehmen’s gelassen: „Manchmal schlafen wir auch nebeneinander ein, der eine auf dem Sessel, der andere auf der Couch. Und wenn wir aufwachen, freuen wir uns.“

Musik spielt für beide eine wichtige Rolle. Er mag Rudolf Schock, sie den „Zillertaler Hochzeitsmarsch“. Manchmal singt er ihr sogar etwas vor. „Ich habe in meinem Herzen da drinnen einen wunderbaren Schmerz“, zitiert Stricker den Operettensänger.

Was ihm an ihr gefällt: „Ihr ganzes Wesen. Für mich war es Liebe auf den ersten Blick.“

Was sie an ihm schätzt: „Sein Inneres, das Verstehen, die Seele. Das ist für mich wichtiger als Geld und Gut. Da habe ich ohnehin nie nach geschaut.“

Eigentlich hatte Margarete vor, wieder zurück nach Bayern zu gehen, weil ihr das Klima im Süden des Landes besser behagt. In München hat sie zudem eine gute Zeit ihres Lebens verbracht. Doch dann traf sie Willi und entschied zu bleiben.

Beide haben viel erlebt.

Margarete hat 5 Kinder zur Welt gebracht, 3 Söhne und 2 Töchter. Als eine stirbt, fällt sie in eine tiefe Krise. Schon in jungen Jahren hat sie Dinge erlebt und Probleme gelöst, die für mehrere Leben reichen. Ihr Mann stirbt plötzlich und sie steht allein mit dem Nachwuchs da, das Haus ist nicht abbezahlt. Sie versorgt und arbeitet einfach weiter. Macht den Führerschein, vermietet Zimmer im Haus, kocht und wäscht für 16 Personen. Sie erleidet einen Herzinfarkt, ohne dass sie es merkt.
Sie kommt wieder auf die Beine, schult um auf Kauffrau, zieht nach München, weil es dort eine interessante Stelle gibt, als Filialleiterin. Sie wohnt sogar im Wohnwagen und arbeitet bis sie 80 Jahre alt ist. „Mein Optimismus, mein starker Wille und mein Humor haben mich am Leben gehalten“, sagt Margarete.

Heute hat sie 10 Enkel, der Lebensmut ist zurückgekehrt – auch dank Willi.

Stricker, in Merten an der Sieg geboren, ist im Krieg groß geworden und erlebt die Zeit danach intensiv – mit Armut, Hunger und mangelnden Perspektiven. Eigentlich wäre er gern Schneider geworden, aber bevor er seine Lehrstelle antreten kann, stirbt der Meister. Er lernt stattdessen Fahrrad- und Motorrad-Mechaniker, später Schlosser. Er ergreift immer die nächste sich bietende Chance und arbeitet sich fleißig nach oben. Bis zum Maschinenwart.
Stolz erzählt er von seinem Hobby Bergsteigen („bis 4000 Meter“) und seiner Zeit bei der Freiwilligen Feuerwehr. „Ich hab sogar mal dem berühmten Willi Millowitsch bei einer Theateraufführung hier in Eitorf Bescheid gesagt, dass er nicht rauchen darf, als ich Dienst hatte“, sagt er. „Da war er nicht begeistert“.

Heute ist Willi Stricker Vorsitzender des Heimbeirats. Die Feuerwehr-Vergangenheit sorgt dafür, dass er öfter mal in alte Muster verfällt. Nämlich dann, wenn die Feuerlöscher zugestellt werden. „Dat darf nit sein“, sagt er und die Tatsache, dass er Rheinländer ist, lässt sich nicht verleugnen.

Wie finden das eigentlich die anderen, dass zwei betagte Menschen zum Liebespaar werden? „Zuerst hat man Witze gemacht und gesagt: ‚Ach die Turteltäubchen‘ und ‚Wann wird denn geheiratet?‘, erzählt Margarete. „Da habe ich gesagt: Nächste Woche um halb drei“, sagt Willi, und unterstreicht die Tatsache, dass er ein Witzbold ist. Inzwischen ist die gelebte Zweisamkeit absolute Normalität in den beiden Einrichtungen in Eitorf.

