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Arbeiten als Fachkraft für Gerontopsychiatrie

18. Juni 2021

Arbeiten als Fachkraft für Gerontopsychiatrie

Monika Müller arbeitet seit 2019 als Fachkraft für Gerontopsychiatrie in unserem Haus Schulze-Kathrinhof in Saarwellingen. Die 57-Jährige liebt die Vielseitigkeit an ihrem Job, denn kein Tag ist wie der andere. Deshalb möchte sie uns einen kleinen Einblick in ihren Arbeitsalltag schenken.

Gerontopsychiatrie – was heißt das überhaupt?

In der Gerontopsychiatrie beschäftigt man sich mit der diagnostischen Abklärung und Behandlung psychischer Erkrankungen von älteren Menschen, wie z.B. Demenz. Im Haus Schulze-Kathrinhof in Saarwellingen gibt es keine eigene Gerontopsychiatrie, jedoch einen beschützten Wohnbereich. Dort kümmert sich Monika um 22 betroffene Bewohner:innen.

Ganz oft werden die Begriffe Demenz und Alzheimer gleichgesetzt. Der Unterschied ist vielen nicht klar. Monika erklärt es uns ganz einfach: „Demenz ist der Oberbegriff für eine geistige Erkrankung. Es gibt über 50 zurzeit bekannte Formen von Demenz, dabei sind die zwei häufigsten Formen die Alzheimer Demenz und die vaskuläre Demenz. Sie machen etwa 65% aller Demenzen aus und treten auch in unserer Einrichtung am häufigsten auf.“

Monika Müller, Fachkraft für Gerontopsychiatrie (links), und Sabine Engel-Rheinemann, Pflegedienstleitung

 

Woran erkennt man Demenz?

Oft liegt die Diagnose Demenz bereits beim Neueinzug in eine Einrichtung vor. So können sich Monika und ihre Kolleg:innen im Voraus darauf einstellen. Die Krankheit kann jedoch auch erst nach dem Einzug erste Anzeichen zeigen. „Hier gilt es ganz genau zu beobachten und in validierenden Gesprächen diesem Verdacht nachzugehen. Es kann auch der Mini-Mental-Status-Test oder der Uhrentest zur Rate gezogen werden“, so Monika.

Wie sieht die Betreuung aus?

Wenn die Diagnose dann schlussendlich feststeht, wird die Betreuung des/der Erkrankten individuell auf die Bedürfnisse des Einzelnen zugeschnitten. „Das Ziel muss immer eine Steigerung des Wohlbefindens sein. Zum Beispiel eine Verbesserung der Symptomatik im kognitiven oder nicht-kognitiven Bereich durch tiergestützte Angebote, Demenztüren, musizieren, kochen, backen, viel Bewegung, Ausflüge und vieles mehr“, erklärt die 57-Jährige. Hier ist viel Empathie, Fingerspitzengefühl und Zeit gefragt, um dem/der Bewohner:in die nötige Orientierung und Halt zu geben.

Verschiedene Angebote für Demenz-Erkrankte

 

Was rät Monika Angehörigen von Betroffenen, die einen Pflegeplatz suchen?

„Lassen Sie sich Zeit und besuchen Sie unsere Einrichtung so oft Sie wollen. Sprechen Sie uns bei offenen Fragen einfach an, wir helfen immer gerne und finden eine individuelle Lösung für Ihr Familienmitglied“, rät die Fachkraft für Gerontopsychiatrie.

Dazu hat Monika vier einfache Dinge immer Hinterkopf, die jeder über Demenz wissen sollte:

  1. Ein Mensch mit Demenz ist trotzdem ein erwachsener Mensch
  2. Ein Mensch mit Demenz lebt oft in seiner eigenen Welt
  3. Lassen Sie einem Menschen mit Demenz Zeit zu antworten
  4. Benutzen Sie eindeutige, einfache Sprache

An diesen Moment erinnert sich Monika gern zurück

„Wir haben es unserem Bewohner ermöglicht die goldene Hochzeit mit seiner Ehefrau auf unserem Wohnbereich zu feiern. In einem schönen geschmückten Raum konnten die beiden gemeinsam viel Zeit verbringen und diesen besonderen Tag genießen.“

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