Frisch verliebt im hohen Alter

Und die Beziehungsziele? Sind schlicht. Es soll einfach so lange wie möglich so weitergehen wie jetzt.

Das bisschen Sehnsucht nach Bayern lebt Margarete auf ihre Art aus. Dann legt sie entsprechende Musik auf, zieht ein Dirndl an und betrachtet ihr selbst gemaltes Bild vom Königssee, das in ihrem Schlafzimmer hängt. Aber dann kehrt sie zurück ins Wohnzimmer, wo der Willi auf dem Sofa sitzt und das Leben ist gut.

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Tag der 100-Jährigen bei Korian – Ein Fest der Wünsche https://www.korian.de/ratgeber-magazin/tag-der-100-jaehrigen-bei-korian-ein-fest-der-wuensche/ Fri, 05 Jul 2024 14:13:50 +0000 https://www.korian.de/?post_type=guide_magazine&p=58200

Am 28. Juni haben wir bei Korian etwas ganz Besonderes gefeiert: den Tag der 100-Jährigen! An diesem besonderen Tag stehen unsere Bewohner:innen im Mittelpunkt, die im Jahr 1924 geboren wurden und somit in nun ihren 100. Geburtstag feierten bzw. noch feiern werden. 147 Jubilare sind es in diesem Jahr in unseren Korian Häusern.

Wünsche werden wahr!

Um unseren Hochbetagten eine besondere Freude zu bereiten, ihre Lebenserfahrung zu würdigen und emotionale Momente einzufangen, erfüllt Korian Herzenswünsche. Hier sind einige der erfüllten Wünsche:

Frau L. aus unserem Haus Rebental in Hassloch wünschte sich zu ihrem 100. Geburtstag „einen frischen Duft“.

Frau G. aus dem Haus Eichenhof in Sassenburg liebt Tiere über alles und hat nun ihren eigenen kleinen Streichelzoo aus Kuscheltieren.

Drei Damen aus dem Zentrum für Betreuung und Pflege am alten Poststadion in Bonn bekamen Gutscheine für besondere Anlässe: Frau D. möchte noch einmal mit Ihren Angehörigen in den Rheinterrassen einen Tag verbringen, Frau K. hat sich einen Friseurgutschein gewünscht und Frau R. möchte mit den Angehörigen in Niederkassel in einem Restaurant von früher essen gehen.

Herzlichen Glückwunsch!

Das Geheimnis der Langlebigkeit: Was wir von den Alten lernen können

Das Interesse an der Frage, wie ein Mensch so alt werden kann ist seit jeher ungebrochen.

2021 lebten in Deutschland 23.513 Hundertjährige – davon 18.866 Frauen – und diese Zahl wächst stetig. Im Jahr 2000 waren es noch 5.937 Hundertjährige. Prognosen zufolge werden von denen, die um das Jahr 2000 geboren sind, mehr als die Hälfte das 100. Lebensjahr erreichen.

An verschiedenen Orten der Erde, den sogenannten Blue Zones, gibt es statistische Häufungen extrem Hochaltriger. Dazu zählen: Sardinien (Italien), Ikaria (Griechenland), Loma Linda (Kalifornien), Nicoya-Halbinsel (Costa Rica) oder Okinawa (Japan). Als gemeinsame Merkmale der Blue Zones hat man einige ähnliche Gewohnheiten und Einflüsse ausgemacht: Stressarmes Leben, Starker Familienverband und vielfältige soziale Kontakte, Körperliche Aktivität, ausgewogene und nicht übermäßige Ernährung (Quelle: Wikipedia).

Fragt man unsere hochbetagten Bewohner und Bewohnerinnen nach ihrem Rezept für Langlebigkeit, haben alle ihre eigenen persönlichen Theorien.

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Seit 87 Jahren im Sportverein https://www.korian.de/ratgeber-magazin/seit-87-jahren-im-sportverein/ Fri, 28 Jun 2019 07:00:38 +0000 https://www.korian.de/news/seit-87-jahren-im-sportverein/ In Ihrer Jugend erreichte sie den ein oder anderen „Rekord“ in Leichtathletik und Geräteturnen und gewann sogar zahlreiche Medaillen. Heute geht es bei der 99-jährigen Lieselotte Arnold um einen Rekord der ganz anderen Art: Auf über 87 Jahre Mitgliedschaft bringt es die fast 100-jährige beim TSV Berlin Wittenau 1896 e.V.. Und so werden zum großen Geburtstagsfest am 29. Oktober selbstverständlich auch eine Delegation aus Berlin in der Seniorenresidenz Elisa Aschaffenburg erwartet, in dem die Seniorin seit über 12 Jahren lebt.

Einrichtungsleiterin Barbara Ilchmann und ihre 99-jährige Bewohnerin Lieselotte Arnold.
Der 100. Geburtstag von Lieselotte Arnold steht zwar noch bevor, aber ein kleines Dankeschön gab es von Einrichtungsleiterin Barbara Ilchmann trotzdem schon mal.

Frau Arnold wird in diesem Jahr 100 Jahre alt und kann auf ein langes und bewegtes Leben zurückblicken. Geboren und aufgewachsen ist die 99-jährige in Sauen, einem kleinen Dorf in Brandenburg bevor ihre Eltern mit ihr nach Berlin gezogen sind. Warum es ausgerechnet ein Seniorenheim in dem fast 70.000 einwohnerstarken Aschaffenburg wurde? „Mein Sohn lebt schon sehr lange mit seiner Ehefrau hier. Damit er sich regelmäßig um mich kümmern kann, habe ich mich entschieden, meine Heimat zu verlassen.“

Eine bewusste Entscheidung

In eine Seniorenresidenz zu ziehen, war für Frau Arnold kein Problem. Nicht nur aufgrund des guten Rufs der Elisa Aschaffenburg, sondern auch aufgrund ihres familiären und beruflichen Hintergrunds: ihre Eltern haben schon in der Pflege gearbeitet und auch Lieselotte hat sich nach einer kaufmännischen Ausbildung selbst für einen Beruf in der Pflege entschieden. Am Ende arbeitete sie sogar als Oberin und stellvertretende Verwaltungsdirektorin einer großen Berliner Klinik, bevor sie gemeinsam mit ihrem Ehemann in den Ruhestand ging.

Langweile im Alter ausgeschlossen

Aufgrund eines Schlaganfalls sitzt Arnold nun im Rollstuhl – was sie aber nicht davon abhält regelmäßig an Veranstaltungen in der Seniorenresidenz teilzunehmen. Jeden Montag und Mittwoch nimmt sie an der Betreuungsrunde des Sozialen Dienstes teil und glänzt vor allem bei den regelmäßigen Bingo-Runden. Immer donnerstags findet der Lesezirkel statt, den Einrichtungsleiterin Barbara Ilchmann höchstpersönlich durchführt.

Für die fast 100-jährige ist es wichtig, noch aktiv am Alltag im Seniorenheim teilzunehmen. „Man muss ja was für die grauen Zellen tun“, so Frau Arnold. Auch Barbara Ilchmann und ihre Kollegen sind beeindruckt von der lebendigen Art der Seniorin. „Wenn es um politische und aktuelle Themen geht, ist Frau Arnold immer super informiert“, so Ilchmann. „Sogar bei der Europawahl war sie eine der Ersten, die in unserem Wahllokal in der Einrichtung ihre Stimme abgegeben hat.

Wunschlos glücklich den Lebensabend genießen

Im Oktober steht der 100. Geburtstag von Frau Arnold an, eine große Feier in der Seniorenresidenz ist auch schon geplant. Sogar ihr Schwiegersohn, der in Kanada lebt, kommt extra mit Enkelin und Urenkelin angereist, um diesen besonderen Tag mit der Seniorin zu feiern.

Was wünscht sich die quirlige Bewohnerin für die Zukunft? „Mehr als eine schöne Feier zu meinem 100. Geburtstag mit Familie und Freunden brauche ich nicht“, so Frau Arnold. „Ich führe ein glückliches Leben in der Seniorenresidenz in Aschaffenburg“.

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